Mark Henshaw

 3.4 Sterne bei 26 Bewertungen
Autor von Der Schneekimono, Erbarmungslos und weiteren Büchern.
Mark Henshaw

Lebenslauf von Mark Henshaw

Mark Henshaw lebt nach Aufenthalten in Frankreich, Deutschland und den Vereinigten Staaten inzwischen in Canberra. Bereits sein Debütroman Im Schatten des Feuers (1991) war international erfolgreich und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Henshaw war Kurator in der National Gallery of Australia, widmet sich seit einiger Zeit aber wieder ganz dem Schreiben.

Alle Bücher von Mark Henshaw

Der Schneekimono

Der Schneekimono

 (22)
Erschienen am 10.10.2016
Erbarmungslos

Erbarmungslos

 (4)
Erschienen am 17.02.2014
The Snow Kimono

The Snow Kimono

 (0)
Erschienen am 09.06.2015

Neue Rezensionen zu Mark Henshaw

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Alathayas avatar

Rezension zu "Der Schneekimono" von Mark Henshaw

Ein ganz besonderes Buch
Alathayavor 2 Jahren

Die Geschichte startet mit Kommissar Jovert. Er ist ein ernster und zurückgezogener Mann, der offensichtlich ein paar Geheimnisse zu haben scheint. Er meidet Orte, die bestimmte Erinnerungen in ihm wach rufen. Er achtet sehr auf die Menschen in seiner Umgebung, wie sie aussehen, wie sie sich verhalten... Manchmal wecken sie auch Erinnerungen in ihm. Er hatte einmal einen Sohn und eine Frau. Eines Tages erhält er Post von einer jungen Frau, die behauptet seine Tochter zu sein. Irgendwann entwickelt sich Omura zum eigentlichen Protagonisten des Buches, denn er steht plötzlich vor Joverts Tür und erzählt ihm eine lange, traurige Geschichte über seinen Freund Katsuo. Dieser ist ein Genie, dessen Talent verdorben und von Neid durchtrieben ist. Er wirkt ruhelos und missgönnt anderen ihren Erfolg. Früh wird klar, dass es mit ihm noch ein böses Ende nehmen muss.

„Es gibt Ereignisse im Leben eines Menschen, nach denen er nie mehr derselbe ist. Er mag direkt oder indirekt betroffen sein, vielleicht ist es auch nur etwas, das jemand zu ihm sagt. Doch was es auch sei, danach gibt es kein Zurück mehr. Und unweigerlich geschieht es plötzlich und ohne Vorwarnung.“
Seite 13

Mir hat das japanische Setting der Geschichte Omuras sehr gut gefallen. Und die Worte des Autors Mark Henshaw haben zum einen sehr schön die Kultur und Denkweise der Japaner widergespiegelt und zum anderen eine melancholische Stimmung heraufbeschworen, die gut zu den menschlichen Abgründen, bedrückenden Erinnerungen und Ver(w)irrungen dieser Geschichte passt.
Das Fehlen der Markierungen für wörtliche Rede machte es mir anfangs etwas schwer zu folgen und hin und wieder verlor ich den Überblick darüber, wer gerade sprach. Das und die zeitlichen Sprünge machen das Buch sicherlich zu keiner leichten Lektüre für zwischendurch. Das Dranbleiben hat sich für mich aber gelohnt und ich wurde mit einer außergewöhnlichen Geschichte und einem wirklich überraschenden Ende, mit dem ich absolut nicht gerechnet hatte und über das ich erst einmal nachdenken musste, belohnt.


vorzeig-bar.blogspot.de

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Andrea-Karminrots avatar

Rezension zu "Der Schneekimono" von Mark Henshaw

Lebenslügen
Andrea-Karminrotvor 2 Jahren

Der ehemalige Kommissar Jovert, wird eines Tages von dem japanischen Rechtsanwalt, Herren Omura in dem Hausflur des gemeinsamen Pariser Wohnhaus abgefangen. Herr Omura sucht das Gespräch mit dem Franzosen, er möchte sich etwas von der Seele reden, das ihn schon seit Jahren belastet. Der Pensionär hat aber gar kein Interesse an der Geschichte des gebildeten Japaner. Selber gerade mit einem seltsamen Brief belastet, der ihn an seine Jugend und seine Vergangenheit erinnert, versucht er dem asiatischen Mann aus dem Weg zu gehen.
Am Ende sitzen die zwei alten Männer stundenlang zusammen und reden über ihre Vergangenheit, um ihre Seelen zu läutern.

Erzählt wird in der Gegenwart und aus der Vergangenheit, auf mehreren Ebenen. Konzentriert verfolgte ich die verschiedenen Geschichten, die unvorhergesehen in einander übergingen. Doch immer wieder war ich verwirrt, in welcher Vergangenheit ich mich gerade befand. Auf den letzten Seiten, las ich einen Satz, der das Geschrieben wunderbar beschreibt: “Er habe gespürt, wie sich seine Gedanken rückwärts durch sein Leben ergossen, von einer Erinnerung zur nächsten sprang, wie die reißende Strömung ihn mit sich davon trug… “ (Seite 331) Besser hätte ich es nicht beschreiben können. Ich kann es kaum glauben, dass der Schriftsteller Mark Henshaw kein Japanern ist. Die Sprache in seinem Buch erinnert sehr daran, an das Blumige, Umschreibende, Zarte und doch Brutale. Schön und verwirrend zugleich. In seiner Danksagung erwähnt Hanshaw zwei japanische Freunde, die ihm “Einsichten in das japanische Denken” vermittelten.

Mir hat das Buch anfangs wirklich große Schwierigkeiten gemacht. Zu viele fremde (japanische, französische) Namen und die verschiedenen Zeitsprünge verwirrten mich zu oft. Nach 100 Seiten gab es sich dann und machte süchtig. Wieder einmal traf ich auf Geschichtslücken meinerseits und nahm mir vor, mich mit dem Algerien Krieg 1957 auseinander zu setzen. (Ein Thema, das in dem Buch erwähnt wird und eine große Rolle spielt) Als einfache Literatur würde ich Der Schneekimono nicht bezeichnen. Es ist ein Buch das zweideutig ist, das mich nachdenklich gemacht hat. Wunderschön finde ich den Einband: das zarte Profil einer Japanerin auf blaugrauen Hintergrund. Einfach und schlicht.

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suryas avatar

Rezension zu "Der Schneekimono" von Mark Henshaw

Entsprach nicht meinen Erwartungen
suryavor 2 Jahren

Inhalt

 »Willst du dein Leben erkennen, musst du es durch die Augen eines anderen sehen.«

 Auguste Jovert lebt zurückgezogen in seiner Wohnung in Paris. Eines Tages steht ein Fremder vor seiner Tür, der ihm die Geschichte seines Freundes, des Japaners Katsuo Ikeda, erzählt. Ikeda führte ein bewegtes Leben als Schriftsteller, verliebte sich unsterblich in die schöne Mariko. Doch als er ihr wiederholt ihren Wunsch nach einem Kind ausschlägt, verlässt sie ihn. Er verfällt in tiefe Depressionen, bis er eines Tages die junge Sachiko trifft, die er unbedingt ganz für sich haben will, denn sie erinnert ihn an seine Mariko. Doch als Sachiko schwanger wird und in einem Schneesturm stirbt, muss er sich einer Wahrheit stellen, vor der er bislang die Augen verschlossen hat. Und Auguste Jovert begreift, dass diese Geschichte im fernen Japan mehr mit ihm zu tun hat, als er zunächst ahnte. Denn auch er wird von seiner Vergangenheit eingeholt. (Klappentext)

 

Meine Meinung

 

Vorab möchte ich vorausschicken, dass ich an dieses Buch hohe Erwartungen gestellt hatte. Alleine schon das Cover hat mich unsagbar angesprochen – es wirkte auf mich sehr atmosphärisch, geheimnisvoll und ein Stück weit auch poetisch.  Passend für die Wintermonate. Der Klappentext verstärkte meine Neugier und mein Interesse an diesem Buch.  Doch leider muss ich gestehen, dass sich bereits nach den ersten 50 Seiten eine leise Enttäuschung breit machte. Es lag vermutlich weniger an der Geschichte selbst, als vielmehr an dem Schreibstil. Für mich war es ein inhaltliches Durcheinander, welches kaum zu durchschauen war. Einzelne lose und ungeordnete Lebens- bzw. Situationsbeschreibungen verschiedenster Charaktere,  mit der Folge, dass ich mich mit keinem einzigen Charakter wirklich anfreunden konnte. Hinzu kam noch, dass es keinerlei Zeichensetzung in der persönlichen Rede gibt. Wären die vielen Erzähl- und Zeitebenen gekennzeichnet gewesen und somit für den Leser nachvollziehbar darstellt worden,  wäre dies vielleicht nicht ganz so verwirrend und störend im Lesefluss gewesen, wie es in diesem Fall war.  So habe ich dieses Buch nicht flüssig und entspannt lesen können, sondern war vielmehr damit beschäftigt, herauszufinden, um welchen Protagonist es denn nun wieder geht und vor allem auch, in welcher Zeitebene ich mich befinde.

 

Mein Fazit

 

Die Geschichte an sich mag vielleicht dem nahe kommen, was im Klappentext angekündigt wird: „ein atemberaubendes Stück Literatur über Erinnerungen, Lebenslügen, die große Liebe, ihren Verlust und das, was uns aneinander bindet“. Doch leider hat es mir dahingehend den Atem geraubt, als dass mir während des Lesens aus oben angeführten Gründen mehrmals der Atem ausging und ich wenig Lust hatte, weiter zu lesen.  Auch wenn das Buch am Ende nochmals an Fahrt aufgenommen hat, kriegt dieses Werk von mir nicht mehr als zwei Sterne.  

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Gespräche aus der Community

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»Willst du dein Leben erkennen, musst du es durch die Augen eines anderen sehen.« 

Wir verschließen oftmals die Augen vor dem, was wir nicht sehen wollen. Und versuchen zu ignorieren, was uns doch immer wieder heimsucht. So auch Auguste Jovert, der abgeschieden in Paris lebt. Bis ihm eines Tages ein fremder Mann die Geschichte eines japanischen Schriftstellers erzählt, die irgendwie mit Augustes Leben verknüpft zu sein scheint ...

Mark Henshaws atmosphärischer Roman "Der Schneekimono" verwebt gekonnt Erinnerungen, die große Liebe, ihren Verlust und das, was uns aneinander bindet, zu einem atemberaubenden literarischen Text. Hast du Lust auf einen Roman, der so poetisch wie ein verschneiter Zen-Garten ist? Dann bewirb dich gleich für unsere Buchverlosung!

Zum Inhalt
Auguste Jovert lebt zurückgezogen in seiner Wohnung in Paris. Eines Tages steht ein Fremder vor seiner Tür, der ihm die Geschichte seines Freundes, des Japaners Katsuo Ikeda, erzählt. Ikeda führte ein bewegtes Leben als Schriftsteller, verliebte sich unsterblich in die schöne Mariko. Doch als er ihr wiederholt ihren Wunsch nach einem Kind ausschlägt, verlässt sie ihn. Er verfällt in tiefe Depressionen, bis er eines Tages die junge Sachiko trifft, die er unbedingt ganz für sich haben will, denn sie erinnert ihn an seine Mariko. Doch als Sachiko schwanger wird und in einem Schneesturm stirbt, muss er sich einer Wahrheit stellen, vor der er bislang die Augen verschlossen hat. Und Auguste Jovert begreift, dass diese Geschichte im fernen Japan mehr mit ihm zu tun hat, als er zunächst ahnte. Denn auch er wird von seiner Vergangenheit eingeholt … 

Einen ersten Eindruck von "Der Schneekimono" kannst du dir in der Leseprobe machen!

Mehr über den Autor
Mark Henshaw lebt nach Aufenthalten in Frankreich, Deutschland und den Vereinigten Staaten inzwischen in Canberra. Henshaw war Kurator in der National Gallery of Australia, widmet sich seit einiger Zeit aber wieder ganz dem Schreiben.

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Das Land der Kirschblüten, Tempel und der aufgehenden Sonne. Was fasziniert dich an Japan besonders?

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