Mark Lukach

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Mark LukachAbgedreht - Meine Frau, unsere Liebe und die Psychose
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Abgedreht - Meine Frau, unsere Liebe und die Psychose

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Rezension zu "Abgedreht - Meine Frau, unsere Liebe und die Psychose" von Mark Lukach

Sollte jeder lesen!
Leseeule96vor einem Monat

Ich habe dieses Buch vom Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Nochmals vielen Dank dafür.

 

Vorweg: dies ist keine fiktive Geschichte, sondern sie beruht auf einer wahren Begebenheit, bzw. erzählt der Autor die Geschichte von sich und seiner Frau, die mit Mitte zwanzig an einer schweren Psychose erkrankt und nimmt uns dabei mit, berichtet von den schweren Jahren, die die Beiden gemeinsam durchgestanden haben und erzählt dabei schonungslos und ehrlich, wie die Krankheit sowohl Betroffene, als auch Angehörige in die Knie zwingt. Aus dem Grund finde ich es wichtig anzumerken, dass euch dieses Buch triggern könnte, falls ihr selber betroffen oder allgemein seelisch labil seid.

 

Inhaltlich werde ich nicht so viel zu dem Buch sagen, weil ich nichts vorweg nehmen möchte und außerdem der Geschichte gar nicht gerecht werden könnte, weil es sich nicht um etwas ausgedachtes handelt, sondern es Dinge sind, die so stattgefunden haben. Und mir sind die Erlebnisse von Giulia und Mark unglaublich ans Herz gegangen.

 

Auf den ersten Seiten des Buches erfahren wir, wie sich das Paar kennen und lieben gelernt haben. Von der ersten Zeit, wie die Beziehung wächst und immer inniger wird und sie schließlich zusammen ziehen und glücklich sind. Doch dann, bricht Giulias Krankheit aus und stellt das Leben der Beiden auf den Kopf. Giulia wird in eine Klinik eingewiesen und Mark muss ab sofort alles alleine regeln. Nicht nur Giulias Gesundheit ist ein Problem. Auch finanziell sieht es immer schlechter aus und Mark zehrt an seinen Reserven. Die nächsten Jahre sind ein auf und ab. Und Mark nimmt uns bei allem mit.

 

Ich habe es oben schon erwähnt: das Buch ist mir wirklich ans Herz gegangen. Da ich selber mit psychischen Krankheiten zu kämpfen habe und kann daher die Verzweiflung von Giulia absolut verstehen. Ich weiß aber auch selber, wie schwer es teilweise für Angehörige sein kann, wobei Giulias Fall noch weitaus extremer ist, als beispielsweise meiner. Und daher habe ich auch großen Respekt vor Mark. Er hat alles in seiner Macht stehende getan, um Giulia zu unterstützen und hat sie nie aufgegeben, egal wie schwer und aussichtslos ihre Situation auch erschien.

 

Das Buch endet im Jahre 2014 und seitdem ich es beendet habe, denke ich die ganze Zeit noch daran und frage mich, wie es Mark und Giulia heute geht. Wie sahen die letzten 4 Jahre aus? Ist Giulia nochmals rückfällig geworden? Sind sie noch zusammen? Sind sie glücklich? Wie geht es dem Sohn von den Beiden? So viele Fragen, die in meinem Kopf sind und auf die ich mir eine Antwort wünschen würde.


Fazit: Natürlich kann ich gar nicht anders, als dieses emotionale Buch mit fünf Herzen zu bewerten. Mark Lukach beschreibt die Krankheit seiner Frau ehrlich, schonungslos und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und hat mich dabei sehr berührt. Es ist einfach ein unfassbar trauriges Thema, aber doch hat er nie aufgegeben und immer zu seiner Frau gestanden, wo ich den allergrößten Respekt vor habe. Es gibt Höhen und es gibt Tiefen und beide haben wir in diesem Buch miterlebt und ich kann euch einfach nur empfehlen, diese Geschichte zu lesen und euch mit dem Thema auseinander zu setzen. 

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Rezension zu "Abgedreht - Meine Frau, unsere Liebe und die Psychose" von Mark Lukach

Keine „moderne-Love-Story“, sondern ein wahrer und schonungsloser Erfahrungsbericht.
Flohvor 2 Monaten

„Abgedreht – Meine Frau, unsere Liebe und die Psychose“ von dem Ehemann und Autor Mark Lukach ist ein ehrlicher Erfahrungsbericht, eine Biografie, die seine Beziehung, Ehe, Vaterschaft und sein eigenes Leben mit der psychischen Erkrankung seiner geliebten Frau Giulia beschreibt, die erstmalig in jungen glücklichen Jahren aus dem Nichts an einer heftigen Psychose mit anschließender monatelanger Depression erkrankt. Zusammen mit dem Autor Mark Lukach erleben wir Leser, Interessierten oder Betroffenen, wie sich das Leben aller beteiligten von einem Moment auf den anderen für immer grundlegend verändern wird, was es heißt, mit einer solchen trügerischen Erkrankung zu leben und zu lieben. Dieses Themengebiet war für mich als neugierige Leserin völlig neu, der Klapptext sprach mich an und die verständnisvollen Nuancen aus Titel und Untertitel machten mich aufmerksam auf diesen Erfahrungsbericht. Dieses ehrliche, schonungslose, verstörende, offene, klärende, berichtende, gefühlvolle, lehrende, nachdenkliche Buch öffnet dem Leser die Augen. Ob nun als Betroffener, Angehöriger, Außenstehender, Ahnungsloser, Interessierter oder als Experte, es lohnt sich, Mark Lukachs Geschichte zu erfahren. Das Einschleichen, der Erkrankung, die Symptome, der dennoch plötzliche Ausbruch, das Lernen aus den Erfahrungen, die Wiederkehr der Schübe, das das Leben nun ganz anders funktionieren kann und muss, das eine Begleitung eines Erkrankten in all seinen Stadien der Krankheit auch eine Bereicherung und unfassbare Intensität bieten kann. Hier spricht eine wahre Geschichte, und diese einfühlsamen Erlebnisse und Erzählungen des Ehemannes öffnen die Augen, bieten einen Blickwinkel und regen zum Nachdenken an. Familienoberhaupt und Autor Lukach berichtet nicht nur von seinen Erlebnissen mit seiner psychotisch und depressiven Frau, nein, er zeigt die Schatten- sowohl auch die Sonnenseiten, er zeigt die Hoffnung, blickt auf die Arbeit der Therapeuten und Ärzte, der Freunde und Verwandten, durchleuchtet Behandlungsmöglichkeiten, Unterstützung und Hilfe. Mark Lukach versucht den Umgang mit einer Psychose zu erleichtern und Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Dass dies nicht immer gelingt, und es Tiefphasen und dunkle Löcher gibt, versteht sich von selbst. Besonders ehrlich darüber spricht der Autor und gibt einen ehrlichen und warmen Blick in sein persönliches Familienleben. Mark Lukach öffnet die Tür zu seinem Zuhause, zu den unterschiedlichen Kliniken, zum Engagement der Freunde und Eltern, zur Beziehung zu dem gemeinsamen Sohn Jonas und Bulldogge Goose. Mark Lukach schreibt als Vater, Ehemann, Betroffener und Angehöriger zugleich, er hat es sich in seinem bewegenden und erklärenden Buch "Abgedreht – Meine Frau, unsere Liebe und die Psychose" mit seinen gesammelten Eindrücken, Erfahrungen und Berichten zur Aufgabe gemacht zu informieren, aufzuklären, Hoffnung zu schenken und ein Anreiz für den Glauben an die Liebe, die alles besiegt zu geben.
Ein lohnendes Buch, welches mit viel Herz, Humor, Lachern, Wissen, Hintergründen, Offenheit, Trauer, Schmerz, Bürokratie, Rückschlägen, Aufopferung und Wahrheit trumpft!
Erschienen im Fischer Verlag


Inhaltsangabe / Klapptext (vom Verlag übernommen):
"Eine moderne Love Story, wie sie das Leben schreibt: spannend, anrührend, außergewöhnlich
Mark und Giulia sind 18, als sie sich ineinander verlieben. Mit 24 heiraten sie. Als Giulia 27 ist, erleidet sie ihren ersten psychotischen Schub und muss in die Psychiatrie eingeliefert werden: An einem Tag ist sie lebenslustig und voll Energie, am nächsten tief deprimiert und suizidgefährdet.
Sie wird als geheilt entlassen und Mark und Giulia bekommen einen Sohn, aber kurz nach der Geburt hat Giulia den nächsten Zusammenbruch, kurz danach einen dritten. Und alles, was dem jungen Paar sicher schien, wird auf den Kopf gestellt, nur ihre Liebe nicht.
»Abgedreht« ist die berührende und außergewöhnliche Geschichte einer großen Liebe eines Mannes zu seiner psychisch kranken Frau. Mark hält zu Giulia, und sie kommt immer wieder zurück ...“

Warum habe ich dieses Buch entdeckt und gelesen?
Für mich war es der Titel und der Klapptext, die mich ansprachen. Weniger das farblich nicht ansprechende Cover (obwohl ich eher eine Cover-Käuferin bin). Bis ich das Buch begonnen hatte, war mir nicht bewusst, dass es sich hier um eine wahre Geschichte, um einen tatsächlichen Erfahrungsbericht handelt und der Protagonist, Mark, gleichzeitig auch der Autor des Buches ist. Aus einem erwarteten fiktiven Roman, einer angepriesenen außergewöhnlichen Liebesgeschichte, wurde für mich ein berührender, aufrüttelnder und schockierender Erfahrungsbericht, der allen Lob und alle Hochachtung verdient. Mit dieser Erkenntnis erhielt dieses Buch einen ganz besonders hohen und respektvollen Stellenwert. Noch niemals zuvor bin ich mit dem Thema Psychose, psychische Erkrankungen, Depressionen oder Manie in Berührung gekommen, dieses Buch hat meinen Blickwinkel erweitert und mich sehr nachdenken lassen. Auch wenn ich dieses Buch, was nun doch keine fiktive Liebesgeschichte werden sollte, nur als neutrale Leserin erfahren durfte, zeigt es mir deutlich, wie schnell sich das Leben ändern kann und aus einer normalen Beziehung oder Lebenssituation ein solcher tragischer und alles verändernder Lebensumstand werden kann. Heftig, plötzlich und radikal. Ich bereue keine einzige Zeile von diesem erklärenden, verständnisvollen, traurigen und hoffnungsvollen Buch. Giulias Ehemann schreibt faszinierend und berührend ehrlich und ein jeder Betroffener dürfte sich verstanden fühlen. Erwartet hatte ich wie erwähnt eine berührende Liebesgeschichte, bekommen habe ich einen ehrbaren Erfahrungsbericht mit allen Facetten.

Schreibstil:
Besonders beeindruckend empfinde ich den wahnsinnig nahen und ehrlichen Einblick in das Leben der Lukachs als junges Liebespaar im zarten Alter von etwa 18 Jahren, später als Ehepaar, dann als Eheleute, die mit einer Psychose konfrontiert werden, dann als Elternpaar in einer gesunden Phase, kurze Zeit darauf als Elternpaar mit einem Baby und einer psychiotischen und depressiven Phase, dann als stigmatisierte Familienkonstellation geprägt von Angst, Schuld, Vorsicht, Zuversicht, Rücksicht…. Und und und…. Mark Lukach nimmt kein Blatt vor dem Mund, er spricht und schreibt über seine Frau so, wie er sie in jeweiligen Phasen sah und erlebte, er beschreibt aber auch sich selbst als den Menschen, der er zur jeweiligen Situation für seine Frau Giulia und seinem Sohn Jonas und seinem gesamten Umfeld sein konnte. Mark Lukach belügt sich nicht selbst, auch er hat nur nach bestem Wissen und Gewissen agiert, auch er ist nur ein Mensch, er hat eine riesige Bürde zu tragen und baut auf die Kraft der Liebe. Mit der plötzlichen Psychose seiner Frau verändert sich das Leben des Autors radikal und grundlegend, was er sehr gekonnt beschreibt. Man spürt beim Lesen dieses Erfahrungsberichtes einfach auch, dass es der Autor beherrscht zu sprechen und zu schreiben, dass er seinen Gefühlen Ausdruck verleihen kann. Da Mark Lukach stets seine eigenen Erfahrungen mit der Erkrankung seiner Frau in diesem Buch niederschreibt, bekommt es unheimlich viel Tiefe und Nähe, zeigt besonders die eine Seite aus der Situation, wo man einen Menschen begleitet, der einem lieb ist und zu dem man sich schon immer verbunden gefühlt hat. Die etwas traurige und zehrende Seite jemanden zu begleiten, den man durch die Erkrankung auch als Last oder als Groll empfindet, wird hier ebenfalls ehrlich und erschütternd manifestiert und von Lukach wiedergegeben.

Meinung:
Dieses Buch zeigt uns, dass es auch anders geht. Der Umgang mit Depression, Psychose und der Gratwanderung der nächsten Schritte muss nicht zwangsläufig hoffnungslos und belastend sein. Zwar werden auch Fakten genannt, die schonungslos den Ist-Zustand unserer Ressourcen und die Schwierigkeiten mit dem Umgang der Therapie und Genesung, der Rückfälligkeit und dem Strudel aus Angst und Sorge und der behördlichen und pflegerischen Wege aufzeigen, aber es gibt Lichtblicke, wenn man auch außergewöhnliche Wege gehen will. Hier berichtet der Autor von sich und seinen Erfahrungen und persönlichen Entscheidungen. Ja, das Buch hat mich arg überrascht, es hat mich gefesselt, bewegt und aufhorchen lassen. Erstmalig mit dem Thema konfrontiert bin ich nun neugierig, etwas mehr über das Thema zu erfahren. Ich denke, dieses biografische Buch darf man gern Betroffenen empfehlen. Es dürfte als guter Anker und greifbarer Hoffnungsschimmer dienen. Dieser Erfahrungsbericht von Mark Lukach und seiner Frau Giulia erzählt von Freundschaften und Kontakten, die sie schließen, von Menschen, die ihnen wohlgesonnen sind. Es erzählt jedoch nicht, ob sich auch Freunde oder Verwandte ihnen abgewandt haben. Entweder war es dem Autor nicht wichtig, damit zu belasten, oder das Umfeld der Eheleute Lukach war so gefestigt, dass es diese Situation gar nicht gibt.
Sehr sehr bewegende und auch Mut machende Themen und Momente werden hier verarbeitet, die aus dem wahren Leben stammen und die den Umgang mit dem geistigen Wahnsinn einer Psychose und Depression, sowie der schwierigen Diagnose und Medikation darstellen und später all die Lebensfreude in Rückblenden aufzeigen. Hier wird, ist und bleibt der Mensch Mensch!!! Das Gelesene geht nahe, bewegt und informiert. Man wird den Vater, aber auch den Ehemann Lukach mit seinem wohlwollenden, aufopfernden und beherzten Handeln ins Herz schließen, trotz oder gerade wegen seiner gravierenden ehrlichen Ausführungen und Schilderungen der jeweiligen Ist-Situation und Momentaufnahme von Emotionen geprägt. Ungefiltert, nah und ehrlich.
Je nachdem in welcher Gefühlslage man sich beim Lesen befindet, stoßen manche Äußerungen eventuell auch sehr an und provozieren vielleicht den ein oder anderen Betroffenen, Angehörigen oder interessierten Leser gar. Da das Buch doch sehr hoffnungsvoll, schön und optimistisch geschrieben ist, was mir sehr gefällt und zusagt, so stimmt es andere Leser und Betroffene bestimmt auch traurig, da sie diese geschilderten Emotionen und diese nahe Verbindung zueinander nicht spüren oder erleben in ihrem persönlichen Umfeld oder Fall… Der Leser hat immer die Möglichkeit zu verstehen, und seinen Blickwinkel zu verstellen. Pluspunkt ist, dass Mark Lukach nicht in üblicher Sachbuchmanier informiert, sondern überwiegend den Menschen und seine eigene persönliche Lebensgeschichte sprechen lässt. Somit erreicht er die Leser und weckt eine Spirale aus Gedanken und Hoffnung und Tatendrang gepaart mit einem wundervollen Beweis, dass Liebe stark macht. Ich habe bei diesem Buch geweint, gehofft, gelacht und Zuversicht für alle Betroffenen geschöpft.

Großes Lob geht aber an den Mut des Autors seinen Lebensabschnitt, seine Erfahrungen mit seiner kranken Frau offenzulegen und diese Lebenserfahrung in dem Buch für andere zugänglich zu machen. Ich bin sehr bewegt und wurde sehr intensiv mit dem Thema vertraut gemacht, auch wenn es nur ein Fallbeispiel ist und nicht den gesamten Alltag und alle individuellen Möglichkeiten, Verläufe und Umgänge schildert. Aber wie sollte es auch? Autor Lukach will seinen persönlichen Lebensabschnitt, den er mit seiner Frau Giulia teilt, erzählen.
Ganz besonders hervorheben möchte ich den Persönlichkeitsfaktor des Buches, das durch die Danksagung nochmals an Intensität gewinnt.

Der Autor:
"Mark Lukach arbeitet als Lehrer und freiberuflicher Autor für die »New York Times«, den »Atlantic«, den »Pacific Standard«, »Wired« und andere. Er lebt mit seiner Frau Giulia und dem gemeinsamen Sohn Jonas in der Nähe von San Francisco."

Fazit:
Sehr persönlich, bewegend, hoffnungsvoll, herzlich, humorvoll, nah, intensiv, traurig, erschütternd, tragisch und so voller Liebe, dass es das ganze Herz und alle erdenklichen Emotionen ausfüllt. Keine moderne Love-Story, wie angepriesen, sondern ein ehrlicher und sehr zu empfehlender Erfahrungsbericht. Ein Buch, was sich für jeden lohnen sollte. Eine absolute Leseempfehlung für die, die sich mit dem Thema befassen möchten, betroffen sind, oder einfach mehr erfahren möchten. 5 Sterne, ganz klar!

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MelEs avatar

Rezension zu "Abgedreht - Meine Frau, unsere Liebe und die Psychose" von Mark Lukach

Ehrliche und schonungslose Darstellung einer Psychose
MelEvor 2 Monaten

Ehrlich und schonungslos wird hier sehr authentisch über eine bipolare Störung berichtet, die Mark Lukach am eigenen Leib erfahren muss. Die Zweifel, die Ängste und die Macht der Erkrankung werden deutlich. Da ich in meiner Ausbildung psychische Erkrankung nur kurz angeschnitten serviert bekommen habe, war es für mich äußerst lehrreich. Die Nebenwirkungen der meisten Medikamente und die emotionale Sicht der Betroffenen und deren Angehörigen lässt mich nicht unberührt. Ich empfand das Buch als sehr wertvoll, da es mir aufzeigt, dass es auch mich täglich treffen kann, dass ich in eine Depression rutschen kann. Völlig authentisch wird hier von Schizophrenie und auch Suizidgedanken berichtet, die wir in unserem guten, vollkommenen Leben nicht an uns heranlassen wollen, da es ja nur die anderen betrifft. Es ist nicht nachgewiesen, warum Giulia urplötzlich an einer Psychose erkrankt. Fakt ist, dass sie Unterstützung durch ihren Ehemann und ihrer Familie erhält. Dies habe ich als äußerst wertvoll empfunden, denn anstatt Giulia fallen zu lassen, bringt ihr Mann jede Menge Steine ins Rollen, auch wenn die Liebe mitunter leidet und das Geld knapp wird. Es ist ein Kampf, den sie nicht alleine ausfechten muss. Es beeindruckt sehr, da Mark Lukach an seinen Gedanken und Emotionen teilhaben lässt. Geschrieben ist die Biographie komplett aus der Sicht des Ehemanns, wobei Einblicke in den Klinikalltag weniger angeschnitten werden, sondern nur das Erleben der Psychose eines Angehörigen, was sehr beeindruckt, da vieles einfach nur ausgehalten werden muss. Als ein Kind in die Story involviert wird, empfand ich den nächsten Schub als noch intensiver, denn nun muss Mark Lukach Entscheidungen treffen, die das Kindeswohl betreffen Es ist nicht so, dass der Sohn gefährdet ist durch seine Mutter, aber dennoch erfolgt nun eine erneute Einweisung in die Klinik und dieses geschieht auf freiwilliger Basis. Der erste Klinikaufenthalt geschah durch Zwang und erschien zunächst als wenig hilfreich, da Giulia keineswegs mitarbeitete und Hilfe ablehnte. Bedingt durch meinen Beruf war "Abgedreht - Meine Frau, unsere Liebe und die Psychose" für mich sehr interessant dargestellt, denn man sieht nur die Diagnose, aber nie den Rattenschwanz, die eine Psychose mit sich bringt und sicherlich auch viel weniger das Empfinden der Angehörigen. Ich habe vieles neu entdeckt, auch wenn eine Psychose bei jedem Menschen anders abläuft, konnte ich nachempfinden, wie hart die Erkrankung auch für die betroffene Familie ist und verständlicherweise sind nicht alle Ehemänner oder Ehefrauen stark genug, dieses auszuhalten. Mein Respekt an Mark Lukach, das er erträgt und trägt. Den Halt den er seiner Frau in einem Schub gibt und dabei sehr fürsorglich und stark erscheint, empfinde ich als sehr bemerkenswert. Für mich eine sehr eindrückliche Biographie, die ich gerne weiterempfehlen möchte an Leser/-innen die sich für das Krankheitsbild interessieren oder selbst betroffen sind. Vielleicht kann es hilfreich sein an den Stellen, wo das Weitermachen schwer erscheint? Ich empfand diese schonungslose und ehrliche Darstellung als sehr gelungen. Leseempfehlung!

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