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Soeren

vor 5 Jahren

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Mark Oliver Everett, der Mastermind und Sänger der Band Eels hat kein besonders leichtes Leben: Er ist der Sohn des Physikers Hugh Everett III, der die Viele-Welten-Theorie aufgestellt hat. Für ihn war er die meiste Zeit bloß der manisch depressive Typ, der den ganzen Tag irgendwo im Haus herumsaß und kaum ein Wort sagte. Im Alter von 18 Jahren ist Mark es, der ihn tot in seinem Bett fand. Gestorben an einem Herzinfarkt im Schlaf. Die schlechten Gene hat auch seine Schwester geerbt und versucht ihre depressiven Züge in Alkohol, Drogen und Selbstmordversuchen unterzubringen. Mehrere Male findet Mark sie im letzten Moment und leistet erste Hilfe. Irgendwann erhält er in LA den Anruf, dass seine Schwester es wieder versucht hat und sie diesmal keiner mehr retten konnte.
Noch während er dabei ist, ihren Tod zu überwinden, erkrankt die Schwester eines Freundes von ihm an Krebs und stirbt. Nur Tage darauf ruft ihn seine Mutter an und berichtet, dass sie ebenfalls Krebs hat. Mark steckt gerade in der Promo für sein erstes Eels-Album und versucht so oft wie möglich bei ihr zu sein. Zum Schluss pflegt er sie sogar einige Wochen lang. Um nicht durchzudrehen, verarbeitet er seine Gedanken und Erlebnisse im zweiten Eels-Album "Electro-Shock Blues". Die Lieder tragen dann auch so passende Namen wie "The Medication is wearing off", "Going to your funeral" und "Cancer for the cure". Da lief es mir beim Lesen schon mehrmals kalt den Rücken runter. Trotzdem verliert der Mann nie die Hoffnung, sondern kämpft weiter. Seine tolle Musik ist ein guter Beweis dafür.
Die Musik selbst nimmt trotz allem einen ziemlich großen Bestandteil des Buches ein - was aber nicht wirklich verwundert, da ihm die Musik buchstäblich das Leben rettete. Außerdem erfährt man als Eels-Fan einiges so über die Hintergründe. Zu beinahe jedem bis 2007 erschienene Album erzählt Mark ausführliche Anekdoten, lediglich bei meiner liebsten Eels-Platte "Shootenanny!" fasst er sich ziemlich kurz. Aber selbst das verzeihe ich ihm gern.
Marks Autobiographie ist ehrlich direkt und trotzdem warmherzig geschrieben. Die traurigen Stellen gehen dir unter die Haut, bei den lustigen schmunzelst du. Zum Beispiel wenn er von seinen verrückten Frauen erzählt. Auch wenn das Buch im Original "Things the Grandchildren should know" hieß, ist der deutsche Titel "Glückstage in der Hölle" nicht schlecht gewählt. Er passt sehr gut und basiert ebenfalls auf einem Eels-Song.

Autor: Mark Oliver Everett
Buch: Glückstage in der Hölle
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