Alle Bücher von Mark Olshaker

Neue Rezensionen zu Mark Olshaker

Cover des Buches Mindhunter (ISBN: 9783742312990)B

Rezension zu "Mindhunter" von John Douglas

Spannend und schonungslos
Buecherbaerchenvor 4 Monaten

Spannend und schonungslos beschreibt Douglas hier die Kriminalfälle in denen er Täterprofile erstellt hat. Manchmal sind die Beschreibungen sehr detailliert, weil er Dinge, wie das County, die Stadt oder andere Details nennt, die sicherlich spannender sind, wenn man aus den USA ist und die Regionen und Orte kennt. Dann liest es sich sehr langwierig, aber diese Stellen können gut beim lesen überflogen werden. 

Das Buch ist eher ein subjektiver Erlebnisbericht, als eine populärwissenschaftliche Abhandlung über das Profilen. Subjektiv auch, weil Douglas unterschwellig für die Todesstrafe argumentiert und in vielen beschrieben Fällen am Ende begründet, warum diese richtig sei, wobei oft auch Deals eingegangen werden, um für ein Geständnis diese zu verhindern. 

Insgesamt ist es doch sehr spannend und erschreckend zu lesen, welche Serienmorde es in den USA gab und wie die Verbrecher ausfindig gemacht worden sind. Gegen die Lektüre des Buches spricht nicht viel, auch wenn es komprimiert werden könnte. 

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Cover des Buches Die Seele des Mörders (ISBN: 9783442129607)R

Rezension zu "Die Seele des Mörders" von John Douglas

Nichts für Angsthasen ...
Rinnerlvor 6 Jahren

„Die Seele des Mörders“ ist das erste Buch von John Douglas, dem ehemaligen Top-Profiler des FBI und Godfather des modernen Profiling.


Der Autor behandelt in seinem Buch nicht nur die Verbrechen, die er und seine Kollegen im Lauf der Jahrzehnte aufgeklärt haben, sondern erzählt auch wie der junge John überhaupt dazu kam sich für eine Karriere beim Bureau zu entscheiden. Insbesondere deshalb, weil gerade zum Anfang seiner Laufbahn, Profiling fast grundsätzlich als eine Mischung aus raten, schätzen und pseudowissenschaftlichem Gebabbel abgetan und von den Strafverfolgungsbehörden mit gesundem Misstrauen beäugt wurde.

Douglas gibt Einblicke in den harten, zum nicht unerheblichen Teil frustrierenden Alltag von Agenten der Investigative Support Unit, die viel zu oft zwischen allen Fronten stehen und für die es sowas wie Privatleben praktisch nicht gibt. Es ist ein schmaler Grad zwischen Mitgefühl haben, ohne sich dabei zu verlieren und objektiv zu bleiben im Angesicht des „wahrhaft Bösen“.

Im Buch selbst werden Fälle aus den letzten Jahrzehnten abgehandelt und erläutert. 

Wer Sendungen wie „Medical Detectives“ oder „Authopsie“ kennt, dem werden nicht wenige der Sachverhalte sehr bekannt vorkommen.


Douglas scheut sich nicht, die grausame Realität zu beleuchten, aber ohne sich dabei in der Schilderung der Grausamkeiten zu verlieren. Was mir an ihm besonders gefällt, ist seine grundsätzliche Einstellung zu den Tätern und der Frage nach Schuld oder Unschuld derselben. 
Seiner Meinung nach befreit die klassische „schwere Kindheit“ zunächst niemanden davor „schuld“ an einem Verbrechen zu sein. Solange ein Täter in der Lage ist Recht von Unrecht zu unterscheiden (und das sind wohl die meisten) ist eine schwere Kindheit nicht mehr als eine nette Ausrede, um sich vor der Verantwortung zu drücken. Dem stimme ich bedingungslos zu.

Realistisch, Informativ, spannend. All das trifft ohne weiteres auf „Die Seele des Mörders“ zu. Wer sich für die Arbeit von Profilern interessiert ist hier sehr gut aufgehoben. 

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Cover des Buches Jäger in der Finsternis (ISBN: 9783442129669)R

Rezension zu "Jäger in der Finsternis" von John Douglas

Die Bestie Mensch
Rinnerlvor 6 Jahren

Nach „Die Seele des Mörders“ ist „Jäger in der Finsternis“ das zweite Buch, in dem John Douglas, ehemaliger Top-Ermittler des FBI und einer der Gründerväter des heutigen „Profiling“, seine Fälle und die damit einhergehenden Ermittlungen auf seiner Jagd nach Kinder- und Serienmördern, Vergewaltigern oder kurz, den gefährlichsten und unberechenbarsten Verbrechern unserer Zeit schildert.

Viele Jahre lang haben er und seine Mitarbeiter sich mit Straftätern auseinandergesetzt, Interviews mit Verurteilten geführt und sich mit Motiven und Beweggründen beschäftigt, die Menschen zu Gewaltverbrechern machen. Immer das Ziel vor Augen zu lernen, wie man Verbrechen und Verbrecher so „lesen“ und ihre Handlungsweise „interpretieren“ kann, dass es den Ermittlungsbehörden ermöglicht wird plausible Schlüsse zu ziehen um zum Beispiel den wahrscheinlichen Täterkreis einzugrenzen, bereits bestehende Verdächtige zu bestätigen aber auch um unwahrscheinliche Kandidaten auszuschließen.

Douglas verzichtet bei seiner sehr persönlichen Darstellung gänzlich auf übertriebene Sensationsgier und Effekthascherei und beschränkt sich beim erzählen lediglich auf die Fakten, die in den meisten Fällen ohnehin grausam genug sind und die einem heute noch ein flaues Gefühl im Magen verursachen oder die Tränen in die Augen treiben, obwohl die Verbrechen bisweilen Jahrzehnte zurückliegen. 

Er berichtet von den Hinterbliebenen der Opfer, die zum Teil auch nach Jahren oder gar Jahrzehnten unter dem Verlust eines geliebten Menschen zu leiden haben und keinen Abschuss finden können, weil das alles andere als perfekte Justizsystem Tätern viel zu oft mehr Rechte einräumt, als diese ihren unschuldigen Opfern gewährt haben.

Über Sinn und Nutzen der Todesstrafe kann man geteilter Meinung sein. Ich selbst bin prinzipiell eher eine Gegnerin derselben, wenn auch überwiegend aus dem einen – für mich entscheidenden - Grund, dass ein Fehlurteil nach der Vollstreckung schlicht und ergreifend nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Dennoch kann ich im Hinblick auf einige der dargelegten Fälle sehr gut verstehen, dass zumindest für die Hinterbliebenen, ein Todesurteil die einzig mögliche Strafe darstellt um wenigstens den Anschein von Gerechtigkeit zu wahren.

Auch wenn sich das eine oder andere wiederholt, was in „Die Seele des Mörders“ bereits erwähnt wurde, liegt das Hauptaugenmerk hier größtenteils auf Verbrechen gegen Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene, was „Jäger in der Finsternis“ umso mehr zu einem Buch macht, das unter die Haut geht, ernüchtert und einen oftmals fassungslos mit der Frage zurücklässt, was in einem Menschen vorgeht, der unvorstellbare Verbrechen begeht aus keinem „besseren“ Grund als weil er es kann oder ihm gerade danach war. 

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