Mark Pätzold Sturzflug

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Inhaltsangabe zu „Sturzflug“ von Mark Pätzold

Eine aufwühlende Geschichte über Freundschaft, Liebe und Wahrheit. Ausgezeichnet mit dem Brigitte-Romanpreis 2006. Die beiden Freunde Henri und David stürzen mit ihrem Flugzeug über der Nordsee ab. Die Küste ist in unerreichbarer Ferne. Das Wasser steigt ihnen langsam bis zum Hals. So beginnt die längste Nacht ihres Lebens. Um dem verletzten Henri Kraft zu geben, bis zum nächsten Morgen durchzuhalten, wählt David einen perfiden Weg. Er lüftet den Schleier ihrer Freundschaft und offenbart Henri ein Geheimnis, über das er all die Jahre geschwiegen hat. Schonungslos schürt er unbändige Wut in seinem Freund, in der Hoffnung, so dessen Überlebenswillen zu stärken …

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  • Rezension zu "Sturzflug" von Mark Pätzold

    Sturzflug

    dr_wort

    31. August 2007 um 20:52

    Das Wasser spült es an die Oberfläche von Thomas Scholz Inmitten der Nordsee beginnt für David und Henri die schmerzhafte Dekonstruktion ihrer Freundschaft. Neben ihrer abgestürzten Cessna stehen sie bis zum Hals im Wasser und warten auf den Tagesanbruch, die Ebbe und das allmorgendliche Fährschiff, das Rettung verheißt. Um den verletzten Henri bei Bewusstsein zu halten und somit vor dem Tod durch Unterkühlung zu retten, greift David zum einzigen Mittel, das ihm in der Einsamkeit des Wattenmeers zur Verfügung steht. Er zerstört eine Lebenslüge. Während die Gezeiten wechseln und die Nacht zum Tag wird, zerrt er Stück für Stück die dunklen Seiten der langjährigen Freundschaft ans Licht und zwingt Henri, ihre gemeinsame Geschichte zu hören. Unbarmherzig erzählt er von Heucheleien und Unwahrheiten, von falscher Liebe, Feigheit und von dem Bedürfnis, nicht allein zu sein. Mark Pätzolds Debütroman „Sturzflug“ ist eine Reise ins Land der Desillusion. Schrittweise zerlegt der Berliner Autor das Innenleben seiner Figuren. Hinter der alltäglichen Fassade bürgerlichen Ehelebens offenbaren sich Untreue, Gefühllosigkeit und Desinteresse. Freundschaft decodiert sich zu Abhängigkeit, Gewohnheit und tiefer Abneigung. Hinter vermeintlich harmlosen Charakterschwächen fördert der Autor die seelischen Abgründe seiner Protagonisten zum Vorschein, ohne dabei die Sphäre des Alltags jemals verlassen zu müssen. „‚Du bist ein verdammter Idiot.’ ‚Nein. Ich bin Durchschnitt.’“ Die Defekte der Menschen sind in Pätzolds Text nicht die Ausnahme. Sie sind die Norm. Kein Charakter, der nicht sprichwörtliche Leichen im Keller hat. Henri verabscheut den sexuellen Kontakt zu seiner Ehefrau, verführt im örtlichen Flugverein jedochaus Lust attraktive Teenager. Ehefrau Charlotte versucht zwar, die Ehe aufrecht zu halten. Doch bereits auf der eigenen Hochzeitsfeier entkam sie der sexuellen Enthaltsamkeit mit Hilfe des Trauzeugen - David. Freundschaft, Liebe und Ehe sind zusammen weniger wert als der schnelle Coitus im Stehen hinter dem Gartenpavillon oder auf dem Feldbett des Flugzeughangars. Das raffinierte Gewebe, was Mark Pätzold aus Vergangenheit und Gegenwart seiner Charaktere flicht, ist engmaschig. Einmal in den Windungen der ersten kleinen Charakterschwächen verfangen, zieht es den Leser stetig hinab in die moralischen Abgründe des Pätzoldschen Universums. Derart behutsam geht der 33jährige Schriftsteller dabei vor, dass der nicht vorhandene moralische Zeigefinger kein einziges Mal fehlt. Das Fehlverhalten wird vielmehr zur Normalität, die Verfehlung zum Standard. Was vorher Grau wirkte, wird zum Lichtblick. „Sturzflug“ gewann den Brigitte-Romanpreis. Zu Recht. Auch wenn dem jungen Autor noch die schriftstellerische Präzision eines alt gedienten Literatur-Veteranen fehlt, lässt der Roman deutlich das Potential Pätzolds erkennen. Hollywood wird diesen Stoff zwar kaum aufgreifen, fehlt doch die der Traumfabrik genehme Message aus unerschütterlicher Aufrichtigkeit, unbezwingbaren moralischen Werten und dem Glauben an das grundlegende Gute im Individuum. Gerade deswegen ist „Sturzflug“ jedoch ein Stück Literatur, das die Lektüre wert ist. Thomas Scholz, freier Journalist (Frankfurter Rundschau u.a.) Und "Uncle Sallys" schreibt: "Das Buch hat auf so erholsame Weise nichts mit den Problemen gelangweilter Großstädter zu tun, so dass man erst bei solch einer raren Gelegenheit bemerkt, was der Unterschied zwischen einem Pop–Buch und einem Gegenwartsroman ist."

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