Mark Riebling Die Spione des Papstes

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Inhaltsangabe zu „Die Spione des Papstes“ von Mark Riebling

Das Schweigen des Vatikans zum millionenfachen Morden der Nazis ist und bleibt eine der großen Kontroversen unserer Zeit. Bis heute wird diskutiert, warum Papst Pius XII. öffentlich nicht deutlicher intervenierte. Mark Rieblings fesselnde Aufarbeitung der Rolle des Vatikans im Widerstand gegen Hitler fügt der historischen Wahrheitssuche neue, wichtige Facetten hinzu. Denn während Papst Pius noch Geburtstagskarten an Hitler schrieb, unterstützte er im Geheimen die Attentatspläne des deutschen militärischen Widerstands. Riebling beschreibt das doppelte Spiel des Papstes historisch präzise und zugleich "spannend und faszinierend" (Wall Street Journal).

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  • Päpstliche Spione?

    Die Spione des Papstes
    frenx1

    frenx1

    02. September 2017 um 11:59

    Ein wenig missverständlich ist er, der Titel von Mark Rieblings Buch: „Die Spione des Papstes“ .  Denn Spione des Papstes waren die Widerständler, von denen Riebling berichtet, mitnichten. Dass einige Personen unter anderem um den Grafen von Stauffenberg dem Vatikan regelmäßig Informationen zukommen ließen, ist absolut richtig. Freilich: ein Spionagenetz des Vatikans hat es so nie gegeben. Warum allerdings dennoch im Vatikan viele geheime Informationen gebündelt ankamen, beleuchtet Mark Riebling in seinem Buch sehr gründlich und detailreich. Nicht nur, dass im Vatikan viele ausländische Diplomaten Zuflucht gefunden haben. Nein, die Widerständler erwarteten im Dritten Reich vom Papst eine Vermittlerrolle. Einerseits sollte der Papst der Garant für einen bevorstehenden Frieden werden, andererseits sollte er die Friedensverhandlungen so beeinflussen, dass bestimmte Grundprämissen in den Friedensverhandlungen nicht hinterfragt würden. Es war also eine Win-Win-Situation von Papst und Widerständlern, und keineswegs eine einseitige Spionageverpflichtung. Mark Riebling gelingt es in seinem Buch, die Geschichte des Widerstands im Dritten Reich wie auch die Rolle des Vatikans lebendig werden zu lassen. Allerdings übertreibt es Riebling an einzelnen Stellen: wenn Fahrstühle quietschen, Augen funkeln und Anzüge zerknittert sind,  ist es doch etwas zu viel des Guten, was da für Ohr und Auge ausgeschmückt wird. Allerdings überhöht Riebling die Rolle des Papstes in seinem Buch enorm. Zwar lässt Riebling einer anderen Sicht ihren Raum – so zitiert er etwa den Jesuitenpater Alfred Delp mit seiner Einschätzung, dass der Widerstand im Dritten Reich die Möglichkeiten des Vatikans völlig überschätzt hätte und ebenso die Bedeutung der Religion für den Widerstand. Zugleich aber schildert Riebling ausführlich, dass der Papst – nur – der Forderung des Widerstands nachgegeben habe, wenn er sich nicht direkt und eindeutig gegen den Nationalsozialismus zu Wort meldete. Papst Pius XII. hätte gerne so viel mehr gesagt – nur um Folgen für die Kirchen in den einzelnen Ländern zu vermeiden, habe er es nicht getan. Mag das grundsätzlich richtig sein, es ist doch insgesamt eine viel zu einfache Verteidigung des Papstes. Völlig abwegig erscheint mir Rieblings Deutung der schweren einwöchigen Krankheit Hitlers im Führerbunker. Für Riebling ist es hier klar, dass Hitler deshalb so niedergeschlagen war, weil er erfahren hatte, dass der Papst in die Anschlagspläne gegen ihn nicht nur eingeweiht war, sondern sie auch gebilligt hatte. Dass dies der tatsächliche Grund dafür war, scheint mehr als fragwürdig, hat Hitler doch immer wieder sich gegen den Vaiktan und seine Rolle gewandt. Überrascht konnte er also mitnichten sein. Hier vergaloppiert sich Riebling ungemein. Genügt es doch sich klarzumachen, dass Hitler nach einzelnen Dokumentfunden klar werden musste, wie früh bereits enge Vertraute ihm schon früh in den Rücken fielen. Ein wenig gewöhnungsbedürftig sind die Zeitsprünge, die als Kunstgriff immer wieder angewendet sind. Was gerade im Vatikan geschieht wird dem, was im Dritten Reich geschieht, gegenübergestellt. Zudem gibt es immer wieder zeitliche Sprünge, vor allem dann, wenn der Fokus auf einzelne Personen des Widerstands gelegt ist. Überzeugend zeigt Mark Riebling in seinem Buch, wie sehr der Vatikan hin- und hergerissen ist zwischen der Taktik, sich abwartend zu verhalten und im Stillen Veränderungen zu erstreben und dagegen der gezielten Provokation durch Äußerungen gegen die Nationalsozialisten, die als Folge oft die Verfolgung von Geistlichen mit sich brachte. Papst Pius XII. wird von Riebling als starker Mann präsentiert, der zwar von seinen Mitmenschen als unnahbar wahrgenommen wurde, aber ein Herz aus Gold hatte und die Sache des Widerstands zu seiner eigenen machte und nicht zu der des Vatikans. Ob viele andere diese Unterscheidung zwischen Papst und Vatikan so, wie Pius XII. sie vornahm, nachvollziehen können, ist zu bezweifeln. Was als Frage offen bleibt, ist, ob Pius mit seiner persönlichen Unterstützung des Widerstands und des bewussten Verzichts auf kritische Worte gegen die Nazis nicht auf das falsche Pferd gesetzt hat. Mark Riebling liefert mit seinem Buch „Die Spione des Papstes“ zur Diskussion diese Frage jede Menge Hintergrundwissen. Ein lesenswertes Buch.

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  • Ein anderer Blick auf die „Gegenspionage“ im dritten Reich

    Die Spione des Papstes
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    20. June 2017 um 10:35

    Ein anderer Blick auf die „Gegenspionage“ im dritten Reich Pius XII., der Papst zu Zeiten des dritten Reiches, schwieg. Und nicht. Blieb neutral. Und nicht. Sprach mit Hitler, 1943 noch auf dem Obersalzberg über die Deportation der Juden und sein (tatsächliches) Wissen um den zumindest zu ahnenden Genozid und handelte auch im Geheimen in Unterstützung der Attentatspläne auf Hitler durch den Kreis um von Stauffenberg.So ergibt sich, von außen, ein zwiespältiges Bild dieses Papstes, der fast bis zum Ende hin einer sorgsamen und langen Überlegung treu bliebe, dass offener Widerspruch und Druck bei Hitler nur das Gegenteil des Erwünschten, der Erleichterung, des humanistischen Handelns, ausgelöst hätte.Und aus gegenwärtiger Sicht ist klar, dass egal welches Verhalten das Oberhaupt der und seine katholische Kirche an den Tag gelegt hätte, es hätte an Hitlers Haltung kein Jota geändert. Im Gegenteil, von Beginn der Machtergreifung an war auch die katholische Kirche, waren dann im besetzten Polen eine Vielzahl katholischer Geistlicher „mit dran“.So ist es vielleicht verständlicher, dieses offizielle eher „Schweigen“ des Oberhirten, gerade wenn man die verdeckten Handlungen mit in den Blick nimmt.Wie nun ein Josef Müller, deutscher Anwalt in München mit vielfachen Beziehungen und strikt katholisch einem Heinrich Himmler offen widerstand, wie über diesen Josef Müller und über einige andere, herausragende Figuren, Spionage betrieben wurde, Material aus Deutschland in Mengen nach Rom floss, Admiral Canaris mit seiner „Abwehr“ eng mit Josef Müller verbunden war, wie dann auch der Kreis im von Stauffenberg und Bonhoeffer am Rande hinzutrat und, nach der Verhaftung Müllers mit einem anderen Gewährsmann „in die Bresche“ sprang, all das schildert Riebling in sehr flüssigem, erzählerischen Ton in seinem neuen Werk.Und verweist auch auf die entscheidenden Fragen für den Vatikan, wem von den eigenen Gefolgsleuten, Bischöfen, Kardinälen, Priestern man eigentlich vertrauen durfte angesichts des Anschlusses nicht weniger Kirchenmänner an Hitler.Dass dann eine der ersten Abhöranlagen der Welt im Vatikan installiert wurde, um Gespräche wortgetreu aufzuzeigen, dass ein damals einzigartiger Sendemast den Vatikan „schmückte“, all das führt tief hinein in die Welt der Geheimdienste auf allen Seiten, eben auch auf der des Vatikan.Wie ein Albrecht von Kessel einerseits der „Erste Sekretär an der deutschen Botschaft am heiligen Stuhl“ war und andererseits die zentrale Figur nach dem Ausfallen Josef Müllers als „zentrale Sammelstelle für geheimdienstliche Nachrichten an den Vatikan“ wurde, das liest sich ebenfalls durchaus spannend.Was sich durchaus aber dann auch vermischt mit bekannten Personen und Prozessen, in denen Riebling die Geschichte weitererzählt. Verhöre, Aburteilungen, Hinrichtungen, Moltke und Delp, die Freisler persönlich vorführte. Mit Schilderungen von Folter und vom Tod vieler der Mitwirkenden. So dass man am Ende der Lektüre wohl zu der Überzeugung kommen kann, dass alle zusammen letztlich zu lange gewartet hatten. Falls es überhaupt, und das bleibt fraglich, eine echte, gute Gelegenheit gegeben hätte, Hitler auszuschalten.So entsteht ein anregendes Zeugnis von persönlichem Mut, diplomatischen Überlegungen und auch rauer Gewalt (wie in Flossenbürg), das einen nicht immer breit beachteten Bereich des Widerstandes gegen das dritte Reich im Rahmen der katholischen Kirche minutiös nachvollzieht.

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