Mark Scheppert 90 Minuten Südamerika

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Inhaltsangabe zu „90 Minuten Südamerika“ von Mark Scheppert

"Schon wieder Südamerika? Ich hielt das zunächst für ein typisches Ossi-Ding, bis ich begriff, dass 23-mal hintereinander nach Mallorca zu fliegen durchaus ein gesamtdeutsches Phänomen ist." Mark Scheppert nimmt uns mit auf eine einzigartige Reise durch Lateinamerika und lässt uns an einer ganz besonderen Suche teilhaben. Auf seinen abenteuerlichen Trips durch Argentinien, Brasilien, Bolivien, Chile, Guatemala, Kolumbien, Mexiko, Paraguay, Peru und Venezuela verändert sich in zwanzig Jahren nicht die Welt um ihn herum, sondern auch sein Heimatland. Parallel dazu entwickelt sich eine Beziehung zum Fußball, die 1990 ablehnend beginnt, in jugendliche Schwärmerei umschlägt und in euphorischer Begeisterung mündet. Die facettenreichen, mal lustigen, mal berührenden Anekdoten lassen Erinnerungen an große Lieben, Freundschaften, Enttäuschungen und Sehnsüchte lebendig werden. Mit einer Sprache, die nicht nach Reiseführer und Merian-Heft schmeckt, versucht Scheppert, den Leser mit dem Südamerika-Virus zu infizieren und ihn auf die Fußball-WM 2014 in Brasilien einzustimmen. ------------------------------------------------------------------ Blond, deutsch und Fußball-Fan: So zieht man in Paraguay schnell die Blicke auf sich. Besonders dann, wenn man beim 1:0 für die Heimat vor Glück einen ganzen Häuserblock zusammenbrüllt - und dem Gastgeber später bei einer WM im Armdrücken doch noch zum Sieg verhilft. Spiegel Online

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  • Rezension zu "90 Minuten Südamerika" von Mark Scheppert

    90 Minuten Südamerika
    Feuerfluegel

    Feuerfluegel

    23. December 2011 um 18:06

    Wenn der Autor sein Buch liebevoll als „Jungsbuch“ bezeichnet, mag er damit vielleicht nicht ganz Unrecht haben. Dennoch habe ich die Lektüre – auch als Frau – sehr genossen. Das Buch ist nicht ganz Reiseroman, nicht ganz Fußballroman, nicht ganz Autobiografie. Es ist von allem etwas und dazu noch einiges mehr. Es ist vor allem und in erster Linie ein Buch, das die Botschaft vermittelt: „Du lebst nur einmal, genieße die Tage, jeden für sich, jetzt und hier.“ Mark Scheppert hat mit diesem Buch sicher einige Erinnerungen an seine Reisen, seine Freunde und seine Beziehungen festgehalten. Einige Begebenheiten gehören ihm ganz persönlich und es bleibt dem Leser möglicherweise verborgen, was daran besonders gewesen ist, ganz andere Begebenheiten aber bleiben im Gedächtnis des Lesers haften. Beschreibungen von Orten und Menschen sind viel mehr als eine reine Sozialstudie. Es gibt Situationen, die gehen auch dem Leser ans Herz, rütteln auf, berühren oder stoßen vielleicht sogar ab. Diese Lektüre war extrem vielfältig. Auch der Schreibstil des Autors ist facettenreich. Manchmal beschreibt er sehr minutiös, was er erlebt, was er fühlt, was er allein oder gemeinsam mit Freunden erlebt hat. Manchmal geht alles sehr schnell. Alles ist durchzogen von einem gewissen Sarkasmus. Ein hintergründiger Humor ist fast allgegenwärtig. Manche Situationen werden aber auch mit dem nötigen Ernst beschrieben. An manchen Stellen schweift Mark Scheppert sprachlich aber auch etwas ins pornografische oder obszöne ab. Wirklich schockiert hat mich das Ganze aber nicht. Sein Stil ist ebenso lebendig wie die Situationen die er erlebt und bleibt je nach Begebenheit angemessen und wirkt darum sehr realistisch und authentisch. Wenn ich darüber nachdenke hat das Buch auch Aspekte eines Entwicklungsromans. Auf Grund der Generation, in der Mark Scheppert geboren ist, war Reisen zuvor fast unmöglich. Die Mauer, die Ost und West voneinander trennte, war auch gleichzeitig eine Grenze zwischen Deutschland und der Welt. So stellen die verschiedenen Reisen quer über die Welt oder „nur“ nach Südamerika sicher eine Entwicklung, einen „Grenzübergang“ dar. Ebenso entwickelt sich auch Mark Schepperts Verhältnis zum Thema Fußball. Vor allem zum, Thema der Deutschen Nationalmannschaft. Zu Beginn des Romans ist er dem Thema eher ablehnend gegenüber eingestellt. Aber dieses Verhältnis entwickelt sich und wirkt, als wäre es irgendwann eng mit seinen Reisen verknüpft. Aber alles ist immer wieder mit dem Motto verknüpft, jeden Tag so gut es geht, jede Gegebenheit nach Möglichkeit zu genießen. Alles in Allem war die Lektüre sehr interessant, vor allem auf Grund ihres Facettenreichtums und ihrer Vielfältigkeit. Und ist jedem zu empfehlen der gerne reist, der sich dem Fußball verbunden fühlt und jedem anderen auch.Vor allem für die, die gerne aus ihrem Alltagstrott entfliehen wollen, stellt das Buch eine gelungene Motivationshilfe. Daher: Mark, wir sehen uns am 13. Juni 2014 in Rio de Janeiro und erleben wie Deutschland Weltmeister wird! :-) Und vielen vielen Dank für dieses Buch!!!

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  • Rezension zu "90 Minuten Südamerika" von Mark Scheppert

    90 Minuten Südamerika
    BRB-Jörg

    BRB-Jörg

    09. June 2011 um 00:54

    Knapp zwei Jahre nach seinem Erstling „Mauergewinner“ kommt Mark Scheppert mit seinem Zweitwerk „90 Minuten Südamerika“ um die Ecke. Aber genau das, was der Titel suggeriert, soll dieses Buch nicht sein, denn Scheppert selbst sieht sich eher als Nummer 1 der Auslands-Supporter vor dem TV oder als Mann mit unnützem Halbwissen ohne Livespielpraxis, der deshalb schlichtweg nicht das Recht hat, ein Fußballbuch zu schreiben. Aber auch für einen Reiseroman ist er der Falsche: Der 39Jährige bezeichnet sich indes als König der sinnlos durch die Weltgeschichte reisenden Menschen. Als Mann mit den nutzlosen roten Punkten auf seiner imaginären Karte, der es nicht schafft, das Gesehene zu reflektieren, zu verstehen und richtig zu deuten und stattdessen auf seinen Touren zu viel Zeit mit unwichtigem Scheiß wie Saufen und Fußballglotzen verwendet. Nun steht unter diesem Review aber dennoch die Höchstnote. Irgendwas muss Scheppert also richtig gemacht haben. Zum einen betreibt der Autor natürlich gnadenloses Understatement. Denn obwohl „90 Minuten Südamerika“ weder ein reiner Fußball- noch Reiseroman ist, kann es dennoch den Freunden beider Genres empfohlen werden. Darüber hinaus ist es ebenso ein Geschichts- oder Liebesroman und handelt an zahlreichen Stellen zudem von der Selbstreflexion des sympathischen Berliners oder seinem lange gespaltenen Verhältnis zum neuen Heimatland, der Bundesrepublik Deutschland nach der Wiedervereinigung. Ja, besonders die letzten beiden Punkte sind sogar das Rückgrat der 150 Seiten. Alles beginnt am 8. Juli 1990 symbolträchtig auf der Oberbaumbrücke, die die Stadtteile Friedrichshain (Ost) und Kreuzberg (West) miteinander verbindet. Hier sitzen Scheppert und seine Freunde am Abend des WM-Finals, das ihm herzlich am Arsch vorbeigeht, während er als Ossi von fernen Welten, anderen Bier- und Musiksorten und fremden Frauen träumt. Wie ein roter Faden ist das Buch anschließend in Kapitel unterteilt, die die Jahreszeiten der Welt- und Europameisterschaften tragen. Scheppert ist im Grunde während all dieser Fußball-Großereignisse mit seinen Freunden oder jeweils aktuellen Partnerinnen in Lateinamerika unterwegs und schildert seine Reiseerlebnisse in losem Zusammenhang mit dem parallelen Geschehen auf dem grünen Rasen in mehreren tausend Kilometern Entfernung. Und gerade die scheinbar lapidaren Erlebnisse – eben rund ums Biertrinken, Musik oder einheimischer Kultur, manchmal auch unter Lebensgefahr – erscheinen mit einer Leichtigkeit, die viel mehr berührt und deutlich mehr Fernweh weckt, als es die detaillierte Beschreibung der bereisten Sehenswürdigkeiten geschafft hätten. Vielleicht ist das sogar eines der Geheimnisse des Buches – die Stippvisiten z.B. von Machu Picchu oder des Titicacasees werden durchaus eindringlich beschrieben, aber eben nie ohne persönliche Note, die das eigentlich Lesenswerte sind, ob es sich nun um irgendwelche Rennereien-Spielchen mit pinken Handtaschen von einheimischen Jugendlichen dreht, ums Biertrinken oder schlichtweg nur um Backpackerscheiße, Sex an mystischen Orten und der Suche nach dem Glück mit der holden Weiblichkeit generell. Scheppert schildert seine Reisen genauso, wie sie aus seiner Perspektive tatsächlich stattgefunden haben. Und das entfacht beim Leser eine unglaubliche Reiselust. Ob das alles nutzlos ist oder zu wenig reflektiert wird, wie der Autor eingangs selbst erwähnt, ist dabei vollkommen irrelevant. Denn das Lesen macht Spaß und wirkt jederzeit authentisch. Und nicht zuletzt ist auch eine ganze Menge Fußballbezug im Spiel. Auf seinen zahlreichen Reisen entdeckt Scheppert schließlich immer mehr sein Herz für die deutsche Nationalmannschaft. Er jubelt zu Unzeiten am anderen Ende der Welt über WM-Siege und ist 2006 verdammt stolz, dass die positiven Dinge, die rund um den Globus durch die Medien gehen, in seiner Heimatstadt passieren. Der Kreis schließt sich letztlich, als er bei Vasco da Gama gegen Flamengo auch endlich sein erstes Spiel auf südamerikanischem Boden erlebt. Und, als ihm 2010 endgültig ein Bekenntnis zu seinem Heimatland über die Lippen kommt. Passenderweise in Madrid, am Abend eines weiteren WM-Endspiels, fast auf den Tag genau 20 Jahre nach dem anfangs geschilderten Abend auf der Oberbaumbrücke…

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  • Rezension zu "90 Minuten Südamerika" von Mark Scheppert

    90 Minuten Südamerika
    Binea_Literatwo

    Binea_Literatwo

    01. June 2011 um 18:18

    „Fußball ist das Leben in den Straßen unserer Stadt…“ Vielleicht wird aus den 90 min noch viel mehr, wir wissen es dann 2014 und gleich vorweg möchte ich euch sagen, schaut auf die letzte Seite vom Buch, denn wenn 2014 wahr wird, dann gibt es bereits einen Treffpunkt in Brasilien, wo gefeiert wird. Einfach herrlich, wie auch Mark Scheppert in seinem zweiten Roman sein Leben beschreibt. Diesmal geht es um seine Reiseberichte gemischt mit Fußball. In einem Zeitraum von 20 Jahren zeigt er Veränderungen auf, die nicht nur in seinem Heimatland, Deutschland, stattfanden, sondern auch was sein Fußballherz in diesen Jahren gemacht hat. War es doch einst kalt und auf Egalstellung, was mit dem runden Leder passiert, wird es mit der Zeit wärmer bis ganz euphorisch. Ob mit Freunden oder Freundin, Mark reist durch ganz Südamerika, findet wundervolle Orte und auch das Gegenteil besagter. Aber er hat jede Menge Spaß, gern würde man mit dabei sein und die Landschaft mit erkunden. Wie das bei Männern so ist, gibt es jede Menge Abenteuer, der Alkohol steht neben dem Fußball ganz vorn, aber auch die Frauen stehen nicht im Abseits, sondern eher im Mittelfeld oder im Sturm. Er erzählt nicht nur von seinem Erlebten auf Reisen, sondern auch von seinen Gefühlen, von Frauen in seinem Leben und von der einfach genialen Jugendzeit ohne schwerwiegende Probleme und Spaß. Das Freiheitsgefühl und die Unbeschwertheit strömen durch die geschriebenen Worte des Autors „Ein brasilianisches Sprichwort besagt, dass man eine Ehefrau wechseln kann, aber niemals den Verein seines Herzens.“ Ein absolutes Männerbuch, aber nicht nur, auch für Frauen mit fußballerischem Herz ein Muss. Mark Scheppert hat keinen Reiseführer geschrieben und auch kein Fußballbuch, wie er selbst sagt. Ich empfinde es anders. Für mich ist es ein persönlicher Reiseführer, ein Reiseführertagebuch, bei dem der Fußball eine immer größer werdende Rolle einnimmt spielt. Ich habe herzhaft gelacht, jede Seite ein männliches Abenteuer und bildlich ganz großes Kino. Wenn man selbst noch nicht in Südamerika war, war man es irgendwie doch. Fühlt die Wärme und die Kälte der verschiedenen Länder und sieht wundervolle Strände, Landschaften und lernt die Kulturen und die Charaktere der dort lebenden Menschen kennen und lieben. Eine Reise von A bis V. Argentinien, Brasilien, Bolivien, Chile, Guatemala, Kolumbien, Mexiko, Paraguay, Peru und Venezuela. All die Länder hat Mark Scheppert bereist, sie haben Spuren in ihm hinterlassen und wohl auch die Länder haben kleine Spuren von ihm. „Gefühle, wo man schwer beschreiben kann.“ Sagte einst Jürgen Klinsmann. 90 Minuten Südamerika sind ein nicht nur 90 minütiges Lesevergnügen. Erinnert man sich doch bei den im Buch mit Jahreszahlen überschriebenen Kapiteln, wo man damals selbst gerade war, wie man mitgefiebert hat und was es anschließend zu feiern gab oder auch nicht. Der Fußball lebt, auch der dynamische in Dresden, der auch einen kleinen Platz im Buch findet. Ich bin schon voller Vorfreude, nicht nur auf 2014. Bis dahin werden noch viele Tore geschossen und die eigene Fanmannschaft des Herzens wird noch so einige Höhen und Tiefen überstehen. Ich bin gespannt, wie groß Mark Schepperts Fußballleidenschaft noch wird und ob es nach der EM 2012 vielleicht schon die nächsten Geschichten zu berichten gibt, denn der Ball wird weiter rollen.

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