Mark Scheppert Der Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens

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Inhaltsangabe zu „Der Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens“ von Mark Scheppert

Als Mark Scheppert diese Geschichten 2008 zu schreiben begann, hatte er sich vorgenommen, stellvertretend für seine Generation etwas Neues und Einzigartiges über die DDR zu schreiben. Denn seltsam: In keinem der angeblich so „typischen“ literarischen Denkmälern für dieses verschwundene Land fand er sich wieder. Er gehörte auch nicht zu der Generation von „Zonenkindern“ und wohnte in keiner „Sonnenallee“ und in keinem „Turm“. Seine Jugend, seine Auseinandersetzung mit diesem seltsamen Ort namens DDR, seine Erfahrungen und seine Kämpfe, kamen nirgendwo vor. Und erst recht nicht das Gefühl, das er mit dieser Zeit verband. Komisch. War er so ein Sonderfall? „Die Geschichten von Mark Scheppert sind temporeich und witzig geschrieben und dabei schonungslos ehrlich. Ein unterhaltsamer und radikal persönlicher Blick auf den Alltag in der DDR, der gerade deshalb für alle in diesem neuen Deutschland von Bedeutung sein sollte. Scheppert erzählt mit eigener Stimme von einer anderen DDR als der, die wir so oft verabreicht kriegen.“ Hannes Klug, Journalist und Drehbuchautor

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  • Rezension zu "Der Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens" von Mark Scheppert

    Der Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens
    BRB-Jörg

    BRB-Jörg

    „So ist es nicht gewesen“, war in einigen Rezensionen über Mark Schepperts Erstwerk „Mauergewinner“ zu lesen. Als ich zwanzigeinhalb Jahre nach der Wiedervereinigung dieses Buch in die Hände bekam, war ich deshalb zunächst etwas skeptisch, wenn auch offen. Scheppert beschreibt in seiner Paperback-Veröffentlichung auf etwa 220 Seiten in 30 miteinander verwobenen Kurzgeschichten die letzten Jahre der DDR aus der Sicht eines Ostberliner Heranwachsenden. Und schnell wird eins klar – all denen, die ich ganz am Anfang der Rezension zitiert habe, kann ich ein lautes und deutliches „Doch, so war es. Ganz genau so!!!“ entgegen schleudern – „zumindest bei mir“. Dass meine eigene Biografie zahlreiche Berührungspunkte mit der des Autoren hat, begünstigt diese Einschätzung natürlich. Hier werden längst vergangene Erinnerungen wieder wach, wie beispielsweise an die allgegenwärtige Teilung der Hauptstadt, Kaufhausklauereien, die erste Liebe, Oberligafußball, Schulsportfeste , Trabanten und Wartburgs, Ferienlager oder Westmusik im Ostjugendclub. Hier wird die DDR nicht idealisiert, hier wird aber auch nicht versucht, beschämend zu erklären oder gar zu entschuldigen. Es wird aus dem ganz normalen Leben eines Ostberliner Jugendlichen erzählt, oft aber auch ein Schlenker in die Gegenwart gemacht. Ins Berlin des neuen Jahrtausends, in die Gegenwart unserer heutigen Gesellschaft und auch der Persönlichkeit des Autoren. Doch was sich hier befremdlich liest, passt an jeder Stelle. Es findet z.B. eine interessante Unterhaltung mit einem Hannoveraner statt, der auf einer Party den Weltmann gibt, über die Entwicklung der Stalinallee erzählt und im Verlaufe des Gesprächs feststellen muss, dass sein Wissen aus Büchern und Zeitschriften eben doch nicht die ganze Wahrheit ist, weil das Erlebte und die „Geschichten hinter der Geschichte“ schlichtweg fehlen. Hier gibt es aber auch immer wieder eine heutige Betrachtungsweise auf die geschilderten Ereignisse von damals, ohne das versucht wird zu relativieren. Wie bereits erwähnt, zahlreiche Leser werden sich aufgrund unterschiedlichster Biografien nicht unbedingt wieder finden. Zu verschieden waren die einzelnen Lebensentwürfe auch in der DDR, und nicht wenigen Leuten mag auch das künstlich Romantische und Verklärende fehlen, das die Nachwendeliteratur besonders in den ersten Jahren bestimmte. Ja, selbst ob man in einer Stadt oder auf dem Dorf bzw. in den 70ern oder 80ern aufgewachsen ist, wird hinsichtlich der Identifikation mit Mark Schepperts „Mauergewinner“ eine große Rolle spielen. So wird beispielsweise ein Erzgebirgler des Jahrgangs 1962 womöglich kaum Parallelen zu seiner eigenen Jugend finden. Ein Berliner des Jahrgangs 1976 beispielsweise, wie ich es bin, dagegen ist Scheppert einfach nur dankbar für die zahlreichen Aha-Erlebnisse und die Erinnerung daran, dass man den Altersgenossen aus Sachsen oder Thüringen schon immer überlegen war. Nicht nur aufgrund seiner großen Schnauze, sondern auch wegen der hier erhältlichen Bananen, H-Milch und echten Jeans. Und wenn man zu genau dieser Gruppe gehört, hat man nach zahlreichen zweifelsohne guten Veröffentlichungen auch endlich den Nachwenderoman gefunden, der urst einfetzt, stets durch einen gesunden Humor besticht und mit dem man sich wirklich identifzieren kann. Was es damit zum besten Buch dieses Themas überhaupt macht…

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  • Rezension zu "Der Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens" von Mark Scheppert

    Der Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens
    sarahsbuecherwelt

    sarahsbuecherwelt

    21. January 2011 um 10:25

    Als 83er Jahrgang habe ich noch einige Erinnerungen an die getrennte Zeit und die Zeit nach der Wende. Durch Familie und Freunde, welche aus den neuen Bundesländern kommen, bin ich zudem mit dem Leben in der ehemaligen DDR vertraut. Ich war echt gespannt, wie diese alltäglichen Geschichten von Mark Scheppert geworden sind. Gerade bei eigenen Geschichten, hatte ich Bedenken, dass der Autor ins Jammernde verfällt. Gerade 20 Jahre nach der Wende hört man schließlich oft, wie viele ehemalige Ostdeutsche entweder noch jammern, wie schwer sie es im Vergleich hatten oder wie viel besser es noch war, als die Mauer vorhanden war. In 30 Geschichten erzählt der Autor aus seiner Kindheit in der DDR. Alltag, Schule, sportliche Aktivitäten, Urlaube, Ferienlager, Konzerte, Familie und vieles mehr wird von ihm aufgegriffen. In einer hübschen Übersicht am Anfang des Buches konnte ich genau sehen, welche witzigen Themen mich während des Buches erwarten. Wie jede Leseratte habe auch ich Bereiche, die ich gerne lese und welche die ich nicht so gerne lese. Biographien liebe ich, Kurzgeschichten können mich jedoch nur schwerlich erwärmen. Dieses Buch ist eine interessante Kombination dieser beiden Kategorien. Gleich zu Beginn fällt der lockere Stil von Mark Scheppert auf. Freundlich, offen und modern fängt er mit seinem ersten Erlebnis an. Es geht um eine Bahnfahrt zum Kleingarten und wie diese Bahnfahrt verkürzt wurde. Ich selbst habe als Kind auch Dinge während der Bahnfahrt gezählt, aber Wachhunde fand ich an dieser Stelle traurig, aber auch witzig. Diese Geschichte beinhaltete ein Erlebnis, welches erzählt wurde. Diese Umsetzung finde ich sehr gelungen. Ich habe einen Eindruck von der Situation, der Person, aber auch der Gefühlswelt bekommen. Leider behält der Autor diesen Aufbau nicht bei. Zum Beispiel sucht er sich ein Thema wie Konzerte, die ersten Brüste, FKK-Strand oder Ferienlager als Oberbegriff. Mark Scheppert erzählt nun eine kleine Anekdote zum Beispiel über sein erstes Mal im Ferienlager. Wenige Sätze später ist er schon deutlich älter und so geht es bis zum letzten Ferienlager durch. Da sämtliche Sprünge durch Absätze gekennzeichnet werden, kam ich zwar nie durcheinander, aber ich konnte kaum eine Verbindung zu ihm und den Situationen aufbauen. Sein Erzählungen kratzen in meinen Augen sehr an der Oberfläche. Zwar lernte ich ihn und auch die DDR damit kennen, aber irgendwie fehlte der Tiefgang. Kaum ein Erlebnis wird farbenfroh und detailliert geschildert. Genauso wurden Fakten der DDR, wie zum Beispiel das Einkaufen nur in ein zwei Wörtern, wie zum Beispiel Einheitspreis, beschrieben. Klar, dass ich als „Wessi“ mehr über die damalige Zeit erfahren wollte. Hier wäre es einfach besser gewesen, wenn er sich wirklich nur auf ein prägendes Erlebnis konzentriert hätte und dieses lebendiger geschildert hätte. So erfahre ich zwar sehr viel, aber manchmal ist weniger besser. Zudem wiederholt sich der Autor in verschiedenen Kapiteln wieder. Man merkt, wie stolz er ist, dass sein Vater sozusagen Jan Ullrich und Franzi entdeckt hat, aber eine einmalige Erwähnung hätte in meinen Augen gereicht. Das Problem ist einfach, dass er sich schon von Anfang an als Feigling, Schwächling und Sohn mit besonderen Beziehungen. Dadurch wirkt er stellenweise unsympathisch. Es sind dann solche Kapitel, wo er zum Beispiel an Konzertkarten kommt, die auf dem Schwarzmarkt 800DM wert wären, was zeigt, wie gut schon seine Kontakte sind. Aber auf der anderen Seite, wenn er etwas über seine Familie erzählt, wirkt er wieder als lieber Sohn, dass ich ihn sympathisch finde. Trotz dieser Sprünge und der gemischten Gefühle beim Lesen, konnte ich dieses Buch an einem Stück durchlesen. Wenn die oberflächlichen DDR-Aspekte mal nicht berücksichtigt würden, wäre es eine ganz normale Biographie über alltägliche Dinge, einer Kindheit,wie es weltweit sein könnte. Die ersten Erfahrungen mit Alkohol, Zigaretten, Mädchen, Schulalltag, Familiengeschichten, Aufbesserung des Taschengeldes und vieles mehr. Es ist nett zu lesen, unterhaltsam, aber kein Bestseller. Die DDR-Aspekte sind wie gesagt, leider sehr oberflächlich. Er geht auf Kontaktsperre, Diplomatenstatus, Öffnung der Grenzen, Raritäten der DDR, Jobsituation, Schule und vieles ein. Darüber schwebt aber stets der Status der Eltern. Neubausiedlung, TV, Trabbi, bessere Jobs und Geld. Nachdem ich diese Lektüre aus der Hand gelegt hatte, war ich echt lange darüber am Nachdenken. Ich kenne durch Verwandte live die abgenutzten Plattenbausiedlungen, weiß wie schwer es Leute ohne Status hatten. Diese Aspekte werden zwar angesprochen, aber manchmal klingt es abfällig, wie zum Beispiel die Ferien bei seiner Oma. Plattenbau, Plumpsklo und gleich ist es schlecht. Für viele war dies jedoch normal. Aber ist es jetzt wegen dieser Argumente ein schlechtes Buch? Definitiv nein. Es ist eben sein Leben und mit jeder Zeile merkt der Leser, dass Mark Scheppert so mit seiner Kindheit und Jugend in der DDR auffrischen, aber irgendwie auch abschließen will. Genauso ist der Vorteil an diesem Werk, dass es an dem eingangs erwähnten Gejammer mangelt. Für mich ein klarer Pluspunkt. Deswegen kann ich das Buch auch empfehlen.

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  • Rezension zu "Der Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens" von Mark Scheppert

    Der Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens
    Bruchaloca

    Bruchaloca

    08. January 2011 um 00:18

    Nun bin ich leider "Endlich angekommen!" am Ende dieses Buches - und nicht nur "Eine lange Geschichte", sondern alle Geschichten habe ich begeistert gelesen. "28 Wachhunde" hätten mich nicht davon abhalten können. Bevor andere Leser fragen, - "Nuklear" hat es Spaß gemacht, die fesselnden Geschichten mit "Feuerohren" zu lesen, sonst hätte ich es doch nicht so schnell geschafft. Die Geschichten haben mich "Mächtig gewaltig" beeindruckt und beim Lesen stellte sich mir selbst manchmal auch die Frage "Vom Sinn des Lebens". Ich möchte doch auch so gerne einen "Honeckerzombie" treffen mit ihm die "sozialistischen Tieren" füttern. Ich hoffe nicht dass "Möwen" danach "Grüne Kotze" auf "Annikas Brüste" hinunterspucken. Das wäre nämlich echt "Krank"! Du, Deine Eltern und Dein Bruder seid ein fantastisches "magisches Dreieck" und ich würde Euch gern in der "Stalinallee" oder im "Alfclub Ostberlin" treffen. Danke liebes "ostdeutsches Aschenputtel" für diese lange nicht mehr erlebte Lesevergnügen!!!

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