Mark Spoerer Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz: Ausländische Zivilarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge im Deutschen Reich und im besetzten Europa, 1939 - 1945

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Inhaltsangabe zu „Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz: Ausländische Zivilarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge im Deutschen Reich und im besetzten Europa, 1939 - 1945“ von Mark Spoerer

Ohne Zwangsarbeiter wäre das "Dritte Reich" schnell am Ende gewesen. Vor allem hätte es nicht sechs Jahre lang einen Angriffs- und Vernichtungskrieg führen können, der immense Kraftanstrengungen erforderte. Rüstungsindustrie, Bergbau oder Landwirtschaft -- sie alle konnten nur am Laufen gehalten werden, weil das NS-Regime Zwangsarbeiter bis ans Ende ihrer Kräfte (und oft darüber hinaus) ausgebeutet hat. Insgesamt wurden in Deutschland zwischen 1939 und 1945 schätzungsweise 13,5 Millionen Ausländer zum Arbeitseinsatz gezwungen. Zum Teil hatten deutsche Anwerber sie mit falschen Versprechungen oder unter Druck ins Reich gelockt. Häufig, gerade in Polen und der Sowjetunion, griffen die Besatzer Menschen auch auf offener Straße auf und deportierten sie im Güterwagon in deutsche Arbeitslager. Die am schlimmsten misshandelte Gruppe von Zwangsarbeitern waren KZ-Häftlinge und jüdische Ghettoinsassen. Sie wurden oft gezielt einer "Vernichtung durch Arbeit" ausgesetzt und zu so harten Tätigkeiten angetrieben, dass sie in kurzer Zeit an Entkräftung, Kälte oder Krankheit starben. Der Historiker Mark Spoerer liefert mit seinem Buch eine Gesamtdarstellung der Zwangsarbeit im "Dritten Reich". Detailliert beschreibt er die unterschiedlichen Gruppierungen von Zwangsarbeitern, ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen in Deutschland, das Verhältnis zwischen deutscher Bevölkerung und ausländischen Arbeitskräften sowie die ideologischen und pragmatischen Ursachen, welche die Ausbeutung von Zwangsarbeitern in der Zeit des Nationalsozialismus hatte. Besonders aktuell ist der Schlussteil des Buches, in dem der Autor die Frage nach der Verantwortung für den Zwangsarbeitereinsatz stellt und die quälende Debatte um die Entschädigung der betroffenen Menschen schildert. Vorzüglich gelingt Spoerer der Balanceakt, zugleich ein Buch für Fachleute wie für andere Interessierte zu schreiben: Zwangsarbeiter unter dem Hakenkreuz enthält alle relevanten Aspekte des Themas, nimmt Stellung zum aktuellen Forschungsstand und ist dabei sehr gut lesbar -- nicht zuletzt durch die vielen konkreten Beispiele, welche das Schicksal der Zwangsarbeiter plastisch darstellen. --Christoph Peerenboom
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