Mark Watson Die Stadt im Nichts: Roman

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Inhaltsangabe zu „Die Stadt im Nichts: Roman“ von Mark Watson

Ein etwas undurchsichtiger Auftrag führt den Werbetexter Tim Callaghan nach Dubai. Bevor er weiß, wie ihm geschieht, steht er zwischen Wolkenkratzern, die inmitten der Wüste erbaut wurden, und fährt bei 45 Grad in vollklimatisierten SUVs über achtspurige Highways. Doch kaum hat er sich an seine neue Umgebung gewöhnt, wird ein Mitarbeiter seines Teams tot aufgefunden. Das Merkwürdige daran ist, dass es niemanden so recht zu stören scheint …

Unrunde Mischung aus Kriminalroman und Gesellschaftskritik . Etwas zäher Roman, der im dekadenten Dubai spielt

— schnaeppchenjaegerin
schnaeppchenjaegerin

Moderate Spannung, interessantes Konzept – für einen faulen Nachmittag ideal!

— killmonotony
killmonotony
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  • Unrunde Mischung aus Kriminalroman und Gesellschaftskritik

    Die Stadt im Nichts: Roman
    schnaeppchenjaegerin

    schnaeppchenjaegerin

    23. June 2017 um 18:06

    Tim Callaghan ist Ende 20 und arbeitet als Texter für die Werbeagentur Vertox in London. Als der Werbespot für die Hilfsorganisation "WorldWise" gedreht werden soll, für den er den Slogan erstellt hat, darf er mit zur Produktion nach Dubai reisen. In Dubai wird die Delegation der Werbeagentur in dem feudalen Hotel "The Village" untergebracht, wo sie den Emiraten entsprechend dekadent residieren. Am ersten Drehtag passiert noch nicht viel, aber zum Abschluss des Tages wird dennoch exzessiv gefeiert. Am nächsten Morgen wird der Produktionsleiter Raf Kavanagh, der nicht nur Tim unsympathisch war, tot im Whirlpool seines Hotelzimmers aufgefunden. Der Angestellte des Hotels, der ihn gefunden hat, wird daraufhin entlassen. Trotz des überraschenden Todesfalls mit noch unklarer Todesursache beschließt das Produktionsteam, die Dreharbeiten nicht abzubrechen, sondern in Dubai zu bleiben. Tims Meinung nach geht man zu schnell zur Tagesordnung über. Verdächtigungen werden ausgesprochen und wilde Verschwörungstheorien entwickelt, warum Raf gestorben ist. Tim und seine Kollegen zählen schon bald zu den Verdächtigen, die Raf getötet haben könnten und auch die Hilfsorganisation "WorldWise" wird verdächtigt, ihre Finger im Spiel zu haben. Tim fühlt sich in Dubai und dem Fünf-Sterne-Hotel nicht wohl, er fühlt sich fremd, trotz all der Aufmerksamkeiten nicht willkommen und der Delegation der Werbeagentur nicht zugehörig. Der Todesfall erschüttert ihn, auch wenn er den arroganten Produktionsleiter, der ihn wie einen Untergebenen behandelt hat, nicht leiden konnte. Er würde am liebsten nach London zurückkehren, traut sich aber nicht, da er Angst hat, sich durch eine abrupte Abreise tatverdächtig zu machen. Später kann er nicht mehr abreisen, da ihm nicht nur der Zugang zum Internet verwehrt wird, sondern auch noch seine Kreditkarte gesperrt ist. In Dubai, aber auch in England wird spekuliert, was mit dem Tod von Raf Kavanagh auf sich hat. Auch wenn die Ergebnisse der Obduktion auf Tod durch einen Drogen- und Medikamentencocktail schließen lassen, wird gemutmaßt, dass in Dubai, wo man mit Geld alles erreich könne, ein Mord vertuscht werden soll. Die Medien, darunter Journalisten und Blogger sehen im Gegensatz zu Tim nicht die Tragödie über den Tod eines Menschen, sondern schlachten den Unterhaltungswert der Meldung aus. Für Tim wir die Situation vor Ort unerträglich, regelrecht beklemmend. Allein kann er sich in der Stadt nicht fortbewegen und kann von seinem Hotelzimmer lediglich in Shopping Malls ausweichen. Er entwickelt eine Paranoia und befürchtet, dass er als Schlafwandler Raf getötet haben könnte, auch wenn es dafür keinen Anhaltspunkt gibt. Mark Watson ist Kolumnist und Stand-up-Comedian, von dem ich einzig den Roman "Ich könnte am Samstag" gelesen habe, der witzig und unterhaltsam war. "Die Stadt im Nichts" wurde als Satire über die Werbeindustrie angekündigt - mir kam der Humor darin allerdings zu kurz. Spannend ist zwar zu erfahren, wer, wie, warum den Produktionsleiter getötet hat, darüber hinaus war der Unterhaltungswert des Romans allerdings gering, die Charaktere zu emotionslos und unnahbar. "Die Stadt im Nichts" ist eine Mischung aus Kriminalroman und einer Gesellschaftskritik, die ich nicht gelungen fand. Meiner Meinung nach wird in dem Roman weniger die Oberflächlichkeit der Werbung in Form einer Mediensatire kritisiert, sondern vielmehr Kritik an Dubai und dem dort vorherrschenden Luxus sowie der Dekadenz und der Korruption in den Vereinigten Arabischen Emiraten geübt. Den Wechsel der Perspektive im vorletzten Kapitel zur Erklärung des Todesfalls empfand ich zudem als etwas bemühtes, hilfloses Stilmittel. 

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  • Rezension: Die Stadt im Nichts

    Die Stadt im Nichts: Roman
    killmonotony

    killmonotony

    09. June 2017 um 08:07

    „Die Stadt im Nichts“ erzählt die Geschichte um Werbetexter Tim, der für einen Werbespot, den er getextet hat, nach Dubai reisen soll. Dort lernt er sein Team kennen und ebenso die schöne Stadt der Emirate. Tims Erwartungen an Dubai werden nicht enttäuscht, Dubai ist tatsächlich genauso dekadent, wie er gehört hat. Alles läuft in geregelten Bahnen, der erste Drehtag ist geschafft (ohne etwas auf Band zu bekommen), und die After-Work Party in Tims Domizil ufert ein bisschen aus. Morgens dann die Ernüchterung: Der Produktionsleiter Raf wird tot aufgefunden. Die Stimmung kippt, wilde Vermutungen und Rätselraten, was genau passiert ist, sind an der Tagesordnung. Doch nach Tims Geschmack kehrt man viel zu schnell zur Normalität zurück, und während er sich noch über Verschwörungstheorien und verschleierte Morde, die als Missbrauch von Alkohol und Drogen dargestellt werden, lässt das nächste Unheil nicht lange auf sich warten. So geraten nicht nur Marks Kollegen und er selber in Verdacht, sondern auch die Organisation WorldWise, für die der Spot gedreht werden soll… Mark Watson hat hier einen Roman vorgelegt, der teils Gesellschaftskritik, teils Krimi und teils Portrait Dubais ist. Mit seiner klaren, flüssigen Schreibe beschreibt er aus der Sicht Tims die Geschehnisse in der luxuriösen Stadt. Was anfangs noch sehr an „Ein Hologramm für den König“ von Dave Eggers erinnert, wird bald zum Verfolgungswahn-Trip: Tim fühlt sich nach den Ereignissen in Dubai nicht mehr willkommen, will abreisen, doch seine Karte ist gesperrt, das Internet wird ihm verweigert, und dadurch, dass er Schlafwandler ist, verdächtigt er sich selbst, Raf ermordet zu haben – er konnte ihn sowieso nicht leiden. In diesem Zwiespalt bewegt sich Tim, als ihm eine Frau des Teams unerwartet näher kommt. In dieser Nacht konnte er lange nicht einschlafen. Das Bild des [Obdachlosen] in dem Türeingang ließ ihn nicht los. In gewisser Weise stand er für die vielen Notleidenden […] und hielt Tim vor Augen, wie wenig er das Leid dieser Menschen an sich heranließ. […] Die Welt war voller Katastrophen, die der Einzelne zumeist überhaupt nicht beeinflussen konnte. Politische Gefangene, Flüchtlinge, Hungernde. Da es unmöglich war, alles zu verändern, beschloss man irgendwann, gar nichts zu tun. Weitab vom egozentrischen Gefühlstrip meiner aktuell gelesenen Bücher wollte ich mal wieder etwas mit einer spannenden Handlung lesen. Krimis sind absolut nicht meins, dennoch las sich der Klappentext von „Die Stadt im Nichts“ sehr gut und auch das Buch hat einen soliden Eindruck hinterlassen. Allerdings habe ich mich daran gestört, das trotz des abrupten Wechsels der Erzählperspektive im dritten Teil (der mich zugegebenermaßen sehr überrascht hat), nie wirklich aufgelöst wird, wie es zu einigen Gegebenheiten gekommen ist. Diese Tatsache und auch die, dass ich mich permanent an „Ein Hologramm für den König“ erinnert fühlte, nicht wegen der Handlung, sondern wegen der vorherrschenden Stimmung und auch aufgrund der Charakterisierung Dubais. Wobei in Eggers Roman die in Dubai geltenden Regeln noch als strenger beschrieben wurden, beispielsweise war Alkohol und dessen Konsum streng verboten, es gab keine Minibars und das Personal hätte es mit Sicherheit nicht geduldet, wenn dort getrunken worden wäre. In Watsons Dubai hingegen war es öffentlich bekannt, dass die Westler viel und gerne trinken und auch Drogen konsumieren, und das einfach so in ihren Suiten und Hotelzimmern. Ich weiß nicht, wie es in der Realität aussieht, aber das hat mich doch teilweise etwas verwirrt.Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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