Mark Z. Danielewski Das Fünfzig Jahre Schwert

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Inhaltsangabe zu „Das Fünfzig Jahre Schwert“ von Mark Z. Danielewski

Eine Halloween-Party in Texas. Hier trifft die Näherin Chintana, verlassen und voller Groll, auf ihre niederträchtige Rivalin Belinda. Hier purzeln fünf Waisenkinder durcheinander, während ihre Sozialbetreuerin sich im Sessel lümmelt. Und hier beginnt der Geschichtenerzähler, ganz in Schwarz, mit einer unheimlichen Kiste zu seinen Füßen: »Ich bin ein böser Mann, mit einem finsteren Herzen …« Spielerisch, lustvoll und unerbittlich treibt Danielewski diese schöne und grausame Horrorgeschichte, die aus fünf Stimmen und fünf Farben gewoben und mit bunt gestickten Bildern geschmückt ist, voran. Immer weiter, bis sie in einem mörderischen Ende die Grenzen jeglichen Genres sprengt.

Eine kryptische, experimentell und verkünstelt vorgetragene Geschichte, die nicht jeden Leser zufrieden stellen wird.

— Elmar Huber
Elmar Huber

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  • Das Fünfzig-Jahr-Schwert

    Das Fünfzig Jahre Schwert
    Elmar Huber

    Elmar Huber

    19. June 2015 um 10:53

    “Vielleicht weil, die Geschichte jeder Gespenstergeschichte selber eine Gespenstergeschichte ist, will sagen, eine vollkommen andere Geschichte, darf angenommen werden, das nun Folgende sei mit Fug und Recht ebenso als Gespenstergeschichte zu betrachten …” STORY Auf einer Halloweenparty in Texas trifft die Näherin Chintana auf Belinda, die Chintana den Mann ausgespannt hat. Außerdem tummeln sich auf der Party fünf Waisenkinder, deren Sozialbetreuerin inzwischen eingeschlafen ist und die sich voller Erwartung einem späten Gast zuwenden. Der Geschichtenerzähler, gekleidet ganz in schwarz, jagt den Kindern zunächst Angst ein, doch dann hängen sie an seinen Lippen und lauschen der Geschichte seiner abenteuerlichen Suche nach dem Fünfzig-Jahr-Schwert, bevor die Gesellschaft um Mitternacht mit einem fünfzigsten Geburtstag und einer Bluttat endet. „Weil ihr noch jung seid, will ich erZählen von meiner Suche nach einer Waffe. Doch weil ihr eben noch jung seid, will ich euch nicht erZählen, warum ich auf die Suche mich gemacht hab nach gerade solcher Waffe; in Wahrheit freilich, könnte ich zwar spekulieren, kann mich jedoch nicht mehr an jede Einzelheit erinnern.” MEINUNG Es ist schwer, hier objektiv zu bleiben, denn Mark Z. Danielewski wirft in DAS FÜNFZIG-JAHR SCHWERT so ziemlich alle Erzählkonventionen über Bord. Das kann auf verschiedene Leser ganz unterschiedliche Wirkungen haben. “Brillant” (wie Danielewskis Erstling DAS HAUS – HOUSE OF LEAVES) werden die einen sagen, während die anderen ratlos zurückbleiben und das Gefühl haben werden, mit der – zugegeben kurzen – Lektüre ihre Zeit vertan zu haben. Auch ich selbst habe mich irgendwie “abgehängt” gefühlt von diesem „literarischen Kunstwerk“ (Verlagswerbung), das ausschließlich über Dialoge erzählt wird. Stets schwankte ich zwischen den Gewissheiten “Da kommt noch etwas essentielles” und – mit fortschreitender Seitenzahl – “ich habe etwas wesentliches überlesen”. Auch ist es ohne Konsultation des Klappentexts nahezu unmöglich, sich ein Bild der Situation und der handelnden Personen zu machen. Schon die Ausgangslage ist gelinde gesagt skurril: Auf einer Party treffen sich die Ex und die aktuelle Partnerin eines Typen, der in der Geschichte gar nicht dabei ist und über den man auch nichts weiter erfährt. Die Waisen, deren Vorgeschichte ebenfalls unbekannt bleibt, sind sich selbst überlassen, da ihre Betreuerin sich erdreistet, auf dem Fest ein Nickerchen zu halten, und der offenbar bedrohlich wirkende Geschichtenerzähler gibt den Kindern (und damit dem Leser) eine kryptische Geschichte zum Besten. Dabei versucht man unbewusst stets Verbindungspunkte zwischen den einzelnen Elementen zu finden, überzeugt, irgendwo eine verborgene Bedeutung erkennen zu müssen. Einzelne Elemente weisen tatsächlich Gemeinsamkeiten auf (z.B. „Fünfzig-Jahr-Schwert“-„Fünfzigster Geburtstag“) und man vermutet Zusammenhänge die jedoch stets diffus bleiben. Und als wäre die Geschichte nicht schon rätselhaft und unfassbar genug, verwendet Danielewski neben einem poetischen und verkünstelten Satzbau noch zahlreiche Wortneuschöpfungen. Man muss neidlos den Hut vor der Übersetzerin Christa Schuenke zeihen, die diese bisweilen verwirrenden Kunstworte kongenial ins Deutsche übertragen hat. Obwohl sich die Lektüre als Geduldsprobe erweist, möchte man das Buch schon wegen seiner wunderbar eleganten und originellen Erscheinung mögen. Nichts weniger als ein Kunstwerk ist DAS FÜNFZIG-JAHR-SCHWERT geworden. Der Schutzumschlag (schlichtes Orange mit schwarzer Schrift) ist in einem unregelmäßigen Muster von Innen nach Außen durchstoßen (geprickelt). Papier und Verarbeitung (rote Fadenheftung) des Hardcovers ist von erstklassiger Qualität, was schon das Gewicht des Buchs verdeutlicht. Das Schriftbild erinnert in seiner Großzügigkeit an ein überlanges Gedicht, wobei mit verschiedenfarbigen Anführungszeichen angezeigt wird, wer gerade spricht. Text steht grundsätzlich auf der linken Buchseite, die rechte ist meist den kunstvollen Nähmalereien (wohl weil die Hauptfigur eine Näherin ist) von Atelier Z (gegründet von Mr. Danielewski) vorbehalten oder einfach leer. Die Fadenbilder zeigen z.B. Schwerter, Schmetterlinge und Kerzen und haben den Stellenwert von Illustrationen, die jedoch nur teilweise einen Zusammenhang zum Text aufweisen. Auf einigen Textseiten, auf denen im Text auch das Schwert zum Einsatz kommt, sind die Wörter von den Nähten regelrecht „zerstückelt“ FAZIT Eine kryptische, experimentell und verkünstelt vorgetragene Geschichte, die nicht jeden Leser zufrieden stellen wird. Die Präsentation und Verarbeitung dafür in erlesener Qualität.

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