Mark Z. Danielewski House of Leaves

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Inhaltsangabe zu „House of Leaves“ von Mark Z. Danielewski

Als der Pulitzer-Preisträger Will Navidson mit seiner Frau und den beiden Kindern in das Haus zieht, ahnt er nicht, wie hier sein Leben aus den Fugen geraten wird. Ganz beiläufig filmt er die alltäglichen Vorgänge in den Zimmern und Fluren; ganz beiläufig muss er feststellen, dass dieses Haus über Räume verfügt, die kein Grundriss verzeichnet. (Quelle:'Flexibler Einband/01.03.2000')

Ein ganz schräger Trip. So gut geschrieben, dass der Autor all die formalen Mätzchen in meinen Augen gar nicht nötig gehabt hätte.

— Laurun

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  • Ein faszinierender, eigenwilliger Text in ungewöhnlicher, sperriger Darbietung.

    House of Leaves

    Laurun

    19. October 2017 um 23:38

    Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich diesen Titel in der englischen OV gelesen habe. Ich kriege all die Einzelheiten dieses, zudem recht verworrenen, Werkes nicht mehr zusammen. Aber das Buch ist mir in Erinnerung geblieben. Hier also nachträglich mein Eindruck, aus dem Langzeitgedächtnis. Die Haupthandlung geht um einen preisgekrönten Fotografen, seine Frau und seine beiden Kinder. Die Vier beziehen ein Haus, das, wie sich nach und nach zeigt, auf eine finstere Art ein Eigenleben führt. Am Anfang steht die Ehekrise der beiden im Vordergrund. Ich weiß noch, dass mir das Haus mit seiner dunklen Seite letztlich als eine Art Abbild der Kälte zwischen den beiden vorkam. Als sich die widernatürlichen Vorgänge innerhalb des Gemäuers mehren, zieht sie mit den Kindern aus. Er, fasziniert von der ebenso monströsen wie seltsam unsinnlichen Bedrohung, bleibt, um die Geheimnisse des Hauses mit einer Handvoll enger Freunde zu ergründen. Die Rahmenhandlung dreht sich um einen Typen, der das Manuskript (= die Haupthandlung) in den Hinterlassenschaften eines Toten findet. Je mehr sich dieser Typ mit dem Manuskript beschäftigt, desto mehr verliert er sich darin. Sein Leben gerät aus den Fugen. Mit House of Leaves versucht Mark Z. Danielewski in meinen Augen etwas wirklich Neues. Er brennt für seine Story und schert sich einen Dreck um Konventionen. Über weite Strecken zieht mich das in seinen Bann. Der Text entwickelt etwas Hypnotisches. Der eigenwillige Schriftsatz – teilweise prangt nur ein Wort auf einer Seite, oder einzelne Wörter bilden eine Treppe von links oben nach rechts unten, oder andere solcher Spielereien – setzt dem Lesefluss tüchtig zu. Soweit ich mich erinnere arbeitet der Autor damit vor allem, oder ausschließlich, während der Haupthandlung – besonders dann, wenn er die Vorgänge in den sonderbaren Zwischenräumen dieses Hauses schildert. Stilistisch habe ich die Haupthandlung nüchtern-geschliffen in Erinnerung, während die Ich-erzählte Rahmenhandlung im Gegensatz dazu immer mehr zum rauschhaften Trip wird. Trotz des ganz und gar nicht komischen Stoffes gibt es vereinzelt auch humorvolle Stellen, ein Pluspunkt in einer ansonsten eher spröden Darstellung. Ein mutiges, kompromissloses Werk, in jeder Hinsicht das Gegenteil von weichgespült. Das Düstere der Haupthandlung hat mich angesprochen, ebenso das Anarchische, Respektlose der Rahmenhandlung. Toll geschrieben. Einen Stern ziehe ich ab für das Ende der Rahmenhandlung, das in meinen Augen kein richtiges Ende war. Und für die, teils abstrus ausufernden, Fußnoten, mit denen der Text gespickt ist. Weniger von den aufreizenden Layout-Spielereien und weniger Fußnoten-Terror, ein vernünftiges Ende der Rahmenhandlung, und der Titel hätte ein noch nachdrücklicheres Ausrufezeichen bei mir hinterlassen.

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  • Rezension zu "House of Leaves" von Mark Z. Danielewski

    House of Leaves

    Loxeley

    In der Einleitung berichtet uns der "Autor" Johnny Truant wie er eines Abends mit seinem besten Freund Lude das Apartment seines Nachbarns Zampano besucht. Lude hat diesen Tage zuvor Tod aufgefunden und nun, da Zampano keine Angehörigen hatte, liegt es verwaist. Das Apartment selber wirkt auf Johnny und Lude verstörend: Alle Fenster sind zugenagelt, kein Licht dringt herein, auf dem Boden befinden sich nahe der Stelle wo Zampano lag merkwürdige, tiefe Kratzer im Holz Was Johnny jedoch am meisten fasziniert ist ein Manuskript das er in einer alten Truhe findet- Geschrieben auf Papier, Briefmarken und alten Briefumschlägen. Johnny, dessen Leben sich eigentlich um Drogen, Parties und Mädchen dreht, nimmt es mit nur um es wieder zu vergessen- und findet dann heraus das Zampano blind gewesen ist. Irritiert fängt er an sich mit dem Manuskript zu beschäftigen und es zu editieren- Eine Entscheidung die er, wie er uns mehrmals in der Einleitung mitteilt, mittlerweile bereut. Danach beginnt das eigentliche "Buch"; das Manuskript Zampanos, ein akademischer Bericht über den "Navidson Record". Der "Navidson Record" ist laut Zampano ein selbtgedrehter Dokumentarfilm des Fotografen Will Navidson, der mit seiner kleinen Familie in ein neues Haus zieht. Will Navidson und seine Partnerin Karen leiden unter Eheprolemen und Will wollte diesen Neuanfang durch einen Film dokumentieren. Am Anfang ist alles friedlich, doch als die Familie nach einem Kurzurlaub feststellt das sich ein kleiner Gang zwischen Schlafzimmer und Kinderzimmer manifestiert hat wo vorher nur eine Wand war. Der Gang selber ist schwarz, kühl und die Wände aus einer merkwürdigen Art Stein. Will stellt fest das durch den Gang das Innere des Hauses größer ist als die Außenwand. Als sich dann noch die Maße andauernd verändern und eine Tür in der Wohnzimmerwand auftaucht die in ein dunkles, sich ständig veränderndes Labyrinth führt, ist Will fasziniert, Karen verstört und dramatische Ereignisse setzen sich in Gang...die es laut Johnny nie gegeben hat. Johnny hat überall nach dem Navidson Record, nichts gefunden und ist überzeugt das Zampano einen höchst intellektuellen, analytische Bericht über etwas angefertig hat was es garnicht gibt. Wer jetzt denkt "Hä, wie bitte ?" oder einfach nur "Was zur Hölle" denkt, kann gut nachvollziehen wie ich mich nach der Lektüre von Johnnys Einleitung und den ersten 1, 2 Kapiteln von Zampanos Manuskript gefühlt habe. Das "House of Leaves" ist eines dieser Bücher über die man viel hört und liest, aber dessen Struktur und Geschichte man erst verstehen kann wenn man es in den Händen hält. Den meisten fällt es schwer, Handlung und Aufbau zu beschreiben, manche legen sich dabei nur auf einen Erzählstrang fest, auf den außergewöhnliche Aufbau oder einfach auch nur auf die Gefühle die es bei ihnen ausgelöst hat. Z.b hat der Stern in einer kurzen Besprechung des Buches, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, Hauptaugenmerk auf die Navidson Record gelegt und Zampano und Johnny nur nebenbei erwähnt, sodass der Leser den Eindruck gewann es handelte sich um einen Horroroman a la Stephen King. Danielewski spielt mir Realität und Fiktion, mit Roman und Sachbuch sosehr das irgendwann einem nur noch der Kopf schwirrt. Im großen und ganzen liest sich das Buch also nicht wie ein linearer Roman sondern teilt sich in 3 Ebenen/Erzählstränge auf: 1. Johnnys Leben: Johnny bearbeitete das Manuskript, schrieb die Einleitung und meldet sich in Fußnoten in Zampanos Manuskript zu Wort, in denen er nicht nur die Geschehnisse kommentiert sondern auch manchmal seitenlang über seine eigenen Erlebnisse schreibt. 2. Zampanos Analyse: Das eigentliche Buch, also Zampanos Manuskript, teilt sich in 23 Kapitel auf. Jedes Kapitel beschäftig sich intensiv mit einem Aspekt der Navidson Record und der erste Teil der meisten Kapitel besteht zuerst aus Analyse von Seiten Zampanos. Manchmal beleuchtet er die Beziehungen der Protagonisten, manchmal verbindet er Dinge aus Kulturgeschichte, Physik und Geologie mit den Geschehnissen in der Navidson Record (z.b das Echo, Meteoritengestein und Schneckenhäuser). Zampano hat auch eigene Fußnoten verfasst. 3.Der Navidson Record: Die 23 Kapitel des Buches schildern auch was genau im Navidson Record passiert, die Geschehnisse um Will, Karen und das mysteriöse Haus. Dies passiert meistens in der zweiten Hälfte jedes Kapitels, nach Zampanos Analyse. In seltenen Fällen wurden Interviews und andere Zeugnisse beteiligter Protagonisten beigefügt. Bereichert werden diese drei Handlungsstränge durch detaillierte Verweise und Zitate aus angeblichen Sekundärwerken zur Navidson Record, real existierenden Gedichten und Epen sowie Anmerkungen des Redakteurs zu Johnnys Fußnoten. Ein kunterbunter Haufen an Fakten der auch noch durch Zwei Appendixe am Ende mitsamt Photos, Zeichnungen, sowie Briefe und Gedichten aus Johnnys Jugendzeit ergänzt werden. Ach ja, mittendrin wird auch gerne Fremdsprachig zitiert, von Chinesisch bis Deutsch ist alles dabei. Okay, das wäre dann erstmal alles zum Inhalt des Buches...nun zur Struktur. Wie schon erwähnt setzt sich das Buch aus Einleitung, 23 Kapiteln mit vielen Fußnoten und Zusatzmaterial am Ende des Buches zusammen. Die ersten paar Kapitel sind noch klassisch, wie ein "normales Buch" arrangiert. Damit der Leser bei den vielen Autoren und Erzählebenen nicht durcheinanderkommt hat jeder Autor einen eigenen Schrifttypen zugewiesen bekommen, der das Lesen ungemein erleichtert. Zampanos Angewohnheit nicht nur auf DIN A4 zu schreiben macht sich aber bald bemerkbar: Manche Textblöcke sind briefmarkengroß, oder 4-mal so pramidenförmig arrangiert das sie ein Quadrat ergeben. Manchmal ist die obere Hälfte einer Seite komplett leer, Textblöcke werden von Seite zu Seite kleiner und manche Seiten ziert auch nur ein Wort. Spiegelschrift kommt auch vor. An manchen Stellen fehlen Satzfragmente oder Buchstaben weil Zampano sie entfernt hat, aus Braille bestehen oder verbrannt worden sind. Sätze kippen um, fallen zusammen, aufeinander, Buchstaben stürzen ab. Meine Ausgabe war die Englische "Full-Color Edition" in der auch Rote, Blaue und Lila Tinte für bestimmte Wörter benutzt wird. Ein Albtraum für Druckerpressen, ein tolles Erlebnis für den Leser. In "House of Leaves" wird, gerade weil es seine wahre Bedeutung so vage hält sehr viel hineininterpretiert: Offiziell ist es Stephen Kingscher Horror- manche halten es für eine Liebesgeschichte andere für eine Parodie auf Selbstverliebte, pseudowissenschaftliche Werke und andere denken das Danielewski sich wahrscheinlich darüber todlacht das manche Leute wohl bis in alle Ewigkeit über die Bedeutung dieses und jenes Details spekulieren werden. Ich glaube in all diesen Meinungen steckt ein bisschen Wahrheit, selbst langweilige oder schwache Stellen wirken kalkuliert. Besonders gefallen hat mir die Art und Weise wie Danielewski Schrift und Wort benutzt um eine Geschichte- oder besser gesagt mehrere Geschichten zu erzählen. Seinen Umgang mit dem Begriff "Fiktion" findet man wohl in der gleichen Form kein zweites Mal. Als Leser merkt man ziemlich schnell das der Versuch manche Inhalte als "real" und andere als "fiktiv" einzustufen gründlich in die Hose geht. Man zweifelt an Zampano da die Navidson Record laut Johnny anscheinend noch nichtmal in seinem Universum wirklich existiert (mal abgesehen davon das Zampano als Blinder ein Buch über einen FILM schreibt und Quellen abbschrieb die höchstwahrscheinlich nicht in Braille verfasst wurden), man zweifelt zu allem Überfluss aber auch an Johnny selber, dessen alltägliche, surreale Erlebnisse sowie sein starker Drogenkonsum ihn nicht gerade vertrauenswürdig erscheinen lassen. Ironischerweise macht das die Navidson Record mitsamt ihrer übernatürlichen Ereignisse irgendwo noch am glaubwürdigsten. Der Leser wird durch ein Labyrinth geführt- das Verschwimmen von Fiktion und Realität ist wohl das was am meisten das "Unheimliche" an diesem Buch ausmacht, beziehungsweise das was ich am beeindruckendsten an diesen Buch finde. Hierbei muss ich anmerken das ich die Geschichte sonst im Gegensatz zu vielen anderen Lesern nicht wirklich gruselig fand. Die Fußnoten sind eine böse Parodie auf akademisches Geschwafel und Interpretationswut die manchmal so absurd sind das man wieder lacht (Z.b wenn eine übereifrige Feministin in den Veränderungen im Haus einen Vaginaleid sieht). Das einzige mit dem ich nicht viel anfangen konnte sind manche von Johnnys Erlebnissen und vereinzelte Analysen von Zampano die sich manchmal stark in die Länge ziehen. Bei Zampano ist die entstehende Langeweile wohl vom Autor gewollt, bei Johnny liegt es einfach daran das ich nicht viel mit Texten über Parties, Poppen und Drogenexzessen anfangen kann.- (a la Axolotl Roadkill e..t.c mir fällt leider kein besseres Beispiel ein). Dies sollte aber niemanden abschrecken. Wem ist das Buch also zu empfehlen ? Schwer zu sagen, "House of Leaves" ist eins dieser Bücher die man entweder liebt oder nach den ersten paar Kapiteln weglegt. Ich fand es toll, würde aber jedem der die Möglichkeit hat vorm Kauf reinzuschnuppern, erst dazu raten. Wer es Unheimlich mag wird es mögen genauso wie alle die sich gerne Rätseln, Hinweisen und einer verschachtelten Handlung hingeben. Natürlich sollten Bibliophile mit Herz für außergewöhnliche Bücher auch reinschnuppern. Die Qualität der Hardcover Ausgabe ist ihr Geld auf jeden Fall wert und wenn Danielewski die Buchstaben toben lässt geht einem das Herz auf. In den letzten paar Jahren wollte die moderne Popkultur durch Film, Musik und Kunst "Alice im Wunderland" immer noch schräger und morbider darstellen. Vielleicht weil der Stoff es hergibt, vielleicht weil ein Märchen das 1865 erschienen ist irgendwann Probleme hat, nahezu 150 Jahre später noch genauso fantastisch auf den Zuschauer zu wirken. Lasst Alice in Ruhe, wenn ihr ein modernes Wunderland haben wollt (im BauHAUS-stil ? ;) ) dann lest das "House of Leaves".

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  • Rezension zu "House of Leaves" von Mark Z. Danielewski

    House of Leaves

    NonBeliever

    07. June 2008 um 16:54

    man weiss nicht, wie oder wo dieses buch einzuordnen ist.
    es ist ein visuelles, mentales, geistiges erlebnis.
    die bewundernswerte dame, die es geschafft hat, dieses buch im deutschen nachzuerzählen, sagte, dass es in den 35 jahren, die sie übersetzt, das anspruchsvollste aller bücher war - zum lesen, verstehen und übersetzen.
    hut ab!

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