Markus Berges Ein langer Brief an September Nowak

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Inhaltsangabe zu „Ein langer Brief an September Nowak“ von Markus Berges

'Ein Buch, das die OberFläche zerkratzt, bis das wahre Leben sichtbar wird.' (Spiegel Online)

Es soll eine Traumreise werden, als die neunzehnjährige Betti aus Westfalen zum ersten Mal nach Monaco fährt. Dort will sie ihre langjährige Brieffreundin besuchen, die hübsche, coole, mondäne September Nowak, die im Penthouse über der Côte d’Azur lebt. Doch in Wahrheit ist September ganz anders als erwartet, ihre Briefe Täuschung. Betti fühlt sich verraten. Eine etwas verrückte Deutsche und ihr Sohn nehmen das enttäuschte Mädchen mit auf eine Fahrt durch das hochsommerliche Südfrankreich. Und ein paar aufregende Wochen lang spielt Betti selbst ein raffiniertes Spiel mit der Wahrheit.

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  • Rezension zu "Ein langer Brief an September Nowak" von Markus Berges

    Ein langer Brief an September Nowak

    damentennis

    erstmals wurde ich demletzt zeuge von prominentenschmusen. der prominente war zwar nicht so eine brad-pitt-prominenter, oder helmut kohl, aber immerhin ein lokaler prominenter, den man auch in deutschland kennt. vielleicht gar im deutschsprachigen ausland! vielleicht. deutschland aber sicher. das liegt an den medien. die machen, dass man den kennt. der prominente stieg nach getaner arbeit von der bühne und setzte sich dann auf einen prominent positiionierten prominentenstuhl, der ihn nicht mit dem gemeinen publikum gemein machte, sondern als prominenten im privatmodus auswies. so, wie beim priority boarding der fluglinie ryanair: irgendwie auf augenhöhe, aber doch lieber räumlich getrennt. als prominenter besucher verfolgte der prominente das restprogramm des abends und kuschelte dabei halbwegs privat mit seiner freundin. die freundin, dass muss man nicht wissen, kann es aber durchaus wissen, ist etwa 20 jahre jünger als der prominente. sie legte an den romantischeren stellen des abendprogramms den kopf auf die prominentenschulter, die zugleich ja auch einfach die geliebtenschulter war. ich entschied mich spontan, mich davor etwas zu ekeln, ohne das klar benennen, geschweige denn begründen, zu können. die freundin war schon im foyer unangenehm aufgefallen, als sie in einem gespräch mit unprominenten freunden äußerte, sie habe jüngst einen arbeitskollegen davon überzeugt, sich eine "solche" brille zu kaufen. die brille sei sehr markant und forme das gesicht, sie würde jedem stehen. so die meinung zum komplex brillen und mode der freundin. als sie dies sagte, wusste ich freilich noch nicht, dass sie eine prominentenfreundin jungen alters ist, das bemerkte ich erst bei der kuschelszene etwa 90 minuten später. und fügte dann beide vorfälle zu einem bild zusammen. so ungerecht bin ich abends immer mal wieder. das hat nun tatsächlich eher wenig mit dem buch von markus berges zu tun, es ist aber natürlich immer am leser, nie am autor, jetzt beziehungen herzustellen, denn wie schrieb schon dietmar dath auf die frage, wie die dinge denn zusammenhängen? "so, wie wir sie verknüpfen." na also. und ohnehin wäre mir auch gar nicht bewusst, dass es zu dem buch noch fragen gibt. völlig offenkundig gibt es schließlich cover, titel, autor und notfalls noch klappentext. wer dann immernoch zweifelt, dem sei noch kurz ein möglichst schönes restleben gewünscht.

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    • 3

    rkuehne

    23. October 2010 um 09:19
  • Rezension zu "Ein langer Brief an September Nowak" von Markus Berges

    Ein langer Brief an September Nowak

    Greta

    betti ist plötzlich mutig. sie fährt ihre brieffreundin besuchen, september nowak heißt die (wow!), lebt in monaco und schreibt interessante briefe über ihre eigene interessante person. betti ist beeindruckt. september nowak braucht immer länger für eine antwort als betti. september nowak muss schön und begehrt sein. in monaco angekommen stellt sich jedoch heraus: september nowak heißt nicole, nicole ist fett, alles erzählte aus den briefen war gelogen, nur die auslotung des möglichen, ein simpler zeitvertreib. betti weint. aber sie bleibt in südfrankreich. sie setzt sich in einen bus mit fahrgästen ("minuten später verlor sich das meer türkis im grauen morgendunst. die anderen sahen kaum hin oder mit blicken wie fahrgäste in westfalen auf maisfelder"). . bei allem dachte ich immer: genau, auweia, das ist gleiche wie, vielleicht, wenn man nach rom fährt und denkt sich sowas wie wasmussdasfüreinestadtsein, da glitzerts und alles ist aus gold! und dann kommt man an und da ist auch nur verkehr und müll und gedrängel. oder: wie ein versehentlich schönes licht auf eine ecke welt, die eigentlich (sagen die anderen!) gar keiner belichtung bedurft hätte. und dann doch so schön wirkt, man weiß gar nicht genau wieso, aber man muss da ständig hingucken. baucontainer auf parkplatz im schnee mit absperrband ohne grund oder so. man würde das dann fotografieren, würde man denn fotografieren. oder es aufschreiben, würde man denn aufschreiben. markus berges schreibt sowas dann jedenfalls auf, vielleicht mit absicht, vielleicht, weil er muss. für die musik macht er das ja auch. und er achtet beim erleben, das vermute ich aber nur, auf licht und gegenstände und materialbeschaffenheit, die dinge sind immer irgendwie falsch platziert, wirken außerirdisch und nicht, als hätten menschen das erfunden: architektur und gebrauchsgegenstände ("alle paar meter bodenlampen wie trockenhauben für riesinnen"). nebenfiguren haben hautunreinheiten, singen falsch, fahren schlecht auto. . die hauptfigur betti ist jedenfalls im kern der handlung unterwegs, im schwimmbad von monaco macht sie sich selbst zu september nowak, nach ihrem namen gefragt. september nowak, die zweite im text. es kommt dann zu gesprächen und ortswechseln; bettis september nowak erlebt etwas. man kann nicht immer folgen. aber immer wieder kommen wörter vor, wie in den liedern, die der autor schreibt, wie vokabeln einer fremdsprache, die man dann unbedingt sofort auch mal sagen will, weil man sie noch nie im mund hatte. . das ist so scheißeschön!

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    • 2
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