Markus C. Kerber

 4 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Wehrt Euch, Bürger!, Die Draghi-Krise und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Markus C. Kerber

Prof. Dr. Markus C. Kerber ist Professor für öffentliche Finanzwirtschaft und Wirtschaftspolitik an der TU. Er geht zahlreichen Gastprofessuren nach, u.a. am I.E.P. Paris sowie an der Universität Paris II Panthéon-Assas und an der Warsaw School of Economics. Kerber veröffentlicht regelmäßig Schriften zur öffentlichen Finanzwirtschaft und Unternehmensfinanzierung sowie zum Gesellschaftsrecht, Kartellrecht und Europarecht. 2005 gründete er den Thinktank Europolis. Er ist seit vielen Jahren Mitglied der Kurt-Schumacher-Gesellschaft und der Hayek-Gesellschaft. Im Finanzbuch Verlag ist von ihm bereits der Manager-Magazin-Bestseller Wehrt euch, Bürger erschienen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Markus C. Kerber

Cover des Buches Wehrt Euch, Bürger!9783898799256

Wehrt Euch, Bürger!

 (2)
Erschienen am 07.09.2015
Cover des Buches Die Draghi-Krise9783959721561

Die Draghi-Krise

 (1)
Erschienen am 08.10.2018
Cover des Buches Der verdrängte Finanznotstand9783642627507

Der verdrängte Finanznotstand

 (0)
Erschienen am 31.12.2013

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Rezension zu "Die Draghi-Krise" von Markus C. Kerber

"Italien ist die größte Bedrohung für die Stabilität der Eurozone"
R_Mantheyvor einem Jahr

Als Lloyd Blankfein diese Feststellung traf, war er Chef von Goldman Sachs. Da sich Blankfein schon mal mit Gott auf eine Stufe gestellt hatte und sich Goldman Sachs aus gutem Grund vermutlich bestens in den europäischen Risiken auskennt, muss man das wohl glauben. Zum großen Teil mitverantwortlich für diese Bedrohungslage ist der derzeitige EZB-Chef Draghi, denn er beaufsichtigte die italienischen Banken bevor er zur EZB ging. In seiner faktisch unkontrollierbaren Position versucht er nun die enormen Risiken der italienischen Finanzwirtschaft anderen europäischen Ländern unterzuschieben. Weil insbesondere in Deutschland eine konfliktscheue Regierung an der Macht ist, scheint Herr Draghi auf einem guten Weg bei seinem Vorhaben zu sein.

Ungefähr ein Drittel aller EZB-Risiken trägt Deutschland. Es besitzt jedoch dieselben Stimmrechte wie Malta oder Zypern. Wer sich so etwas gefallen lässt, handelt völlig verantwortungslos und muss sich nicht wundern, wenn diese Unfähigkeit, berechtigte Eigeninteressen zu verfolgen, ausgenutzt wird. Der Autor dieses Büchleins fasst das so zusammen: "Dass Draghi aus der EZB eine französisch-italienische Veranstaltung gemacht hat, in der die verbliebenen Alibi-Deutschen höchstens noch Exekutanten seiner Politik sind, hängt damit zusammen, dass die Deutschen sich dieses Spiel aus Täuschung und Erpressung immer noch als europäische Integration vorgaukeln lassen."

Markus C. Kerber, Professor für öffentliche Finanzwirtschaft und Wirtschaftspolitik an der TU Berlin, analysiert in seinem Text, wie Draghi es bisher geschafft hat, die EZB so zu benutzen, dass die Risiken der kranken italienischen Banken weitestgehend versteckt werden konnten. Das Prinzip ist keineswegs neu, sondern Standard in der EU. Man schafft wohlklingende Regeln für die Gemeinschaft, die sich insbesondere in Krisenzeiten bewähren sollten. Kommt dann eine Krise, dann werden die Regeln flugs gebrochen oder Sonderveranstaltungen organisiert, die wiederum so getarnt werden, dass nicht einmal die demokratischen Entscheidungsgremien verstehen, was eigentlich wirklich geschieht. Der ganze Eurorettungs-Krisenmechanismus ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Sollte die Italien-Krise allerdings tatsächlich ausbrechen, reicht er bei weitem nicht, um eine Kettenreaktion zu vermeiden.

Das Buch beleuchtet die Sachlage, soweit das bei Italien überhaupt möglich ist, und zeigt, wie Draghi agiert, um möglichst viel von selbsterzeugten Schaden von Italien abzuhalten. Natürlich auf Kosten Deutschlands. Dass sich die deutschen Regierungen unter Merkel dies gefallen lassen, zeigt nur ein weiteres Mal ihre Inkompetenz. Einzelheiten findet man im Buch. Allerdings ist der Text oft recht technisch, was sich leider kaum vermeiden lässt. Mit ein wenig Vorbildung lässt er sich dennoch gut verstehen. Dass die Deutschen Draghi vorzeitig aus dem Amt jagen, wie Kerber optimistisch hofft, ist eher unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist dagegen, dass Kanzlerin Merkel wieder einmal einknickt und erneut finanzielle Risiken dem deutschen Steuerzahler auferlegt.

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K

Rezension zu "Wehrt Euch, Bürger!" von Markus C. Kerber

„Wie die Europäische Zentralbank unser Geld zerstört“ (Buchuntertitel).
kvelvor 3 Jahren

Inhalt (gemäß Buchrückseite):
„Während in Brüssel noch diskutiert wird, ob Europa ein Staatenverbund oder ein Bundesstaat ist, macht sich eine Institution breit, die dabei ist, alle wesentlichen wirtschaftlichen Kompetenzen an sich zu ziehen und niemanden mehr rechenschaftspflichtig zu sein: die Europäische Zentralbank (EZB). Den Deutschen einst als neue und bessere Bundesbank verkauft, ist die EZB zu einer Gefahr für das gesamte Finanzsystem geworden. Denn für sie gelten besondere Gesetze oder gar keine. Sie finanziert eigentlich insolvente Staaten und pumpt aktuell mehr als 1 Billion Euro in den Geldkreislauf.“


Meine Meinung:

Sehr schlüssig legt der Autor dar, welche Änderungen in der Vorgehensweise der EZB sich nach und nach (bewusst) eingeschlichen haben und inzwischen von den Medien kaum noch an die Öffentlichkeit kommuniziert werden – nach dem Motto „man führt erst einmal etwas ein, und, wenn das Große Geschrei ausbleibt, kann man einfach weitermachen“: Von der Rettung griechischer Banken über den Europäischen Stabilitätsmechanismus bis zum monatlichen festen Ausgabebetrag von 60 Milliarden Euro für den Aufkauf von Staatsanleihen und ABS-Papieren (S. 53).


Kein dicker Wälzer -
von daher sollte das Büchlein nicht allzu „abschreckend“ wirken -
sondern kurz, prägnant und wirklich informativ!


Ich würde mich freuen, wenn dieses Buch eine große Leserschaft finden würden – denn das Thema geht uns alle an!


Fazit: Lesenswert!


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