Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte

Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

phantastische_fluchtens avatar

fünf Sterne reichen für dieses humorvolle und unterhaltsame Werk kaum aus

Gwynnys avatar

Das fulminante Steampunk-Fantasy Abenteuer hat mich mit Witz, Charme und der Mischung von Gremlins bis hin zu Sir Baskerville umgehauen!

Alle 8 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte"

Jeder exzentrische Held braucht eine starke Frau an seiner Seite ...
mit geladenem Schusseisen und ohne Skrupel!
Der eigensinnige Archibald Leach und die waffenvernarrte Tüftlerin Sarah Goldberg werden in die Machenschaften des skrupellosen Marquis de Mortemarte hineingezogen. Der Schurke verwendet Okkultismus, Voodookult und Ätherkraft, um die Welt mit seinen Monstrositäten ins Chaos zu stürzen.

Mit Hilfe skurriler Verbündeter, dubioser Artefakte und Erfindungsgeist versuchen die Abenteurer den drohenden Krieg zu verhindern. Dabei führt ihr Weg sie über vier Kontinente und die eigenen Grenzen hinaus.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783945045091
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:600 Seiten
Verlag:Art Skript Phantastik
Erscheinungsdatum:31.05.2017

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,9 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne7
  • 4 Sterne1
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    phantastische_fluchtens avatar
    phantastische_fluchtenvor 19 Tagen
    Kurzmeinung: fünf Sterne reichen für dieses humorvolle und unterhaltsame Werk kaum aus
    eine unterhaltsame und spannende Steampunk Geschichte mit überraschenden Protagonisten

    Als Kinder waren Archibald Leach uns Sarah Goldberg miteinander befreundet. Die Leach' waren eine der wenigen Familien, welche die jüdischen, etwas verschrobenen Goldbergs akzeptiert haben. Dann verschwanden die Leach und sechzehn Jahre hörte Sarah nichts mehr von ihnen. Bis Archibald Leach plötzlich vor ihrer Tür steht und sie um Mithilfe bei einigen Nachforschungen bittet. Die junge Frau hat mittlerweile die Werkstatt ihres Vaters übernommen. Sie hat sein handwerkliches Geschick geerbt und kann an mechanischen Geräten fast Wunder wirken.

    Sarah ist eine unabhängige, resolute und sehr emanzipierte Frau, die es schwer hat, in der bigotten, englischen Gesellschaft Fuß zu fassen. Nur zu gerne unterstützt sie ihren ehemaligen Freund aus der Jugend bei seinen Nachforschungen und begleitet ihn auf seinen Reisen.

    Ihr erstes Ziel ist dieses Mal Dartmoor. Dort wurde eine Leiche gefunden, auf deren Rücken der Name Archibald Leach eingeritzt ist. Die Leiche befindet sich in einer sehr merkwürdigen Verfassung, einer Mutation zwischen Mensch und Wolf. Es handelt sich aber nicht um einen Werwolf. Der Tote ist ein verschwundener Wächter des berüchtigten Zuchthauses Dartmor, der vor einigen Tagen noch lebend gesehen wurde. Wie also kann es sein, dass dieser Mann wenige Tage später als Mischwesen in einem Wald auftaucht und Reisende überfällt?

    Sarah und Archibald begeben sich nach Dartmor und dies ist der Beginn einer unglaublichen Ermittlung, welche die beiden Freunde rund um den Globus führt. Der Marquis Lazare Ogier de Mortematre, ein Erzschurke, möchte nichts anderes, als die Weltherrschaft an sich reißen. In Dartmor beginnt er mit seinen grausamen Experimenten an Menschen und der Tote diente lediglich als Lockvogel für Archibald Leach. Mortemarte möchte dem jungen Mann seinen "horriblen Unschärfekompass des relativen Bösen" entwenden. Mit diesem Kompass kann man die Aetherkraft von toten Wesen sammeln und beeinflussen und gewinnt unermessliche Macht.

    Mortemarte entkommt mit dem Kompass und hinterlässt einen Berg von Leichen und mutierten Wesen, so dass es Archibald Leach und Sarah Goldberg nicht schwer fällt seiner Spur zu folgen. Sie müssen verhindern, dass der Marquis die uralten und mächtigsten Wesen der Welt tötet und deren Aetherkraft sammelt, denn mit jedem toten Wesen wird seine Macht größer.

    Kommentar:

    Wo beginnen? Die Verlegerin ist an mich herangetreten und fragte, ob ich nicht eines der Bücher aus dem Verlagsprogramm rezensieren möchte. Ich habe mich für Archibald Leach entschieden, weil ich das Cover sehr interessant und ansprechend fand und Steampunk mag. Und mit dieser Wahl habe ich ein Buch herausgesucht, dass eines meiner Highligts 2018 ist. Nun haben Books & Braun starke Konkurrenz bekommen denn Leach und Goldberg stehen dem anderen Duo in nichts nach.

    Die Geschichte verfügt genau über die Art Humor, den ich mag. Schräg, beißend, böse und unterhaltsam. Hier ein Zitat von Seite 154:

    " Diese Agentin von B.O.O.K ist eine klasse Frau, nicht wahr?", schwärmte Archibald Leach.

    "Sie hat ein Holzbein", erwiderte Sarah.

    "Das zeigt ihren besonderen Einsatzeifer."

    "Sie hat Läuse!"

    "Trotzdem hat sie sich nicht einmal gekratzt! Dies nenne ich Selbstbeherrschung."

    Die Dialoge der beiden sind herrlich amüsant, stets mit einer kleinen Frotzelei. Sarahs Gedanken, die in kursiv gedruckt sind, tragen ihr übriges dazu bei, dass der Leser aus dem schmunzeln gar nicht mehr heraus kommt.

    Archibalds Vergangenheit bleibt im Dunkeln. Im Laufe des Romans erfährt immer wieder kleine Einzelheiten aus den sechzehn Jahren und häppchenweise bildet sich ein Gesamtbild.  Während Archibald verschwunden war, musste Sarah sich in das Leben der englischen Gesellschaft einfügen. Das gelang ihr nicht besonders gut. Hier ein Zitat, welches ihre Situation sehr gut beschreibt:

    "Es gibt Zeiten, in denen man über seinen Schatten springen muss. Jahrelang habe ich mich bemüht, mich den strengen Maßstäben der britischen Oberschicht anzupassen. Das Korsett der gesellschaftlichen Normen schnürte mir nicht nur im übertragenen Sinn die Luft ab"

    Diese Zitat stammt aus einem Vorwort der burschikosen Frau. Diese Vorworte von Sarah Goldberg sind das Salz in der Suppe dieses Romans und geben einen Einblick in das Wesen der symphytischen und resoluten Frau. Sie ist eine Frau der Tat, die es versteht, mit Waffen umzugehen, während Archibald Leach eher der Träumer und Phantast ist und die Realität oft etwas aus dem Auge verliert. In einer Geschichte voller Schauer, Mystik, Magie, Voodoo und Geister ist es nötig, eine Partnerin zu haben, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht.  In den Jahren seiner Abwesenheit muss Archibald Leach sehr viel auf Reisen gewesen sein, denn bei ihrer Suche nach dem Marquis bekommt das ungleiche Paar Hilfe von sehr merkwürdigen Verbündeten aus aller Welt. Seien es Piraten, Schurken oder legändere Abenteurer, die auch dem Leser aus anderen Geschichten bekannt sind. Irre, was sich Markus Cremer da ausgedacht hat, da blieb mir vor Staunen fast der Mund offen stehen.  

    Die Verfolgungsjagd führt Leach und Goldberg von London zu den Teufelsinseln, weiter nach New Orleans, in die Karibik und nach Afrika, bis sie in Indien endet. Eine atemberaubende Reise in Zeppelinen, Schiffen, zu Pferd oder auf Kamelen. Immer wieder durchsetzt mit dem charmanten Wortwitz von Sarah Goldberg.

    Der Autor verfügt über bildgewaltige Sprache, er meidet Wiederholungen und schafft es, den Leser auf 581 in Staunen zu versetzen. Immer wenn man meint, dass eine Idee nicht mehr zu toppen ist, kommt er mit dem nächsten außergewöhnlichen Einfall daher. Es wirkt aber nichts abstrus und unglaubhaft, sondern Markus Cremer verfügt über eine Überzeugungskraft und ein Erzähltalent, dass den Leser mitreißt.

    Wie gesagt, ich habe das Buch als Rezensionsexemplar bekommen. Dies ist keine Werbung, sondern einfach meine Meinung über ein Buch, das mich absolut begeistert hat. Ich kann durchaus auch kritische Rezensionen schreiben, das war hier aber nicht nötig. Im Gegenteil, ich denke, die Rezension kann diesem außergewöhnlichen Roman nicht gerecht werden. Sarah Goldberg ist die Amalie Peabodey des Steampunk und wer die Bände Books&Brwon mochte, wird dieses Buch einfach lieben.

    Eine absolute Leseempfehlung!

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Gwynnys avatar
    Gwynnyvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Das fulminante Steampunk-Fantasy Abenteuer hat mich mit Witz, Charme und der Mischung von Gremlins bis hin zu Sir Baskerville umgehauen!
    Wahnsinn! Das beste Steampunk Buch, das ich bisher lesen durfte.

    «Sie lenken ihn ab?», fragte Archibald und sah sie an. «Wäre es nicht logischer, wenn ich dies versuchen würde? »
    «Ich habe die stärkeren … Argumente», meinte sie.
    «In welcher Hinsicht? »
    «Ich bin eine Frau», erwiderte sie und wölbte den Rücken, um ihren Busen vorzustrecken, «falls Sie das noch nicht bemerkt haben sollten.»
    Seine Antwort war ein unverständliches Gemurmel.


    Aus „Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte“ von Markus Cremer


    FAKTEN
    Das Buch „Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte“ ist erstmals Mai 2017 im Art Skript Phantastik Verlag erschienen. Es ist als Print und eBook erhältlich. Derzeit ist nur Band 1 erschienen, es ist aber mindestens ein weiterer Band in Planung.

    KURZMEINUNG
    Dieses fulminante Steampunk-Fantasy Abenteuer hat mich mit seinem Witz, Charme und der Mischung von Gremlins bis hin zu Sir Baskerville schlicht umgehauen!

    KLAPPENTEXT
    Jeder exzentrische Held braucht eine starke Frau an seiner Seite ... mit geladenem Schusseisen und ohne Skrupel.

    Der eigensinnige Archibald Leach und die waffenvernarrte Tüftlerin Sarah Goldberg werden in die Machenschaften des skrupellosen Marquis de Mortemarte hineingezogen. Der Schurke verwendet Okkultismus, Voodookult und Ätherkraft, um die Welt mit seinen Monstrositäten ins Chaos zu stürzen. Mit Hilfe skurriler Verbündeter, dubioser Artefakte und Erfindungsgeist versuchen die Abenteurer den drohenden Krieg zu verhindern. Dabei führt ihr Weg sie über vier Kontinente und die eigenen Grenzen hinaus.

    SCHREIBSTIL & CHARAKTERE
    Ich könnte heulen – ehrlich! Diese 600 Seiten gingen viel zu schnell vorbei. Hielten sie mich gestern noch mit Spannung, Witz, Charme und einem Literatur-Duo der einmaligen Art auf Trab, so fühle ich mich heute fast einsam ohne Archibald und Sarah.

    Markus Cremer ist hier für mich ein absolutes Kleinod gelungen. Etwas Seltenes und Kostbares geht hier an die Leserschaft. Das Setting vor den Landschaften dieser Welt, gemischt mit der eigentümlichen Bindung zwischen Sarah und ihrem Geschäftspartner – ach einfach alles passt und vermittelt eine Stimmung, wie es nur wenige Bücher vermögen. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll!

    Ich liebe es, dieses Genre zu lesen, doch noch nie hat mich eine Steampunk Geschichte so derart begeistern können. Ich habe schallend gelacht, die Augenbrauen hochgezogen und gemeinsam mit Sarah die Augen verdreht. Die Hitze des Dschungels, die Unerbittlichkeit der Wüste – das alles holte mich in seinen Bann.

    Sogar ein paar Tränchen hatte ich im Augenwinkel, gemeinsam mit unserer Mechanikerin. Denn keinesfalls hat der Autor hier vergessen, den Ernst des Lebens bildhaft einfließen zu lassen.

    Gekonnt hat Markus Cremer Größen der Literatur eingebunden, konnte sogar Aktuelles einbauen, ohne der Story zu schaden. Wie oft musste ich deshalb schmunzeln.

    Doch was dieses Buch zu meinem Highlight macht, ist, wie lebendig die Charaktere sind. Ihr müsst sie einfach selbst erleben, ernsthaft. Gerade die beiden Protagonisten haben eine Dynamik, wie sie die Geschichte besser nicht tragen könnte. Selbst unser Antagonist Marquis de Mortemarte – ok, es gibt mehrere Schrullen in dieser Story – hat es nicht geschafft, dass ich ihn gar nicht leiden konnte. Zugegeben, seine Pläne – na ja. Lassen wir das, sonst spoilere ich ungewollt ;)

    Nicht zu vergessen die wundervolle Sprache – eine Ausdrucksweise, wie ich sie liebe! Das katapultiert direkt in die richtige Zeit. So wird die Atmosphäre lebendig und komplettiert dieses geniale Buch.

    MEIN FAZIT
    Wahnsinn! Das beste Steampunk Buch, das ich bisher lesen durfte. Diese Geschichte besticht durch ihre einzigartige Kombination der schillernden Charaktere, ihr bildmalerisches Setting, eine wundervolle Ausdrucksweise und eine spannende Story! Ich möchte bitte mehr davon!

    MEINE BEWERTUNG
    Höchstwertung!
    5 von 5 goldenen Zahnrädchen
    ©Teja Ciolczyk, 07.03.2018

    Kommentieren0
    7
    Teilen
    Sylences avatar
    Sylencevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Fans des Steampunk tauchen in eine liebevoll gestaltete Welt ein. Von diesem Duo bekommt man nicht genug.
    Rasante Jagd quer über den Globus

    Mit dem ersten Band der Archibald Leach Reihe entstand der zweite Backstein im Art Skript Phantastik Verlag. Nach Unruh trumpft dieses Buch mit schlanken 600 Seiten auf. Damit ist es erstmal nichts, für Leser, die in das Genre Steampunk hinein schnuppern wollen. Aber Fans, die Archibald Leach schon aus seinen Kurzgeschichten kennen, kommen hier auf ihre Kosten.

    Ganz Europa ist in Aufruhe, als ein wahnsinniger Franzose droht, alle Menschen in animalische Kreaturen zu verwandeln mit Hilfe von Aether und Voodoomagie. Als dann auch noch Archibalds Onkel wegen einer seiner verrückten Erfindungen in Gefahr gerät, kann sich der eigensinnige Gentleman diesem Fall nicht entziehen und macht Jagd auf den Marquis. Die Reise führt ihnen quer über den Globus und dabei müssen immer wieder Steine weg geräumt werden, die man Archibald und seiner Gefährtin Sarah in den Weg wirft. Dabei treffen sie auf geheimnisvolle Voodoohexen, furchteinflössende Luftpiraten und abenteuerliche Monsterjäger.

    Die Story wird aus der Sicht von Sarah Goldberg erzählt, die Archibald mal wieder bei seinem kuriosen Abenteuer zur Seite steht. Die meisten Kapitel beinhalten sogar ein spitzzüngiges Vorwort von ihr. Das mag natürlich am Anfang vielleicht etwas irritieren, schließlich ist Archibald der eigentliche "Held", aber wer kann nicht am besten über ihn berichten, als seine langjährige Partnerin?
    Sarahs Sicht ist oft sehr amüsant, manchmal auch frech und immer sehr weltoffen. Sie ist einem direkt sehr sympathisch, da sie trotz der gesellschaftlichen Regeln eine sehr moderne Frau ist. Dies liegt vielleicht auch daran, dass sie in der Gesellschaft als Außenseiterin gilt, und so einen ganz anderen Blickwinkel hat.
    Oft verdrängt ihr starker Charakter Archibald in den Hintergrund. Das ist aber nicht wirklich unangenehm. Sarah ist eine Heldin, der man gerne folgt. Archibald bleibt dadurch leider recht blass. Manchmal hätte ich doch gerne mehr über ihn erfahren oder was gerade in ihm vorgeht. Da nicht alle Kapitel aus Sarahs Sicht sind (manchmal springt man zu Attentäterinnen, der Queen oder dem Bösewicht), wäre vielleicht auch das ein oder andere Kapitel aus Archibalds Sicht mal ganz interessant gewesen.
    Gerade viele der Nebencharaktere sind unheimlich spannend. Ich mochte die Attentäterinnen der Schatten, die eine ordentliche Spur Erotik mit ins Buch brachten, aber auch Rashinda und ihre Piraten fand ich großartig oder die etwas gealterten Monsterjäger. Man mag sie alle direkt und möchte mehr über sie erfahren.

    Die Steampunkwelt ist grandios konstruiert. Es macht Spaß in ein anderes Jahrhundert einzutauchen, das voller ausgefallener Erfindungen steckt. Reisemittel, Bewaffnung und viele kleine Erfindungen machen die Welt greifbar und schmücken sie aus. Es war eine tolle Mischung aus Technik und Magie.

    Der Stil ist fesselnd, witzig, mit Anspielungen auf verschiedene Dinge gespickt. Markus Cremer gelingt es schnell eine spannende Geschichte zu stricken, so dass man Sarah und Archibald überall hin folgen will. Mit dem Marquis konstruiert er einen großartigen Bösewicht. Ich mag es, wenn sie nicht einfach nur böse sind, sondern auch Hintergrund bekommen. Das ist hier auf jeden Fall gelungen, ohne dass er sich zum Antihelden entwickelt. Man kann ihn für seine Bösartigkeit einfach hassen.

    In der Mitte allerdings kam bei mir eine kleine Leseflaute auf. Der Plot zog sich. Ich hatte das Gefühl, die Helden sind vom Weg abgekommen und verheddern sich gerade in unwichtigen Nebensträngen. Dadurch hatte ich zeitweise keine Lust zu lesen oder es zog sich ewig und ich brauchte wahnsinnig lange für ein paar Seiten.
    Ab dem kleinen Zwischenfinale in Afrika jedoch nimmt das Buch wieder richtig Fahrt auf und ich habe den Rest des Buches im Laufe eines Tages gefressen.
    Das Ende ist einfach nur Zucker verspricht mehr. Und ich will definitiv mehr!


    Fazit: Wer die Kurzgeschichten von Archibald Leach kennt und liebt, sollte bei diesem Buch direkt zugreifen! Eine spannende Story quer über den Globus mit Witz, Magie und einem Hauch Liebe. Da ist für jeden was dabei. Fans des Steampunk tauchen in eine liebevoll gestaltete Welt ein. Von diesem Duo bekommt man nicht genug.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    veronika_lackerbauers avatar
    veronika_lackerbauervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Rasanter Steampunk mit skurrilen Einfällen, einem exzentrischen Helden und einer Verfolgungsjagd um den Globus
    Rasanter Steampunk mit skurrilen Einfällen

    Wo soll man da bloß anfangen?
    Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte ist ein überaus spannender, gut durchdachter Steampunk-Wälzer von 588 Seiten, die sich weglesen wie nichts!
    Markus Cremer entführt seine Leser darin nicht nur in das - geneigten Lesern eventuell bereits wohlbekannte - shared universe in dem sich auch Erasmus Emmerich und seine Qualmfee herumtreiben, sondern im Anschluss einmal um den ganzen Globus. Immer auf der Fährte des fiesen Marquis und in Begleitung der streitbaren und trotzdem zauberhaften Sarah Goldberg. Beide, Archibald und Sarah, sind ebenso exzentrisch, wie liebevoll und sehr detaillreich ausgestaltete Charaktere und ihre zarte Liebelei ist irgendwie herzallerliebst zwischen dem ganzen Hauen und Stechen. Zimperlich geht Cremer mit seinem literarischen Personal nämlich nicht gerade um.
    Äußerlich ist das Buch schon ein Hingucker, in den man sich verlieben kann, bevor man überhaupt nur eine Seite gelesen hat. Zusammen mit dem Inhalt bleiben eigentlich nur 5 Sterne.
    Bleibt zu hoffen, dass es nicht das letzte Abenteuer von Archibald Leach bleibt und die Frage, ob man ihn tatsächlich ARSCH-ibald ausspricht, oder doch Ar-CH-ibald?!

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Wuerfelhelds avatar
    Wuerfelheldvor einem Jahr
    Super Reihenauftakt

    Das Zeitalter der Königin Victoria ist auch das der Industrie, der Erfindungen und der Wissenschaft. Während sich die Monarchen der Welt argwöhnisch belauern, und darauf achten, dass der andere nicht mächtiger wird als man selbst, wie sich an der Königin und Zar Alexander zeigen, die beide auf ihre Weise die Macht weiter in den Händen halten wollen, blüht in England der Fortschritt, aber auch die Exzentrik bei einigen Bürgern und adligen.

    Archibald Leach ist ein sehr eigenwilliger Gentleman, der unter anderem als Privatermittler arbeitet und mit Hilfe des Unschärfekompass und anderen mysteriösen Errungenschaften so manchem Unheil auf die Spur kommt. An seiner Seite ist Sarah Goldberg, eine Tüftlerin und Erfinderin, die vor allem Spaß daran hat, Waffen zu entwickeln.

    Als Archibald und Sarah nach Dartmoor gerufen werden, wo ausgerechnet Leachs Onkel Heisenberg einsitzt, kommen sie schrecklichen Verbrechen auf die Spur. Denn ein anderer Insasse, der Marquis de Montemarte, hat die Gelegenheit genutzt, seine okkulten Experimente weiter zu führen und mittels Ätherkraft und Voodoo, Menschen nicht nur unter seinen Willen zu zwingen, sondern auch in Tierwesen zu verwandeln.

    Die beiden Abenteurer beschließen ihn aufzuhalten und verfolgen zusammen mit sehr skurrilen Verbündeten die Spur des Grauens über vier Kontinente. Sie erleben dabei Piraten in voller Aktion, erfahren, dass der Skavenhandel immer noch kein Ende gefunden hat und lernen auch einen aufrechten edlen Deutschen namens Karl May kennen.

    MEINE MEINUNG
    Der Roman ist vor allem eines … ein nettes Spiel mit historischen und literarischen Versatzstücken, eingebettet in eine Welt, die mit all der netten Skurrilität des Steampunk aufwartet und so Erfindungen möglich macht, die es in der Realität nicht gegeben hat. Schon Dartmoor ist ein Zitat an sich, wird doch auch ein gewisser Hund von Baskerville erwähnt.

    Zugleich hat der Gegenspieler der Helden auch etwas von dem verrückten Gegenspieler Doctor Moreau, auch wenn er den umgekehrten Weg geht und Menschen in Monster verwandelt, Wesen halb Mensch, halb Tier.

    Die Geschichte ist sehr detailverliebt, die Handlung dadurch eher überschaubar und ohne all zu überraschende Wendungen. Aber in diesem Fall ist auch der Weg mehr das Ziel, denn die Reise der Protagonisten führt sie durch alle möglichen Facetten der Abenteuerliteratur des 19. Jahrhunderts, zugleich wandeln sie auf den Spuren der entsprechenden Entdecker, die damals auch erst anfingen die für sie „primitv“ erscheinenden Kulturen zu erforschen.

    Die Figuren selbst sind interessant gestrickt. Gerade Sarah Goldberg wächst dem Leser sehr ans Herz, weil die selbstbewusste und eigenwillige Frau, die trotz Konventionen ihren weg geht, der heimliche Hauptcharakter der Geschichte ist, das alles ihrer Sicht erzählt wird.

    Leach dagegen bleibt eher geheimnisvoll und verrät nur wenig über sich selbst, was für eine gewisse Distanz zum Leser sorgt. Die Nebencharaktere punkten wohl eher durch ihre Macken und Besonderheiten als ein ausgefeiltes Profil.

    Trotz der langgezogenen Handlung, die mit sehr vielen Beschreibungen und Dialogen arbeitet, ist die Geschichte nicht langweilig, was wohl vor allem an Cremers lebhaftem Erzählstil liegt und dem leichten Augenzwinkern. Denn auch der Humor schimmert immer wieder durch, gerade wenn die Helden an ihrer eigenen prüden Moral oder ungewohnten Alltäglichkeiten scheitern. Das sind die Momente, in denen die Handlung sichtlich aufgelockert wird.

    „Arhibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte“ ist ein unterhaltsamer und trotz seiner Dicke kurzweiliger Abenteuerroman aus einer Welt die Steampunk mit all den Geschichten vermischt, die uns die Autoren des 19. Jahrhunders hinterlassen haben, und zugleich eine atmosphärische Hommage an die Figuren und Motive, die man in der phantastischen Literatur oft gesehen, aber noch nie in einem solch atmosphärischen Zusammenhang erlebt hat.

    MEINE WERTUNG
    4,5 von 5 Monstrositäten

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    kleeblatt2012s avatar
    kleeblatt2012vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Hier erwartete einem eine abenteuerliche Verfolgungsjagd um die halbe Welt. Ein rasanter Steampunk-Roman der Extraklasse.
    eine abenteuerliche Verfolgungsjagd um die halbe Welt


    Archibald Leach und seine Assistentin Sarah Goldberg werden in einen sehr persönlichen Fall hineingezogen. Archibalds Onkel Heisenberg wird von dem mysteriösen Marquis de Mortemarte unter eine Art Bann gestellt. Außerdem gelingt es ihm den horriblen Unschärfekompass des relativen Bösen von Archibald an sich zu bringen. Diesen benötigt er, um die Ätherkraft zu speichern. Außerdem verwandelt er unschuldige Menschen in Tiermischwesen, um damit alle anzugreifen.
    Archibald und Sarah verfolgen den Marquis um die halbe Welt und treffen dabei auf die ungewöhnlichsten Leute. Voodoo, Magie und die Kraft des Äthers kreuzen ihren Weg. Und mehr als einmal muss Sarah feststellen, dass sie ihren alten Freund Archibald doch nicht so kennt, wie sie dachte. Und ihm doch viel näher ist, als sie meint.


    Schon die Kurzgeschichten des Autors um Archibald Leach und seine Assistentin Sarah Goldberg in verschiedenen Anthologien haben mich sehr begeistern können. Gerade Sarah, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, hat eine sehr schlagfertige Art, die in manchen Situationen auch vonnöten ist.


    Eigentlich sind Archibald und Sarah Freunde aus Kindheitstagen, siezen sich aber. Dies wohl aus gegenseitigem Respekt heraus. Trotzdem merkt man deutlich, wie vertraut die beiden sind, da sie sich ja schon von Kindesbeinen an kennen. 14 Jahre haben sie sich allerdings nicht gesehen und Sarah weiß auch nicht viel darüber, was Archibald in der Zeit getrieben hat. Nur bruchstückhaft bekommt sie heraus, was er in dieser Zeit erlebte, kann sich aber auch nicht wirklich einen Reim darauf machen. Und so lernt sie ihn quasi aufs Neue kennen.


    Gleich von Anfang an wird man auf eine wahre Achterbahnfahrt mitgenommen. Sarah und Archibald haben fast keine Verschnaufpause und müssen sich ständig mit den Einfällen des Marquis de Mortemarte herumärgern. Doch sie bleiben am Ball, steht doch eine große Bedrohung für die ganze Menschheit bevor.
    Die unterschiedlichsten Personen helfen den beiden auf ihrer Suche nach dem Marquis. So landen Archibald und Sarah mal auf einem Piratenschiff, mal in einer Voodooshow, auf seltsamen Inseln oder im bestbewachtesten Gefängnis.


    Bekannte und neue Figuren tauchen auf. Der Autor hat sehr interessante neue Figuren geschaffen, sich aber auch historisch belegter Persönlichkeiten bedient. Oder einfach mal Charaktere von anderen Autoren übernommen. Dies ergibt einen bunten Mix an den schillerndsten Figuren.


    Mir persönlich habe die beiden Agentinnen Daphne und Carmille sehr gut gefallen. Mit meist ungewöhnlichen Mitteln und einer sehr sexy Ausstrahlung wurde ihnen jeder Wunsch erfüllt.
    Aber auch Sarah konnte mich voll und ganz überzeugen. Sie ist nicht zimperlich, hat tolle Ideen und mit ihrem Wissen über Mechanik holt sie sich so manchen Pluspunkt.
    Der Autor hat die weiblichen Figuren als sehr gleichberechtigt dargestellt, auch wenn es immer wieder Männer gibt, die mit Blicken deutlich zeigen, dass sie dies nicht so sehen. Und doch ist es gerade Sarah, die dann mit schlagfertigen Argumenten jedem den Wind aus den Segeln nimmt und sich so auch den nötigen Respekt schaffen kann.


    Der Autor hat einen sehr fesselnden Schreibstil und so fliegt man förmlich durch die knapp 600 Seiten und denkt sich am Ende: "Wie? Schon fertig?".


    Aber es wird schon auf den nächsten Teil verwiesen und so darf man sich auf ein weiteres Abenteuer mit dem sehr sympathischen Gespann Archibald Leach und Sarah Goldberg freuen.


    Sehr erwähnenswert ist wieder das tolle Cover. Darauf sind - in verschiedenen Brauntönen gehalten - Archibald und Sarah zu sehen, umringt von den Mischwesen, die der Marquis erschaffen hat. Hier wurde viel Liebe in die Details gesteckt, was sich in der Geschichte auch widerspiegelt.


    Da es sich um das Genre Steampunk handelt, finden sich natürlich auch diverse Dinge wieder. Die Waffen (z. B. Spektralrepertierrevolver, Plasmaflinte), die mysteriösen Gegenstände (z. B. Meister Heisenbergs horribler Unschärfekompass des relativen Bösen), dampfbetriebene Kutschen, Zeppeline - alles wird perfekt in Szene gesetzt.
    So macht es einfach Spaß, sich in der vom Autoren geschaffenen Welt zu bewegen und Abenteuer zu bestehen.


    Als kleiner Running-Gag gibt es ein Vorwort von Katharina Fiona Bode, die mit ihrer erschaffenen Figur Erasmus Emmerich einen ebenso verschrobenen Detektiv kreiert hat. Erasmus und Archibald können sich nicht leiden, sind aber jeweils angetan von den Assistentinnen. So erwähnt Katharina Fiona Bode Archibald auch in ihrem Roman (Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé). Dort gibt es ebenfalls ein Vorwort, geschrieben von Markus Cremer aus Sicht von Archibald Leach und Sarah Goldberg.


    Eigentlich könnte ich noch stundenlang schwärmen. Ich möchte dieses Buch einfach jedem ans Herz legen, der Steampunk, Detektivgeschichten und Fantasy mag. Die Mischung ist in meinen Augen einfach genial.


    Fazit:
    Eine abenteuerliche Verfolgungsjagd um die halbe Welt mit einem außergewöhnlichen Team.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    AmaliaZeichnerins avatar
    AmaliaZeichnerinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein detailverliebter, komplexer und abenteuerlicher Roman mit vielfältigen, sympathischen, teilweise auch etwas skurrilen Charakteren
    Abenteuerliche Steampunk-Geschichte mit interessanten Charakteren und übernatürlichen Elementen

    Klappentext:
    Jeder exzentrische Held braucht eine starke Frau an seiner Seite ... mit geladenem Schusseisen und ohne Skrupel!
    Der eigensinnige Archibald Leach und die waffenvernarrte Tüftlerin Sarah Goldberg werden in die Machenschaften des skrupellosen Marquis de Mortemarte hineingezogen. Der Schurke verwendet Okkultismus, Voodookult und Ätherkraft, um die Welt mit seinen Monstrositäten ins Chaos zu stürzen. Mit Hilfe skurriler Verbündeter, dubioser Artefakte und Erfindungsgeist versuchen die Abenteurer den drohenden Krieg zu verhindern. Dabei führt ihr Weg sie über vier Kontinente und die eigenen Grenzen hinaus.

    Eigene Meinung:
    Markus Cremer hat in diesem Roman auf rund 580 Seiten einen sehr komplexen Plot geschaffen mit viel Liebe zum Detail, was sich nicht nur in zahlreichen steampunkigen Erfindungen zeigt, sondern auch dem historischen Hintergrund bis hin zu interessanten Begegnungen mit realen historischen Persönlichkeiten, die hier natürlich fiktionalisiert sind. Außerdem gibt es hier mehrere Geheimorganisationen, die jeweils ganz eigene Interessen verfolgen. Archibald Leach und Sarah Goldberg begegnen darüber hinaus auch einigen Luftschiff-Piraten.

    Der Roman besticht auch durch eine Vielzahl an detailliert ausgearbeiteten Nebenfiguren, die aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen stammen. Und auch andere Minderheiten sind vertreten, außerdem hat die Protagonistin ein Handicap – was ihr teilweise Probleme beschert, sie aber nicht daran hindert, sich als wahre Heldin zu erweisen.
    Eine Jahreszahl taucht übrigens nirgends auf, doch der amerikanische Bürgerkrieg wird erwähnt, welcher offensichtlich bereits einige Jahre zurück liegt.

    Der Stil des Autors ist trotz der Komplexität und der Detail-Fülle flüssig zu lesen, außerdem sind die einzelnen Kapitel angenehm kurz. Jedes Kapitel wird eingeleitet von einem kurzen „Vorwort“ von Sarah Goldberg, aus deren Sicht die Handlung größtenteils erzählt wird. Diese Vorworte dienen dazu, die Handlung zu kommentieren, einiges daraus zusammenzufassen und man erhält hier zusätzlich zum eigentlichen Text einen weiteren Einblick in Sarahs Gedanken- und Gefühlswelt. Darüber hinaus werden einige Kapitel aus der Sicht des Antagonisten geschildert.

    Der Roman erinnert an klassische Abenteuergeschichten, die um ein okkult-übernatürliches Element bereichert werden. Wer da an Indiana Jones denkt, liegt nicht falsch – auch das Buchcover-Motiv von Illustrator Martin Schlierkamp scheint von einem der entsprechenden Filmplakate ein wenig inspiriert zu sein. Allerdings ist der Held Archibald Leach ein ganz eigener Charakter, der zum einen exzentrische Ansichten pflegt, zum anderen häufig etwas „verplant“ wirkt. Da macht das Motto des Romans Sinn: „Jeder exzentrische Held braucht eine starke Frau an seiner Seite … mit geladenem Schusseisen und ohne Skrupel“. Denn Sarah Goldberg ist tatsächlich eine pragmatische, starke Ergänzung für Leach, die sehr praktisch denkt.
    Die Freundschaft der beiden wird vom Autor mit einem feinen Humor gezeichnet, und man darf sich fragen, ob sie eigentlich noch mehr verbindet als der gemeinsame Kampf gegen die Monstrositäten des Marquis…

    Den Roman kann man als in sich abgeschlossen lesen, allerdings wird auch deutlich, dass hier eine Fortsetzung geplant ist, an der Markus Cremer bereits arbeitet.

    Bisherige Abenteuer von Archibald Leach und Sarah Goldberg sind als Kurzgeschichten in mehreren Steampunk-Anthologien zu finden (eine genaue Auflistung findet man im Buch). Es ist aber zum Verständnis des Romans nicht notwendig, alle diese Kurzgeschichten zu kennen.

    Das Vorwort zum Roman befasst sich mit einem anderen Charakter: Katharina Fiona Bode hat hier etwas über ihren Helden Erasmus Emmerich geschrieben, natürlich mit direktem Bezug zum Roman, so wie Markus Cremer wiederum für ihren Roman „Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé“ ein Vorwort mit Szenen um Archibald Leach verfasst hat. Also kann man hier von einem „Shared universe“ sprechen. Am Rande sei noch erwähnt: Wem der Name Archibald Leach bekannt vorkommt – so heißt auch einer der Hauptcharaktere in der britischen Komödie „Ein Fisch namens Wanda“ aus dem Jahr 1988.

    Mein Fazit: Ein detailverliebter, komplexer Steampunk-Roman mit vielfältigen, sympathischen, teilweise auch etwas skurrilen Charakteren, die allerhand turbulente und bisweilen unheimliche Abenteuer erleben. Bitte mehr davon!

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    GrueneRonjas avatar
    GrueneRonjavor einem Jahr
    Lesemuss! Einfach phantastisch

    „Um mein Ziel zu erreichten bin ich unglücklicherweise gezwungen, einige wenige Tiere dem Wohl von Millionen zu opfern. Eine leichte Wahl. Die Waage wird sich am Ende zu meinen Gunsten neigen.“ (S.528)


    Ich habe Archibald Leach und Sarah Goldberg in der Anthologie Steampunk1851 kennen gelernt und freue mich daher sehr über dieses Buch. Und auch, dass mein Held Erasmus Emmerich, wenigstens namentlich auftaucht, lässt mein Herz höher schlagen. Da eine Rezension nicht einfach nur aus einem Wort bestehen sollte, und ein Befehlston vielleicht missverstanden wird, versuche ich meine Begeisterung in mehr als ein Wort zu fassen. Aber jetzt mal ehrlich, jeder der Steampunk mag, oder exzentrische Charaktere, oder starke Frauen, Voodoo oder Weltreisen, sollte dieses Buch lesen. SOFORT!


    Archibald Leach ist ein sehr exzentrischer Charakter, der nicht nur seine Geheimnisse hat, sondern auch sehr liebenswürdig sein kann. Auf seine ganz eigene Art. Er ist besessen von seinem Unschärfekompass des relativen Bösen, und der Ätherkraft. Dies bringt seine Partnerin Sarah Goldberg ziemlich auf die Palme. Für sie ist das meschugge, sie ist da sehr abgeklärt. Während Archibald Leach ohne großes Zutun jeder Maschine den Tod bringen kann, ist Sarah mechanisch begabt, und tüftelt gerne in ihrer Werkstatt an so einigen Dingen, die das Leben erleichtern.

    Die beiden ergänzen sich also perfekt. Und auf der Reise durch die Welt, dem Marquis de Mortemarte auf der Spur, lernen sie sich nicht nur besser kennen, sondern auch mehr zu schätzen. Während Sarah zugeben muss, dass es mehr in der Welt gibt als Maschinen und Menschen, wird Archibald irgendwie umgänglicher. Oder sie versteht ihn einfach nur besser.


    Die Kapitel sind mit Vorworten von Sarah Goldberg versehen, die der ganzen Geschichte ihren Charme gibt. Sie bilden auch die Übergänge zwischen den Kapiteln, und man lernt die beiden Protagonisten sehr gut kennen.

    Neben diesen beiden gibt es natürlich noch so manche Parteien, die in dem Spiel ebenfalls mitmischen. Während der Marquis an einen meschuggen Bösewicht erinnert, sind die Frauen alle auf ihre ganz eigen Art stark. Ich möchte da nicht vorgreifen, aber so manche hat es mir angetan ;)


    Das Setting ist perfekt. Die Reise mit Zeppelinen, die Waffen, alles mit Dampf betrieben, das lässt ein Steampunk-Herz höher schlagen. Aber auch die Magie, Voodoo und der Äther bringen die gewisse Abwechslung, denn eine Welt besteht nicht immer nur aus dem, was man sieht.

    Ich habe diesem Buch lange entgegengefiebert und bin absolut begeistert, falls das noch nicht klar war. Und das Ende ist so herrlich! Ich hab so gelacht, ich wurde in der Bahn komisch angeschaut! An einem so heißen Tag, zwischen schwitzenden Menschen gibt es nichts zu lachen! Hier also eine ganz klare Leseempfehlung! ;)

    Kommentieren0
    1
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks