Markus Feldenkirchen

 4.1 Sterne bei 70 Bewertungen
Autor von Was zusammengehört, Keine Experimente und weiteren Büchern.
Markus Feldenkirchen

Lebenslauf von Markus Feldenkirchen

Markus Feldenkirchen, 1975 in Bergisch Gladbach geboren, studierte in Bonn und New York und absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München. Seither arbeitet er als Redakteur und Reporter in Berlin, zunächst beim Tagesspiegel, seit 2004 beim Spiegel, mittlerweile als Autor für Deutsche Politik im Hauptstadtbüro. Seine journalistische Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Axel-Springer-Preis für Nachwuchsjournalisten. Sein Dokumentarfilm Es ist, wie es ist über Wolfgang Schäuble lief 2012 im deutschen Fernsehen. Bei Kein & Aber erschien 2010 sein viel gelobter Debütroman WAS ZUSAMMENGEHÖRT.

Alle Bücher von Markus Feldenkirchen

Markus FeldenkirchenWas zusammengehört
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Was zusammengehört
Was zusammengehört
 (40)
Erschienen am 01.02.2012
Markus FeldenkirchenKeine Experimente
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Keine Experimente
Keine Experimente
 (23)
Erschienen am 01.06.2013
Markus FeldenkirchenDie Schulz-Story
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Die Schulz-Story
Die Schulz-Story
 (7)
Erschienen am 26.03.2018
Markus FeldenkirchenDie Schulz-Story: Ein Jahr zwischen Höhenflug und Absturz - Ein SPIEGEL-Buch
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Die Schulz-Story: Ein Jahr zwischen Höhenflug und Absturz - Ein SPIEGEL-Buch
Markus FeldenkirchenDie Schulz-Story: Ein Jahr zwischen Höhenflug und Absturz - Ein SPIEGEL-Hörbuch
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Die Schulz-Story: Ein Jahr zwischen Höhenflug und Absturz - Ein SPIEGEL-Hörbuch

Neue Rezensionen zu Markus Feldenkirchen

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Rezension zu "Die Schulz-Story" von Markus Feldenkirchen

Ein klassischer Machtpolitiker, der keiner zu sein glaubt
HansDurrervor 5 Monaten

Eine eigenartigere, bizarrere politische Geschichte als die des SPD-Politikers Martin Schulz, der in nur gerade einem Jahr von ganz oben nach ganz unten sauste, so das gemeinhin von den Medien verbreitete Narrativ, hat es wohl noch nie gegeben. Dass einem der rasante Aufstieg und genauso rasante Abstieg des gelernten Buchhändlers aus Würselen so dramatisch vorkommt, hat auch (aber nicht nur) damit zu tun, dass er uns so dramatisch geschildert wird. Denn Martin Schulz, der es in Nullkommanichts vom Präsidenten des Europäischen Parlaments zum Parteivorsitzenden der SPD brachte, kam ja nicht aus dem Nichts, sondern sass seit 1994 im Parlament in Strassburg, hatte also sein Leben, wie Politiker das eben so tun, in Sitzungen und Ausschüssen verbracht, und verstand etwas vom politischen Spiel und das meint: Von Intrigen und machtpolitischen Manövern. Ihn als Menschen zu charakterisieren, der „nie ein klassischer Machtpolitiker werden“ wollte, wie das im Klappentext zu Markus Feldenkirchens spannend zu lesendem Buch Die Schulz-Story. Ein Jahr zwischen Höhenflug und Absturz steht, lässt ausser Acht, dass ein Mann, der über zwanzig Jahre in der Brüsseler Verwaltungsanstalt in einflussreicher Position tätig war, genau das die meiste Zeit seines Berufslebens gewesen ist – ein klassischer Machtpolitiker.

Schulz sei in kürzester Zeit zu einer Art Kultfigur geworden, schreibt Markus Feldenkirchen. „Das vermeintlich uncoole Äussere des Mannes, der Anzüge von der Stange und als Brille ein Kassengestell trägt, wird plötzlich für hip erklärt. Diesen Hype hat niemand im Willy-Brandt-Haus vorhergesehen, er ist nicht Teil des Kampagnenplans, wird von niemandem recht verstanden und dementsprechend auch nicht genutzt.“ Das ‚vermeintlich uncoole Äussere‘? ‚Vermeintlich‘ darf man streichen.

Doch den Hype, den gibt es. Schulz‘ Auftritte kommen an, er wirkt (zumindest in den ersten Wochen) menschlich, nicht roboterhaft wie die Kanzlerin. Er spricht mit Leidenschaft und Pathos, stellt die selbsternannten Eliten den Busfahrern und Krankenschwestern gegenüber. Und erstaunlicherweise nehmen ihm die Leute sein Engagement für den kleinen Mann ab – schliesslich ist er selber keiner, verfügte er doch in Brüssel über ein fabelhaftes Einkommen, einen Mitarbeiterstab, der neben Fahrer, Protokollchef und jede Menge Assistenten sogar einen Saaldiener umfasste. Fast 20’000 Neumitglieder hat die SPD in wenigen Monaten gewonnen.

Die Schulz-Story. Ein Jahr zwischen Höhenflug und Absturz (Deutsche Verlags-Anstalt, München 2018) ist gelungener Mainstream Journalismus. Genau beobachtet, informativ und aufklärend, ansprechend erzählt, höchst unterhaltend – allerdings mit einem Schönheitsfehler: Das kritische Hinterfragen (die Essenz des Journalismus, wie ich einmal gelernt habe) der Mechanismen des Zusammenspiels von Medien und Politik habe ich vermisst. Da wird etwa ein Foto aus dem Zug, das Martin Schulz und Thorsten Albig, nach der Wahlniederlage des letzteren im Zug zeigt, als Beleg für die öffentliche Wahrnehmung gewertet. „Schulz schaute für einen Moment bedröppelt aus dem Fenster in den Regen und Albig zur anderen Seite auf sein Handy. Schon gab es ein Foto, das zum Sinnbild wurde: Die SPD hat resigniert. Wahlkampf ist auch die Kunst, jederzeit die Kontrolle über seine Gesichtszüge zu wahren.“ Ein Foto wurde zum Sinnbild? Wirklich? Vielleicht für ein paar Medienleute.

Es sind solche Sätze, die einem klar machen, dass nicht nur Politiker, sondern auch Journalisten in einer Blase leben. Die Bedeutung, die der Autor den Analysen (die manchmal nichts anderes als hingeworfene Sätze sind) von Politikern und Fernsehleuten gibt, ist nicht nur befremdend, sondern geradezu lebensfremd. Irritierend fand ich auch die kritiklose Übernahme der Darstellungspalette der Politiker: Wie kann man bloss glauben, dass das Foto eines Handschlags mit Macron auf Facebook und Twitter oder eine Wahlkampfrede von Belang sein können? Apropos Blase: Eindrücklicher als die Beschreibung wie Schulz mit einem Medientross im Schlepptau erfolglos das Gespräch mit den Bürgern sucht, kann man das Politik- und Medientheater kaum schildern.

Ich habe Martin Schulz nie anders als den typischen, grauen Europaparlamentarier wahrgenommen, einen Mann also, der Europapolitik macht. Henryk M. Broder hat ihn einmal so beschrieben: „Schulz „macht“ seit über 30 Jahren Europa-Politik. Er gehört zu denen, welche die EU an die Wand gefahren haben. Die EU ist am Ende. Schulz ist am Ende. Was er als „Gesellschaftsmodell“ bezeichnet, das verteidigt werden muss, ist das Geschäftsmodell einer kleinen aber machtgeilen Elite, deren Angehörige sich gegenseitig stützen und fördern. Von wegen Geschenk und Wunder. Es geht um Stabilität – bei der Besetzung der gut dotierten Posten, Und da wäscht eine Hand die andere.“

Martin Feldenkirchen beschreibt einen anderen Martin Schulz. Einen Mann, der sich selber bleiben, sich nicht verbiegen lassen will. Einer, der Journalistenfragen beantwortet (was gewiefte Interviewprofis nicht tun – „Auf welche Ihrer Fragen soll ich meine vorbereiteten Antworten ablesen?“, fragte Henry Kissinger einmal anlässlich einer Pressekonferenz). Einer, der im Aufzug für seine rote Nase nach Puder fragt. „Seine Konkurrentin Angela Merkel kennt dieses Problem nicht, sie ist rund um die Uhr mit einer vom Staat finanzierten Visagistin unterwegs“, kommentiert Markus Feldenkirchen. Nicht zuletzt solcher Infos wegen lohnt sich dieses Buch. Mir jedenfalls schärfen solche Details die Sicht aufs Ganze.

Immer wieder weist Feldenkirchen darauf hing, wie Schulz‘ Ideen und Reden von Beratern zurecht gebügelt, auf politisch akzeptierten Mainstrean getrimmt werden. Als der Kandidat einmal bei einem Museumsbesuch von Meereschildkröten erfährt, die Plastiktüten fressen, weil sie sie für Plankton halten, ist er derart aufgewühlt, dass er sich vornimmt, das (und das Versprechen, der nächsten Generation eine intakte Welt zu hinterlassen) zum Thema zu machen. Das wird jedoch erst am Parteitag im Dezember der Fall sein. „Es wird eine der leidenschaftlichsten Stellen seiner Rede, sie wird die grösste Begeisterung entfachen. Und so fragt man sich rückblickend, warum die Schildkröte erst im Dezember auftauchen und nicht schon durch den Wahlkampf schwimmen durfte.“ Ich hingegen fragte mich, wieso Politiker und Medienleute Reden eine solche Bedeutung beimessen? Nichts illustriert die Wählerferne deutlicher.

Überzeugend ist Die Schulz-Story auch deswegen, weil der Autor sich mit seinen Einschätzungen nicht zurückhält. „Schulz und sein Team wirken auf mich bisweilen wie Getriebene, die sich mehr von Umfragen und Medienberichten in die eine oder andere Richtung jagen lassen, als selbstbewusst ihren Kurs zu fahren.“ Und: „Angela Merkel hat die umfrageorientierte Politik während ihrer Amtszeit auf die Spitze getrieben. Kaum änderte sich bei einem Thema die Mehrheitsmeinung, änderte sich auch ihre Politik.“

Markus Feldenkirchen hat ein Lehrstück darüber geschrieben, wie die Medien Politik vermitteln – als story telling – und viele Einblicke in Denken und Handeln von Politikern und Medienleuten geliefert. Ambrose Bierce ist mir dabei immer mal wieder durch den Kopf gegangen, der einmal die Politik als Interessenkonflikt, maskiert als Prinzipienstreit definiert hat. Eindrücklicher dargestellt als in Die Schulz-Story habe ich das selten gefunden.

Darüber hinaus ist dem Autor auch ein eindrückliches Porträt unseres rastlosen, hektischen, von Impulsen dominierten Zeitgeistes geglückt. „Ständig brummt, klingelt oder piepst ein iPhone. Kaum ein Satz kann zu Ende gesprochen, kaum ein Gedanke zu Ende gedacht werden.“ Auch Angela Merkel sei handysüchtig, notiert er. „Wenn ihr etwas einfällt, schreibt sie rasch eine Nachricht. Ihre Vertrauten antworten sofort. So wird mit dem ersten Gedanken Politik gemacht, die Zeit des Nachdenkens, des Besinnens, fällt oft weg.“ Donald Trump allüberall, nur nicht so offensichtlich.

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Herzensbuechers avatar

Rezension zu "Was zusammengehört" von Markus Feldenkirchen

Ein Roman fürs Herz
Herzensbuechervor 2 Jahren

Das Buch ist eine Liebesgeschichte – aber eine Liebesgeschichte die verpackt ist in die Geschichte rund um den Fall der deutschen Mauer, das Leben und die Probleme der Menschen in Irland und die Midlife-Krise eines Bankers Anfang 40 und die Finanzkrise.

Benjamin erhält einen Brief aus Irland den er ungeöffnet lässt, aber erschüttert von der Tatsache, dass ihm nach 20 Jahren dieser Brief erreicht, reist er nach Irland. Langsam erinnert er sich an seine Jugend und an seine Jugendliebe, den Brief zu öffnen wagt er allerdings erst ganz am Schluss.

Die Liebesgeschichte bietet den Rahmen des Buches, wird aber beiläufig und nebenbei erzählt. Es ist keine Schnulze und kein typischer Frauenroman, sondern eine spannende und einfühlsame Geschichte über das Erwachsen werden und über eine verpasste Liebe.

Eine unbedingte Leseempfehlung, ein spannendes und zugleich anrührendes Buch das sich flüssig liest und bis zur letzen Seite spannend ist.

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Arizonas avatar

Rezension zu "Keine Experimente" von Markus Feldenkirchen

Der Aufstieg und Fall eines konservativen Politikers
Arizonavor 5 Jahren


„Keine Experimente“ lautete der Slogan der CDU im Bundestagswahlkampf 1957 unter Konrad Adenauer. Und das ist auch das Lebensmotto unseres Protagonisten, Frederik Kallenbach, einem konservativen Politiker aus dem Sauerland. 


Aufgebaut ist der Roman eigentlich wie ein Krimi, und zwar beginnt alles mit dem Verschwinden des Politikers. Alle rätseln, wo der 36 Jahre alte Bundestagsabgeordnete nur abgeblieben ist, es gibt keine Spur von ihm -aber dafür gibt es Spekulationen über ein eventuelles Doppelleben... 

Es folgt ein Rückblick in seine Kindheit, ins Alter von 12 Jahren, die Ehe seiner Eltern war recht unglücklich, sein Vater war sehr dem Alkohol zugetan und hat seine Zeit mehr in der Kneipe verbracht als zuhause, während es seine Mutter mit der Treue nicht so genau nahm. Die Schilderungen dort aus dem Dorfleben im Sauerland sind recht humorvoll geschrieben, z.B. vom Schützenfest mit all seinen Entgleisungen... allerdings ein sehr sarkastischer Humor. (Der Autor Markus Feldenkirchen stammt übrigens selbst aus dieser Gegend!) Diese doch sehr unglückliche Kindheit als Aussenseiter geht dann auch an Frederiks Psyche nicht ganz spurlos vorbei. Trost und Verständnis findet er nur bei dem jungen Pfarrer Schmiedebach.  Seine konservative Weltanschauung verfestigt sich dann, als er durch seinen Schulfreund Jürgen Kontakt zur konservativen Partei bekommt und auch aktiv im Wahlkampf mitmacht. Hier findet er seine Bestimmung, er hat Charisma und kann Leute von seinen Idealen überzeugen. Er lernt seine jetzige Frau Julia kennen, mit der er seit 15 Jahren verheiratet ist und 2 Söhne hat. Nach dem Studium in Bonn wird er Mitglied des Bundestags und zieht nach Berlin, während seine Frau mit den Kinder im Sauerland bleibt, wo er sie am am Wochenende besucht. 

Ein paar Monate vor seinem Verschwinden trifft Kallenberg in Berlin bei einer politischen Talkshow Liane, eine Feministin. Hier prallen zwei Welten aufeinander. Liane geht mit einer Freundin die Wette ein, dass sie ihn ins Bett bekommt. Die beiden verabreden sich... mehr wird nicht verraten - nur soviel: Durch diese Bekanntschaft gerät sein ganzes Weltbild so sehr ins Wanken, das nichts mehr ihm so erscheint wie zuvor. Wird es für ihn einen Weg zurück geben - zu seiner Frau ins heimische Sauerland? Und wieso ist er verschwunden? 

Also nun zur Bewertung: Zunächst, der Autor schreibt in einer schönen, klaren Sprache, und hat auch stellenweise einen speziellen Humor. So haben mir die Anfangskapitel aus dem Sauerland auch sehr gut gefallen. Aber der Mittelteil, in dem es doch auch viel um Politik und die konservativen Werte geht war mir einfach zu lang. Hier blieb auch der Humor leider auf der Strecke und mir erschien alles eher langweilig. Die Spannung konnte für mich nicht aufrecht erhalten werden. daher habe ich auch sehr lange an dem Buch gelesen. Das kann aber auch an dem für mich doch recht trockenem Thema Politik liegen. Auch fand ich die Geschichte sehr überladen, mit vielen Nebengeschichten, Rückblicken etc. Das Ende hat mir wieder besser gefallen. Witzig fand ich, dass in einige Szenen sogar unsere Kanzlerin auftauchte, köstlich!




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Markus Feldenkirchen wurde am 31. August 1975 in Bergisch Gladbach (Deutschland) geboren.

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