Markus Friedrich Die Jesuiten

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Inhaltsangabe zu „Die Jesuiten“ von Markus Friedrich

Seit seiner Gründung durch Ignatius von Loyola 1540 wirkte der heute größte katholische Männerorden in fast alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens hinein: Zwischen Armenseelsorge und elitärer Wissenschaft, politischer Beratung und weltweiter missionarischer Tätigkeit – kaum ein Gebiet, in dem die Jesuiten nicht tätig waren. Der renommierte Historiker Markus Friedrich liefert eine neue Gesamtdarstellung der Jesuiten, die wissenschaftlich fundiert und aus konfessionsneutraler Perspektive geschrieben ist. Anschaulich erklärt er, wie der Orden organisiert war, was ihn so erfolgreich machte, wie das Alltagsleben im Orden aussah, welche Aufgaben er in der säkularen Welt einnahm und wie er damit den Gang der Geschichte prägte. – Ein unverzichtbarer Beitrag, um die europäische Moderne zu verstehen.

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  • Detaillierte chronologische Darstellung der Geschichte und Bedeutung der Jesuiten

    Die Jesuiten
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    10. October 2016 um 15:38

    Detaillierte chronologische Darstellung der Geschichte und Bedeutung der JesuitenEng gedruckt, im Gesamtumfang knapp 150 Seiten Anhang mit Glossar und Literaturverzeichnis, schon die äußere Form weist darauf hin, dass Markus Friedrich sehr kleinteilig, detailliert und die Haupt- und Seitenlinien der Geschichte des Ordens auslotend vorgeht.Ein Eindruck, der sich während der Lektüre durchgängig bestätigt. Angefangen von einem Kriegserlebnis des baskischen Adeligen Inigo Lopez de Onaz y Loyolo mit sienen „ausgeprägten Vorstellungen von Ehre, Tapferkeit und Tugend“. Der in diesem konkreten Kampf schwer verletzt wurde. Ein prägendes Erlebnis im Gesamten, das weitreichende Folgen für die Welt, zumindest die katholische, nach sich ziehen sollte.Wie sich der Lebenswandel des Inigo durch dieses Erlebnis existenziell veränderte, vom kampferprobten und kampffreudigen Adeligen hin zu einer inneren und äußeren Selbstfindung, die knapp 20 Jahre später zur Gründung „seines“ Ordens führt, der „Gesellschaft Jesu“. Unter nun dem Namen „Ignatius von Loyola“. Und der zur Grundlage des Ordens die „universitäre Gelehrsamkeit“ als Streben setzte.Als Ignatius 1556 starb, stand der Orden auf „sehr gesunden Beinen“, aus ehemals 10 Mitbrüdern bei der Gründung waren knapp 1000 Ordensmänner geworden mit einem stetig wachsenden, weltweiten Missionsnetz.Eine Gründungsgeschichte, die im weiteren Verlauf der Jahrhunderte, so strukturiert es Friedrich, die „große Phasen“ durchlief und bis in die Gegenwart (wieder) Präsenz zeigt.Bis etwa 1730 währt der Aufstieg des Ordens, mit einigen Irrungen, Wirrungen und Gefährdungen, denn von Beginn an gab es auch und zunehmend Gegner (nicht nur die Inquisition). Wie die Jesuiten „der Welt fremd wurden“, ein „Antijesuitismus“ sind langsam entwickelte, der nach 1750 drastische Formen annahm und 1763 der Orden aufgelöst wurde, bildet den zweiten Teil der Darlegungen Friedrichs.Wie sich der Neubeginn ab 1814 vollzog, wie die Vielfalt im Orden sich der Vielfalt der „neuen Welt“ gegenüber verhielt, wie einerseits das „Konservative gepflegt wurde“, die Nähe zum vatikanischen Stuhl, andererseits aber schon in dieser Zeit das „Unbehagen an den reaktionären Extremen“ ebenso fassbar formuliert bereits wieder im Raum stand, diese Geschichte bis in die aktuelle Gegenwart hinein bildet den dritten und abschließenden Teil des Werkes.Wobei Friedrich sehr nachvollziehbar und überzeugend argumentiert seine Hauptlinie in der Analyse herausarbeitet. Die er weniger in den, mit konkreten Jesuiten verbundenen, Innovationen wie der „Hinwendung zu den Armen“, zur „Interkulturation“ bis hin zu gedanklichen Alternativen zu einer papstzentrierten Kirche hin verortet (wobei er die Ideengebäude der Jesuiten durchaus im Einzelnen nachvollzieht). Sondern vor allem den langfristigen Einfluss des Ordens durch seine „moderate, liberale Mitte“ als Kern der langen Geschichte des Ordens und vor allem Schwerpunkt des Wirkens seit Mitte des 19. Jahrhunderts setzt.„Ordensleute geben der Kirche heute ein zeitgemäßes, engagiertes Gesicht, ohne zur radikalen Einseitigkeit zu neigen“. Bis hin zu den Ideen und dem gesamten Habitus des aktuellen Papstes, der Jesuit ist.Wobei die Darstellung der Geschichte nichts Anderes ist und sein kann, wie Friedrich ausführt, als eine „Weltgeschichte im Kleinen“. Denn in so gut wie allen Strömungen der Zeitgeschichte, in allen Denkmustern und Ideologien arbeiteten Jesuiten sich hinein, wirkten mit, argumentierten, boten Alternativen und bewerteten.Was Friedrich sorgfältig aufnimmt, indem er den Leitmotiven des Ordens durch die Zeiten nachgeht. Mission, Bildungsbemühungen, Wissenschaft und die Spiritualität der „Geistlichen Übungen“, die das „innere Fundament“ des Ordens bilden.Gut strukturiert und immer wieder mit „Praxisbeispielen“ versehen („episodenhafte Aktivitäten“) gelingt es Friedrich am Ende durchaus, die Haltung der Jesuiten in ihrer ausdrücklichen Vielfalt durch die Zeiten hindurch differenziert darzulegen.„Drei Jesuiten, vier Meinungen“, ein alter, interner Witz, der das Ergebnis dieses Werkes dennoch in sich trägt.„Es gibt nicht „den“ Jesuitenorden oder „die“ Jesuiten“. Eine enorme, teils sich auch stark widersprechende Denk- und Handlungsweise, die oft in Reibung stand und steht mit der Suche nach Einheit und einer gemeinsamen Identität. Auch diese Spannung legt Friedrich genauso offen, wie er sich auf die Suche nach eben dem macht, was den Orden ins ich immer wieder zusammengehalten hat.Eine umfassende, wissenschaftliche, gründliche Betrachtung, die nicht als Bettlektüre geeignet ist, sondern den interessierten Leser zur Bereitschaft der Arbeit an und mit dem Buch auffordert. Dabei aber (fast) erschöpfend Auskunft zu geben vermag.

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