Markus Günther

 4.1 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Pietà, Gesichter Amerikas und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Markus Günther

Markus Günther, geb. 1965 in Bottrop, wuchs im Ruhrgebiet und im Münsterland auf, bevor er in Bochum, Lyon und Montreal Geschichte und Politische Wissenschaften studierte. Anschließend arbeitete er als Journalist für zahlreiche Zeitungen, darunter die Los Angeles Times und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Er berichtete über viele Jahre als Korrespondent aus Brüssel und Washington und gehörte dem White House Press Corps an. 2007 veröffentlichte er die erste deutschsprachige Obama-Biographie. Nach mehreren Sachbüchern und Essays zu historischen, sozialen und psychologischen Themen erschien 2017 sein erster Roman „Weiß“ (Dörlemann Verlag, Zürich). Für seine Texte wurde Markus Günther vielfach ausgezeichnet. Er lebt heute mit seiner Frau und drei Kindern in Bad Godesberg bei Bonn.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Markus Günther

Cover des Buches Pietà (ISBN: 9783038481898)

Pietà

 (10)
Erschienen am 07.02.2020
Cover des Buches Weiß (ISBN: 9783038200437)

Weiß

 (0)
Erschienen am 13.02.2017

Neue Rezensionen zu Markus Günther

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Rezension zu "Pietà" von Markus Günther

Erwartungen die nicht erfüllt wurden
Seelensplittervor einem Monat

Meine Meinung zum Buch:

Pietá



Inhalt in meinen Worten:

In dieser Geschichte geht es um. Lutz Brokbals. Er ist schon früh, zu früh mit dem Tod belastet und in Kontakt gekommen. Doch was bedeutet das? Für ihn viel. Denn er will vom Tod wegrennen und als seine Eltern sterben muss er hinsehen, doch gelingt ihm das?

Das müsst ihr euch von ihm erzählen lassen.


Wie ich das Gelesene empfinde:

Das Buch ist für mich schwerfällig, der Sprachstil ungewohnt und zu verschachtelt und auf die Charaktere konnte ich mich nicht wirklich einlassen, schade, denn eigentlich hatte ich mir hier wirklich mehr erwartet. Denn es wirkte für mich wie ein Jugendbuch, doch genau das ist es in meinen Augen nicht.

Es ist ein Buch für geübte Leser, die auch einmal bewusst sich durch Texte denken wollen, sich bewusst aber auch mit Schwere und Schmerz beschäftigen möchten, doch für mich war es das nicht. Es ist für mich schon der Anfang mehr als schwer. Denn er erzählt wie innerhalb von einem Jahr seine Mutter vier Kinder verlor, wie er die erste Liebe fand und mit ansah wie etwas geschah, als dann im erwachsenen Alter seine Eltern starben und er nicht so recht bereit war, lozulassen, wurde es schwer, denn er war nicht vorbereitet. Das kam erst viel später. 

Doch letztlich geht das Buch für mich einfach nur deprimierend und ziemlich schwer zu Ende. 

Ich war sogar froh das ich am Ende der Geschichte ankam, das hab ich selten bei Geschichten.


Was ich gut fand:

Doch was ich gut empfand, ist wie heftig das Thema Tod in den Mittelpunkt gezogen ja fast gezerrt wurde. Denn zu selten reden wir über den Tod, über das was vielleicht noch kommt. Über das was es heißt Loszulassen. 


Glaube:

Der Glaube wurde mir jedoch zu sehr nach hinten gestellt, für dass das diese Geschichte in einem christlichen Verlag erschien, kam fiel der Glaube für mich hintenüber.


Sprache und Spannung:

Die Sprache des Buches ist in der Ich-Form gewählt und dazu in einer sehr verschachtelten und sehr anstrengenden Sprache, so das ich nach wenigen Seiten immer wieder eine Pause brauchte, so kam keine Spannung und auch kein Gefühl für mich auf und die Charaktere die noch mit in der Geschichte steckten nicht an Glanz und Füllung erhielten sondern nur Erwähnte waren, das war für mich dann doch nicht das, was ich erwartete.


Bewertung:

Ich kann mir jedoch vorstellen, dass das Buch seine Fans findet, nur mich konnte es nicht so wirklich erreichen, deswegen gebe ich nur zwei Sterne.

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Rezension zu "Pietà" von Markus Günther

„Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“
strickleserlvor einem Monat

In diesem Buch setzt sich der Ich-Erzähler Lutz mit dem Tod auseinander. Als Jugendlicher besucht er ein katholisches Jungeninternat. Das Buch beginnt mit der Aufregung unter den Jugendlichen als ein Pater ihrer Klostergemeinschaft stirbt. Das erinnert Lutz an die beiden Brüder, die er nie kennenlernen durfte, da sie schon früh starben. 


Lutz erlebt den Tod als einen Feind, der unberechenbar ist und ohne Vorwarnung zuschlägt. Ein Mitschüler begeht Selbstmord, ein anderer verunglückt tödlich und ein dritter verliert seinen Vater. In melancholischen Tönen sinnt Lutz über diese Verluste nach. 


Doch ihn beschäftigt nicht nur der Tod, sondern auch die Liebe. Er ist fasziniert von der Schönheit seiner Freundin, stellt aber später selbstkritisch fest, dass es ihm weniger um Liebe ging, als um den Erfolg dieses Mädchen erobert zu haben.


Als seine Mutter im Sterben liegt, verdrängt er den Gedanken an den Tod. So trifft ihn dieser Verlust völlig unvorbereitet. Als bald darauf sein Vater stirbt, ist er innerlich gewachsen. Er verbringt lange Tage am Krankenbett des Vaters und bereitet anschließend sogar selbst den Leichnam für die Bestattung vor.


In den ersten Kapiteln fällt es schwer in die Geschichte hineinzukommen, doch schon bald ist die Erzählung fesselnd. Wie das Bild auf der Titelseite, geht Lutz zumeist gebeugt durch seine Tage. Er durchlebt wunderbare Zeiten der Liebe, doch der große Feind namens Tod ist stets in seiner Nähe.   


Der Titel dieses Buchs ist ungewöhnlich und vermutlich für einige nicht-katholische Leser unverständlich. Pietà ist ein italienisches Wort für Mitleid. In der Kunst ist eine Pietà eine Skulptur, die den toten Jesus auf dem Schoß seiner Mutter, Maria, zeigt. Als Junge hört Lutz eine Predigt über die Pietà im Kirchraum. „Genau dann, in diesem Moment, den uns die Skulptur vor Augen stellt, verliert der Tod seinen Schrecken. Denn hier ist der Sterbende, ja selbst noch der Tote, von Liebe umfangen.“


Obwohl dieses Buch in einem christlichen Verlag erscheint, bleibt die Frage nach Gott offen. Der katholische Kindheitsglauben, der im Internat vermittelt wurde, hat für den erwachsenen Lutz keine Bedeutung. Am Bett seines langsam sterbenden Vaters versöhnt sich Lutz mit dem Abschied von dem Leben. Er verliert seine Angst vor dem Tod, doch es wird nicht klar, worauf sich seine Hoffnung gründet. 


Fazit: Obwohl dieses Buch tiefgründige philosophische Fragen aufwirft, ist es so gut geschrieben, dass es den Leser fesselt. Dieses Buch versöhnt mit dem letzten Feind, dem Tod, allerdings leider ohne auf die Auferstehungshoffnung durch den auferstanden Christus hinzuweisen. Trotzdem sehr empfehlenswert, vor allem für Menschen die tiefgründige Erzählungen mögen.


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Rezension zu "Pietà" von Markus Günther

"Die Wege der Menschen kreuzen sich nicht zufällig"
Waschbaerinvor 7 Monaten

Das Buch "Pietà" von Markus Günther ist kein alltäglicher Roman. Wahrscheinlich wird sich nicht die große Masse darauf stürzen, ist der Inhalt doch sehr speziell und passt nicht in den Modus - "wir wollen Spaß". Es geht um das Leben - oder besser gesagt um den Tod, dem wir uns mit jedem Tag unseres Lebens nähern. 

Zuerst einmal etwas über das Äußere. Das Buch fasst sich wunderbar an, liegt herrlich in der Hand und ich musste immer wieder über den Einband streichen. Eine liebevolle Geste, die vielleicht auch dem Cover gilt. Genau so wie der junge Mann dort steht, stelle ich mir Lutz vor, den Kopf unschlüssig nach vorn gebeugt, den Blick auf den Boden gerichtet. 

Lutz, der Protagonist, verbrachte seine Schulzeit in einem kath. Internat. Wessen Gedanken nun sofort auf sex. Missbrauch gerichtet sind, denkt falsch. Es gab schon immer kath. Schulen, in denen junge Menschen ganz normal ausgebildet und auf das Leben vorbereitet wurden. Erstmals im Leben wird Lutz mit dem Tod konfrontiert, als einer der Padres stirbt. Doch es berührt die Schüler nur in der Beziehung, dass sie neugierig sind wie ein Toter aussieht. Auch als Freunde von ihm (Lutz) ums Leben kommen, weiß er nicht damit umzugehen. Linkisch steht er vor deren Eltern und weiß nicht was zu sagen ist. In seinem Leben hat der Tod noch keinen Platz. Das Leben liegt vor ihm und verspricht großartig zu werden. Das Studium bringt ganz neue Freiheiten und auch Erkenntnisse. Was ist Geschichte? fragt sein Professor. Und je mehr Lutz nach einer Antwort sucht, umso mehr stellen sich ihm Fragen nach dem Leben, auch seinem eigenen. Seite 115: "Natürlich habe auch ich, wie viele andere, oft davon geträumt, alle Fesseln abzustreifen. ..." Doch unaufhörlich drängt sich das wirkliche Leben und der Umgang mit dem Tod in seinen Alltag, als bei seiner Mutter Krebs festgestellt wird. Unheilbar. Das Unfassbare nicht wahrhaben wollen. Nicht annehmen können, bis es sich nicht mehr leugnen lässt. Seite 130: "Ich ahnte nicht, dass ich die letzte Chance vertan hatte, mich von Mensch zu Mensch mit ihr auszutauschen, bevor die Wesensveränderungen einsetzen, die jeden todkranken Menschen zu einem Fremden machen und unüberbrückbare Gräben aufreißt". Noch immer die albernen Reden: "Weiterkämpfen und nicht aufgeben". Bis seine Mutter sagt: "Ich kann nicht mehr". Jedoch, wann ist man als junger Mensch bereit, seine Mutter herzugeben? Wahrscheinlich glauben selbst erwachsene Kinder noch immer wider besseres Wissen, die eigenen Eltern würden sie durch ihr ganzes Leben begleiten, bis sie selbst alt werden. Welch ein Trugschluss!

Zuerst stirbt seine Mutter und kaum ist sie unter der Erde, erkrankt auch sein Vater allerschwerst. Bezeichnend Seite 143: " ... Ich hatte verstanden, dass man ärztliche Warnungen dieser Art doch ernst nehmen musste und dass Menschen auch gegen meinen ausdrücklichen Willen sterben können". 

Auf Seite 144: " Der Tod ist nicht einfach ein Ereignis, er ist ein Wesen, das kommt, manchmal mit Radau hineinplatzt mitten ins Leben, sich manchmal aber auch katzengleich auf leisen Pfoten unbemerkt hineinschleicht und behende sein grauenhaftes Geschäft verrichtet". 

"Trauer macht einsam", lesen wir auf Seite 152. Wie wahr. Niemand kann uns die Trauer abnehmen, niemand kann sie uns erleichtern. Trauer ist immer individuell und nicht auf mehrere Schultern zu verteilen. 

Doch das Buch wäre zu traurig, gäbe es nicht auch ein Blick auf die Zukunft. Seite 188: "Die Wege der Menschen kreuzen sich nicht zufällig". Lutz lernt seine neue Freundin Michaela kennen. 

Besonders gut gefiel mit ein kurzer Abschnitt auf S. 227: " Von allen Metaphern und Redensarten, mit denen Menschen versuchen, über Sterbende zu sprechen ist diese vielleicht die treffendste: Wer stirbt, macht sich auf den Weg. Das heißt, dass er sich langsam entfernt, dass er eine Zeitlang noch in Ruf- und Sichtweite ist, dass er dann aber in unerreichbarer Ferne verschwindet. Und es heißt auch, dass er nur ein Stück weit begleitet werden kann; die letzten Schritte aber tut er ganz allein". 

"Pietà" ist ein wundervolles Buch über das Leben, welches für uns alle eines Tages mit unserem Tod zu Ende geht. Der Autor ist ein Meister der leisen Töne und vermag auch noch die schlimmsten Ängste und Gefühle in versöhnliche Worte zu kleiden, was selbst das Unfassbare für uns Menschen durchlebbar erscheinen lässt. Wir halten das alles aus. 

Der fontis Verlag hat mit diesem Buch wieder ein außergewöhnliches  Werk verlegt.


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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Pietà

Eine wunderbare Erzählung übers Erwachsenwerden: packend und existenziell. Lektionen des Lebens, die jeder lernen muss: Liebe und Abschied

Liebe Leser,

Wir freuen uns, euch den neuen Roman von Markus Günther vorstellen zu können. ACHTUNG !! Wer den Verlag kennt, dies ist kein christlicher Roman ! Bitte Beachten !!. Die Leserunde startet zeitnah mit Erhalt des Printexemplars . Wir sind gespannt auf eure Leseindrücke und Rezensionen..

https://www.fontis-shop.de/Pieta?sourceRef=int%3Asuggest&userInput=pieta


Was heißt schon Erwachsenwerden? Wo beginnt es, und wo hört es auf? Und was muss dabei geschehen? Markus Günther hat eine klassische "Coming of Age"-Geschichte geschrieben, und doch fällt sein Held Lutz Brokbals aus jedem literarischen Rahmen. Ja, er hadert mit sich selbst und seinen Gefühlen, er wartet sehnsüchtig auf die große Liebe und ein abenteuerliches Leben. Doch da ist noch etwas, was ihn quält und lähmt: die Frage nach den letzten Dingen, auch nach dem Tod. Alice Millers "Drama des begabten Kindes" hallt in dieser Geschichte ebenso nach wie Hermann Hesses Jugendroman "Peter Camenzind". Auch Lutz Brokbals kann seine widerstreitenden Gefühle kaum bändigen und lernt schließlich doch die wichtigsten Lektionen des Lebens, die Liebe und den Abschied. Der Riese, den Lutz besiegen muss, ist in keiner Fabelwelt zuhause, sondern in der Seele eines jeden Menschen. Erst wenn er zu Fall gebracht ist, weitet sich der Blick für die unendlichen Möglichkeiten der Liebe, der Freiheit, des Lebens. Dann wird aus Zweifel Zutrauen und aus Todesfurcht Lebenslust.

STIMMEN ZUM BUCH:
"Ein ungemein fesselndes Buch!" - Klaus Nachbaur, PUR-Magazin

"Markus Günthers Erzählung vom Erwachsenwerden des überempfindlichen Lutz Brokbals reiht die Momente einer allmählichen Verwandlung wie Perlen aneinander. Seine Poesie trägt die Prägungen bestimmter Orte und Jahre und beschwört doch jene Ängste und Sehnsüchte, die zu allen Zeiten Menschen bewegt haben. Ein packendes Buch, das den schwierigen und existenziellen Fragen des Lebens nicht ausweicht. Und das sich vielleicht gerade deshalb liest wie eine kraftvolle Ermutigung, sich zuversichtlich auf das Abenteuer Leben einzulassen. Ein Buch für alle Liebenden, für alle Trauernden und für alle, die noch wachsen wollen."

90 BeiträgeVerlosung beendet
W
Letzter Beitrag von  Waschbaerinvor 7 Monaten

Heute wird im Feuilleton der FAZ das Buch "Pietà" besprochen.

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