Markus Gabriel

 3,6 Sterne bei 44 Bewertungen
Autor*in von Warum es die Welt nicht gibt, Ich ist nicht Gehirn und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Markus Gabriel, geboren 1980, studierte in Bonn, Heidelberg, Lissabon und New York. Seit 2009 hat er den Lehrstuhl für Erkenntnistheorie, Philosophie der Neuzeit und der Gegenwart an der Universität Bonn inne. Dort ist er Direktor des Internationalen Zentrums für Philosophie sowie des interdisziplinären Center for Science and Thought. Er ist einer der Gründungsdirektoren des Institute for Philosophy and the New Humanities an der New School for Social Research in New York City. Seit 2024 ist er außerdem Senior Global Advisor am Kyoto Institute of Philosophy.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Die radikale Freiheit der Kunst (ISBN: 9783550202629)

Die radikale Freiheit der Kunst

Erscheint am 29.10.2026 als Gebundenes Buch bei Ullstein Buchverlage.

Alle Bücher von Markus Gabriel

Cover des Buches Warum es die Welt nicht gibt (ISBN: 9783548375687)

Warum es die Welt nicht gibt

(22)
Erschienen am 07.01.2015
Cover des Buches Ich ist nicht Gehirn (ISBN: 9783548376806)

Ich ist nicht Gehirn

(5)
Erschienen am 17.11.2017
Cover des Buches Der Sinn des Denkens (ISBN: 9783548061207)

Der Sinn des Denkens

(4)
Erschienen am 28.02.2020
Cover des Buches Der Mensch als Tier (ISBN: 9783548068381)

Der Mensch als Tier

(1)
Erschienen am 28.09.2023
Cover des Buches Moralische Tatsachen (ISBN: 9783406837470)

Moralische Tatsachen

(1)
Erschienen am 15.10.2025

Neue Rezensionen zu Markus Gabriel

Cover des Buches Moralische Tatsachen (ISBN: 9783406837470)
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Rezension zu "Moralische Tatsachen" von Markus Gabriel

MsWatson
Leseempfehlung für alle, die sich gern mal mit anspruchsvollen Ideen beschäftigen

In der öffentlichen Debatte ist Moral immer wieder überall. Sie ist irgendwie subjektiv aber auch ein absolutes Muss. Man kann Menschen ohne Moral nicht vertrauen. Aber was ist das am Ende denn genau?


Markus Gabriel will mit seinem Buch zeigen, dass Moral weder Geschmackssache ist noch ein kulturelles Konstrukt, noch die bloße Summe von Gefühlen, sondern dass es moralische Tatsachen gibt.

Gabriel, Jahrgang 1980, ist Professor für Erkenntnistheorie und Philosophie der Neuzeit und Gegenwart an der Universität Bonn und einer der meistgelesenen deutschen Philosophen der Gegenwart. Er schafft es – zumindest meiner Meinung nach – anspruchsvolle Philosophie zugänglich zu machen und seine Leserschaft mitzunehmen - auf einen zugegebenermaßen anspruchsvollen aber gut verständlichen Weg. Das muss man dann aber eben auch wollen. 


Wenn jemand ein ertrinkendes Kind im flachen Wasser sterben lässt, weil er seinen Feierabenddrink nicht aufgeben will, dann ist das nicht bloß unangenehm oder gesellschaftlich unerwünscht. sondern es ist objektiv falsch. Diese moralische Tatsache existiert, unabhängig davon, ob jemand sie anerkennt. Gabriel nennt diese Position moralischen Realismus, und er verwurzelt sie in seinem weiteren philosophischen Projekt des Neuen Realismus: Die Wirklichkeit erschöpft sich nicht in dem, was die Naturwissenschaften beschreiben. Es gibt viele Sinnfelder. Die Physik ist beispielsweise eines davon, die Moral ein anderes. Moralische Fakten sind in diesem Sinn genauso real wie Fakten über die Schwerkraft, nur in einem anderen Bereich der Wirklichkeit verortet. Gabriel zieht daraus eine doppelte These: ontologisch, dass moralische Tatsachen existieren; epistemologisch, dass Menschen sie erkennen können. (Ja, ich sag ja: Das Buch ist nicht ganz einfach.)


Für ihn lässt sich Moral nicht im Labor messen und deshalb muss die Philosophie ihr Recht auf eigene Erkenntnisbereiche zurückfordern. Das ist ein altes Argument, und Gabriel führt es mit großer Energie. Er arbeitet sich durch Kant und dessen Erben, entwickelt, was er eine konkrete Ethik nennt Also eine Ethik, die moralische Tatsachen nicht als abstrakte Prinzipien versteht, die dann auf Fälle angewendet werden, sondern als in konkreten Situationen verankert, in denen von allen Menschen dasselbe Handlungsmuster gefordert wird.


Also unterm Strich: Es ist schwere Kost, die unser Hirn definitiv fordert und ein Buch, das man nicht einfach mal so durchliest. Man muss sich mit der Materie beschäftigen. Anders funktioniert das hier nicht. 

Empfehlen würde ich dieses Buch deshalb auch nur Menschen, die sich mit solchen intellektuellen Themen beschäftigen wollen und bereit sind, tiefer in die Moralphilosophie einzutauchen. Wer dagegen eine leichte Einführung in die Ethik sucht oder philosophische Strenge als hinderlich empfindet, sollte mit dem Buch gar nicht erst anfangen. Dieses Buch verlangt Konzentration und gibt sie zurück als einen deutlich geschärfteren Blick auf die Welt nach der Lektüre. 

Der Blick eines weltweit anerkannten Philosophen auf die Frage des Kinderwahlrechts

„Wie wir von unseren Kindern lernen, wie Zukunft geht“

Ich möchte Euch den zweiten Band aus der Reihe „Briefe an die kommenden Generationen“ aus dem Kjona Verlag vorstellen. In dieser Reihe entwerfen AutorInnen optimistische Zukunftsszenarien für wichtige gesellschaftliche Fragestellungen.

Der weltweit anerkannte Philosoph Markus Gabriel nähert sich hier der Frage des Kinderwahlrechts und entwickelt gleichzeitig ein Plädoyer gegen einen strukturellen Adultismus und für die Integration einer Gesellschaftsschicht, der wir alle einmal angehört haben, in (politische) Entscheidungsprozesse.

Dabei untersucht er zunächst aus philosophischer und wissenschaftlicher Sicht Unterschiede des kindlichen und des erwachsenen Bewusstseins. Er zieht große Philosophen heran, um seine Thesen zu untermauern, betrachtet juristische Aspekte, schaut in die Kunst als Ausdrucksform kindlicher Anteile im Menschen und lässt auch sehr entspannt und nahbar persönliche Erfahrungen und Blickwinkel einfließen.

Gabriel legt schonungslos offen, wie Adultismus unsere Gesellschaft beschränkt. „Als ob Erwachsensein die Norm der Menschheit wäre!“ (S. 14) Und doch lehren wir unsere Kinder vor allem eins: endlich erwachsen zu werden.

Schade, dass er der Briefform nicht treu geblieben ist. Es beginnt nämlich mit „Liebe Kinder, …" und ich dachte: "Wow, da richtet ein gestandener Philosoph wirklich einen Brief an Kinder über das Kinderwahlrecht und spricht die Betroffenen direkt an. Das wird interessant!" Es wurde auch interessant, aber es ist weder ein Brief und als Essay auch nicht unbedingt für Kinder geschrieben. Doch wir haben ja auch noch nicht über die Definition von „Kind“ gesprochen. UND der Essay gehört in die politische Diskussion und muss vor allem dort Gehör finden. Es bleibt - auch literarisch - ein sehr lesenswerter Text, über den man viel diskutieren kann und muss.

„Denn die Zukunft der Kinder ist offen, offen für ein anderes Erwachsensein, das noch nicht auf eine Illusion festgelegt ist, dass die Zukunft bereits feststeht.“ (S. 61)

Cover des Buches Der Sinn des Denkens (ISBN: 9783548061207)
B

Rezension zu "Der Sinn des Denkens" von Markus Gabriel

blerta
Denken als sechster Sinn

Markus Gabriel stellt in diesem Buch seine Thesen vor, die das menschliche Denken als Sinnesorgan verstehen. Dabei stellt er zuerst klar, inwiefern sich menschliches Denken heraushebt und, dass es nicht künstlich nachgebaut werden könne.

Ich schreibe diese Rezension als jemand, der noch nicht die Tiefen der Philosophie erblickt hat, aber doch ein wenig Grundwissen vorweisen kann. Grundsätzlich war das Buch sehr verständlich geschrieben. Begriffe, die ich nicht kannte, wurden eingeführt, erklärt und dann wiederverwendet. Ich denke, dass Leute, die noch nicht mit der Philosophie in Kontakt gekommen sind, dieses Buch mit dem benötigten Willen gut verstehen können. Vor allem, da Markus Gabriel viele Beispiele bringt, die er auf Alltagssituationen anwendet und so verständlicher und zugänglicher macht.

Dabei sollte man aber aufpassen, dass man die persönliche Position des Autors gut versteht und auch abgrenzen kann, wann Argumente aus dieser Position widerlegt werden.

Für Gabriel gehört das Denken selbst zur sinnlichen Wahrnehmung, denn wir befinden uns stets inmitten von Sinnfeldern in unseren eigens erschaffenen Wirklichkeiten. Dementsprechend gibt es mehrere Wirklichkeiten und man muss sich mithilfe des Denkens darüber bewusst werden, in welchem Sinnfeld man sich befindet, um zur Wahrheit zu gelangen. 

Ein spannendes und faszinierendes Buch!

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