Markus Gabriel

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Autor von Warum es die Welt nicht gibt, Ich ist nicht Gehirn und weiteren Büchern.

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Warum es die Welt nicht gibt

Warum es die Welt nicht gibt

 (16)
Erschienen am 07.01.2015
Ich ist nicht Gehirn

Ich ist nicht Gehirn

 (4)
Erschienen am 17.11.2017
Skeptizismus und Idealismus in der Antike

Skeptizismus und Idealismus in der Antike

 (1)
Erschienen am 14.05.2009
Sinn und Existenz

Sinn und Existenz

 (1)
Erschienen am 08.03.2015
An den Grenzen der Erkenntnistheorie

An den Grenzen der Erkenntnistheorie

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Erschienen am 16.09.2014
Der Neue Realismus

Der Neue Realismus

 (0)
Erschienen am 14.07.2014
Der Sinn des Denkens

Der Sinn des Denkens

 (0)
Erschienen am 07.09.2018
Why the World Does Not Exist

Why the World Does Not Exist

 (0)
Erschienen am 04.05.2015

Neue Rezensionen zu Markus Gabriel

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M

Rezension zu "Ich ist nicht Gehirn - Philosophie des Geistes für das 21. Jahrhundert" von Markus Gabriel

Der freie Wille ist mehr als Biochemie
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Der freie Wille ist mehr als Biochemie

Mit seiner Beobachtung der zunehmenden „Vorherrschaft“ neurobiologischer Erklärungen und einer neurowissenschaftlichen Haltung dem Menschen und seinem Gehirn, sprich „dem Bewusstsein“ gegenüber, irrt Gabriel nicht.

Die Vielzahl der Veröffentlichungen und die Schwerpunkte der Forschung im letzten Jahrzehnt sprechen hier eine eindeutige Sprache.

Wer oder was nun ist das aber, das „Ich“, jenes „Ich“, das seit tausenden von Jahren im Mittelpunkt philosophischer, religiöser, ethischer und moralischer Fragen steht. Und was wäre eine diesem „Ich“ entsprechende Lebensweise, die Frage nach Sinn und Glück, die sich im Gefolge der grundlegenden Fragen nach dem „Ich“ ebenfalls stellt?

Das sind die Fragen, denen Gabriel beschreibend und interpretierend nachgeht, für die er sich auf die „klassische“ Geistesgeschichte stützt und von dieser Grundlage aus durchaus überzeugend vorlegt, dass jenes „Ich“ eben nicht nur eine Summe neuronaler Verbindungen darstellt, sich eben nicht in Formeln erschöpft oder als „Software“ eines „Computers Gehirn“ eine „Aufführung“ aufführt.

Dies im Übrigen nicht in trockener, abstrakter Art und Weise, Gabriel versteht es sehr wohl (neben klassischen Exkursen), moderne „Erscheinungsformen“ des kulturellen Ausdrucks mit grundlegenden Erkenntnissen der Philosophie und Psychologie zusammen zu bringen.

Und es ist interessant zu lesen, wenn Gabriel die Film-Figur „Stromberg“ mit seinem „Lass das mal den Papa machen“ auf den Hintergrund Freudscher Erkenntnisse setzt und dessen „Ich-Konzept“ auch in einer solchen erfundenen Figur offenzulegen vermag.

„Es gibt einen Zusammenhang zwischen unseren Selbstbeschreibungen und der Qualität unseres bewussten Lebens“. Somit eine „innere Interpretation“, die sich einer Erklärung durch rein technisch verstandene, neuronale Funktionen entzieht und darüber hinaus geht. Anhand der „psychischen Ordnung“ des Großraumbüros bei Stromberg veranschaulicht Gabriel dann sehr verständlich, wie „unbewusste“ Bewertungen und tiefliegende Erfahrungswerte den Menschen zu einer Ordnung seines aktuellen Umfeldes durch nicht frei zugängliche Bewertungsmuster bewegen. Als „Beschreibungsebene unserer sozialen Interaktion“ kann hier das „Ich“ definiert werden.

Nach einer ausführlichen Darlegung zentraler Begriffe der Geistesgeschichte zu „Ich“ und „Bewusstsein“ geht Gabriel somit (nicht nur im Falle Freuds) akribisch den Gedankenlinien nach, die das „Ich“ im Rahmen der „Philosophie des Geistes“ zum Thema erkoren haben und stellt sich der Frage, wie das „Neuronengewitter unter der Schädeldecke“ mit dem Bewusstsein zusammenhängt.

Als Teil des Bewusstseins, aber nicht als erschöpfende Erst- und Letztursache.

Im Stil durchaus verständlich, oft mit eingängigen, praktischen Anschauungen, entsteht so ein Plädoyer für eine eigenständige, geistige Freiheit, die sich nicht in (irgendeiner) Ideologie oder in reinem Materialismus erschöpft. Trotz einer klaren Positionierung des Autors, der dabei auch sehr selektiv vorhandene Gedankengebäude nutzt (oder eben links liegen lässt bis "herunter redet") kreist Gabriel doch um eine Kernfrage menschlichen Seins und bietet reichlich Anregungen zur eigenen Auseinandersetzung mit ihm und dem Thema. 

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BettinaR87s avatar

Rezension zu "Warum es die Welt nicht gibt" von Markus Gabriel

Philisophie für die Massen?
BettinaR87vor 5 Jahren

Denkt man an das Fachgebiet der Philosophie, hat man unweigerlich die antiken Verfechter dieser Disziplin vor seinem inneren Auge, die ohne Ende schwadronieren. Dass es auch viel unterhaltsamer geht, verständlicher und was pinke Einhörner damit zu tun haben, zeigt Deutschlands jüngster Philosophieprofessor.



Der Titel besagt schon das Wichtigste: Die Welt? Gibt es nicht. Wer jetzt aber frohlockend meint, dann gäbe es auch keine Matheklausur am Ende des Semesters, muss enttäuscht werden. Die gibt es wohl, genauso wie pinke Einhörner und wo wir schon mal dabei sind: die grünen Männchen auf dem Mars erst recht. Aber dein Weltbild und mein Weltbild? Sind natürlich völliger Quatsch!



Bunte Bilder in grauer Theorie



Des Rätsels Lösung findet man im Buch mehrfach erklärt und soll an dieser Stelle keineswegs verraten werden. So viel aber sei gesagt: Worum es grundsätzlich geht, sind philosophische Konzepte rund um beispielsweise den Konstruktivismus bis hin zum „neuen Realismus“. So hebt der Autor seinen Monolog von der spaßigen Philosophie auf ein durchaus anspruchsvolles Niveau. Genau das macht den Nutzwert des Buchs aus – die hohe Theorie gemischt mit verständlichen und witzigen Beispielen.

Weg mit dem Alten!

Trotzdem ist es keine ganz einfache Gedankenübung, auf die sich der Leser einlässt. Die Basis bildet seine Auffassung, dass die naturwissenschaftlich untersuchbaren Gegenstände längst nicht das einzige sein können, die existieren. So weit, so gut – das ist nicht neu. Doch was ist mit den Realitäten, die wir uns vorstellen und damit auch generieren? Damit nimmt er direkt andere Konstrukte wie den Neurokonstruktivismus aufs Korn und entwickelt im weiteren Verlauf gar seine eigene Denkschule: den neuen Realismus.

Der Titel des Buchs lässt den potenziellen Leser umgehend stutzen. Das ist natürlich ganz bewusst so gestaltet worden und auch nicht ganz so neu: Die Philosophie befindet sich im Aufwind und damit die Schriften, die das Ganze einigermaßen verständlich rüberbringen. Mit dem Niveau des Monologs können Einsteiger aber nur bedingt mithalten. Daher sei eine kleinere Vorbildung auf dem Gebiet der Philosophie durchaus empfohlen. Insgesamt ein unterhaltsames, informatives und lehrreiches Lesevergnügen! Trotz Matheklausur am nächsten Tag.

Kommentare: 1
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Rezension zu "Warum es die Welt nicht gibt" von Markus Gabriel

Erstaunliches von Deutschlands jüngstem Professor für Philosophie
michael_lehmann-papevor 5 Jahren

 

„Worin befinden wir uns?“, das ist die Ausgangs- und Grundfrage, die Markus Gabriel in seinem erfrischenden und dennoch sehr fundierten und tiefgreifenden Buch stellt.

Oder, frei nach Douglas Adams: „Das Leben, das Universum und der ganze Rest“, was ist das eigentlich, alles zusammen betrachtet? Eher „Nichts“, zusammen betrachtet, um es vorweg zu sagen. Denn „die Welt“ gibt es nicht. Was Gabriel nicht nur „irgendwie“ behauptet, sondern luzide nachzuweisen versteht. Mit erstaunlichen Erkenntnissen und Etappen auf dem Weg des „neuen Realismus“.

 

Denn trotz diese lockeren Einsteigs und der ausgeprägten Fähigkeit Gabriels, sehr verständlich und flüssig sich auszudrücken, von Beginn an sei gesagt, dass hier kein philosophisches Leichtgewicht ein paar anregende Lebensweisheiten von sich gibt, sondern das Buch durchaus einer gründlichen Reflektion und der Bereitschaft, sich konzentriert mit den Gedanken Gabriela auseinander zu setzen bedarf.

Denn schon der „ganz einfache“ Anfang mit dem „ganz einfachen Grundsatz“, „dass es die Welt nicht gibt“ zeigt auf, dass hier Abstraktionsvermögen gefragt sein wird, mithin die völlig selbstverständlichen Grundlagen des alltäglichen Denkens und Handelns gründlich durchgeschüttelt werden. Vor allem, da dieser Grundsatz, „dass es die Welt nicht gibt“ mit einschließt, „dass es alles andere gibt“. Und zwar subjektiv und objektiv. Aber mit Unterschieden zwischen beiden.

 

Es gibt also „alles“ aber eines nicht, nämlich „die Welt“. Soweit so klar?

 

Mitnichten. Aber bald. Denn in der Entfaltung eines „neuen Realismus“ geht Gabriel sehr nachvollziehbar und bestens argumentiert die erkenntnistheoretischen Wege der letzen Jahrzehnte nach und führt den Leser immer wieder an die Wände, in die Sackgasen und in die gedankliche Unmöglichkeit dessen, was der  einzelne Mensch „Die Welt“ nennt.

 

Das aber wäre nicht unbedingt neu, die vielleicht Behauptung einer reinen Subjektivität. Interessant aber wird, wie Gabriel Wahrnehmung und wahrzunehmendes oder wahrgenommenes Objekt gleichsetzt und beides untrennbar ist, die „objektive Realität“ als „wahrgenommene Wirklichkeit“ und die Wahrnehmung dieser Wirklichkeit an sich.

Wobei immer noch deutlich mitschwingt, dass dies eben alles auch vom Standpunkt des jeweiligen Betrachters hochgradig beeinflusst wird, dass es nicht „die eine Welt“ gibt, auf die sich alle, zumindest theoretisch, als „über allem stehende objektive Wirklichkeit“ berufen würden, sondern es gibt eine nicht zu beziffernde Menge an „kleinen Welten“.

 

Rasant geht Gabriel auf diesem, seinem Weg dabei Teile der Philosophie- und Religionsgeschichte ab, erläutert ebenso die nicht entscheidende Qualität der „Elementarteilchen“, wie er Konstruktivismus, Naturalismus und Monismus soweit es geht verständlich in ihren Problematiken aufzeigt. Da ist das Beispiel vom grünen Apfel mit der Wespe und dem Delphin durchaus hilfreich, um zu zeigen, dass rein subjektiv konstruktivistischer Ansatz nicht funktioniert. Wie überhaupt Gabriel ebenso ein Talent dafür besitzt, Sachverhalte und abstrakte Gedankengebäude immer wieder an verständlichen Beispielen vor Augen zu führen.

 

„Sinnfeldontologie“ ist dabei die praktische Seite der Lösung, die Gabriel im Sinn hat. Alles das, was der Mensch erkennt, erscheint in „Sinnfeldern“. Erkenntnisfelder, in denen der Mensch „sehr viele Tatsachen“ genauso erkennt, wie sie sind. Bis eben auf das „große Ganze, die Welt“. Aber alles andere, worauf der Mensch blickt, ist sowohl in der Art real, wie er schaut, als auch real in dem, worauf er schaut. Wenn auch mit je verschiedenen Interpretationen (Dieses Kapitel im Buch, „Das Buch der Welt“ ist ans ich eine gute Darstellung der Grundgedanken Gabriels).

 

Ein hoch interessantes Buch, mit Wissen, Sprit und Witz anschaulich geschrieben und dennoch weit von dem entfernt, was man „populärwissenschaftlich“ nennen könnte. Und eine echte Herausforderung an den Leser, die sich auf jeder Seite lohnt.

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