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Aleshanee

vor 2 Wochen

(6)

Als Einleitung gab es einen kurzen Rückblick, was im ersten Band geschah: sowas liebe ich ja, denn es ist schon eine Weile her, seit ich ihn gelesen hatte und war mir nicht mehr über alle Ereignisse im Klaren.

Zum Glück kam ich dadurch aber wieder sehr schnell rein und von Anfang an überschlagen sich die Ereignisse - in einem ruhigen, aber dennoch zügigem und spannendem Tempo. Der Schreibstil ist dabei anspruchsvoll und trotzdem flüssig zu lesen. Viele kleine Detalis machen das Wüstenleben und die Ränke der Stadt Wédora zu einem anschaulichen Bild, ohne dass zusehr auf langatmige Erklärungen zurückgegriffen wird.

Die Perspektiven wechseln sich an, denn Tomeija und Liothan gehen trotz ihrer Freundschaft aus Kindertagen getrennte Wege. Sie wohnen zwar im gleichen Haus im Prachtviertel der Stadt - das hat ihnen der Herrscher, der Damora, für ihre Verdienste als Geschenk überlassen - aber die beiden haben einfach zu unterschiedliche Vorstellungen von Gerechtigkeit.

Liothan ist noch immer ein großer Kindskopf ist, der kleine Gaunereien als Kavaliersdelikt betrachtet. Mit seiner manchmal etwas naiven Sichtweise handelt er sich großen Ärger ein und als der heftige Sandsturm Kara Buran ihn sozusagen zuhause einsperrt, macht er eine äußerst interessante Entdeckung, die ihn in große Schwierigkeiten, aber auch ein großes Abenteuer bringt.

Tomeija hingegen ist das genaue Gegenteil: analytisch, bedacht und kontrolliert. Sie denkt immer erst bevor sie handelt und geht in allem sehr diszipliniert vor. Trotzdem ist sie sehr sympathisch und hat das Herz auf dem rechten Fleck ... aber auch sie wird vor herausfordernde Aufgaben gestellt, die ihren ganzen Mut und ihr Verhandlungsgeschick auf die Probe stellen. Ebenso wie ihre Freundschaft zu Liothan.

Besonders gefallen hat mir auch Irian Ettras, ein Wüstenbewohner der besonderen Art, ein Kannibale, der am liebsten die Herzen seiner Opfer verspeist. Doch das Herz, auf dass er es dieses Mal abgesehen hat, ist ihm heilig. Eine kleine Romanze, die sehr im Hintergrund bleibt aber dennoch präsent ist und eine interessante Beziehung verspricht.

Gleichzeitig erfährt man aber auch, wie es in der Heimatstadt der beiden Helden, in Walfor, weitergeht. Liothan und Tomeija wurden ja aus ihrem dortigen Leben durch einen Zauber herausgerissen und in die andere Welt nach Wédora verfrachtet - doch diese Magie hat auch Auswirkungen auf ihr einstiges Zuhause. Auch dieser Erzählstrang war spannend zu verfolgen und vor allem auch, wie der Autor alles miteinander verknüpft.

Überhaupt sind die Ideen wirklich großartig! Schon alleine die Stadt Wédora mit all ihren Intrigen und Geheimnissen, die vielfältigen Völker der Wüste, die besondere Art der Magie und die unterschiedlichen Charaktere, die sich hier tummeln. Markus Heitz hat hier eine einfallsreiche, amüsante und bildhafte Welt erschaffen, die für mich als Leser immer wieder neue Entdeckungen bereit hält.
Einzig die vielen etwas kuriosen Namen und unterschiedlichen Stämme und Gesinnungen haben mich manchmal etwas durcheinander gebracht, aber im Großen und Ganzen war es trotzdem übersichtlich.
Am Ende gibt es noch ein wirklich dramatisches Finale mit einem gelungenen Abschluss.

In der Danksagung deutet der Autor allerdings leider an, dass mit diesem Band alle Geschichten aus der Wüste erzählt sind - doch es gäbe schon noch die ein oder andere Einzelheit, die noch Potenzial zum Ausbauen hätte und ich würde schon gerne wissen, wie es mit den Figuren weitergeht!

© Aleshanee
Weltenwanderer

Wédora

1 - Blut und Staub
2 - Schatten und Tod

Autor: Markus Heitz
Buch: Wédora - Schatten und Tod
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