Markus Hengstschläger

 4.1 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Die Macht der Gene, Die Durchschnittsfalle und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Markus Hengstschläger

Die Durchschnittsfalle

Die Durchschnittsfalle

 (6)
Erschienen am 04.10.2018
Die Macht der Gene

Die Macht der Gene

 (7)
Erschienen am 01.03.2008
Endlich Unendlich

Endlich Unendlich

 (3)
Erschienen am 10.09.2008
Kranke Gene

Kranke Gene

 (1)
Erschienen am 01.04.2003
Mentale Stärke. Band 2

Mentale Stärke. Band 2

 (0)
Erschienen am 20.09.2013

Neue Rezensionen zu Markus Hengstschläger

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Rezension zu "Die Durchschnittsfalle" von Markus Hengstschläger

Ein wichtiger Denkanstoß
Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren

Meine Generation hat im Kindergarten noch das Buch "Das kleine Ich Bin Ich" gelesen. Das kleine Ich Bin Ich geht auf die Suche nach einem, der genauso ist, wie es selbst. Und findet niemanden. Anfangs ist es noch traurig, doch dann kommt es zu der Erkenntnis: "Ich bin ich und du bist du". So entdeckt das kleine Ich Bin Ich, dass jeder einzigartig ist. Wir sind die letzte privilegierte Generation, der es erlaubt war, unsere Individualität auszuleben. Nachfolgende Generationen hatten es schon schwieriger. Die heutige Generation darf es sich überhaupt nicht mehr leisten, aufzufallen. Dass dies vor allem auch damit zusammenhängt, dass sie heutzutage nur noch auf die Bedürfnisse der Wirtschaft zugeschnitten und verbogen werden, ist offensichtlich. Hier setzt Hengstschläger an. Er selbst war als Teenager ein Punk. Durch diese Erfahrung kann er vielleicht noch besser nachvollziehen, was es heißt, "anders" sein zu wollen. Hengstschläger erklärt anschaulich, warum das "Anderssein" für unsere Zukunft so wichtig ist, warum niemand sagen kann: "Den braucht niemand" oder "Dieses Verhalten braucht keiner". Nämlich: Weil wir nicht wissen, was die Zukunft bringt! Sollten sich in Zukunft beispielsweise die Umweltbedingungen drastisch ändern, sind es vielleicht genau die, die wir jetzt als "Nicht brauchbar" einstufen, die aufgrund einer Genmutation überleben. Die Evolution setzt auf Individualität, um das Überleben einer Spezies zu sichern. Und leistet sich genau aus diesem Grund immer wieder Mutationen. Dasselbe gilt für die Wirtschaft: Sollte in Zukunft ein bisher unbekanntes Problem auftauchen, das der "Durchschnittsmensch" nicht lösen kann, werden die Letzten die Ersten sein. Deshalb ist es von Vorteil, das Team umso individueller zusammenzustellen, je schwieriger die zu lösende Aufgabe erscheint. Nur durch Individualität werden wir in der Lage sein, zukünftige Probleme zu lösen. In der zweiten Hälfte des Buches dringt Hengstschläger mehr in sein eigentliches Feld vor und geht der Frage nach, ob Talente genetischer oder umweltbedingter Natur sind. Er zeigt verschiedene Arten von Talenten auf. Und ist davon überzeugt, dass jeder Mensch talentiert ist, dieses Talent jedoch nur dann zum Vorschein kommt, wenn es gefördert wird. Ganz gegenteilig wird derzeit in unseren Schulen unterrichtet. Das, was der Schüler überdurchschnittlich gut kann, soll er vernachlässigen. Dafür soll er sich mit den Fächern befassen, die er nicht beherrscht. Heraus kommt der perfekte Durchschnittsmensch. Erwähnung findet außerdem eine Studie, die besagt, dass die Wichtigkeit der Förderung von Individualität in der Erziehung bei bildungsnahen Familien viel weiter oben angesiedelt ist, als bei bildungsfernen Schichten. Ich für meinen Teil hoffe, dass Hengstschläger mit diesem Buch einen Stein ins Rollen gebracht hat. Das Ziel sollte sein, sich wieder zu entfernen von dem schwerwiegenden Denkfehler, wir müssten unsere Kinder nach dem Grad der "Angepasstheit" beurteilen. Ein wunderbares Buch für alle, besonders aber für Pädagogen, Menschen in sozialen Berufen und natürlich auch für das zuständige Ministerium, das sich derzeit den Kopf über den desolaten Zustand des Bildungswesens zerbricht.

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Rezension zu "Die Durchschnittsfalle" von Markus Hengstschläger

Rezension zu "Die Durchschnittsfalle" von Markus Hengstschläger
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Ein Buch mit diesem Thema wird in einer Gesellschaft, die sich ganz dem Durchschnitt verschrieben hat und jede Abweichung politisch korrekt sofort bekämpft, mit hoher Wahrscheinlichkeit missverstanden werden. Als undemokratische Rückkehr zur Elite, als Auslese besonders Leistungsstarker. Dabei macht der Autor Markus Hengstschläger nichts anderes, als dass er postuliert: um die noch unbekannten Herausforderungen der Zukunft bewältigen zu können, müssen die Menschen die einzigartigen Talente, die in jedem von uns schlummern, erkennen und fördern. Die frühen Sozialisationsinstanzen Elternhaus, Kindergarten und Schule müssen ihnen dabei helfen.
Eine weitere Orientierung an dem durchschnittlichen Allround-Könner, der für nichts ein besonderes Talent entwickelt hat, obwohl er es gekonnt hätte und immer nur im Mittelmaß schwimmt, weil das vielleicht leichter scheint, wird uns nicht weiterbringen.

Auf dem neusten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis zeigt Markus Hengstschläger verständlich und anschaulich, dass die weitere Orientierung am Durchschnitt in eine Sackgasse führt. Jeder Mensch sollte gefördert werden in dem, was als Talent in ihm ist. Von der Norm abzuweichen mit besonderen Leistungen und Fähigkeiten darf nicht mehr diskreditiert werden.

„Frei nach dem Motto: Gene sind nur Bleistift und Papier, aber die Geschichte schreiben wir selbst. Man muss es uns nur lassen!“ Keine Geschichte ist es nicht wert, geschrieben zu werden! Die Norm wird endlich obsolet, wenn es unser aller Ziel ist, von der Norm abzuweichen. Wir brauchen Peaks und Freaks!“

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Rezension zu "Endlich Unendlich" von Markus Hengstschläger

Rezension zu "Endlich Unendlich" von Markus Hengstschläger
HeikeGvor 10 Jahren

Ein hungriges langes Leben oder Ist der Mensch eine reparable "Maschine"?

100, 200, ja vielleicht sogar 500 Jahre leben und dabei auch noch gesund und aktiv bleiben! Ist das nicht ein uralter Traum der Menschheit? Der vielfach ausgezeichnete Wissenschaftler und Autor Prof. Dr. Markus Hengstschläger, Österreichs bekanntester Gen-Forscher und Mitglied des elitären Kreises der Berater des Papstes in Wissenschaftsfragen, der "päpstlichen Akademie für das Leben", hat sich dieser Möglichkeit in seinem neuesten Werk "Endlich unendlich" angenommen. Ein "Rezept" scheint die Wissenschaft schon gefunden zu haben: Fahren Sie Ihren Stoffwechsel gegen Null und Sie leben länger. Also, ab auf die Couch und ja nicht bewegen. Der Nachteil: ohne Chipstüte und Bier bitte schön.

1991 startete in Arizona ein Experiment mit dem Namen "Biosphere Two", bei dem unter einer Glaskuppel streng abgeschirmt von der Außenwelt das Ökosystem Erde in Miniatur nachgebaut wurde. Hier sollten Testpersonen (Wissenschaftler) mehrere Jahre lang nur von dem leben dürfen, was sie selbst in dieser kleinen Welt anbauen und ernten. Man wollte herausfinden, ob Menschen in einer künstlichen Biosphäre auf fernen Planeten überleben könnten. Das Ergebnis war letztendlich ernüchternd. Die Ernte fiel zu mager aus und die Menschen in der Kuppel wurden schon nach kurzer Zeit auf Zwangsdiät gesetzt - sie hungerten sogar. Nach zwei Jahren brach man das Experiment ab. Doch eines überraschte: Durch die strenge Diät waren die Versuchspersonen zwar stark abgemagert aber: Alle erwiesen sich als topfit und kerngesund. Fitter und gesünder als vorher.

"Wer viel Energie verbraucht, viel atmet etc., produziert in seinen Zellen freie Radikale, die ihn in letzter Konsequenz schneller altern lassen. Organismen mit einem niedrigen Sauerstoff- und schließlich Energieverbrauch (Zersetzung von Nahrung etwa) müssten folglich länger leben.", so Hengstschläger. Aber ganz so einfach ist die Sache bei Weitem nicht, auch wenn im Labor bei Würmern und Mäusen mittels Kalorienreduktion schon erstaunliche Ergebnisse in Bezug auf ein längeres und vor allem fitteres Leben erzielt wurden.

Markus Hengstschläger spinnt diesen Gedanken gar noch weiter. Denn theoretisch existiert nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen in naher Zukunft ein Limit der Lebensspanne des Menschen gar nicht mehr. Altern ist, nüchtern betrachtet, nichts anderes als die Folge von Fehlern und diese muss man mittels Hightech-Medizin beseitigen.

Ist es doch schon heute möglich, für fast jedes nicht mehr funktionierende Organ einen adäquaten Ersatz zu bekommen. Doch nicht die Transplantationsmedizin, als eine der Schlüsseldisziplinen für den erfolgreichen Fortschritt moderner Medizin zum Wohle des Menschen, ist die Zukunft. Ein anderer Forschungszweig, mit dem geheimnisvollen Namen "Tissue Engineering", gewinnt immer mehr an Bedeutung: die Züchtung von Gewebe im Labor. Was mit Haut- oder Knorpelzüchtungen bereits mehr oder weniger gut gelingt, könnte bald auch schon mit anderen menschlichen "Bauteilen" wie Knochen, Fettgewebe oder gar ganzen Organen funktionieren. Einen ersten Erfolg konnte ein amerikanischer Urologe und Stammzellenforscher bereits mit einer komplett gezüchteten und voll funktionsfähigen Harnblase eines Hundes verzeichnen. Vielleicht steht dem folgenden visionären Motto bald nichts mehr im Weg: "Wir sind dem Altern nicht mehr mit Haut und Haaren ausgeliefert, weil schließlich beides im Labor nachwachsen kann."

"Hätte man alles verstanden, alles bedacht und alles unter Kontrolle, so müsste als Folge daraus der Mensch zu einer vollständig reparablen Maschine werden, die man eben bloß in Schuss halten müsste.", schlussfolgert Hengstschläger. Ein endlich unendlicher Mensch? Nicht nur der Autor antwortet hier spontan: "Hoffentlich nie!"

Hengstschläger erklärt in seinem leicht verständlichen, auch für den Laien gut nachvollziehbaren Buch die Zusammenhänge zwischen Genetik und dem Altern. Er plaudert über den Aufbau, das Leben und die Endlichkeit der Zellen und der Chromosomen, erläutert den Nutzen, aber auch den Nachteil von zu viel freien Radikalen und beschreibt den Mechanismus sowie den Sinn des Alterns. Der 40-jährige Universitätsprofessor unternimmt einen Abstecher in die Stammzellenforschung und wie man mit Genen das Alter "austricksen" kann. Er diskutiert über die moralischen Aspekte der Genetik, so zum Beispiel die Thematik des Klonens. Am Ende geht er auf verschiedenste "lebensverlängernde Maßnahmen" ein, die man durchaus heute schon beachten und "anwenden" kann. Dazu gehören natürlich eine gesunde Ernährung, der moderate Genuss von Rotwein, das "optimale" Gewicht, der "richtige" Schlaf und ein glückliches Leben, also eine positive Lebenseinstellung. Auch die Auswirkungen eines unendlichen Lebens auf unser Gehirn, ein nicht zu unterschätzender Einfluss, betrachtet Hengstschläger.

Störend wirkt jedoch seine Vielzahl an eigentlich bedeutungslosen Einsprengseln aus seinem ganz privaten Leben. Diese offensichtlich auf einen humoristischen Effekt und abwechslungsreiche Unterhaltung zielenden Phrasen und personifizierten Fragen an den Leser nehmen dem Buch zeitweilig die wissenschaftliche Tiefgründigkeit und lassen es dann zu einem "populistischen Spektakel" verblassen. Jedoch gelingt dem Autor im hinteren Teil des Buches die Rückkehr in seriösere Bahnen und damit einer wissenschaftsjournalistisch ansprechenderen Vermittlung dieser hochinteressanten Thematik. Hier überrascht der Vorzeigewissenschafter sogar des Öfteren mit überlegenswerten philosophischen Ansätzen.

Fazit:
Werden wir bald unendlich leben können? In einem leicht verständlichen, mitunter jedoch allzu saloppen, rhetorisch überstrapazierten Ton und störend-ironischen Humor, greift Markus Hengstschläger die biologisch genetischen Voraussetzungen und Zukunftsaussichten des Menschen auf. Letztendlich bewegt er sich jedoch nur an der Oberfläche. Ein wenig mehr Tiefe hätte dem Werk durchaus gut zu Gesicht gestanden.

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