Markus Kastenholz Suizid Blues

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Inhaltsangabe zu „Suizid Blues“ von Markus Kastenholz

Am Abgrund des Todes steht jeder irgendwann. Die einen stürzen hinab, die anderen nicht, nur um dann zu einem späteren Zeitpunkt zu fallen. Und manche machen diesen Schritt sogar freiwillig. Einige in der absurden Hoffnung auf ein besseres Leben.
Doch es gibt mehr als den physischen Tod.
Mehr als einen zerstörten Körper. Organe, die aufgehört haben zu arbeiten. Blut, das verklumpt und Fleisch, das verrottet.
Manch andere Tode erstrecken sich über ein ganzes Leben. Sie sind langsamer, quälender – schrecklicher!
Ohne Ausweg.
Ohne Gnade.
Ohne Hoffnung.
Einige davon zeigen sich in den Geschichten des vorliegenden Bandes …

Markus Kastenholz hat mit „Suizid Blues“ tatsächlich (s)einen Blues geschrieben.

— DaRoSo

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    Suizid Blues

    DaRoSo

    24. September 2017 um 13:33

    So wie der Tod gerne als Endgültigkeit des Lebens beschrieben wird, ist der Suizid, der konstante Antagonist – der Widerspruch der Bestimmung und somit Paradoxon des Lebenswillen; denn nur wer stirbt, kann ewig leben…Mit „Suizid Blues“ hat sich Markus Kastenholz in Form von drei Novellen nun dem Antagonisten angenommen – hat die Perspektive aus dem Suizid gestaltet, die Pfade um den Suizid beschritten und Einblick in den Suizid gewährt…   Die Farbe des KriegesSudetenland 1938 – eines der dunkleren Kapitel der deutschen Geschichte.Eine Gruppe von Männern macht sich auf den Weg nach Deutschland – wollen dem Entkommen entgegen reisen – doch ist es nur die Bestimmung, die auf sie wartet.–Es beginnt als Roman – beinahe schon autobiografisch verfolgt man die Flucht, die es aber nie sein durfte. Es ist diese Beklemmung, die Wahrheit, die Unabdingbarkeit, zu kennen, doch nicht eingreifen zu können, sondern als stiller Verfolger gemahnt, sich dem Weg hingeben zu müssen.Aus diesem Erlebnis der Erinnerung, einer schmucklosen Grundsätzlichkeit des Horrors, lässt Markus Kastenholz jetzt langsam eine Übernatürlichkeit wachsen, die sich weniger vom Schrecken des Umstands, als dem der Erkenntnis labt. Und was bleibt ist die Autobiografie eines jeden – eine dem Wert enthobene Kritik an das Sein; oder eben jenes, welches wir als solches sehen wollen…   Das Gleichgewicht der WeltDie Jacke. Es ist ist nicht einfach irgendeine, sondern eben genau diese Jacke, welche Professor Leonard Geissner zu ihm geführt hat. Geführt zu haben scheint. Oder gar nicht geführt, sondern vielmehr befohlen?–„Das Gleichgewicht der Welt“ ist eine surreale Reise – ein Entkommen in das Gefängnis der Selbstbestimmung. Kastenholz relativiert hier auf (s)eine atavistische Art den Lebenswillen zu einem Konstrukt der Unmöglichkeit, welches aber eben doch existiert. Ein Paradoxon des Überlebenswillens, welcher seine Daseinsberechtigung im Tod weiß. Es ist diese nihilistische Affirmation, in welcher sich der Individualismus selbst die Ewigkeit schenkt… …zu sterben.   Suizid BluesDas ewige Leben ist für den einen ein Traum, für den anderen ein Fluch. Und für den Letzten ist es der verfluchte Traum.Jack ist ein Vampir, ein Unsterblicher, der den Fluch der Ewigkeit nicht schenkt, sondern um das Gift weiß, dass er in seinen Adern trägt…–Die titelgebende Novelle zeigt sich als kleine Adaption eines klassischen Dramas. Umgeben von einer unglaublichen Konzentration, einer fraglosen Endgültigkeit, gesteht Kastenholz diesem Drama jedoch nicht den behütenden Pathos zu, sondern lässt es entblößt in seiner vollkommenen Prägnanz die Tatsächlichkeit kosten.Die Theatralik weicht der Entschlossenheit, die Dramaturgie der Bestimmung und letztlich der Suizid dem Leben… The blues – the sound of a sinner on revival day. (William Christopher Handy)     Markus Kastenholz hat mit „Suizid Blues“ tatsächlich (s)einen Blues geschrieben. In drei Novellen literarisiert er den Suizid in seiner Dreifaltigkeit: persönlich, individuell und eigen.Stevie Ray Vaughan, einer meiner Lieblings-Bluesmusiker, meinte einmal: „I use heavy strings, tune low, play hard, and floor it.“ – und das ist es, was Kastenholz hier getan hat!   „Die Farbe des Krieges“ hat er in Moll geschrieben („tune low“) – der persönliche Suizid: tief und trauernd. Für „Das Gleichgewicht der Welt“ nutze er dicke Saiten („heavy strings“) – der individuelle Suizid: grotesk und fortdauernd. Den „Suizid Blues“ letztlich, spielt Kastenholz hart („play hard“) – der eigene Suizid: geflissentlich und entschieden. Schließlich schenkt Kastenholz jeder Novelle eine unabhängige Emphase – baut, kreiert und manifestiert eine Unbändigkeit, die das Buch als Summe eins werden und unaufhaltsam in den Geist des Lesers dringen lässt („floor it“). Er lässt nicht den Tod in das Leben des Lesers – er charakterisiert den Leser als Zeugen des Lebens!   Kastenholz hat hier ein kleines Blues-Album über drei Novellen geschrieben – oder wie Popa Chubby sagen würde: „How’d a white boy get the Blues“! - Mehr Rezensionen auf dem Blog: Die Büchergnomen

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