Markus Liske

 3.5 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Glücksschweine, Vorsicht Volk! und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Sechs Tage im April

Erscheint am 01.03.2019 als Hörbuch bei speak low.

Sechs Tage im April

Erscheint am 14.03.2019 als Taschenbuch bei Verbrecher.

Alle Bücher von Markus Liske

Glücksschweine

Glücksschweine

 (4)
Erschienen am 29.06.2016
Vorsicht Volk!

Vorsicht Volk!

 (2)
Erschienen am 26.09.2015
Sechs Tage im April

Sechs Tage im April

 (0)
Erschienen am 14.03.2019
Weltmeister wie wir

Weltmeister wie wir

 (0)
Erschienen am 05.11.2008
Sechs Tage im April

Sechs Tage im April

 (0)
Erschienen am 01.03.2019

Neue Rezensionen zu Markus Liske

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Rezension zu "Glücksschweine" von Markus Liske

Die 90er zwischen Berlin und Kambodscha
KaterinaFrancescavor 2 Jahren

Die 90er. Um seinen Gefühlen für Pebbles und seiner Beziehung mit Nina zu entkommen, flüchtet sich der Germanistikstudent Max in das ferne Kambodscha. Auf der Suche nach Orientierung und Antworten auf Zukunftsfragen hadert der Ich-Erzähler mit sich und seinen Entscheidungen. Wieder in Berlin sieht er sich mit dem Suizid seines besten Freundes konfrontiert. Gefangen in aussichtslosen Liebesbeziehungen zu angeschlagenen Frauen, taucht Max ein in die Berliner Party- und Drogenszene der 90er, um vor seiner Trauer, seinen Schuldgefühlen und der Notwendigkeit, weiterzumachen, zu fliehen. Dabei  versucht er ein "altes Berlin" festzuhalten, was sich seit der Wiedervereinigung längst im Strom der Zeit verfangen hat,

Der erste Teil des Romans fesselt mit der Exotik und dem rauen Charme und der Unordnung des Kambodschas der 90er, vor dessen Erschließung von Touristenreisegruppen und Hotelketten. Die ehoffte Erkenntnis in der Ferne bleibt für Max jedoch aus.  Beinah bedauert man, wieder rüde nach Berlin versetzt zu werden. Aufgewartet wird auch dort mit verrückt-skurillen bis durchgeknallten Charakteren, die von Party zu Party pilgern, ständig auf Droge sind und ihren Rausch ausleben. Verwoben darin ist die ernste Thematik der Trauerbewältigung bzw. der Trauerflucht und der Frage, wie man weitermachen soll. Zuweilen werden die Drogenexzesse etwas überbordend und entfremdet der Zukunftzynismus des Ich-Erzählers. Die Auswegslosigkeit von Max´ Liebesbeziehung zu Pebbles und ihren Surrogaten ist nicht nur dem/der Leser/in klar, sondern auch dem Protagonisten, der sich dennoch scheut, einen Schlussstrich zu ziehen.
Sprachlich ist "Glücksschweine" ein echtes Lesevergnügen. Beinahe jede Seite wartet mit spitzen Bemerkungen und ironischen Seitenhieben auf, die dem/der Leser/in ein Schmunzeln entlocken. Mit "Suhrkamps ästhetischem Kapitalverbrechen" und dem in "Öl gebanntem Chefmärtyrer mit den Nägeln in Händen und Füßen" seien nur zwei Beispiele genannt.

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Rezension zu "Glücksschweine" von Markus Liske

Der Welt entflohen
serendipity3012vor 2 Jahren

Der Welt entflohen 

Berlin, Mitte der 90er Jahre: Max, sein bester Freund Marvin und dessen Bruder Micha sind in ihren späten Zwanzigern, studieren, lesen, wollen Intellektuelle sein, vielleicht Bücher schreiben, auf jeden Fall ein aufregendes, anregendes Leben führen. Max, der uns die Geschichte erzählt, war lange mit Nina zusammen und hat sich in Pebbles verliebt, weiß nicht, was er tun soll. Nina will ihn nicht verlieren, Pebbles will (oder kann) eigentlich gar keine Beziehung führen, und so flieht Max nach Kambodscha, in der Hoffnung, dort Antworten auf seine Fragen, eine Lösung für sein Liebeschaos zu finden. Dass Marvin sich in letzter Zeit immer seltsamer verhält, dass er Probleme, womöglich Depressionen hat, bemerkt Max nicht oder misst ihm nicht genug Bedeutung bei, zu sehr ist er mit sich selbst beschäftigt. Als er schließlich nach Berlin zurückkehrt, sind die Dinge nur scheinbar klarer als zuvor und es passiert eine Katastrophe. Max gerät in einen seltsamen Taumel, experimentiert mehr und mehr mit Drogen und driftet ab, bis die Realität sich mit seiner Welt im Rausch immer mehr vermischt und er Probleme bekommt, beides auseinander zu halten.

„Glücksschweine“, der Debütroman des 1967 geborenen Autors und Musikers Markus Liske, beginnt vielversprechend mit treffenden Schilderungen des Geistes der 90er Jahre und der Reise des Protagonisten Max nach Kambodscha, die sehr plastisch und intensiv erzählt wird und den Leser zunächst vollends nach Asien versetzt. Auch Max’ Rückkehr nach Berlin und die Geschehnisse, die ihm dort den Boden unter den Füßen wegziehen, ziehen in ihren Bann. Die Art und Weise, wie Liske uns all dies vermittelt, weiß zu fesseln. Max muss einen schweren Schlag verdauen und verarbeiten und wie er dies versucht, wie er weiterleben will und muss, wie sich ihm immer wieder bohrende Fragen nach dem Warum stellen, wie er den Tatsachen so hilflos und ohnmächtig gegenübersteht, das ist stark. Liske spricht die Gefühle nicht immer klar aus, sondern lässt sie den Leser wie nebenbei spüren, was seine Wirkung nicht verfehlt.

Leider aber zerfällt „Glücksschweine“ in zwei Teile, von denen mich der zweite nicht überzeugen konnte. Max gerät immer tiefer in seine Drogensucht, und damit werden auch seine Schilderungen wirrer und konfuser – dass er dies selbst erkennt und dem Leser gegenüber einräumt, hilft da nur bedingt. Viel zu lang dauern die Beschreibungen des Drogenkonsums, der Beliebigkeit auch in Bezug auf die Frauen, die im Roman zentrale oder weniger zentrale Rollen spielen. Vieles ist hier redundant und zeigt zwar Wichtiges für die Charakterisierung des Protagonisten auf und für die schleichende Verschlechterung seines Zustands, die Geschichte tritt aber zu sehr auf der Stelle, so dass man als Leser die kaum fortschreitende Handlung und vor allem die Entwicklung ihrer Hauptfigur ein wenig aus den Augen verliert.

Obwohl mich Liskes klarer Stil und die Art und Weise, wie sein Erzähler ohne Umschweife auf den Punkt kommt und zur Selbstreflektion ja durchaus in der Lage ist, überzeugt haben, ist dies dem Roman als Ganzes nicht gelungen. Zu sehr verliert sich die Geschichte in Exzessen, zu wirr werden die Geschehnisse und die Erläuterungen des Ich-Erzählers. Auf der einen Seite wird seine innere Not so sehr deutlich, auf der anderen braucht es irgendwann einfach keine weitere Drogeneskapade mehr. Letztendlich kann ich „Glücksschweine“ daher nur eingeschränkt weiter empfehlen.

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Rezension zu "Glücksschweine" von Markus Liske

Markus Liske - Glücksschweine
miss_mesmerizedvor 2 Jahren

Max hat sich verliebt, in Pebbles, doch eigentlich ist er mit Nina zusammen und genaugenommen sollte er endlich seine Magisterarbeit fertig schreiben. Da ihm sein eigenes Leben über den Kopf wächst, fliegt er kurzerhand nach Asien, wo er zuerst in Thailand, dann in Kambodscha das Leben Leben sein lässt und sich dem Haschischrauchen hingibt. Zurück in Berlin sind die Probleme immer noch da, aber glücklicherweise kann er dank Weihnachten ins heimatliche Wiesbaden fliehen. Doch dort begeht sein bester Freund Marvin Selbstmord und zu den ohnehin großen Sorgen kommt auch noch die Frage nach dem Warum. Die Alltagsbewältigung in Berlin ist schier unmöglich und so versinkt Max zunehmend in der Partyszene und probiert sich durch das reichhaltige Angebot an Drogen. Auch sein Umfeld wandelt zwischen Drogen und Depressionen, manischen Ausbrüchen und gelegentlichen Ausflügen in die Realität.

Der Roman beginnt enorm stark und überzeugend. Max Flucht nach Kambodscha in das Land, das zu diesem Zeitpunkt noch von der Khmer Rouge regiert wird, ist psychologisch tiefgründig und aufgrund der Eindrücke des Landes auch interessant. Auch die Episode direkt um den Selbstmord des Freundes, das Aufarbeiten der letzten Momente kann überzeugen. Doch dann versinkt der Roman im Drogenexzess und verliert für mich jeden Reiz. Langatmige Wiederholungen, durchgeknallte Charaktere, eine wirr-absurde Handlung, die – wie der Ich-Erzähler dann auch einräumt – an Logik und Glaubwürdigkeit mangeln lässt. Die zweite Hälfte ist eine Quälerei und der Exkurs in das 90er Jahre Berlin und seine ausufernde Techno-Szene hat wenig Interessantes zu bieten.

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