Markus Liske Glücksschweine

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Inhaltsangabe zu „Glücksschweine“ von Markus Liske

Anfang der Neunzigerjahre, Berlin. Marvin ist depressiv und suizidgefährdet. Aber seine Freunde bemerken es nicht, denn ein jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Micha schreibt ein wenig, Max schreibt ein wenig, sogar Marvin schreibt. Die Endzwanziger träumen von einem Boheme-Leben, sie lesen Peter Weiss, Gottfried Benn oder Lautréamont – doch all das reicht ihnen nicht. Sie warten auf Erlösung. Max, der Ich-Erzähler, ist mit Nina zusammen, möchte aber eigentlich mit Pebbles zusammensein, die wiederum nicht weiß, mit wem sie zusammen sein möchte. Daher flieht Max erstmal in das bürgerkriegsgeplagte Kambodscha, in das, wie er vermutet, „Herz der Finsternis“. Er erlebt dort viel, doch seine Probleme lösen sich nicht auf. Zurück in Berlin ergeht es ihm übel – Freundschaften zerbrechen, Geliebte verschwinden, Drogen kommen ins Spiel. Doch während alles untergeht, bricht Max auf in das extasyumwölkte Land der Liebe. Berauscht streift er durch seinen Alltag – und verliert jede Hemmung. Markus Liske hat mit seinem mitreißend erzählten Roman „Glücksschweine“ ein Panorama der 90er-Jahre geschrieben, ohne Beschönigung und moralisch Verbrämtes. Es ist eine Reise in das „Herz der Finsternis“, das direkt vor der Haustür liegt.

Das Berlin der 90er. Zwischen Drogenkonsum, Trauerbewältigung und dem Versuch, weiterzumachen. Auf der Suche nach Liebe und Orientierung.

— KaterinaFrancesca

Hoch geflogen und dann tief abgestürzt - konnte leider nicht überzeugen.

— miss_mesmerized

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  • Die 90er zwischen Berlin und Kambodscha

    Glücksschweine

    KaterinaFrancesca

    21. June 2017 um 23:45

    Die 90er. Um seinen Gefühlen für Pebbles und seiner Beziehung mit Nina zu entkommen, flüchtet sich der Germanistikstudent Max in das ferne Kambodscha. Auf der Suche nach Orientierung und Antworten auf Zukunftsfragen hadert der Ich-Erzähler mit sich und seinen Entscheidungen. Wieder in Berlin sieht er sich mit dem Suizid seines besten Freundes konfrontiert. Gefangen in aussichtslosen Liebesbeziehungen zu angeschlagenen Frauen, taucht Max ein in die Berliner Party- und Drogenszene der 90er, um vor seiner Trauer, seinen Schuldgefühlen und der Notwendigkeit, weiterzumachen, zu fliehen. Dabei  versucht er ein "altes Berlin" festzuhalten, was sich seit der Wiedervereinigung längst im Strom der Zeit verfangen hat, Der erste Teil des Romans fesselt mit der Exotik und dem rauen Charme und der Unordnung des Kambodschas der 90er, vor dessen Erschließung von Touristenreisegruppen und Hotelketten. Die ehoffte Erkenntnis in der Ferne bleibt für Max jedoch aus.  Beinah bedauert man, wieder rüde nach Berlin versetzt zu werden. Aufgewartet wird auch dort mit verrückt-skurillen bis durchgeknallten Charakteren, die von Party zu Party pilgern, ständig auf Droge sind und ihren Rausch ausleben. Verwoben darin ist die ernste Thematik der Trauerbewältigung bzw. der Trauerflucht und der Frage, wie man weitermachen soll. Zuweilen werden die Drogenexzesse etwas überbordend und entfremdet der Zukunftzynismus des Ich-Erzählers. Die Auswegslosigkeit von Max´ Liebesbeziehung zu Pebbles und ihren Surrogaten ist nicht nur dem/der Leser/in klar, sondern auch dem Protagonisten, der sich dennoch scheut, einen Schlussstrich zu ziehen. Sprachlich ist "Glücksschweine" ein echtes Lesevergnügen. Beinahe jede Seite wartet mit spitzen Bemerkungen und ironischen Seitenhieben auf, die dem/der Leser/in ein Schmunzeln entlocken. Mit "Suhrkamps ästhetischem Kapitalverbrechen" und dem in "Öl gebanntem Chefmärtyrer mit den Nägeln in Händen und Füßen" seien nur zwei Beispiele genannt.

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  • Der Welt entflohen

    Glücksschweine

    serendipity3012

    14. January 2017 um 09:27

    Der Welt entflohen Berlin, Mitte der 90er Jahre: Max, sein bester Freund Marvin und dessen Bruder Micha sind in ihren späten Zwanzigern, studieren, lesen, wollen Intellektuelle sein, vielleicht Bücher schreiben, auf jeden Fall ein aufregendes, anregendes Leben führen. Max, der uns die Geschichte erzählt, war lange mit Nina zusammen und hat sich in Pebbles verliebt, weiß nicht, was er tun soll. Nina will ihn nicht verlieren, Pebbles will (oder kann) eigentlich gar keine Beziehung führen, und so flieht Max nach Kambodscha, in der Hoffnung, dort Antworten auf seine Fragen, eine Lösung für sein Liebeschaos zu finden. Dass Marvin sich in letzter Zeit immer seltsamer verhält, dass er Probleme, womöglich Depressionen hat, bemerkt Max nicht oder misst ihm nicht genug Bedeutung bei, zu sehr ist er mit sich selbst beschäftigt. Als er schließlich nach Berlin zurückkehrt, sind die Dinge nur scheinbar klarer als zuvor und es passiert eine Katastrophe. Max gerät in einen seltsamen Taumel, experimentiert mehr und mehr mit Drogen und driftet ab, bis die Realität sich mit seiner Welt im Rausch immer mehr vermischt und er Probleme bekommt, beides auseinander zu halten.„Glücksschweine“, der Debütroman des 1967 geborenen Autors und Musikers Markus Liske, beginnt vielversprechend mit treffenden Schilderungen des Geistes der 90er Jahre und der Reise des Protagonisten Max nach Kambodscha, die sehr plastisch und intensiv erzählt wird und den Leser zunächst vollends nach Asien versetzt. Auch Max’ Rückkehr nach Berlin und die Geschehnisse, die ihm dort den Boden unter den Füßen wegziehen, ziehen in ihren Bann. Die Art und Weise, wie Liske uns all dies vermittelt, weiß zu fesseln. Max muss einen schweren Schlag verdauen und verarbeiten und wie er dies versucht, wie er weiterleben will und muss, wie sich ihm immer wieder bohrende Fragen nach dem Warum stellen, wie er den Tatsachen so hilflos und ohnmächtig gegenübersteht, das ist stark. Liske spricht die Gefühle nicht immer klar aus, sondern lässt sie den Leser wie nebenbei spüren, was seine Wirkung nicht verfehlt.Leider aber zerfällt „Glücksschweine“ in zwei Teile, von denen mich der zweite nicht überzeugen konnte. Max gerät immer tiefer in seine Drogensucht, und damit werden auch seine Schilderungen wirrer und konfuser – dass er dies selbst erkennt und dem Leser gegenüber einräumt, hilft da nur bedingt. Viel zu lang dauern die Beschreibungen des Drogenkonsums, der Beliebigkeit auch in Bezug auf die Frauen, die im Roman zentrale oder weniger zentrale Rollen spielen. Vieles ist hier redundant und zeigt zwar Wichtiges für die Charakterisierung des Protagonisten auf und für die schleichende Verschlechterung seines Zustands, die Geschichte tritt aber zu sehr auf der Stelle, so dass man als Leser die kaum fortschreitende Handlung und vor allem die Entwicklung ihrer Hauptfigur ein wenig aus den Augen verliert.Obwohl mich Liskes klarer Stil und die Art und Weise, wie sein Erzähler ohne Umschweife auf den Punkt kommt und zur Selbstreflektion ja durchaus in der Lage ist, überzeugt haben, ist dies dem Roman als Ganzes nicht gelungen. Zu sehr verliert sich die Geschichte in Exzessen, zu wirr werden die Geschehnisse und die Erläuterungen des Ich-Erzählers. Auf der einen Seite wird seine innere Not so sehr deutlich, auf der anderen braucht es irgendwann einfach keine weitere Drogeneskapade mehr. Letztendlich kann ich „Glücksschweine“ daher nur eingeschränkt weiter empfehlen.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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  • Markus Liske - Glücksschweine

    Glücksschweine

    miss_mesmerized

    02. August 2016 um 16:41

    Max hat sich verliebt, in Pebbles, doch eigentlich ist er mit Nina zusammen und genaugenommen sollte er endlich seine Magisterarbeit fertig schreiben. Da ihm sein eigenes Leben über den Kopf wächst, fliegt er kurzerhand nach Asien, wo er zuerst in Thailand, dann in Kambodscha das Leben Leben sein lässt und sich dem Haschischrauchen hingibt. Zurück in Berlin sind die Probleme immer noch da, aber glücklicherweise kann er dank Weihnachten ins heimatliche Wiesbaden fliehen. Doch dort begeht sein bester Freund Marvin Selbstmord und zu den ohnehin großen Sorgen kommt auch noch die Frage nach dem Warum. Die Alltagsbewältigung in Berlin ist schier unmöglich und so versinkt Max zunehmend in der Partyszene und probiert sich durch das reichhaltige Angebot an Drogen. Auch sein Umfeld wandelt zwischen Drogen und Depressionen, manischen Ausbrüchen und gelegentlichen Ausflügen in die Realität. Der Roman beginnt enorm stark und überzeugend. Max Flucht nach Kambodscha in das Land, das zu diesem Zeitpunkt noch von der Khmer Rouge regiert wird, ist psychologisch tiefgründig und aufgrund der Eindrücke des Landes auch interessant. Auch die Episode direkt um den Selbstmord des Freundes, das Aufarbeiten der letzten Momente kann überzeugen. Doch dann versinkt der Roman im Drogenexzess und verliert für mich jeden Reiz. Langatmige Wiederholungen, durchgeknallte Charaktere, eine wirr-absurde Handlung, die – wie der Ich-Erzähler dann auch einräumt – an Logik und Glaubwürdigkeit mangeln lässt. Die zweite Hälfte ist eine Quälerei und der Exkurs in das 90er Jahre Berlin und seine ausufernde Techno-Szene hat wenig Interessantes zu bieten.

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