Markus May Celan-Handbuch

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Inhaltsangabe zu „Celan-Handbuch“ von Markus May

Begegnung mit Paul Celan. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter des 20. Jahrhunderts. Sein Werk, vor allem die „Todesfuge“, ist fester Bestandteil des literarischen Kanons, seine Wirkung auf Kunst, Musik, Theologie und Philosophie allgegenwärtig. Sein Leitmotiv: die Shoah. Das Handbuch schlüsselt Gedichte, Prosa und Übersetzungen auf, beleuchtet historische und biografische Hintergründe, setzt sich mit den Plagiats-Vorwürfen auseinander und führt durch die Celan-Forschung. Eine Annäherung an den Dichter, die bislang fehlte.

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  • Rezension zu "Celan-Handbuch" von Markus May

    Celan-Handbuch

    michael_lehmann-pape

    12. January 2013 um 13:01

    Umfassende Betrachtung des Gesamtwerkes und seiner Rezeption Vielfach war und ist Paul Celan Gegenstand literaturwissenschaftlicher Betrachtungen, ebenso vielfach findet sich seine Wirkgeschichte in den bildenden Künsten, der Musik und weiteren, breiten Sach- und Fachgebieten. Einer, der das „eigentlich nicht sagbare“, die Vernichtung des europäischen Judentums, in Worte fasst, in Sprache gießt und damit vor allem die „Lyrik nach Ausschwitz“ begründet, an ihre sprachlichen Grenzen (und darüber hinaus) treibt und in Gedichten, Übersetzungen und Prosa damit einer der wichtigsten (und durchaus nicht unumstrittenen) Vertreter deutschsprachiger Weltliteratur geworden ist. Ein Werk, dass auf nachvollziehbaren Erfahrungen und biographischen Daten beruht, ein Werk auch, dass, wie kaum ein anderes, eine weltweite Wirkgeschichte und Rezeption erfahren hat. Wurzeln und Folgen, welche die Herausgeber in klar strukturierter, fundierter und tiefreichender Form in diesem Handbuch aufschlüsseln und darstellen, von den Übersetzungen Celans bis hin zu sorgfältig Erläuterungen der wichtigsten Briefwechsel Celans (ohne auf die Briefe selber näher einzugehen, diese finden sich in separaten Ausgaben vielfach bereits veröffentlicht), die Denken und Fühlen Celans in seiner eigenen, privaten Sphäre vor die Augen des Leser führen. Erläuterungen der Briefwechsel u.a. mit Nelly Sachs, Rudolf Hirsch, Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll und anderen, die zwar nicht allzu viel Platz im Buch einnehmen und doch einen ganz besonderen Einblick ermöglichen und besonders zur Weiterarbeit an Celan einladen. In sieben Hauptteilen legen die Herausgeber die Betrachtungen Celans vor. Grundlagen, die einen komprimierten Überblick über Leben und Werk und die Reaktionen darauf zu Lebzeiten Celans wiedergeben. Um sodann überzuleiten in die umfassende Darstellung und Erläuterung des dichterischen Werkes, gefolgt von einer ebenso gehaltvollen Betrachtung der Prosa Celans. Die Übersetzungen bilden den 4. Teil des Handbuches, gefolgt von den erwähnten Erläuterungen der wichtigsten Briefwechsel Celans (unter denen vor allem jener mit Gisela Dischner auch die politische Komponente Celans Ende der 60er Jahre hervorhebt). Zentrale Herleitungen und Wirkungen des Werkes Celans finden sich im 6. Hauptteil „Kontexte und Diskurs“, der Teil im Buch, der den breiten, allgemeinen Überblick beinhaltet und der damit auch die Basis legt, das Werk Celans und seine Wirkung grundlegend zu verstehen. Die prägenden Kulturräume und die ebenso prägende politische Geschichte („Das Unbestattbare“) eröffnet dem Leser eine fundierte Basis, die Entwicklung Celans am geographischen und politisch-historischen Umfeld nachzuvollziehen. Wobei der kleine, aber feine Blick auf Celans praktische Arbeitsweisen besonders erwähnen ist. Den Abschluss des Handbuches bildet die Darstellung der Rezeption, aufgefächert in die internationale Rezeption, die Rezeption in literarischer und musikalischer Hinsicht, sowie in der Kunst. Dieser Teil liegt sehr komprimiert vor, für ein weitergehendes Aufarbeiten der Rezeption liefert das Handbuch allerdings vielfache Literaturhinweise. Eine umfassende Darstellung der Rezeption würde den Rahmen eines Handbuches bei weitem überschreiten, so ist die gewählte Form der Darstellung eher der Erläuterung der Breite der Rezeption (auf gut 35 Seiten) eine kluge Entscheidung der Herausgeber. Zudem ist die Wirkgeschichte des Werkes immer auch Teil der einzelnen Einlassungen zu den konkreten Themen im Buch, die vielfache Rezeption des Werkes wird somit im Buch nicht vernachlässigt. Stringent und übersichtlich strukturiert, jederzeit in Form und Stil verständlich gehalten und, trotz der vielfachen Bearbeitungen und Verweise auf Leben und Werk Celans, sich nicht in den einzelnen Betrachtungen verlierend, bildet das Handbuch ebenso einen ganz hervorragenden Einstieg in das Werk Celans und seine Vor- und Nachgeschichte, wie es dem Forschenden jederzeit einen komprimierten Zugang zu Themenbereichen ermöglicht mitsamt vielfacher Anregungen und Hinweisen für eine vertiefende Arbeit. Das Handbuch bietet in seiner Übersichtlichkeit, seiner thematischen Breite und seiner vertieften Betrachtungen einen hervorragenden Einstieg in Leben und Werk Clans und darüber hinaus eine Fundgrube für die vertiefende Weiterarbeit an konkreten Einzelthemen.

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