Markus Orths Alpha&Omega

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Inhaltsangabe zu „Alpha&Omega“ von Markus Orths

Auf einmal ist es da: ein Schwarzes Loch in Nevada. Von Physikern erschaffen. Ein Unding, das die Erde Stück für Stück verschlingt. Und jetzt? Vielleicht kann Omega Zacharias helfen. Immerhin ist sie der erste Mensch mit drei Hirndritteln und verfügt über spektakuläre telekinetische Fähigkeiten. Obwohl sie eigentlich lieber über Laufstege schwebt und Tennis spielt, stürzt sie sich in den Kampf. Mit von der Partie sind ihr Bruder Alpha und einige kuriose Helden: der reichste Mann der Welt, ein fliegender Magier und Spiele-Erfinder, ein schwuler Buddha, ein fußballbegeisterter Müllmann und seine esoterisch bewanderte Frau, eine sexbesessene Teilchenphysikerin und ein mutiger Performancekünstler. Erzählt und aufgezeichnet wird Omegas Geschichte von Elias Zimmermann, der aus dem Jahr 2525 in unsere Gegenwart reist. Er begleitet Omega und ihre Freunde auf ihrem irren Trip und blickt zugleich auf die absurden Auswüchse der heutigen Zeit. In seinem zehnten Buch zieht Markus Orths meisterhaft alle Register seines Könnens: »Alpha & Omega« ist eine grandiose Erlöser- und Wissenschaftsparodie, die immer schwindelerregendere Kapriolen schlägt. »Markus Orths demonstriert, wie Sprache verführen kann, wie sie vergiften kann, wie sie retten kann, und wie sie eben auch vernichten kann.«
 Sylvia Schwab, Hessischer Rundfunk

Kühn, wahnwitzig, über alle Maßen originell: Brüllend komische Farce mit mehr Phantasie und Einfallsreichum als in manchen Regalmetern.

— Oliver-Koch
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— ralf_boldt
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  • Quantenphysischer und -psychischer SciFi für Anfänger und Lachlustige

    Alpha&Omega
    thursdaynext

    thursdaynext

    22. January 2015 um 10:13

    Was verbindet einen innerlich hohlen Husky, einen exkatholischen Müllmann, eine Esoterikerin, eine Quantenphysikerin, einen schwulen Buddha, den reichsten Mann der Welt, einen Projektkünstler und einen Opa, der die längste Zeit seines Lebens versuchte, nur nach seinem Gusto zu leben? Sie alle kreisen um Alpha und Omega. Alias Ferdinand und Sybille. Beginnend in den 1980er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, erzählt diese Geschichte Elias Zimmermann, ein von einem Bibliotheksroboter zum Versuch der Verhinderung des endgültigen Weltuntergangs zurück in die Vergangenheit geschicktes, nur aus Geist bestehendes Phantom. Verwirrend? Nein. Nur in der Kurzversion des Plots. Elias beginnt am Anfang und nimmt die Leser mit in diese haarsträubende vergangene Welt der Zufälle und Katastrophen. Zeichnet Zeitbilder, fängt Stimmungen ein und blickt in diese ihm ungewohnte barbarische Vergangenheit, welche die per Gedankenlesen kommunizierende "Rindenschnitzermenschen" der Zeit weit nach Omega längst hinter sich gelassen haben. Stilistisch tendiert Autor Markus Orths zu schwafelig amüsanten Endlossätzen, die der Ich - Erzähler Elias vor dem Leser ausbreitet und damit, wenn man sich an die Art der Schreibe erstmal gewöhnt hat, ein bestens funktionierendes Kopfkino in Gang setzt. Meine eigene unselige Neigung zu Bandwurmsätzen, die wesentlich chaotischer und unstrukturierter als die des Autors sind (seine sind strukturiert und verständlich samt gelungener Interpunktion), und die daraus resultierende Liebe zu kurzen knappen Formulierungen stand mir zuerst im Wege. Markus Orths lässt seinen Erzähler zwar genüsslich abschweifen, kommt am Ende aber immer auf den Punkt. Die scheinbaren Abschweifungen entspringen einem durchgehenden Erzählstrang mit Hang zum Mäandern. „Denn als die Kommision die konkrete Logistik der Suche durch ganz Tibet mit immer neuen Vorschlägen plante, meldete sich Tashi – ohne dass er wusste, was er gleich sagen würde – und sagte – er selber war darüber noch überraschter als alle anderen, die mit offenem Mund den progressiven Worten folgten - , sagte also, dass man in einer weltweiten Welt lebe (was?), dass der Buddhismus längst zu einer weltumspannenden Religion und zu einer weltumspannenden Philosophie geworden sei und dass man sich aus diesem Grund nicht mehr der radikalen Öffnung und Hinwendung zur weltweiten Welt entziehen könne, zur außertibetischen, außernepalesischen, zur außerasiatischen Welt, meine er, wo der Buddhismus geradezu boome (woher kannte er dieses Wort?), schon öfter seien doch Inkarnationen ranghoher Buddhas im Westen gefunden worden, warum nicht also auch eine Emmantion des aktuellen Dalai Lama?, weshalb er der Kommission den Vorschlag unterbreite – Tashi schwitzte leicht, weil er gespannt war auf das, was er jetzt sagen würde - , den Vorschlag, dass er Tashi Tengrit, sich von der tibetischen Suchkommision abspalten und in den Westen fliegen wolle, allein, nach Frankreich oder Deutschland – Tashi erbleichte -, und bei der Gelegenheit könne er nebenbei noch die eine oder andere Einladung zu Symposien oder Vorträgen annehmen, er wolle sich endlich der Welt und ihren Aufgaben stellen. (So viel hatte Tashi noch nie am Stück geredet.) So lang sind nicht alle Sätze dieses außergewöhnlichen Zeitreise SciFis, aber ich wollte potentielle Leser vorwarnen ;). Man trifft in diesem Roman sicher nicht auf die mittelschichtigen, gemütlichen Spießbürger von nebenan. Es sind schon spezielle Charaktere, die hier zur mehrmaligen Weltrettung antreten. Sabrina Steward, sexy Quantenphysikerin am Cern, deren Leidenschaft sich auf Zeitreisen und damit auf schwarze Löcher richtet. Buzz Monster, der reichste Mann der Welt, dessen Liebe zu Dostowjewski ihn zuerst in unzählige Identitäten, dann auf die Straße trieb und später enttäuscht von nicht funktionierender russischer Romantik zum Weltuntergangherbeiwünscher werden lässt. „Der Mensch löscht sich, wenn er so weitermacht, ohnehin selber aus. Irgendwann. Aus Profitgier (Buzz selber: keine Ausnahme) würde man eher die Welt zerstören, als dass man auf vier Dollar fünfzig verzichtete." Meine Lieblingsfigur ist DER SCHAMP, der Haifischfick erprobte Projektkünstler, Autor von: „Kämm dir den Lorbeer aus dem fettigen Haar (Gedichte) und (Hörspiel : „Aufstand in den Sinnscheiße – Bergwerken“ sowie „Das Greinen der Gene“, der manchmal jungen Frauen stundenlang Erich Fried Gedichte vorlesen muss bis er endlich zum Ziel kommt. Der Mann, der Buhrufe in Tüten schreit, mit Datum und Signatur versieht und für 20 Mäuse verkauft. "Es gibt viele Anlässe, die eines Buhs! bedürfen. Wenn Sie nicht selber buhen wollen, lassen Sie buhen. Ich liefere Spitzen Buhrufe in 1a Qualität." Geneigte Leser dürfen sich also u. a. Günter Wallraff (in winziger Nebenrolle), der den Vatikan unterwandert und den oben erwähnten Charakteren anschließen und sich mit Elias Zimmermann, dem Phantom Geist auf die Reise vom Anfang zum Ende begeben. Auf eine Kreisbahn um die drohende Apokalypse in wissenschaftlicher Diktion, Fiction und quantenphysischer Entropie. Orths hat ein außergewöhnlichen genreerweiterndes, bereicherndes Stück SciFI Literatur geschaffen. Sein Driften durch Raum, Zeit und Black Holes; durch den gewollten Irrsinn des Kapitalismusglaubens, der eng mit den Religionen verbandelt ist und wie diese, an das Wachstum. Seine gesellschaftsspiegelnden Charaktere sind wunderbar. Sein Schreibstil bleibt gewöhnungsbedürftig. Dennoch: Alpha & Omega - Apokalypse für Anfänger ist ein must have für Scifi Freunde, die intelligent gepflegten, wissenschaftlich untermalten Blödsinn mit aktuellem Bezug zur Gegenwart, Ironie und Humor und fundierte Allgemeinbildung schätzen. Ein ausgemachter Leckerbissen für Freunde "Der Monkey Wrench Gang" von Edward Abbey. Nicht verpassen!

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  • Rasanter Ritt durch Raum und Zeit.

    Alpha&Omega
    ralf_boldt

    ralf_boldt

    12. October 2014 um 09:58

    Elias Zimmermann reist mehr als 500 Jahre zurück in die Zeit. In seiner eigenen Zeit droht der Weltuntergang und dieser wurde eben in jener von ihm bereisten Zeit von einer jungen Frau – Omega Zacharias – abgewendet. Als nichtstofflicher Mensch in einer fernen Vergangenheit trifft er auf skurrile Personen. Eben jene farbige Frau Omega, deren Entwicklung er über 30 Jahre begleiten soll. Sie wurde im Krankenhaus gefunden als Alpha dort geboren worden ist. Alphas Eltern Bitch und Kolja adoptieren das Baby und beide wachsen als Bruder und Schwester oder auch nicht auf. Omega will Model werden und wird dies auch, sie will Wimbledon gewinnen und tut dies auch. Sie ist nämlich der erste Mensch mit drei Gehirndritteln und dabei völlig unbehaart. Die Personen in ihrem Umfeld sind nicht wenige merkwürdig. Ein schwuler Buddha, ein Großvater, der ein Spiel erfunden hat, der reichste Mann der Welt, ein hohler Hund. Und wie mit den Personen, so verhält es sich auch mit der Handlung. Man trifft sich, verliert sich aus den Augen, man stürzt mit einem Flugzeug ab und ist für Jahre verschollen, man stirbt und ist nicht tot, man darf zum Hund nicht „Platz“ sagen. Man verschwindet in einem schwarzen Loch, dass sowieso die ganze Erde samt Menschheit bedroht und taucht wieder auf. Und genau dieses schwarze Loch soll Omega mit ihren besonderen Fähigkeiten stoppen, denn eines ihrer Hirndrittel ist ebenfalls ein kleines schwarzes Loch. Das klappt nicht so, wie sich das Elias Zimmermann vorstellt bzw. wie er es gelesen hat – er hat übrigens vier Gehirnviertel. Schließlich geht die Welt nicht in der Vergangenheit – unserer Zukunft – und auch nicht in der fernen Zukunft unter. Dafür hat sich die Menschheit verändert und zwar drastisch. Markus Orths präsentiert uns eine hirnrissige, aber durchdachte Geschichte, die sich nie eine Pause gönnt. Das Tempo ist anfangs schnell und hält die Geschwindigkeit bis zum Schluss. Damit ist das Buch ein echter Pageturner. Die verarbeiteten Ideen verursachen bisweilen beim Lese Hirnsausen, doch sie sind immer stimmig und werden auch für Roman benötigt. Der Anfang ist schon schön schräg, die Mitte schräger und das Ende hält dieses Niveau. Das Buch ist schöne Science Fiction, wird aber auch außerhalb der Szene ihre Leser finden, da der Roman sehr zugänglich ist. Charaktere und Handlung sind sehr humorvoll beschrieben und dieser Humor wabert von Kalauer bis zum intelligenten Witz. Das Buch ist in sich absolut stimmig und sprachlich sehr gut. So macht das Lesen Spaß!

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