Markus Orths Hirngespinste

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Inhaltsangabe zu „Hirngespinste“ von Markus Orths

Wie man schnell Geld verdient - und sich fulminant ins Abseits stellt Ein junger Schriftsteller versucht verzweifelt, seinen zweiten Roman zu schreiben. Sein Name: Kranich, Englisch, Deutsch. Dem Leser bekannt aus dem Bestseller »Lehrerzimmer«. Nachdem Kranich seine Schulerfahrungen veröffentlichen konnte, scheitert er. »Schreib, Maschine!«, eine bittere Abrechnung mit dem Literaturbetrieb, wird vom Verleger abgelehnt. Eine wunderbar groteske Farce über die dunkle Seite eines Autors: vom Literaturbetrieb korrumpiert, voller Größenwahn und versteckter Komplexe, Anerkennungssucht und dem verzweifelten Wunsch, etwas Grandioses zu schaffen – brillant, witzig, ein Feuerwerk der Selbstironie und eine gnadenlose Demaskierung dessen, was ein Betrieb aus Menschen machen kann.

Kurzweiliger Unsinn für Zwischendurch :)

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  • Rezension zu "Hirngespinste" von Markus Orths

    Hirngespinste
    variety

    variety

    14. November 2009 um 10:23

    Auch Markus Orths' neuestes Werk liest sich extrem gut und ich habe mich streckenweise bestens amüsiert. Wie er die Spannung während des Hirnexperiments mit dem Autoren Kranich aufbaut, ist clever. Auch die Beziehungen des Ex-Lehrers und jetzigen Schriftsteller-Talents zu seiner Tante Erna oder zur kleinen Jana sind gut in Szene gesetzt (ist da etwas Autobiografisches daran?). Leider bleibt die Geschichte oft an der Oberfläche. Ich vermisse neben den kleinen Szenen des Alltags und den Seitenhieben auf den Literaturbetrieb die intellektuelle Tiefe eines "grossen Romans". So bleibt ein leicht fahler Eindruck einer zwar gelungenen und unterhaltsamen, letzlich aber doch beliebigen Erzählung zurück. Vielleicht ändert sich das ja bei seinem nächsten Werk. Gespannt darauf bin ich schon...!

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  • Rezension zu "Hirngespinste" von Markus Orths

    Hirngespinste
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    31. August 2009 um 09:08

    Markus Orths' Roman "Hirngespinste" ist eine Fortsetzung seines Romans "Lehrerzimmer". Wer diesen (wie ich) allerdings nicht gelesen hat, wird im einleitenden Prolog so weit an das Vorgeschehen herangeführt, dass er diesen Roman auch ohne Kenntnis der Handlung des Vorgängers unbenachteiligt verfolgen kann. Kranichs erster Tag am Hans-Dietrich-Genscher-Gymnasium in Frankfurt wird von einer Einführung in das neue Schulschlüsselsondersystem bestimmt. Nachdem er aber aus Gründen, die Markus Orths scheinbar nicht genau durchdacht hat, die Nacht in der dunklen Schule verbringen muss, schmeißt er auch diese Stellung (ein paar Seiten Gewissensbisse und Durchhalteversuche hätten der Sache gut getan) und entscheidet sich, einer Ansage am Bahnhof folgend, den Beruf des Schriftstellers zu ergreifen. "Noch nie habe ich einen Personenausruf auf einem Bahnhof gehört, höchstens im Zug selbst oder auf Flughäfen, nicht aber in Bahnhofsgebäuden. Und ich denke jetzt, wo ich alles aufschreibe, dass ich mir die ganze Sache vielleicht nur eingebildet habe. Aber das kann nicht sein, denk ich, zu deutlich klingt mir die Durchsage im Ohr: Frau Erna Schreiber, bitte kommen Sie zur Information ... Schreiber, dachte ich, das ist es, was ich tun kann, Schreiber, Schriftsteller, dachte ich, jemand, der einfach mal aufschreibt, was Sache ist, schonungslos ..." Den neuen Beruf herausgefiltert, filtert er noch die mögliche Wohngelegenheit (Erbtante Erna) aus dieser Ansage und macht sich auf den Weg nach Heidelberg. Dort angekommen, entschließt er sich jedoch zur billigen Miete und beginnt seinen Roman "Schulgeschichten", der wider Erwarten ein großer Erfolg wird, geht auf Lesereisen (hier lassen sich auch die witzigsten Momente dieses Romans finden, speziell die schöne grüne Steiermark scheint es Markus Orths angetan zu haben) und schreibt rasant einen zweiten Roman, dessen Misserfolg ihn zwingt, doch Tante Ernas Unterkunft zu beanspruchen. Eine schwangere Schwester, ein Saunakumpan, ein Agent und der Verleger, kurz V., sind die weiteren Teilnehmer dieser Farce auf den Literaturbetrieb, die doch ihre unterhaltenden Seiten hat. "Wie sich herausstellte, hatte die Sache mit den Lesereisen einen Haken, und zwar einen schwerwiegenden: Denn nach jeder Lesung trat der Buchhändler nach vorn, bedankte sich und überreichte mir - hier der Haken - eine Flasche Wein. Am ersten Tag nahm ich die Flasche strahlend entgegen ... Mein Lächeln zeigte aber schon Spuren von Verkrampfung, als ich am vierten Abend die vierte Flasche Wein überreicht bekam ... Nach der sechsten Lesung begann ich, Kleidungsstücke auszusortieren, ich warf die eine oder andere Unterhose einfach fort ..." Markus Orths' Gedankenstrom-Prosa ist bis auf ein paar flapsige Formulierungen, die aber unter Umständen aus dem Schwäbischen stammen könnten, da der Protagonist aus Göppingen nach Frankfurt geflüchtet war, recht flüssig. Die Dialoge sind auch recht spritzig, hie und da aber leider auch komplett daneben. "Superlastminute", sagte sie. "Stand-by. Da gibt's jede Menge." "Was denn zum Beispiel?" "Fuerteventura." "Hm." "Oder Ägypten." "Hm." "Oder Tunesien." "Hm." "Oder Marokko." "Hm." "Oder Malta." "Hm." "Oder Sardinien." "Hm." "Oder Stockholm." "Hm." "Oder Prag." "Hm." "Oder Sankt Petersburg." "Hm. Hm." "Oder Moskau." "Hm. Hm. Hm." "Oder Kiew. "Kiew?" "Ja. Kiew." "Mensch, ist das ein Zufall", sagte ich ... Man liest rasch, die großzügig bedruckten Seiten beschleunigen die Fahrt durch das Schriftstellerleben des Martin Kranich, und nach ungefähr zwei Stunden ist das Buch vorbei und der letzte Satz mit einer leichten Irritation verklungen. Die Ungereimtheiten bzw. Ungenauigkeiten des Textes sind vergessen, die Nachwehen des Buches gering. Ja, "Hirngespinste" hat gute Momente, ist gute Lektüre für einen Abend, wenn man über Kleinigkeiten hinwegsehen kann, nicht mehr, nicht weniger. Als Farce über den Literaturbetrieb verkommt dieser Roman dann doch zur Seifenblase, speziell wenn man sich an die starken Bücher Philip Roths und vieler Anderer erinnert, die sich wirklich ernsthaft mit dem Literaturbetrieb beschäftigt haben. Markus Orths stellt dem Buch ein humoristisch augenzwinkerndes quasi Zitat von, wie er schreibt "wahrscheinlich Hugo von Hofmannsthal" voran: "Gelobt, gelobt wollen wir werden." Vielleicht beim nächsten Mal. (Erstveröffentlicht auf www.sandammeer.at, Roland Freisitzer; 08/2009)

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