Markus Ostermair

 4 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Der Sandler.

Lebenslauf von Markus Ostermair

Markus Ostermair, geboren 1981, arbeitet seit seinem Studium der Literaturwissenschaft als Übersetzer, Texter und Lehrer für Englisch sowie Deutsch als Fremdsprache. Seine Auseinandersetzung mit dem Thema Obdachlosigkeit begann in der Bahnhofsmission München als Zivildienstleistender. Er nahm an der Bayerischen Akademie des Schreibens teil und erhielt für Der Sandler diverse Stipendien und Förderpreise, darunter das Literaturstipendium der Stadt München und ein Residenzstipendium auf Schloss Wiepersdorf. Der Sandler ist sein literarisches Debüt. Der Autor steht für Lesungen zur Verfügung.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Markus Ostermair

Cover des Buches Der Sandler (ISBN: 9783955102296)

Der Sandler

 (4)
Erschienen am 15.09.2020

Neue Rezensionen zu Markus Ostermair

Cover des Buches Der Sandler (ISBN: 9783955102296)S

Rezension zu "Der Sandler" von Markus Ostermair

Eine wichtige Lektüre
Sibyllesbuecherkistevor 5 Monaten

Es ist eine wichtige Lektüre, gerade in dieser Zeit. Es wird von dem obdachlosen Karl erzählt und von seinem Leben auf der Straße. Dabei bekommt man einen Einblick wie sich ein solches Leben anfühlt. Und die Menschen treten dabei in den Fokus. Sie sind einmal nicht an den Rand gedrängt sondern bekommen einen Namen und ein Gesicht. Und auch eine Geschichte.
Keiner entscheidet sich freiwillig für ein Leben auf der Straße. Die Schicksale, die hier beschrieben sind, rütteln auf und sensibilisieren und machen Schluss mit Vorurteilen. Wir dürfen nicht herab schauen, wir müssen integrieren und behutsam sein.
Ich mochte das Buch sehr und möchte es euch wirklich ans Herz legen.

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Cover des Buches Der Sandler (ISBN: 9783955102296)Lia48s avatar

Rezension zu "Der Sandler" von Markus Ostermair

Eindrücklich & düster
Lia48vor 7 Monaten

„Der Penner macht keinen Mucks, schreit nicht auf, sondern windet sich nur und zieht sich wie eine Schnecke, die gesalzen wird, zusammen, während die Pisse über seinen Kopf läuft und in den Schlafsack sickert. Würde er schreien, so würde er die Bande auseinandersprengen. So ist es gut. So wird Kurt sie alle kriegen.“

INHALT:
Karl Maurer war einmal ein angesehener Mathematiklehrer. Doch seit dem Unfall damals hat sich alles verändert. Aufgrund seiner Trinkerei wurde er schließlich von seiner Frau Johanna verlassen, die sich und ihre gemeinsame kleine Tochter schützen wollte. Seitdem schlägt Karl sich durch die Straßen Münchens. Und immer wieder wird er von seiner Vergangenheit eingeholt.
Wie auch andere Obdachlose nimmt er Suppenküchen und Kleiderkammern in Anspruch.
So auch Karls Freund Lenz, der fühlt, dass sich sein Leben dem Ende neigt. Doch er möchte Karl unbedingt seine aufgeschriebenen Notizen und seine Wohnung vermachen, in der er sich geweigert hatte zu leben.
Eigentlich eine gute Chance für Karl, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.
Doch dann gibt es da noch Kurt, der aus der Haft entlassen wurde und auch eine Bleibe sucht…

MEINUNG:
Dies ist eine fiktive Geschichte und dennoch könnte sich sicherlich vieles so abgespielt haben, wie Markus Ostermair es in seinem Roman schildert. Der Autor hat sich das erste Mal während seinem Zivildienst bei der Bahnhofsmission mit dem Thema Obdachlosigkeit auseinandergesetzt. Dass er dabei so einige Menschen ohne Bleibe kennengelernt und von manchen Schicksalen erfahren hat, kommt ihm in seinem Buch sicherlich zugute.
Schonungslos und mit detailreicher Beobachtungsgabe schreibt er von der Scham des sozialen Abstiegs und bindet dabei mehrere Schicksale von obdachlosen Menschen mit ein, die sich häufig auch untereinander kennen. Es herrscht fehlende aber auch vorhandene Solidarität. Insgesamt wirkte das Bild, das Ostermair hier zeichnet, auf mich recht authentisch.
Immer wieder gab es Szenen, die mir nahe gegangen sind. Besonders schlimm fand ich eine Stelle, als Jugendliche sich total respektlos und menschenunwürdig einem Obdachlosen gegenüber verhalten haben. Als wären diese Menschen weniger wert! Das macht einen als Leser sehr traurig und wütend und leider kann ich mir vorstellen, dass sich solche Vorfälle häufiger ereignen, als wir Obdachhabende das mitbekommen…
Es schmerzt regelrecht, von Menschen zu lesen, die nichts haben. Durch das eher „unbequeme“ Thema habe ich das Buch mehrmals unterbrechen müssen und habe einige Pausen benötigt. Insgesamt ist die Geschichte eben kein Wohlfühl-Roman. Aber das ist auch besser so. Denn nur so rütteln die Inhalte auf und regen zum Nachdenken an. Und man weiß es wieder viel mehr zu schätzen, wie gut man es hat, ein warmes Bett, genug Nahrungsmittel und ein Dach über dem Kopf zu haben…

FAZIT: Einige Längen gab es zwar und vielleicht hätten dem Buch ein paar Figuren weniger gutgetan. Durch die Thematik Obdachlosigkeit ist das Buch recht düster, aber authentisch. Insgesamt war es für mich ein sehr eindrückliches und zum Nachdenken anregendes Leseerlebnis. Von mir gibt es daher eine Leseempfehlung und 4/5 Sterne!

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