Die Bücherdiebin

von Markus Zusak 
4,4 Sterne bei229 Bewertungen
Die Bücherdiebin
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (192):
Mrs_Nanny_Oggs avatar

Die Hörbuchfassung ist mindestens so bewegend wie das Buch. Sehr berührend!

Kritisch (7):
schokigirls avatar

Es gab kein Ziel in dieser Geschichte. Es war nur Alltag eines Mädchens in der Nazizeit. Ich habe mich leider gelangweilt.

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Inhaltsangabe zu "Die Bücherdiebin"

Liesel lebt während des Zweiten Weltkrieges bei Pflegeeltern in der Himmelstraße in Molching, wo sie die Juden nach Dachau ziehen sieht und die Bombennächte über München erleidet. Das Mädchen überlebt, weil der Tod – in dieser Zeit beschäftigter denn je und Erzähler dieses außergewöhnlichen Romans – Liesel in sein Herz geschlossen hat. Sie und die Menschen aus der Himmelstraße.

(6 CDs, Laufzeit: 7h)

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783866048256
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:Random House Audio
Erscheinungsdatum:27.02.2008
Das aktuelle Buch ist am 07.09.2009 bei Blanvalet erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    zazzless avatar
    zazzlesvor 3 Monaten
    Die Bücherdiebin

    Nachdem ich vor etwas mehr als zwei Jahren keinen Zugang zum Buch gefunden habe, wollte ich der Geschichte als Hörbuch noch einmal eine Chance geben. Und siehe da: Diesmal habe ich tatsächlich bis zum Schluss durchgehalten. Ich kann den Hype um das Buch zwar immer noch nicht ganz nachvollziehen und teilen, nehme aber an, dass es schlicht und ergreifend mit der Thematik des 2. Weltkriegs zusammenhängt. Obwohl der Krieg nur am Rande erwähnt wird, schafft es Zusak dennoch die Stimmung der damaligen Zeit rüber zu bringen. Vor allem das Ende bleibt einem vermutlich noch länger in Erinnerung. Liesel - oder die Story um ihre Rolle als "Bücherdiebin" - dagegen hat keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

    Alles in allem ein gutes Buch, das man - nicht zuletzt aufgrund des Hypes - einmal gelesen oder gehört haben muss. Ich kann die Hörbuchversion nur wärmstens empfehlen. Von mir gibt es 4 Sterne dafür.

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    EmmaZeckas avatar
    EmmaZeckavor 6 Monaten
    Eine Mischung aus Geschichte und der Liebe zum Buch

    Die Bücherdiebin habe ich das erste Mal vor acht Jahren gelesen. Schon damals hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Allerdings hat mich das Ende wahnsinnig gemacht, weil ich es einfach ziemlich ungerecht fand. Nun wollte ich noch einmal in die Welt von Liesel Memminger eintauchen und habe mir kurzerhand das Hörbuch geschnappt.

    Gestaltung
    Boris Aljinovic führt uns durch die Geschichte. Zu Beginn hatte ich etwas Mühe mit seiner Stimmfarbe. Nach und nach fielen mir aber die Feinheiten auf, mit denen er Die Bücherdiebin erzählt. Boris Aljinovic hat nämlich eine schwierige Aufgabe: Er muss sich nicht nur mit den Charakteren auseinandersetzen, sondern auch die Rolle des allwissenden Erzählers einnehmen und uns diesen nahebringen. Und das ist gar nicht mal so einfach, denn die Geschichte wird von niemand Geringerem als dem Tod erzählt. Ich mochte die Interpretation von Boris Aljinovic sehr und finde, dass er sowohl die Charaktere als auch den allwissenden Erzähler gekonnt interpretiert hat.

    Inhalt
    Markus Zusak verbindet in Die Bücherdiebin mehrere Elemente miteinander. Zum einen nimmt er uns mit in die Erlebnisse des dritten Reiches: Liesel Memminger muss ihre Familie verlassen und kommt bei den Hubermanns in der Nähe von München unter. Dort hat sie es nicht leicht: Pflegemutter Rosa Hubermann scheint unterkühlt und bezeichnet alles und jeden nur als Saumenschen. Liesels Pflegevater hingegen - Hans Hubermann - ist wortkarg, schafft es aber eine Beziehung zu dem Mädchen aufzubauen. Dann bricht der zweite Weltkrieg aus und die Familie muss näher zusammenrücken. Eines Tages steht ein Fremder vor der Tür, der die Welt der Hubermanns ziemlich durcheinander bringt.

    Und neben diesem historischen Handlungsstrang gibt es natürlich noch Liesels Liebe zu den Büchern: Obwohl Liesel zu Beginn des Buches kaum lesen kann, entwickelt sie eine Liebe zu den Wörtern. Sprache fasziniert sie. Sie nimmt wahr, wie viel man mit Worten anrichten kann, wann es Worte bräuchte, aber doch nicht die passenden über die Lippen kommen und wann Worte nur leer erscheinen.

    Interessant fand ich hier, dass der allwissende Erzähler unserer Geschichte der Tod ist. Hier lässt Markus Zusak seine Vorstellung von dem Tod einfließen. Natürlich bekommen wir mit, wie der Tod über die Menschen und Liesels Erlebnisse denkt. Es wird außerdem deutlich, dass ihn das Mädchen fasziniert und er - sofern es ihm möglich ist - gerne bei ihr in der Himmelsstraße vorbeischaut.

    Spannung
    Der Spannungsbogen von Die Bücherdiebin ist gut aufgebaut. Ich war relativ überrascht, dass die Kapitel des Hörbuches doch recht kurz sind. Dennoch hatte ich nicht den Eindruck, dass es an Informationen fehlte. Ich glaube, ich hätte Liesels Erlebnissen in der Himmelsstraße noch eine Weile zuhören können. Deswegen war ich - zumindest beim ersten Mal lesen - doch etwas überrascht über das abrupte Ende. Als ich nun ein zweites Mal in die Geschichte eintauchte, stellte ich fest, dass die Handlungsstränge hier und da etwas holprig miteinander verwoben waren. Das ist mir beim ersten Mal lesen aber nicht negativ aufgefallen.

    Schreibstil
    Wie bereits erwähnt, gibt es hier den allwissenden Erzähler: den Tod. Auch der Schreibstil von Markus Zusak scheint eher erzählend. Es gibt hier und da Dialoge, die sehr von dem Ausdruck Saumensch geprägt sind, was mich etwas schmunzeln ließ. Hier und da musste ich auch erkennen, dass unser allwissender Erzähler minimal spoilert, weil er ja wusste, wann einzelne Charaktere sterben. Dennoch verriet er nichts über die Todesumstände. Und das machte es dann nicht ganz so schlimm.

    Beim zweiten Mal hören sind mir einige sprachliche Bilder aufgefallen, über die ich gerne mit jemandem gesprochen hätte, um sie einfach noch besser verstehen zu können. So stiehlt Liesel beispielsweise Bücher, hat aber trotzdem eine Liebe zu diesen. An einem Geburtstag bekommt sie auch eine wunderschöne Geschichte geschenkt, die mit Sicherheit einen tieferen Sinn hat. Auch in Bezug auf den historischen Handlungsstrang gab es einige Elemente, die mich nachdenklich zurückließen.

    Gesamteindruck
    Am Ende von Die Bücherdiebin stellte ich fest, dass ich mittlerweile etwas anders über das Ende denke. Ich finde es immer noch sehr traurig. Dennoch gehörte es leider zur damaligen Zeit. Inzwischen komme ich etwas besser damit zurecht. Es war wieder toll in Liesels Geschichte eintauchen zu dürfen und mir noch einmal darüber klarzuwerden, wie es mir beim ersten Mal Lesen ergangen ist. Außerdem stellte ich erstaunt fest, dass mir diesmal wieder ein paar Dinge aufgefallen sind, für die ich das erste Mal kein Gespür hatte.

    Zusammenfassend kann ich sagen, dass Die Bücherdiebin ein tolles Jugendbuch mit historischen Elementen ist. Es sorgt für viel Diskussionsstoff aber auch trotz ernsten Inhaltes für ein paar lustige Stellen.

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    buchfeemelanies avatar
    buchfeemelanievor 7 Monaten
    Die Bücherdiebin


    Das Coverbild gefällt mir gut.
    Ich war sehr gespannt auf das Hörbuch, von dem ich schon so viel Gutes gehört habe.
    Die Erzählstimme ist angenehm. Ich konnte ihr gut folgen, da sie ein gutes Sprechtempo hat und deutlich spricht und auch noch gut betont.
    Ich bin gut in das Buch herein gekommen und es beginnt ja schon traurig. Anfangs habe ich mich sehr über die Pflegemutter mit ihrem "Saumensch" aufgeregt. Später hatte es fast etwas liebevolles. Ihr Pflegevater hat mir gut gefallen, hat er sich doch besonders gut um Liesel gekümmert.


    Die Stellen mit dem Tod haben mir auch sehr gut gefallen.
    Man merkt, wie bedrohlicher die Situation wird. Besonders der Marsch der Juden nach Dachau hat mir etwas zugesetzt. Gleichzeitig fand ich die Zeit der Bombadierungen nicht dramatisch genug.


    Zwischendurch gab es ein paar Längen, die gerne hätten kürzer gefasst werden können.
    Alles in einem war es ein unterhaltsames Hörbuch, welches aber doch betroffen machte und mich zum Nachdenken gebracht hat. 

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    LittlePopugais avatar
    LittlePopugaivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Emotional und ganz besonders
    Einfach fantastisch

    Die Erzählsicht ist interessant. Erzählt wird aus der Sicht des Todes, der während des 2. Weltkrieges alle Hände voll zu tun hat, sich aber von einem kleinen Mädchen in den Bann ziehen lässt. Der Schreibstil ist originell und man braucht einen kleinen Moment, um damit warm zu werden. Aber rum mal drin, kommt man nicht mehr los. Ich habe das Buch verschlungen wir schon lange keins mehr. Gott sei dank war es meine Urlaubslektüre und ich hatte viel Zeit zum Lesen. Dazu hat es mich zum Heulen gebracht wie ein kleines Baby. Fazit: unbedingt lesen! Dafür viel Zeit nehmen und nicht in der Öffentlichkeit lesen.

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    schokigirls avatar
    schokigirlvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Es gab kein Ziel in dieser Geschichte. Es war nur Alltag eines Mädchens in der Nazizeit. Ich habe mich leider gelangweilt.
    Nicht schlecht, aber nicht meins - 2,5 Sterne

    Ich hab das gekürzte Hörbuch gehört & muss leider sagen, dass ich mich die ganze Zeit gelangweilt habe. Deshalb habe ich oft auch Tage lang nichts davon gehört & hatte keine Lust es wieder an zu machen.
    Diese Geschichte hatte kein Ziel. Es war nur das tagtägliche Leben eines Mädchens in der Nazizeit. Und trotz des ständigens Hungers & der Willkür der Nazis, ist doch größtenteils nichts wirklich passiert. Und das was passierte kam immer aus dem Nichts. Es hat sich nichts aufgebaut & es gab sehr selten ein Set up für irgendwas. Solche random Geschichten, die einfach nur die Emotionen triggern sollen machen mir einfach keinen Spaß. Dann gucke ich doch lieber eine Doku.
    Und das vorwegnehmen von Ereignissen durch den Tod (also quasi das spoilern der kommenden Ereignisse) haben mir noch die letzte Spannung genommen. Solche Erzählweise ist einfach nicht für mich.

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    MetalBookOwls avatar
    MetalBookOwlvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: EIne wirklich tolle, lustige, aber auch traurige Geschichte
    Eine Geschichte, erzählt durch den Tod...

    Man sagt ja das Leben schreibt die besten Geschichten....Nunja, hier nicht das Leben allein, sondern auch Gevatter Tod. Durch seine Augen erleben/hören wird die Geschichte der Bücherdiebin Liesel, ihren Adoptieveltern und ihren Freunden.
    Das junge Mädchen hat nicht die schönste Kindheit gehabt, es gab zwar immer wieder schöne Ereignisse, mit Freunden und Famiele, aber jedoch die ganzen Verluste die sie machen muss...Macht das auch nicht ganz wett.
    Sie verliert ihren Bruder und ihre Mutter, an den sie sehr hängt.


    Jedoch kann Liesel, (wie ich denke wir alle hier auf diese Plattform) in die Welt der Buchstaben, Wörter und Bücher flüchten...
    Aber Bücher auf einen "normalen" Weg zu bekommen ist schwer...
    So endeckt Liesel das stehlen für sich.
    Sie versucht alles um immer wieder in die Bücherreih der Frau vom Bürgermeister zu kommen um noch mehr Bücher zuhaben...

    Liesel kann nicht nur das, sie sieht auch den Gevatter Tod ....

    Ich verstehe ihre Liebe zu Geschichten und Bücher, man kann sich auch in den schlimmsten Zeiten dort eine schöne Zeit haben.

    Im großen und ganzen ist es eine wirklich wunderschöne udn traurige Geschichte...es gab zwar eine stelle wo mich das Buch nicht so ganz gefesselt hat, aber ich habe es mir kommplet angehört und muss sagen es hat sich gelohnt. Ich bin froh darüber und kann das Buch wirklich jedem empfehlen, der es auch mal ruiger mag :)

    PS.: Das ist meine erste Rezension ^^


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    S
    schlichterdichtervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: da hat der sympathische tod aus dem vollen geschöpft. eine subtile begehung deutschlands zu zeiten des dritten reichs.
    keiner schreibt mit mehr leichtigkeit als der tod.

    der fiktive verfasser des buchs ist der tod. dieser ungemein sympathische geselle erzählt die geschichte eines kleinen mädchens, durch dessen augen wir sowohl grausamkeit wie zärtlichkeit des deutschlands zu hitlers zeiten erleben können. und damit die gewissheit finden, dass es nur selten schwarz oder weiss im leben gibt.

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    Ricchizzis avatar
    Ricchizzivor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Buch, welches mich zum Lachen, Weinen, Schmunzeln und Mitfühlen brachte. Tiefsinnig und überraschend.
    Der Tod als stetiger Begleiter

    Die Bücherdiebin hat mich regelrecht mitgerissen. Zu Beginn wird einem der Tod vorgestellt, der in regelmäßigen Passagen, abseits der Handlung auftaucht und die Szenerie kommentiert. Manchmal nimmt er Handlungen vorweg, verrät Geschichten und Enden, doch der Autor schafft es dennoch die Spannung stetig beizubehalten. 


    In der Geschichte handelt es sich um die kleine Bücherdiebin, die bei einer ihr fremden Familie während des zweiten Weltkriegs Zuflucht findet. Sie nehmen sie auf wie ihre eigene Tochter, dort lebt sie, geht zur Schule und findet Freunde und Feinde. Sie stibitzt, wie der Titel wohl schon verrät, hier und dort Bücher, die sie mit ihrem Ziehvater durchstöbert und so vernünftig Lesen und Schreiben lernt. Derweilen wird zwischendurch der zweite Weltkrieg thematisiert, den man durch die Augen der jungen Bücherdiebin miterleben kann. Unter anderem findet auch die Bücherverbrennung jüdischer Literatur statt. Außerdem nimmt die Familie schließlich einen Flüchtling auf und versteckt ihn im Keller. In dem Moment wird die tatsächliche Gefahr der Nazis klargestellt und dass kaum einem Menschen in der Zeit zu trauen war. 

    Die Charaktere sind umwerfend beschrieben und jeder ist mir Seite um Seite ans Herz gewachsen. Der Autor lässt Figuren aufleben und sterben und selbst durch wenige Sätze und ein kurzes Auftreten, fühlt man mit jedem einzelnen mit. 

    Es ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher, das mir viel über das Leben, Werte und Menschen verraten hat. 

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    klaudia96s avatar
    klaudia96vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr gefühlvoll und berührend, teilweise ein wenig zähl. Alles in allem sehr gelungen!
    Selbst der Tod hat ein Herz für Bücherdiebe...

    Inhalt

    In der Himmelstraße 33, im beschaulichen Molching, wohnt die Waise Liesel Meminger bei ihren Pflegeeltern. Hans und Rosa Hubermann könnten unterschiedlicher nicht sein, aber eins verbindet sie – die Liebe zu dem kleinen Mädchen, das sie als Neunjährige aufgenommen haben. Mit ihrem besten Freund Rudi Steiner, der unbedingt einen Kuss von Liesel ergattern möchte, wächst das junge Mädchen in einer Zeit auf, die auch ihre heile Welt bedroht. Ihre Eltern waren Kommunisten. Und ihre Pflegeeltern haben ein Herz für Juden – und wie es der Zufall so will, schuldet Hans Hubermann einem einen Gefallen. Unter Hitlers Regime bleiben Liesel scheinbar ewige Fußballspiele in der Himmelstraße, der Austausch mit Max, dem Juden, den sie im Keller verborgen halten, und die Wörter – Wörter, die schließlich selbst das Herz des Todes berühren. Durch Liesels Aufzeichnungen erfährt dieser, wie ihr Leben verlief, bis sie dreizehn Jahre alt wurde. Er erfährt, wie sie sich in Büchern verliert, wie sie diese kostbaren Schätze von den unmöglichsten Orten stiehlt, und mit ihren Worten den Menschen um sich herum Hoffnung vermittelt. Und dabei bemerkt der Tod, wie weich sein Herz bei Liesels Geschichte wird…

    Meine Bewertung

    Zuallererst möchte ich betonen, dass “Die Bücherdiebin” nicht das erste Buch ist, das ich von Markus Zusak lese. “Der Joker” gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern, wurde mehrfach von mir verschlungen, und hat mir in einigen dunklen Tagen geholfen, weshalb ich mit wahnsinnig hohen Erwartungen an dieses Buch rangegangen bin, die zu einem gewissen Maß enttäuscht wurden. Allerdings lässt sich nicht sagen, dass mir Liesel Memingers Geschichte nicht unter die Haut gegangen ist.

    Man sollte schon wissen, dass man keine leichte Kost erwarten darf, wenn man zu diesem Buch greift. Bei Büchern, die die Nazizeit thematisieren, fällt es mir ohnehin immer schwer, das alles zu verdauen, aber “Die Bücherdiebin” ist da doch nochmal eine Kategorie für sich. Das, was mir teilweise gar nicht dran gefallen hat, war der Schreibstil. Locker, leicht, sehr bildlich, viele Metaphern und Personifikationen, und irgendwie sehr blumig – ein Stil, der für mich eher zum “Joker” gepasst hat, aber nicht zu diesem Buch. Irgendwie war es einfach fehl am Platz, und das hat mir das Lesen an einigen Stellen wirklich schwer gemacht, weil ich mich nie so ganz reinfinden konnte.

    Die Story war hingegen unglaublich gefühlvoll, sehr gut abgestimmt, und auch der Länge angemessen. Zwar hatte ich zunächst das Gefühl, dass sich der Anfang sehr zieht, aber im Laufe der Geschichte merkt man doch, dass die langen Beschreibungen von Liesels Leben wirklich wichtig sind, um die Gedankengänge und Handlungen des Mädchens zu verstehen. Auch die Charaktere fand ich sehr ausgewogen, sie hatten alle ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Beweggründe, und waren dadurch wahnsinnig interessant und ausgereift. In dieser Hinsicht hat Markus Zusak also wirklich alles richtig gemacht. Insbesondere die Freundschaften mit Rudi und Max haben mich Liesel besonders positiv sehen lassen

    Der interessanteste Aspekt am Buch ist sicherlich, aus wessen Sicht es geschrieben ist. Am Anfang erscheint es ein wenig seltsam, das Buch aus der Sicht des Todes zu lesen, der Liesels Geschichte anhand ihrer Aufzeichnungen erzählt, allerdings ist es gut durchdacht, und es war dem Autor so auch möglich, ein paar philosophische Ansätze reinzubringen, die aber nicht allzu tief schürfen. Außerdem fungiert der Tod als ein allwissender Erzähler, und kann so auch Einblicke in die Gedankenwelt und Vergangenheit der Nebencharaktere liefern, was dazu führt, dass man selbst für sie ein gutes Gespür bekommt. Außerdem scheint er echt ein netter Typ zu sein. Die Darstellung mag für viele Leser ein kleiner Trost sein. Und selbst der Tod hat ein Herz.

    Das Ende wurde ziemlich vorweggenommen. Trotzdem war es dramatisch und angemessen, auch wenn es ein wenig länger hätte sein können – ich hätte gerne gelesen, wie Liesel schlussendlich den Rest ihres Lebens verbracht hat, wie sie nach Sydney kam, und was aus Rudis Vater und Max geworden ist. Außerdem hätte meiner Meinung nach noch ein Bisschen mehr auf Liesels Bücher eingegangen werden können, noch mehr auf ihre Diebstähle – dann wäre für mich auch der Titel des Buches noch ein wenig passender gewesen. So finde ich den doch nicht zu 100 Prozent gerechtfertigt.

    Zum Schluss: Das Cover. Hübsch, minimalistisch gehalten, und wirklich aufs Wesentliche beschränkt. Auch absolut passend.

    Dieses Buch bedarf definitiv einer großen Packung an Taschentüchern, und ist nichts für Leute, die nicht mehr über die Nazizeit lesen möchten. Andererseits schenkt es Hoffnung und ein wenig Trost, auch wenn es kein besonders glückliches Ende hat – eine bereichernde Lektüre ist es aber allemal.

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    Carlalis avatar
    Carlalivor 4 Jahren
    Eines meiner Lieblingsbücher

    Dieses Buch erzählt die anrührende Geschichte der kleinen Liesel, welche in Nazideutschland aufwächst und schon in jungen Jahren mit dem Tod konfrontiert wird.

    Zum ersten Mal begegnet Liesel der Tod 1939 am Grab ihres Bruders, wo sie auch beginnt Bücher zu stehlen.

    Dabei ist der Tod hier keine Angst einflößende Gestalt sondern ein faszinierter Beobachter von Liesels Leben.

    Zusak gelingt es eine Geschichte, welche im Dritten reich spielt, so behutsam, gefühlvoll und phantasiereich zu erzählen das man einfach gefangen ist von der Geschichte und das Buch am liebsten nie weglegen möchte. 

    Diese Geschichte wird jeden der sie liest noch lange ergreifen und man wird noch lange darüber nachdenken, oder auch anderen davon erzählen wollen!

     Mir hat diese Geschichte wieder einmal bewusst gemacht wie gut es uns heute eigentlich geht.

    Ich kann dieses Buch somit nur empfehlen! Absolut lesenswert!!!


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