Cover des Buches Die Bücherdiebin (ISBN: 9783764502843)
Rezension zu Die Bücherdiebin von Markus Zusak

Es ist ein Schnitter, heißt der Tod …

von Ein LovelyBooks-Nutzer vor 7 Jahren

Review

Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
Der Tod ist kein geradliniger Erzähler. Er nimmt vorweg, er blickt zurück, und gleichzeitig ist er im Hier und Jetzt. Er erzählt seiner Natur gemäß, und immer spürt man seine Verwunderung über diese Menschen, die er nach seinen eigenen Worten stets über- und gleichzeitig unterschätzt, aber nie einschätzen kann.
Pausen kann er sich nicht erlauben (was dann passieren würde, haben wir ja schon bei Sisyphos gesehen), daher schöpft er Erholung aus den Farben des Himmels. Jede Seele, die er holt, jedes Ereignis verbindet er mit einer bestimmten Färbung des Himmels. Bei Liesel sind es drei Farben, an die er sich erinnert: Weiß, Rot und Schwarz. Es sind nicht zufällig die Farben der Flagge des Nationalsozialismus, denn der Tod begleitet Liesel durch die Zeit des zweiten Weltkriegs, durch die Geschichte der Judenverfolgung in Nazi-Deutschland und durch die Zeit der Unsicherheit und Unwägbarkeit, die diese Periode darstellte.
Seine Erzählung beginnt und endet mit einem Verlust für Liesel – dazwischen stellt er uns die Menschen vor, denen Liesel begegnet, und, noch viel wichtiger, den Büchern, die Sie stiehlt. Jedes von Ihnen steht für einen Moment, in dem sie sich als stark erweisen muss, in dem sie stiehlt, um ihre Menschlichkeit nicht zu verlieren, und wenn sie sonst alles verloren hat.
Der Tod ist kein geradliniger Erzähler, aber seine Einschätzung der Menschen ist überraschend gut getroffen.
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