Marlen Haushofer

 4.1 Sterne bei 904 Bewertungen
Autor von Die Wand, Himmel, der nirgendwo endet und weiteren Büchern.

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Himmel, der nirgendwo endet
 (27)
Neu erschienen am 12.10.2018 als Taschenbuch bei Ullstein Taschenbuch Verlag.

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Marlen HaushoferDie Wand
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Die Wand
Die Wand
 (765)
Erschienen am 14.03.2016
Marlen HaushoferHimmel, der nirgendwo endet
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Himmel, der nirgendwo endet
Himmel, der nirgendwo endet
 (27)
Erschienen am 12.10.2018
Marlen HaushoferDie Tapetentür
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Die Tapetentür
Die Tapetentür
 (25)
Erschienen am 01.12.2006
Marlen HaushoferWir töten Stella / Das fünfte Jahr
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Wir töten Stella / Das fünfte Jahr
Wir töten Stella / Das fünfte Jahr
 (20)
Erschienen am 01.04.2003
Marlen HaushoferDie Mansarde
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Die Mansarde
Die Mansarde
 (17)
Erschienen am 12.04.2005
Marlen HaushoferEine Handvoll Leben
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Eine Handvoll Leben
Eine Handvoll Leben
 (13)
Erschienen am 01.11.2004
Marlen HaushoferBartls Abenteuer
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Bartls Abenteuer
Bartls Abenteuer
 (11)
Erschienen am 01.02.2002
Marlen HaushoferSchreckliche Treue
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Schreckliche Treue
Schreckliche Treue
 (7)
Erschienen am 01.03.2003

Neue Rezensionen zu Marlen Haushofer

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BrittaRoeders avatar

Rezension zu "Die Wand" von Marlen Haushofer

Ein großer Roman vom Menschsein
BrittaRoedervor 5 Monaten

Absolut unerwartet findet sich die Protagonistin des Romans eines Morgens vom Rest der Welt abgeschnitten vor. Eine unsichtbare Wand hat das Gebiet rund um ein Jagdhaus in den Alpen, in dem sie sich als Gast aufhält, weiträumig eingeschlossen. Alles Leben jenseits dieser Abgrenzung scheint tot zu sein, auf ihrer Seite dagegen ist alles intakt, alle Tiere und sie als einziger Mensch haben überlebt. Soweit die Ausgangssituation von Haushofers Roman aus dem Jahre 1968.

Auf den ersten Blick ist Haushofers Roman vor allem eine spannend geschriebene Robinsonade. Ausführlich schildert die Autorin den harten Überlebenskampf der urplötzlich völlig auf sich allein gestellten Frau. Sehr detailliert beschreibt sie wie sich aus ungewohnten absolut neuen Herausforderungen (Jagd, Landwirtschaft, Viehhaltung) allmählich ein harter Alltag herausbildet. Haushofers Präzision erzeugt dabei eine eindringliche Authentizität, deren Sog man sich nicht entziehen kann.
Doch ohne Frage ist dieser großartige Roman mehr. Mit der im Mittelpunkt stehenden namenlos bleibenden Protagonistin, aus deren Ich-Perspektive die Ereignisse berichtet werden, gerät die Geschichte zum Entwicklungs- , man mag fast sagen, zum Selbstfindungsroman.

Wie verändert sich ihr Verhältnis zu Natur und Tieren? Wie wirkt sich die Einsamkeit aus? Welche Folgen hat der psychische Druck eines täglichen Überlebenskampfes auf sie? Welche Bedürfnisse entwickelt sie? Welche Ängste? Welche existenziellen Fragen stellt sie sich?

Haushofer verrät ihren Lesern nur wenig über die Vorgeschichte ihrer Hauptfigur. Die wenigen biographischen Details erfährt man fast beiläufig (Mitte vierzig, seit einiger Zeit Witwe, Mutter zweier inzwischen erwachsener Kinder). Alles was die überlebende Frau mit ihrem bisherigen Leben verband hat auf einen Schlag an Bedeutung verloren. Erstaunlich gefasst nimmt sie ihr Schicksal an und wird als einziger, letzter Mensch auf der Welt exemplarisch zum Repräsentanten der Menschheit. In den wenigen Momenten, in denen sich die Protagonistin rückblickend auf ihr altes Leben besinnt, lässt Haushofer zivilisationskritische Töne laut werden.

Man kann sich diesem Roman auf sehr verschiedenen Wegen nähern. Unter den vielen Rezensionen gibt es feministische Interpretationen ebenso wie tiefenpsychologische Ansätze. Auch autobiografische Bezüge lassen sich ausmachen. Doch seine besondere Größe liegt in der Darstellung der Protagonistin, die sich angesichts der Aussichtslosigkeit ihres Schicksals ihr Menschsein bewahrt.

„Es gibt keine vernünftigere Regung als die Liebe. — Marlen Haushofer , Die Wand. 2. Auflage. [Hamburg & Düsseldorf]: Claassen, 1968. S. 238

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Der_Buchdraches avatar

Rezension zu "Die Wand" von Marlen Haushofer

Absolut beeindruckend, Gänsehaut
Der_Buchdrachevor 7 Monaten

Marlen Haushofers Robinson Crusoe ist weiblich. In „Die Wand“ beschreibt sie die beeindruckende Geschichte einer namenlosen Frau, die auf einem Jagdausflug plötzlich von der Außenwelt abgeschnitten wird. Über Nacht taucht eine unsichtbare Wand auf, die ihr Tal von der Außenwelt trennt. Alles Leben jenseits der Wand ist tot. Nur ihr Hund Luchs, eine Katze und eine Kuh überdauern mit ihr die unfreiwillige Isolation. Der Wille, für ihre Tiere da zu sein, hält die Frau am Leben und lässt sie in der Einsamkeit große Mühen auf sich nehmen.

„Die Wand“ ist ein Roman von bedrückender Schlichtheit, Stille und Schönheit. Um nicht völlig zu verrohen, beginnt die Frau, ihren Bericht zu schreiben und erzählt darin von ihrem Leben in der Isolation sowie von ihren tiefsten Ängsten und Sorgen. Sie schreibt um des Schreibens willen und um sich das Menschsein noch ein wenig länger zu bewahren.

Die Wand ist dabei ein unauffälliger aber steter und auch ein wenig furchteinflößender Begleiter. Sie taucht eines Nachts auf und ist fortan der status quo. Es wird keine Erklärung geliefert, was die Wand eigentlich ist, woher sie kommt oder ob sie eines Tages wieder verschwinden wird und ob das Leben auf der anderen Seite wirklich restlos tot ist. Es ist aber auch gut, dass diese Fragen offen bleiben, denn für das Überleben der Frau spielen sie, solange sie ihre Tiere hat, keine Rolle und sie als Gefangene der Wand ist auch gar nicht in der Lage, eine Antwort zu finden.

Der Stil ist hin und wieder durchsetzt von etwas aus der Mode gekommenen Wörtern, was aber ganz gut passt. Gleichzeitig berichtet die Frau sehr nüchtern von ihren Erlebnissen und Gedanken, was neben der reinen Vorstellung ihrer ungeheuerlichen Situation zusätzlich dafür sorgt, dass die Erzählung den Leser aufwühlt und in seinem Inneresten berührt. Immer wieder ist ihre Geschichte vom Tod ihrer geliebten Tiere begleitet. Nach und nach sterben die Jungen ihrer Katze, auch Luchs, ihr treuester Begleiter in der Einsamkeit, wird eines Tages nicht mehr sein, und wenn Bella, die Kuh, keine Milch mehr geben kann, wird es auch mit ihr aus sein.

Auf der anderen Seite zeigt sich die Frau stark. In der Sorge um ihre Tiere lässt sie sich nicht von ihrer Verzweiflung übermannen, auch wenn sie schreibt, dass der Drang danach immer wieder stark ist. Man hofft für sie, dass es ein gutes Ende nehmen wird, und weiß doch, dass dem nicht sein kann.

Das Szenario wirkt auf einen von der Zivilisation verwöhnten Menschen mitunter befremdlich und angsteinflößend. Die namenlose Frau sagt selbst, wenn sie auf ihr altes Leben zurückblickt, dass sie sich nicht mehr mit jener Frau identifizieren kann, die sie einst gewesen war. Sie ist jetzt frei von jeglichen gesellschaftlichen Zwängen und ganz für sich selbst verantwortlich. In gewisser Weise macht sie das freier, als es jeder von uns jemals sein kann. 

Man mag dies durchaus als harsche Gesellschaftskritik der Autorin lesen. Auf alle Fälle aber lässt der Roman einen innehalten und über das nachdenken, was man hat. Sind die Vorzüge der Zivilisation wirklich Vorzüge oder entfremden sie uns zu sehr von unseren Wurzeln in der Natur? „Die Wand“ ist keine leichte Kost, sondern arbeitet im Leser. Und das ist gut so.

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WildRoses avatar

Rezension zu "Wir töten Stella / Das fünfte Jahr" von Marlen Haushofer

Marlen Haushofer - ein Kapitel für sich...
WildRosevor 9 Monaten

Bislang las ich von Marlen Haushofer "Die Wand", "Himmel, der nirgendwo endet" und "Die Mansarde". Von diesen drei Büchern war ich von "Die Wand" (fast) restlos begeistert - ein ganz großes Werk, meiner Ansicht nach. "Himmel, der nirgendwo endet" empfand ich als recht interessante Lektüre, aber wirklich umgehauen hat mich dieses Buch nicht. "Die Mansarde" empfand ich dann als eher schwach.

Ihre Novellen, "Wir töten Stella/Das fünfte Jahr" waren nun meine nächste Portion Marlen Haushofer. Wie immer zeichnen sich die Novellen aus durch Haushofers schlichten, ganz eigenen Schreibstil, den man wohl sowohl lieben als auch hassen kann. Bis auf "Die Wand" wurde ich mit diesem Schreibstil bislang nicht warm, und dies änderte sich auch bei Lektüre der beiden Novellen nicht.

"Wir töten Stella" konnte mich von der Handlung her nicht besonders fesseln; ja, an und für sich hatte die Grundidee Potenzial, aber die Umsetzung war mir persönlich ein wenig zu dürftig und auch oberflächlich. Zudem erinnerte die Beschreibung der Familie der Protagonistin mich sehr stark an "Die Mansarde"; und auch die deprimierende, trostlose Stimmung war in beiden Büchern fast dieselbe.

"Das fünfte Jahr" hingegen ist die Erzählung über ein kleines Mädchen, Marili, das bei seinen Großeltern in einem Bauernhaus aufwächst. Beschrieben wird quasi das fünfte Lebensjahr des Mädchens mit den kleinen Entdeckungen und "Abenteuern" sowie all den Überlegungen eines kleinen Kindes. Grundsätzlich ganz interessant, ich fand die Novelle nur leider relativ monoton und es fehlte für mich der Anreiz, weiterzulesen, da der Spannungsbogen gänzlich fehlte.

Marlen Haushofer ist als Schriftstellerin auf jeden Fall ein Kapitel für sich - die beiden Novellen konnten mich leider wieder nicht wirklich überzeugen.

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L
Habe gerade "Die Wand" von Marlen Haushofer fertig gelesen ... hat mir echt gut gefallen - Jetzt bin ich natürlich auf der Suche nach Büchern mit ähnlichem Stil ... jemand Tipps?
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