Marlen Haushofer Die Wand

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Lovelybooks Bewertung

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Inhaltsangabe zu „Die Wand“ von Marlen Haushofer

Eine Frau will mit ihrer Kusine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf und kehrt nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen stößt die Frau auf eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmitten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein.

Einfach pure poesie. In seiner Reinen melancolischen Form. Ich freier das. Ist haber harte kost.

— Simon_Lokarno
Simon_Lokarno

Tolles Buch! Eindringliche Geschichte. Mir hat nur etwas mehr psychologisches Gedankengut gefehlt und die Protagonistin war mir zu gefasst.

— _wildautsum_
_wildautsum_

Top 2 auf meiner Jahresliste!

— LillySj
LillySj

... nur eine Wand, kein Brett vor dem Kopf...

— Edith_Hornauer
Edith_Hornauer

Gut lesbar und man fiebert sehr auf den Ausgang der Geschichte hin!

— dreamdreamer1
dreamdreamer1

Das beste Buch, welches ich je lesen durfte. Es hat mich regelrecht berauscht und den Schreibstil der Autorin finde ich großartig!

— Tine_Kempf
Tine_Kempf

Ein kleiner, leiser Roman, der nachdenklich macht, der einen selbst – mit der Heldin zusammen – an Grenzen führt. Beeindruckend! (*****)

— Insider2199
Insider2199

Ein kurioser Roman

— sriegler
sriegler

Langatmig und depressiv. Stimmt nachdenklich, lässt reflektieren, wie man wohl selbst als "moderner Mensch" mit der Situation umginge.

— Lumino
Lumino

Sehr ruhig, Besonders, Natur- und Tier verbunden. Hat mir auf seine Art gut gefallen :-)

— Federzauber
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  • Naja... mal was anderes

    Die Wand
    Laura_M

    Laura_M

    10. September 2017 um 11:07

    "Die Wand" von Marlen Haushofer ist ein Buch über eine Frau in der Abgeschiedeheit, die durch eine unsichtbare Wand von der restlichen Welt ferngehalten wird.Eine völlig andere Geschichte. Ich weiß nicht wie ich das Buch beschreiben soll. Nicht mal das Genere kann ich benennen. Fantasy kann man es nicht nennen, da dass was der Protagonistin im Weiteren passiert, durchaus nicht unrealitsisch ist (abgesehen von der Wand). Utopie vielleicht...Insgesamt hat mich das Buch nicht sehr überzeugt. Zum Einen hat es mich gestört, dass die Geschichte in einem durchgängigen Text ohne Kapitel oder Absatz. Zum Anderen hat die Protagonistin in der eigenen Geschichte ziemlich viel vorweg genommen und mich damit zusehr gespoilt. Auch das Ende war unbefriedigend bzw. dass die Handlungen der letzten Seiten nicht genauer erläutert wurden. Ich als Leser und auch die Protagonistin hätten gerne die Beweggründe erfahren, die dazu geführt haben. Fazit: Skurrile Geschichte, die man gelesen habe kann (da es mal was anderes ist), aber nicht muss.

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  • Hindernisse

    Die Wand
    Edith_Hornauer

    Edith_Hornauer

    06. June 2017 um 18:26

    Ein Buch, dessen Inhalt ich nicht erleben möchte. Da steht die Frau auf, wundert sich, dass ihre Mitbewohner die Nacht nicht zurück gekommen sind, geht ihnen entgegen und stößt an eine durchsichtige Wand, hinter der der Tod augenscheinlich ist.Sie läuft und läuft, findet keinen Ein- oder Ausgang und kehrt zurück zur Hütte. Nach längerem Begreifen richtet sie sich ein, sie weiß, sieist allein, muss sich um alles selbst kümmern, an alles allein denken.Immer noch in der Hoffnung, diese Wand verschwindet, wird ihr bewusst, dass die Zeit vergeht und der Winter vor der Tür steht.Die Tiere, die auf ihrer Seite der Wand waren, eine Katze, ein Hund,eine Kuh, beschäftigen sie und werden zu ihrem Inhalt.Ein spannendes, sehr lehrreiches Buch bis zum Schluss, der dann auch noch einmal an Spannung zunimmt...

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  • Interessant, zieht sich jedoch in die Länge

    Die Wand
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. February 2017 um 13:47

    Zum Inhalt: Eine Frau fährt mit ihrer Cousine und deren Mann, sowie deren Hund Luchs, in eine Hütte im Wald. Ihre Cousine und deren Mann beschließen, auszugehen und kehren bis spät in die Nacht nicht zurück. Die Protagonistin legt sich schlafen. Als die beiden am nächsten Morgen noch immer nicht wieder da sind, will sie auf die Suche nach ihnen begeben und stößt dabei auf eine durchsichtige Wand, hinter der jedes Leben wie erfroren erscheint. Die Frau ist isoliert und erkennt bald, wie weit ihr Gebiet bis zu der unumstößlichen Wand reicht. Sie kann nicht fliehen. Die Handlung erstreckt sich über drei Jahre und während dieser Zeit laufen ihr Tiere zu, um die sich sich, genauso wie um ihren Wegbegleiter Luchs, der ihr nur geblieben ist, kümmert. Die Tiere sind Bezugspersonen und Anlaufpunkte für die Protagonistin und der hauptsächliche Grund für sie, am leben zu bleiben. Die Frau wandelt sich enorm. Sie fügt sich ihrem Schicksal und versucht, die Gedanken an ihr früheres Leben zu unterdrücken. Sie kann nur durch Vorräte ihres Schwagers, einfach Hausmittel und die Jagd überleben. Das Ende des Buches ist sehr überraschend und bedeutet eine Wende im Geschehen, die nur noch mehr Fragen aufwirft, die nicht beantwortet werden. Alles in allem verfolgt das Buch eine überaus interessante Geschichte, die den Einzelnen zum nachdenken anregt - wie würde ich in einer solchen Situation handeln? Könnte ich das ertragen? Andererseits ist das Buch etwas anstrengend zu lesen, da zum einen viele landwirtschaftliche Arbeiten thematisiert werden, von denen man nicht unbedingt eine Ahnung hat und zum anderen, weil es von häufige Wiederholungen durchzogen ist und sich damit enorm in die Länge zieht. Ein weiterer Punkt, der mich gestört hat, ist es, dass man nicht erfährt, woher die Wand kommt und warum sie da ist. Zwar lässt das Raum für Fantasie, aber der Mensch strebt nun einmal nach plausiblen Antworten. Dennoch verdient das Buch seine vier Sterne. Empfehlenswert für diejenigen, die sich gerne mit einer solchen Thematik befassen wollen und sich auch durch Passagen "quälen" können, die weniger interessant sind. Der Film ist ergänzend ebenfalls sehenswert, zieht sich aber auch etwas in die Länge.

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    • 3
  • Verwandlung vom „Getrenntsein“ in die Einheit mit allem Leben.

    Die Wand
    Insider2199

    Insider2199

    30. November 2016 um 20:33

    Verwandlung vom "Getrenntsein" in die Einheit mit allem Leben. Die am 11.4.1920 in Oberösterreich geborene und am 21.3.1970 in Wien verstorbene Autorin studierte Germanistik in Wien und Graz und lebte später mit ihrem Mann und zwei Kindern in Steyr. Obwohl sie u.a. mit dem Österreichischen Staatspreis für Literatur ausgezeichnet wurde, hatten ihre Bücher erst nach ihrem Tod großen Erfolg, als die Frauenbewegung sie für sich entdeckte. Der vorliegende Roman von 1963 ist mein Erster von ihr. Zum Inhalt (Klappentext): Eine Frau will mit ihrer Kusine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf und kehrt nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen stößt die Frau auf eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmitten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein. Meine Meinung: Der Roman hat mich gleich an Kafkas „Die Verwandlung“ denken lassen, denn auch hier ist das Grundthema des Romans eine Metamorphose – eine Verwandlung einer Frau, die aus einer Zivilisation kommt, wo sie wie die meisten von uns getrennt ist von allem Leben, abgesondert als einzelnes „Ich“ zwischen allen anderen Lebewesen und die sich nun wandelt zu einer neuen Frau, die eins wird mit allen Tieren und der Natur. „Es fällt mir schwer, beim Schreiben mein früheres und mein neues Ich auseinanderzuhalten, mein neues Ich, von dem ich nicht sicher bin, dass es nicht langsam von einem größeren Wir aufgesogen wird. Aber schon damals bahnte die Verwandlung sich an. Die Alm war schuld daran. Es war fast unmöglich, in der summenden Stille der Wiese unter dem großen Himmel ein einzelnes abgesondertes Ich zu bleiben, ein kleines, blindes, eigensinniges Leben, das sich nicht einfügen wollte in die große Gemeinschaft. Einmal war es mein ganzer Stolz gewesen, ein solches Leben zu sein, aber auf der Alm schien es mit plötzlich sehr armselig und lächerlich, ein aufgeblasenes Nichts.“ Außerdem bedient sich das Buch wie Kafkas Roman des von mir innig geliebten Genres „Magischer Realismus“, ein Genre, das ein magisches Element in die Realität integriert als gehöre es ganz natürlich zu ihr. Genauso wie sich niemand in Kafkas Roman darüber wundert, dass der Protagonist eines Tages als Käfer aufwacht, wird die Wand in diesem Roman irgendwann zu einer natürlichen Erscheinung, die fast oder gänzlich in Vergessenheit gerät. Es ist nicht mehr wichtig, wie dieses Phänomen entstand, wer es erschuf oder ob es für die Heldin besser wäre, über einen Fluchtweg nachzudenken. Das ist alles nebensächlich. Der Autorin geht es meines Erachtens ganz klar darum, eine Verwandlung zu zeigen, den Leser zum Nachdenken über sich und seine Welt zu bewegen. Und dies ist mehr als gelungen! Man fragt sich mehr als einmal, wie man selbst mit der Situation umgegangen wäre und merkt, dass man immer wieder bei der Frage endet: Wer bin ich? Wie bin ich als Mensch? Sprachlich entfaltet der Roman ebenso eine starke Sogwirkung. Die Stilmittel sind zwar einfach gehalten, aber die Beobachtungsgabe der Autorin ist beeindruckend. Präzise und treffend werden die Charaktere der Tiere und deren Beziehung zur Heldin beschrieben und viele rührende Szenen erwärmen das Herz. Auch wird durch das Mittel der geschickten Andeutung beim Leser Spannung bis zum Ende erzeugt, bei diesem Plot eine wahre Meisterleistung. Außerdem erfüllt es einen mit Hochachtung, wenn man erlebt, wie die Autorin es schafft, mit diesem „dürftigen“ Plot fast 300 Seiten zu füllen. Fazit: Ein kleiner, leiser Roman, der nachdenklich macht, der einen selbst – mit der Heldin zusammen – an Grenzen führt. Ein Buch, das nicht jedem gefallen wird, denn man muss schon erfahren haben, was Einsamkeit wirklich bedeutet, um diesen Roman wirklich schätzen zu können. Es ist eine Reise zu sich selbst. Und ich kann sehr gut nachvollziehen, warum Elke Heidenreich diesen Roman zu den zehn wichtigsten Büchern ihres Lebens zählt. Für mich ein Lese-Highlight des Jahres, ich vergebe die vollen 5 Sterne und sage: absolut lesenswert!

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    • 5
  • Ein langatmiger Roman

    Die Wand
    sriegler

    sriegler

    20. November 2016 um 08:36

    Diesen Roman habe ich schon vor sehr vielen Jahren gelesen. Die Geschichte ist mir bis heute in Erinnerung, weil ich diese so skurril fand. Sicher lässt einen der Roman darüber nachdenken, wie es einem so alleine gehen würde, abgeschirmt von allen anderen Menschen. Insgesamt hat mir aber damals irgendwie ein komplettes Verständnis für diesen Roman gefehlt, aber vielleicht war ich einfach auch noch zu jung dafür.

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  • Eine Starke Frau

    Die Wand
    Mrs-Jasmine

    Mrs-Jasmine

    09. November 2016 um 18:27

    Obwohl das Buch von nur einer Protagonistin handelt und ausser ein paar Tieren nur wenigen Personen in der Vergangenheit vorkommen, ist das Buch mit keiner Seite langweilig!Es ist spannend und sehr unterhaltsam! Man erfährt das ganze Buch über nicht den Namen der Protagonistin und auch sonst erfährt man nicht wie es zu dem seltsamen Phänomen überhaupt gekommen ist. Das macht das Buch so einzigartig! Ein ganz tolles Buch über eine sehr starke Frau die versucht am Leben zu bleiben...für sich und ihre Tiere!

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  • Weltliteratur!

    Die Wand
    RenateBlaes

    RenateBlaes

    08. July 2016 um 15:13

    Ich lese gern und viel. Die meisten Bücher lese ich nur einmal. "Die Wand" habe ich schon dreimal gelesen, weil dieses Buch der absolute Lesegenuss ist. Andere Menschen finden es langweilig, weil nichts passiert. Und damit bin ich auch schon beim Knackpunkt dieses Buches. Es passiert tatsächlich nicht viel, denn es wird das Leben auf einer Alm beschrieben. Die Protagonistin ist dort "eingesperrrt", weil sie von einer unsichtbaren Wand umgeben ist. Wohl oder übel muss sie sich also um ihr eigenes Überleben kümmern. Ganz allein ist sie nicht, sie hat einen Hund, eine Katze und eine Kuh. Zu allen drei Tieren entwickelt sie eine tiefe und teilweise sehr berührend beschriebene Sympathie. Eine der schönsten Stellen im Buch ist für mich die, als die Kuh ein Kalb zur Welt bringt. Die (namenlose) Frau und die Kuh bringen gemeinsam den kleinen Stier auf die Welt, und diese Szene ist so wunderbar, dass mir das Herz aufgeht. Hier ein kleiner Ausschnitt: „… und da war das Kalb, so plötzlich, dass ich vorspringen und es auf meinen Knien auffangen musste. … Ich legte das Kleine vor Bellas (die Kuh) Vorderbeine, und sie fing sofort an, es abzuschlecken. Wir waren beide selig, es so gut gemacht zu haben. Es war ein Stierkalb, und wir hatten es gemeinsam ans Licht gebracht. Bella konnte sich garnicht genug darin tun, ihren Sohn anzuschlecken, und ich bewunderte seine feuchten geringelten Stirnlocken. … Schon nach ein paar Minuten versuchte er, auf die Beine zu kommen, und Bella sah aus, als wollte sie ihn vor Liebe auffressen. … In ihren feuchten Augen konnte ich lesen, dass sie in warmem Glück schwamm. Mir wurde ganz sonderbar zumute, und ich musste aus dem Stall flüchten.“ Wie kam die Frau auf die Alm? Sie wollte einen Ausflug mit Freunden machen, denen eine Almhütte gehört. Die Freunde gehen abends in nahe gelegenen Dorf eine Kneipe, die Protagonistin bleibt in der Hütte. Am nächsten Morgen schaut sie nach den Freunden, die sind aber nicht da. Also macht sie sich mit dem Hund auf den Weg ins Dorf. Der Hund rennt vor ihr her, jault plötzlich und kommt mit blutender Schnauze angelaufen. Die Frau läuft vorsichtig weiter – und knallt mit dem Kopf an die unsichtbare Wand. Jenseits der Wand sind Menschen und Tiere zu sehen. Leblos! Mitten in der Bewegung erstarrt.  Nach anfänglichem Entsetzen fügt sie Frau sich in ihr Schicksal und kümmert sich ums Überleben. Mit scheinbar einfacher Sprache beschreibt Marlen Haushofer ein spannendes Buch über ein an sich unspannendes Leben. Allein die "Sprache" ist für mich Lesgenuss pur. Für Freunde von Action und Crime ist dieses Buch definitiv nichts. Aber für Menschen, die das Feind und Sensible lieben, ist es ein Muss - und ein Genuss!

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    • 2
  • Wenn die Idylle zur Isolation wird

    Die Wand
    The iron butterfly

    The iron butterfly

    Eine namenlose Frau begibt sich mit ihrer Kusine Luise und deren Ehemann Hugo auf ein Wochenende in deren Jagdhaus. Auf dem Weg dorthin holt Hugo seinen Jagdhund Luchs beim örtlichen Jäger ab, der Luchs für die Städter betreut. Im Jagdhaus angekommen, beginnt jeder für sich die Abgeschiedenheit in der Natur zu genießen und gegen Nachmittag brechen Luise und Hugo sogar noch zu einem Ausflug ins Dorf auf. Die Frau entspannt sich bei einer Mahlzeit und ausgedehnter Zeitungslektüre, die Schläfrigkeit überfällt sie und sie geht zu Bett. Als die Frau am nächsten Morgen erwacht, stellt sie erschrocken fest, dass die beiden von ihrem Ausflug nicht zurückgekehrt sind, nur Luchs ist bei ihr. Die beiden machen sich sorgenvoll auf den Weg ins Dorf, um nach den Vermissten zu suchen. Nicht weit vom Jagdhaus entfernt müssen Luchs und die Frau schmerzhaft feststellen, dass eine unsichtbare Mauer sie hindert weiter vorzudringen. Bei einem Gang entlang der unsichtbaren Barriere entdeckt die Frau Menschen und Tiere, die reglos und erstarrt sind. Alles Leben scheint außerhalb der Mauer erloschen zu sein. Von einer unbekannten Gefahr bedroht, müht sich die Frau nun zu überleben. Zwar ist sie bislang keinen Angriffen ausgesetzt, aber ihr Dasein beschränkt sich auf das Wesentliche, es gilt Vorräte einzuteilen und vorausschauend zu handeln. Und immer wieder zieht die unnatürliche Grenze sie an. In der Welt da draußen erobert die Natur sich Raum zurück, aber auch innerhalb der Mauer geht der natürliche Zyklus weiter. Eine umherstreifende Kuh taucht schon bald auf, eine streunende Katze, aber es bleibt die ewige Habtachtstellung vor einer Macht, die unbegreifbar erscheint. Marlen Haushofer lässt die Frau ihre Erlebnisse in einem tagebuchartigen Rückblick erzählen und da die Blätter eine begrenzte Ressource darstellen, endet dieser existenzialistische Bericht eines Tages ohne Erkenntnis über das finale Schicksal der Frau. Ihr Dasein hat sich auf die pure Lebenserhaltung reduziert, auf sich selbst und die Tiere, für die sie Verantwortung empfindet. Sie entdeckt schlummernde Talente, die bisher nie von Nöten waren, lernt aber auch immer wieder ihre Grenzen kennen. Haushofer bleibt dabei extrem sachlich und auf das Wesentliche beschränkt und doch transportiert sie gerade durch diesen nüchternen Bericht der Geschehnisse die tiefe Emotionalität von Angst und Isolation.

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    • 4
  • Böse und Gut

    Die Arena
    NiWa

    NiWa

    Aus dem Nichts stülpt sich eine unsichtbare Kuppel über die Ortschaft Chester’s Mill und schneidet die Einwohner vom Rest Amerikas ab. Unerklärlicherweise ist sie undurchdringbar, weder Wind noch Wetter können die mysteriöse Barriere überwinden. Und im gleichen Atemzug verlieren nicht nur die Gesetze der Natur an Gültigkeit.Die Einwohner von Chester’s Mill sitzen wie im Aquarium fest. Die merkwürdige Kuppel lässt sich von keiner Seite aus überwinden, und sogar das amerikanische Militär scheitert scheinbar an Befreiungsversuchen.Eigentlich hat Stephen King damit ein Meisterwerk geschaffen. Als Leser verfolgt man das Geschehen aus verschiedensten Perspektiven. Man geht dicht heran und begleitet einzelne Figuren mit ihren großen und kleineren Sorgen, man zoomt noch näher und entdeckt in versteckten Winkeln Geheimnisse, die schockieren oder einem zum Lächeln bringen, oder man zieht sich zurück und lässt seinen Blick über das Gesamtbild von Chester’s Mill schweifen.Während ich mich beim Lesen vor allem für die Hintergründe der Kuppel interessiert habe, haben sich in der Stadt eigene Gesetzmäßigkeiten herausgebildet und die Geschichte wurde zu einer gesellschaftskritischen Darstellung des Kleinstadt-Phänomens. Leider haben mich die beiden Hauptcharaktere um mein Lesevergnügen gebracht, weil sie so gar nicht dem üblichen Geschick des Autors entsprechen und sehr klischeebesetzt wie Himmel und Hölle aufeinandertreffen. Zwischen Stadtrat Big Jim und ehemaligen Militär-Captain Barbara, kurz Barbie genannt, spielt sich der Kampf Gut gegen Böse ab, den ich eher als langweilig empfunden habe.Barbie ist der strahlende Held der Geschichte, der sich zu Beginn hinter seiner Tätigkeit als Diner-Koch verbirgt, sich aber als ehemaliger Soldat entpuppt und sich damit, dank seiner rigorosen Ausbildung und den guten Kontakten zum Militär, als einzige Hoffnung für Chester’s Mill erweist. Hingegen weigert sich der böse Gegenspieler Big Jim, mit seinem Teufelsgrinsen und hinterlistigen Intrigen, das Zepter abzugeben, und hat noch dazu mehr als die Hälfte der Einwohner der Stadt in der Hand.Anhand dieses Kräftemessens wurden mir vor allem die Mechanismen von Diktaturen, wie zum Beispiel das Aufstreben des 3. Reichs, vor Augen geführt. Hier scheint es vor allem wichtig zu sein, dass herrschende Unsicherheit geschürt wird, um politische Situationen zu stärken, wobei natürlich mangelnder Kontakt zur Außenwelt eine dienliche Stütze ist.Jedenfalls habe ich diese beiden Figuren als derart zäh empfunden, dass ich mich immer etwas geärgert habe, wenn ein neues Kapitel aus der Big-Jim- oder Barbie-Perspektive begonnen hat. Es war ermüdend, Big Jims diabolischen Plan zu verfolgen und gleichzeitig hat mich Barbies „Gutmenschlichkeit“ in allen Belangen ebenso zum Gähnen gebracht.Trotzdem darf man die Geschichte in seiner Gesamtheit nicht verachten, denn die ist auf jeden Fall gut gewesen. Es gibt sehr viele spannende Szenen, man schöpft Hoffnung und ist erschrocken, wenn sie sich als falsch erweist, man hat es mit bizarren Phänomenen und dem Überlebenskampf einer ganzen Stadt zutun, und wird spätestens gegen Ende mit den Ursachen der Kuppel überrascht.„Die Arena“ ist unbestreitbar ein kolossaler Roman, der mich persönlich aber nicht so recht packen konnte. Ich denke, wer sich vor allem vom menschlichen Machtbedürfnis schocken lassen will, kann damit auf jeden Fall eine wahre Horrorvorstellung erleben. Wer aber eher auf die mysteriöse Kuppel setzt, wird - wie ich - , weniger Vergnügen daran haben.

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    • 11
  • Das war leider nicht das richtige für mich ...

    Die Wand
    Aleshanee

    Aleshanee

    "Denn ich fürchte mich. Von allen Seiten kriecht die Angst auf mich zu, und ich will nicht warten, bis sie mich erreicht und überwältigt." S. 8 Klappentext Eine Frau will mit ihrer Kusine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf und kehrt nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen stößt die Frau auf eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmittten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein. Meine Meinung Tja, wo fange ich da an - ich bin bei diesem Buch irgendwie selber gegen eine Wand gelaufen ... Ein Literaturklassiker, dem ich nicht wirklich viel abgewinnen konnte. Die Handlung klang für mich total interessant, denn wie reagiert man, wenn man plötzlich von der Gesellschaft abgeschnitten wird und isoliert von der Außenwelt auf sich allein gestellt ist? Die Protagonistin, deren Namen man nicht erfährt, erzählt aus der Ich-Perspektive, wie sie ums Überleben kämpft. Es ist ein Bericht und auch genauso abgefasst, eine Aneinanderreihung von Ereignislosigkeit, die natürlich sehr gut die Einsamkeit widerspiegelt und die Hoffnungslosigkeit, die sich immer mehr einschleicht - die mich aber leider nicht erreicht hat. Die Gefühle bleiben hier völlig auf der Strecke. Da die Geschichte im Rückblick erzählt wird zeigt es vielleicht auch einfach den Versuch einer Frau, irgendetwas von sich noch zu erhalten, bevor sie sich völlig verliert und die mittlerweile verlernt hat, ihre Gefühle auszudrücken oder auch zu empfinden. Mir war es einfach zu objektiv und nüchtern und hat zu wenig von dem transportiert, was ich mir erwartet hatte. Sie beschreibt oft, dass sie den Gedanken an "die Welt da draußen" aus dem Weg gehen möchte, was ich sehr gut nachvollziehen kann, aber diese Gedanken kommen und die wären ja gerade das interessante gewesen! Zumindest hab ich das erwartet, nachdem das Buch aufgrund seiner Einsichten auf die menschliche Psyche so gelobt wird. Vielleicht hab ich es auch einfach nicht verstanden ... Einige kleine Lichtblicke gab es, die aber fast schon zwischen der Eintönigkeit versteckt waren: ~ Die Verdrängung der Ängste Ein Phänomen, das wahrscheinlich jeder von uns kennt. Da sind wir teilweise ja wahre Meister, um alles, was uns Angst macht, in die verstecktesten Winkel unserer Unterbewusstseins zu verdrängen in der irrationalen Hoffnung, ihnen damit aus dem Weg zu gehen. ~ Was ist Freiheit? Ob es eine körperliche oder geistige Freiheit gibt, da haben sich ja schon viele ihren Kopf darüber zerbrochen ... aber kann man wirklich jemals frei sein, als Mensch? Oder sind wir nicht von Geburt an den vielen Vorurteilen, Moralvorstellungen, gesellschaftlichen Regeln und Zwängen ausgesetzt, aus denen wir uns sowieso nie vollständig befreien können? ~ Was ist wirklich wichtig im Leben? Was braucht man tatsächlich zum Überleben? Reichen Wärme und Nahrung aus oder brauchen wir Gesellschaft - und welcher Art davon? Hier zumindest wird der Bezug zu den Tieren, die die Protagonistin durch ihre Einsamkeit begleiten, sehr deutlich gemacht. Und sehr oft hat man den Eindruck, dass ein treues Tier an seiner Seite einen sehr höheren Wert hat - denn es akzeptiert einen so, wie man ist, mit all seinen Stärken und Schwächen. Zu dem Punkt gehört auch, dass die Protagonistin immer versucht, sich ihre Menschlichkeit zu bewahren und einen gewissen Grad an "Ordnung" beizubehalten, der ihr Leben strukturiert - wie ein roter Faden, an dem sie sich festklammert, der aber jeden Moment reißen kann, wenn sie nicht aufpasst. Fazit Vielleicht liegt es an der Zeit und dem Stil, in dem es geschrieben wurde - das Denken funktionierte damals zwar gleich, aber auch anders, mich hat es leider nicht wirklich erreicht. Meine Erwartungen waren höher und hab wohl einfach nicht in die Gedankengänge gefunden, durch die mich Marlen Haushofer führen wollte. Auch wenn manche kleinen Momente mich aus der Lethargie dieser eher monotonen Erzählung gerissen haben. Die Verfilmung werde ich mir aber anschauen - vielleicht gefällt mir das ganze in Bild und Ton besser ... © Aleshanee Weltenwanderer

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    • 4
  • Tolle Naturbeschreibungen

    Die Wand
    literat

    literat

    07. March 2016 um 20:14

    Ich fand das Buch eigentlich sehr gut. Es geht dabei um eine Frau in mittleren Jahren, die mit ihrer Kusine und deren Mann in deren Jagdhütte fährt um das Wochenende zu verbringen. Nachdem die Kusine und ihr Mann nach einem Spaziergang ins Dorf nicht wieder zurück kommen, macht sie sich auf die Suche und entdeckt, daß um das Tal in dem die Jagdhütte steht, eine unsichtbare Wand steht, durch die kein Durchkommen ist. Sie sieht, daß außerhalb kein Leben, außer pflanzlichem Wachstum, besteht. Nun richtet sie sich auf das Leben mit den im Tal verbliebenen Tieren, einer Kuh, einem Hund und einer Katze ein. Mehr verrate ich nicht von der Geschichte. Ist übrigens auch verfilmt worden. Was mich 2 Punkte hat abziehen lassen kann ich gar niche soo genau definieren. Vielleicht der offene Ausgang der Geschichte? Die Autorin beschreibt jedenfalls sehr genau, Naturbeobachtungen, Beschreibungen ihrer Tiere, die psychologischen Vorgänge sind perfekt. Das hat mir super gefallen. Man merkt aber, daß die Autoren sich nicht mit Menschen befassen mag.

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  • Mir fehlt ein Ende oder eine Fortsetzung...

    Die Wand
    MonaSilver

    MonaSilver

    23. June 2015 um 12:04

    Ich habe das Buch auf Empfehlung einer Freundin gelesen und war zunächst auch ganz begeistert. Zu meiner Schulzeit waren solche Bücher weit davon entfernt, zur Pflichtlektüre zu gehören, der Hinweis anderer Rezensenten darauf lässt mich neidisch werden. Ich habe das Buch verschlungen, wollte endlich wissen, was da passiert war. Und dann kam die Enttäuschung, denn es gibt keine Auflösung. Das Ende ist, dass der Protagonistin die Blätter ausgehen und sie nicht weiter Tagebuch schreiben kann. Hm. Und dann steh ich da, nachdem ich als Leser mit ihr gerätselt habe, mit ihr gelitten habe (als sie ihre Tiere verlor hab ich Rotz und Wasser geheult) und mit ihr nach Lösungen gesucht habe. Sicher, die arme Protagonistin kann ja auch nix dafür, sie weiß nicht, woher die Wand kommt.  Aber ich werde nun für den Rest meines Lebens darüber nachdenken müssen, was diese Wand war und wo sie herkam... Das ist unbefriedigend. 

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  • Wo ist der Sinn?

    Die Wand
    kointa

    kointa

    Inhaltsangabe: Eine Frau will mit ihrer Kusine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf und kehrt nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen stößt die Frau auf eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmittten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein.   Meine Meinung: Dieses Buch habe ich nach ca. 125 Seiten abgebrochen. Mir fehlte leider der Sinn der ganzen Geschichte. Man wusste schon am Anfang des Buches das es nie eine Auflösung geben wird, warum die Wand da ist bzw. das sie dort nicht raus kommt. Auch haben mich die vielen gedanklichen Zeitsprünge in der Erzählung gestört und oft verwirrt, hatte ich doch manchmal das Gefühl etwas überlesen zu haben. Ich bin leider mit der Geschichte und der Hauptperson nicht warm geworden und habe mich immer wieder nach dem Sinn gefragt. Da ist plötzlch eine unsichtbare Wand, ja und wieso? Warum versucht Sie nicht einen Weg hinaus zu finden, sondern ergibt sich schnebar ihrem Schicksal? Das hat leider alles zu meinem Abbruch geführt.

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    • 3
  • Dieses Buch klingt lange nach!

    Die Wand
    Katjuschka

    Katjuschka

    Ich habe zum ersten Mal von DIE WAND in der ZDf Sendung "Unsere Besten" gehört. Ein Buch, das mir völlig fremd war unter den Top Ten? Und dann noch so geradezu enthusiastische Kritiken? Ich musste es lesen! Was für ein Wahnsinnsbuch! Die Hauptperson, deren Namen nie genannt wird muss völlig isoliert von der bekannten Welt leben und überleben. Ich denke, die Handlung selber ist hinlänglich bekannt. Das faszinierende ist, wie Marlen Haushofer in ruhigen Worten und Szenen beschreibt, wie die Frau die Situation zu verstehen, und dann damit klar zu kommen versucht. Im Laufe der Zeit passt sich ihr Leben, ihr Lebensrythmus der Natur und dessen Zyklus an. Die Wertigkeiten verschieben sich. Ihr Leben reduziert sich auf das Wesentliche. Ihre Gedanken drehen sich immer mehr nur noch um den Kreis des Lebens. Als sie am Ende des Buches merkt, dass es ggf. einen Weg auf die andere Seite geben könnte, beschließt sie aber nicht, es sofort zu versuchen. Ihr altes Leben existiert nicht mehr und es ist nicht klar, ob sie es überhaupt zurück will. Das Buch hat mich sehr lange beschäftigt. Was würde ich tun? Würde ich das aushalten? Was würde ich vermisse, was würde mir fehlen? Was ist überhaupt wichtig? Ja, in dem Buch passiert nicht viel. Es fließt wie ein ruhiger Bach ohne Höhen und Tiefen dahin, aber trotzdem, oder gerade deswegen, reißt es einen mit. Ich kenne eigentlich kein anderes Buch, das derart intensiv zum Nachdenken anregt.

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    • 2
  • Überleben in der Wildnis, wenn die Menschheit hinter der Wand versteinert

    Die Wand
    Sardonyx

    Sardonyx

    Eine Frau um die Vierzig mit Liebe zur Natur wollte eigentlich nur drei Tage mit ihren Bekannten in einer Jägerhütte verbringen, inmitten eines österreichischen Talkessels, der von Wäldern und Bergen umrandet ist. Pure, schöne Natur, die sich schnell in einen Kampfplatz ums Überleben wandelt, wenn die menschliche Existenz um ihr Dasein mühevoll, langsam fristet, den Naturgewalten ausgeliefert und in der ewigen Frage, wie man sich am Leben erhalten soll. Es kommt also ganz anders wie geplant, als diese Frau an einem sonnigen Morgen plötzlich ganz allein erwacht, abgesehen von Luchs, dem treuen Hund des Jägers. Unbewusst weiß sie, dass sich ab nun ihr Leben verändern wird. Auf der Suche nach ihren Bekannten stößt sie dann plötzlich auf ein kaltes, glasiges, glattes Etwas, das sie nicht weitergehen lässt. Es handelt sich um eine undurchdringliche Wand, hinter der alle Menschen und Tiere plötzlich versteinert - oder gar tot - sind. Die Natur holt sich ihre Gebiete zurück, während innerhalb der von der Mauer abgetrennten Gebieten sich anscheinend der letzte Mensch dem Überleben in der ungezähmten Wildnis stellt. ... Wir waren in eine schlimme Lage geraten, Luchs und ich, und wir wussten damals gar nicht, wie schlimm sie war ... Nach harten Momenten der Selbstbesinnung beginnt für die namenslose Frau der Kampf ums Überleben. Sie besitzt ein Jägerhaus, so manche Vorräte und Munition und bald eine wachsende und sinkende Anzahl von Tieren, die ihr Gesellschaft leisten und Halt bieten. Auf Zeitpunkte der schier unüberwindlichen Verzweiflung folgen strategische Überlegungen, wie sie sich ernähren soll, wie sie überlebt mit einem Leben in der freien Natur. Und sie merkt die Schönheit der Natur, deren abhängige Gefangene sie wird, als Mensch, der sich zur Wildnis notgedrungen bekennt. Ihre Tiere sind der anhängliche, lebensfrohe und ,,menschensüchtige” Luchs; die dahergelaufene Kuh Bella und ihr Sohn, der Stierkalb; die Katze und deren Kinder, die allzu schnell gehen, besonders die schneeweiße Perle, die rasch fällt im Kampf ums Überleben, weil ihr reinweißes Fell ihr Verderben ist. Die Frau, die mit Bleistift auf Papieren ihre Geschichte aufschreibt, wird zu einem Menschen, der sich dem Leben in der Natur anpasst. Sie wird Jägerin, legt einen Acker an, erntet Heu, pflegt ihre Kuh und schafft es mit mühseligem Aufwand, nicht in den Wahnsinn zu stürzen, sondern zu überleben. Denn die Wand steht unerbitterlich, unsichtbar, undurchdringlich und grenzt die Frau in ihrem Wald, mit Schlucht, Berg und Bach, ein, während hinter der Wand jeder Mensch und jedes Tier leblos wie Stein ist, während die Natur alles zuwachsen lässt. Mit der ,,Wand” von Marlen Haushofer lernte ich eine spannende, eindrucksvolle Geschichte kennen, deren Naturschilderungen eindrücklich wie wahre Bilder sind. Die Thematik ,,Überleben in der Wildnis” reizt mich besonders, denn auch im wahren Leben kann man beweisen, dass Menschen, wenn es hart auf hart kommt, selber Teil der Natur werden, wenn es um die Existenz geht. Manch einer mag denken, dieses Thema sei spannungslos oder uninteressant - ,,da ist halt eine Frau, die einen Acker pflanzt, sich um Tiere pflegt und mitten in der Natur lebt.” Nein, diese Aussage trifft definitiv nicht auf ,,Die Wand” zu, denn dieser Klassiker hält eine weite Auswahl an Leseeindrücken bereit, die mich faszinierten und neugierig machten. Das Coverbild ist auch sehr schön, finde ich - es drückt sofort etwas ,,Natürliches” aus, Ruhe und eine gewisse ,,Gedankenlosigkeit”, ich beschreibe es mal so. Vielleicht treffe ich den Eindruck mit den Worten ,,Ruhe” und ,,Stille Einsamkeit” aus. Der Schreibstil ist klar und regt zum Schmunzeln an, was ich oft erlebte, und spiegelt den Charakter der Frau wieder : nicht planlos, jähzornig manchmal, verzweifelnd, aber nicht bereit, aufzugeben. Sie schreibt ihre Geschichte auf, wie eine Art Bericht und - was mir gefiel- in der Hoffnung, dass eines Tages Menschen ihre Zeilen lesen würden. Ein wenig unsicher bin ich in der Frage des Genres, um das es sich bei der ,,Wand” handelt. Ein ,,normaler” Roman ist es für mich nicht und erst recht nichts aus dem Bereich der Phantastik (abgesehen von der Wand und der Leblosigkeit der restlichen Welt). Das Ende dieses Buches war einleuchtend, aber auch schade, weil noch viele Fragen offen stehen, nachdem der eine Mann plötzlich auftauchte und zu dem Leidwesen der Leser Blut eines tapferen Helden floss, den ich am meisten bedauerte ... Das Ende des Buches mit den sprachgewaltigen Naturschilderungen bestand darin, dass der Frau an einem Winterstag die Blätter ausgehen. ,,Die Wand” ist sicherlich nicht nur für mich ein großes Leseereignis gewesen, denn dieses Buch erstaunte und begeisterte mich!

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