Marlen Haushofer Die Wand

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Inhaltsangabe zu „Die Wand“ von Marlen Haushofer

Eine Frau will mit ihrer Cousine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Abends unternimmt das Paar noch einen Gang ins Dorf. Am Morgen stellt sich heraus, daß die beiden in der Nacht nicht zurückgekehrt sind. Zusammen mit dem Hund macht die Frau sich auf den Weg, um sie zu suchen. Doch plötzlich kehrt der Hund mit blutender Schnauze zu ihr zurück, und dann stößt sie selbst an ein unsichtbares Hindernis. Es ist eine riesige gläserne Wand, durch die sie, der Hund, eine Katze und eine trächtige Kuh in einem genau umgrenzten Stück Natur gefangen sind...

Ein intensives Hörerlebnis, das noch lange nachhallt.

— chuma
chuma

Eine Hörgenuß mit einer grandiosen Geschichte.

— Moni 3007
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  • ‚Von allen Seiten kriecht die Angst auf mich zu‘

    Die Wand
    sabatayn76

    sabatayn76

    05. July 2017 um 23:01

    Die Ich-Erzählerin wird von ihrer Cousine und ihrem Mann für ein paar Tage auf deren Jagdhaus in den Bergen eingeladen. Am Abend verabschieden sich die Gastgeber von ihr, um kurz das Dorf zu besuchen, doch sie kommen am Abend und auch in der Nacht nicht zurück. Am Morgen macht sich die verwunderte und beunruhigte Ich-Erzählerin schließlich zusammen mit dem Hund der Gastgeber auf den Weg ins Dorf, um nach den beiden zu schauen. Da bemerkt sie eine Glaswand, die sie am Weitergehen hindert und die sie von der Außenwelt komplett abschirmt. Ich habe ‚Die Wand‘ bereits vor vielen Jahren gelesen und nun als gekürztes Hörbuch gehört. Auch in der gekürzten Version haben mich die detaillierte Beschreibungen des Jagdhauses und der Umgebung sowie die authentischen Schilderungen der Gedanken und Gefühle der Ich-Erzählerin voll und ganz überzeugt. Marlen Haushofers eindringlicher Bericht ermöglicht es, dass man als Leser und Hörer richtig in die Geschichte eintauchen kann, so dass man die klaustrophobe Situation fast hautnah miterlebt - auch wenn man sich bisweilen wünscht, mehr Abstand halten zu können, sich nicht zu sehr in die beängstigende Situation einfühlen und eindenken zu können. Bemerkenswert finde ich dabei vor allem, dass man als Leser und Hörer an keiner Stelle die Existenz dieser Wand in Frage stellt, sondern dass man der Geschichte wie einem Tatsachenbericht folgt. Haushofer beschreibt die Routine und die besonderen Momente der Ich-Erzählerin, erzählt aber auch von der bedrückenden Einsamkeit, von der Verzweiflung, von dem Bemühen, irgendwie zu überleben, ohne verrückt zu werden, von der Ungewissheit, was die Zukunft bringt. Damit bietet Haushofer meiner Meinung nach auch einen beeindruckenden Einblick in die Erlebniswelt von Menschen mit Depression, die aus ihrer durch die Störung begrenzten Welt nicht ausbrechen können und in ihrer Angst, Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit gefangen bleiben. Elisabeth Schwarz liest das Buch packend und mit passender Intonation, so dass der Text überzeugend vorgetragen wird und dadurch noch gespenstischer ist als ohnehin schon.

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  • Die Wand

    Die Wand
    -sabine-

    -sabine-

    16. September 2013 um 09:40

    Eine Frau, deren Namen man weder im Hörbuch noch in der Printausgabe erfährt, will einige Tage mit ihrer Cousine und deren Mann in einer Jagdhütte verbringen. Das Ehepaar geht abends noch in das Dorf, während die Protagonistin in der Hütte bleibt. Am nächsten Morgen wacht sie auf und ist alleine. Sie macht sich auf, die beiden zu suchen, stößt jedoch auf eine gläserne Wand, die sie von der Umgebung abzuschirmen scheint. Doch bei genauerem Betrachten ist alles jenseits der Wand zu Stein erstarrt. Nur sie innerhalb dieser Grenze scheint zu leben. So bleibt ihr nur, sich mit ihrem Hund in der Einsamkeit zu arrangieren. Auf Hilfe hofft sie nicht, doch um nicht verrückt zu werden, schreibt sie ihre Gedanken auf. Dies ist kein Buch, in dem viel passiert, es lebt eher von der Atmosphäre, die durch die Schilderungen entsteht und die die Sprecherin Elisabeth Schwarz mit ihrer eher melancholischen Stimme sehr gut unterstreicht. Anfangs hatte ich Probleme mit der Geschichte, denn die Protagonistin schien sich gar nicht zu fragen, warum dort eine Wand steht und warum außerhalb der Glaswand niemand mehr zu leben scheint. Genau das waren nämlich die Fragen, die mir als erstes durch den Kopf gingen. Doch schon bald merkte ich, dass es darum gar nicht geht. Die Wand wird als gegeben angenommen, wichtig ist vielmehr der Kampf ums Weiterleben, die Verantwortung für die anderen Lebewesen in der nicht freiwillig gewählten Welt und die Einsamkeit, die sich jeden Tag mehr und mehr breit macht. Es ist eine entbehrungsreiche Zeit, durch die die Protagonistin sich selber neu erlebt: sie wächst über sich hinaus, lernt aber auch ihre Grenze kennen. Die Sprache ist sehr einfach und eindringlich und schafft dadurch eine bedrückte und melancholische Stimmung. Ich war darin völlig gefangen und noch Tage nach Beenden des Hörbuches war ich in Gedanken bei der Wand. Es gibt sicherlich viele Interpretationsmöglichkeiten, ein Blick in die Biographie der Autorin hat mir dann geholfen, das Thema besser einordnen zu können. Dies ist kein Buch, das mich gefesselt hat oder durch spannende Aktionen besticht, vielmehr eines, das zum Nachdenken anregt und bei mir noch tagelang nachgewirkt hat. Wer also ruhige Bücher mag und bereit ist, sich auf das Thema einzulassen, dem wird auch diese Geschichte gefallen.

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  • Rezension zu "Die Wand" von Marlen Haushofer

    Die Wand
    Moni 3007

    Moni 3007

    08. December 2010 um 21:15

    Dies ist die Geschichte einer namenlosen Frau, die sich plötzlich als einzige Überlebende in einem genau umgrenzten Stück Natur gefangen sieht. Sie ist durch eine durchsichtige Wand umzäunt. Mit einem Jagdhund eines Bekannten, einer zugelaufenen Katze, einer trächtigen Kuh richtet sie sich in ihrer Rolle ein, lernt mühsam, was sie als Städterin nie gebraucht hat, beginnt, auf den Rückseiten alter Kalenderblätter ihre Erfahrungen zu notieren. Ich muss einmal wieder zugeben, das es eines meiner wirklichen Lieblingshörbücher ist. Allein schon das Buch ist grandios! Das Hörbuch hat Elisabeth Schwarz - ich kannte sie vorher nicht - mit einer sehr guten und schönen beschwörenden Stimme gesprochen. Ganz genau passend zu dieser einmaligen Geschichte. Besser hätte sie es nicht vornehmen können. Man lauscht sehr gespannt und das Hörbuch ist immer wieder absolut hörenswert. Es ist ein Genuß. Es ist eine gekürzte Lesung auf 2 CDs mit 140 Minuten.

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