Wir töten Stella / Das fünfte Jahr

von Marlen Haushofer 
4,3 Sterne bei20 Bewertungen
Wir töten Stella / Das fünfte Jahr
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Zwei Novellen, zwei ganz unterschiedliche Stimmungen, aber auf jeden Fall sehr lesenswert.

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Inhaltsangabe zu "Wir töten Stella / Das fünfte Jahr"

Die beiden Meisternovellen der berühmten österreichischen Schriftstellerin

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548603315
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:112 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:01.04.2003

Rezensionen und Bewertungen

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    WildRoses avatar
    WildRosevor 8 Monaten
    Marlen Haushofer - ein Kapitel für sich...

    Bislang las ich von Marlen Haushofer "Die Wand", "Himmel, der nirgendwo endet" und "Die Mansarde". Von diesen drei Büchern war ich von "Die Wand" (fast) restlos begeistert - ein ganz großes Werk, meiner Ansicht nach. "Himmel, der nirgendwo endet" empfand ich als recht interessante Lektüre, aber wirklich umgehauen hat mich dieses Buch nicht. "Die Mansarde" empfand ich dann als eher schwach.

    Ihre Novellen, "Wir töten Stella/Das fünfte Jahr" waren nun meine nächste Portion Marlen Haushofer. Wie immer zeichnen sich die Novellen aus durch Haushofers schlichten, ganz eigenen Schreibstil, den man wohl sowohl lieben als auch hassen kann. Bis auf "Die Wand" wurde ich mit diesem Schreibstil bislang nicht warm, und dies änderte sich auch bei Lektüre der beiden Novellen nicht.

    "Wir töten Stella" konnte mich von der Handlung her nicht besonders fesseln; ja, an und für sich hatte die Grundidee Potenzial, aber die Umsetzung war mir persönlich ein wenig zu dürftig und auch oberflächlich. Zudem erinnerte die Beschreibung der Familie der Protagonistin mich sehr stark an "Die Mansarde"; und auch die deprimierende, trostlose Stimmung war in beiden Büchern fast dieselbe.

    "Das fünfte Jahr" hingegen ist die Erzählung über ein kleines Mädchen, Marili, das bei seinen Großeltern in einem Bauernhaus aufwächst. Beschrieben wird quasi das fünfte Lebensjahr des Mädchens mit den kleinen Entdeckungen und "Abenteuern" sowie all den Überlegungen eines kleinen Kindes. Grundsätzlich ganz interessant, ich fand die Novelle nur leider relativ monoton und es fehlte für mich der Anreiz, weiterzulesen, da der Spannungsbogen gänzlich fehlte.

    Marlen Haushofer ist als Schriftstellerin auf jeden Fall ein Kapitel für sich - die beiden Novellen konnten mich leider wieder nicht wirklich überzeugen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Zwei Novellen, zwei ganz unterschiedliche Stimmungen, aber auf jeden Fall sehr lesenswert.
    Gegensätzliche Stimmungen ...

    Seit längerem bin ich mit dem "Haushofer-Virus" infiziert und wagte mich nun an die Novelle "Wir töten Stella". Der Titel hält, was er verspricht. Auf bedrückende Art und Weise schildert Haushofer ein Familiendrama. Sie erzählt aus der Sicht einer Ehefrau, die seelenruhig hinnimmt, dass ihr Mann fremdgeht. Als sie die Tochter einer Freundin in die Familie aufnehmen, nimmt das Drama seinen Lauf, denn das junge Mädchen erweckt das Interesse des Ehemannes. Wohl hatte die Ehefrau das vorhergesehen und unterschwellig sogar gefördert. In minutiösen, Betrachtungen werden die Gedanken und Beweggründe der Ehefrau dargestellt. Der Leser geht sozusagen in ihrem Kopf spazieren und kann letztendlich nachvollziehen, welcher seelische Schmerz sie dazu getrieben hat, so und nicht anders zu handeln. Dennoch lief mir ein Kälteschauer nach dem anderen über den Körper im Angesicht der Handlungsunfähigkeit der Protagonistin.

    Wie herzerwärmend und lebendig wirkte dagegen die Novelle "Das fünfte Jahr". Marili, ein kleines Mädchen, beschreibt eine Zeitspanne, die sie bei ihren Großeltern verbringt. Die kindlichen Gedanken und Empfindung verleihen der Geschichte Leichtigkeit und Phantasie. Haushofer verstand es hervorragend in die Rolle des Kindes zu schlüpfen und aus dessen Sicht zu erzählen. Dies steht in krassem Gegensatz zu ihren erwachsenen Charakteren. Aber gerade das fasziniert mich an den Werken der Marlen Haushofer. Wer Tiefe, Psychologie, phantasievolle Gedanken und seltsame Charaktere liebt, wird Haushofer sicher gerne lesen. Ich tue es.     

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    The iron butterflys avatar
    The iron butterflyvor 3 Jahren
    Zwei Novellen mit tiefen Einblicken

    Die Novelle „Wir töten Stella“ ist die nüchterne Niederschrift einer Ehefrau, die nicht nur von ihrer gescheiterten Beziehung und dem klischeehaften Aufrechterhalten einer Familienidylle, die nie wirklich existierte berichtet, sondern auch von Stella. Die neunzehnjährige Stella wird der Familie für ein Schuljahr von einer Bekannten anvertraut. Das unscheinbare Mädchen wird vom ersten Tag an von allen Familienmitgliedern als Störfaktor in der Familienidylle erachtet. Die kleine Tochter Annette findet noch am ehesten Zugang zu der jungen Frau, bleibt dabei aber auch eher oberflächlich. Der jugendliche Sohn Wolfgang betrachtet Stella distanziert und verbleibt in seiner introvertierten Position, die auch der Beziehung zum Dominator der Familie, dem Anwalt Richard geschuldet ist.

    Nun berichtet die Ehefrau in einem Rückblick vom Schicksal Stellas, das schon alleine durch den Titel „Wir töten Stella“ noch bevorzustehen oder zumindest anzudauern scheint, obwohl bereits nach wenigen Sätzen feststeht, dass dieses Schicksal bereits besiegelt wurde.

    Diese mit eiskalter Feder geschriebene, zutiefst nüchterne Zusammenfassung der Tage mit Stella geht direkt unter die Haut und verdeutlicht, wie hier um eine Fassade gekämpft wird, die wichtiger erscheint als alles Leben, alle Liebe, jegliches Bedürfnis nach echter, gefühlter Idylle. Hier geht es einzig um die Wahrung der Facon. Bitteschön, wer ist denn Herr und Ernährer dieser zauberhaften und glücklichen und mustergültigen Familie? Richard!


    In der zweiten Novelle „Das fünfte Jahr“ begleitet der Leser die vierjährige Marili, die bei ihren Großeltern in den Bergen ihr fünftes Lebensjahr erlebt. Aus Sicht der kleinen Marili erstehen ungewöhnlich poetische Bilder, die jedoch nicht verklärt oder kindlich naiv, sondern eher sehr deutlich aufzeigen, wie dieses kleine Mädchen Stück für Stück ihr Leben und das der Bewohner des Hofes zu realisieren beginnt.

    Eine erstaunliche Beschreibung, die den Leser nicht unberührt zurücklässt.

    Marlen Haushofer war mir bisher unbekannt, aber die Lektüre dieser beiden Novellen lässt noch weitere Werke aus ihrer Feder auf meine Wunschliste wandern.

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    Dysnomias avatar
    Dysnomiavor 10 Jahren
    Rezension zu "Wir töten Stella /Das fünfte Jahr" von Marlen Haushofer

    „Freilich habe ich immer schon gewußt, es würde einmal der Tag kommen…“ (Marlen Haushofer)

    „Wir töten Stella“, die erste Novelle, die dieses Buch beinhaltet, berichtet vom Untergang des Mädchens Stella. Durch die Augen der Frau, die Stella für einige Zeit aufnimmt und jeden Tag die stückweise (Selbst-)Zerstörung des Mädchens erfährt und zu(oder sollte man sagen weg-)sieht, erlebt der Leser mit zunehmendem Unbehagen, was geschah und zum scheinbar „nicht vermeidbaren“ Unglück führte. Die einfühlsame Sprache und die innewohnenden Schuldgefühle der Erzählerin, die mit jedem weiteren Wort wie Tintenspuren immer stärker aus den Zeilen zu triefen scheinen, lassen einen mit in das Haus des Geschehens einziehen und die Schuld des Wegblickens mitfühlen. Beklemmung erfüllt einen beim Lesen dieser Novelle – Beklemmung durch und durch, wie nach einem durchlebten und längst vergessenen Traum…

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    C
    coffeegirl
    rigadoons avatar
    rigadoon
    A
    Alabebe
    Ein LovelyBooks-Nutzer
    J
    Jessi_liestvor einem Jahr
    AntjeDoehrings avatar
    AntjeDoehringvor 2 Jahren

    Gespräche aus der Community zum Buch

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