Marlen Pelny

 4,4 Sterne bei 25 Bewertungen
Autor*in von Liebe / Liebe, Auftakt und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Marlen Pelny

Marlen Pelny, 1981 in Nordhausen geboren, arbeitet in Berlin als freie Musikerin und Lyrikerin. 2007 erschien ihr Gedichtband 'Auftakt', 2010 ihr Interviewalbum 'Im Süden beginnt die Stadt'. Sie schrieb Musiken und Drehbücher für Kurz- und Dokumentarfilme. 2011 erschien ihr Album 'Fischen'.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Marlen Pelny

Cover des Buches Liebe / Liebe (ISBN: 9783709981412)

Liebe / Liebe

 (22)
Erschienen am 26.08.2021
Cover des Buches Auftakt (ISBN: 9783937799230)

Auftakt

 (1)
Erschienen am 27.08.2007
Cover des Buches Wir müssen nur noch die Tiere erschlagen (ISBN: 9783863910372)

Wir müssen nur noch die Tiere erschlagen

 (0)
Erschienen am 02.10.2013
Cover des Buches Märzwald (ISBN: 9783895611872)

Märzwald

 (1)
Erschienen am 01.09.2011
Cover des Buches Der Tag, an dem Alma Kamillen kaufte (ISBN: 9783937799209)

Der Tag, an dem Alma Kamillen kaufte

 (1)
Erschienen am 12.09.2006

Neue Rezensionen zu Marlen Pelny

Cover des Buches Liebe / Liebe (ISBN: 9783709981412)
FerrAbbss avatar

Rezension zu "Liebe / Liebe" von Marlen Pelny

HEftig.
FerrAbbsvor 10 Monaten

Das Buch ist NICHTS FÜR SCHWACHE NERVEN! Triggerwarnung sollte ernst genommen werden! begann heftig und erbarmungslos. Die Protagonistin schildert unverblümt ihr Aufwachsen, die Ignoranz der Familie gegenüber ihre Leiden und ihre Versuche Reaktionen herauszufordern... Was wie eine Tragödie beginnt wird nach und nach zu einer rührenden und einmaligen Geschichte von Familienzugehörigkeit, Akzeptanz und Trauma-Bewältigung... Besonders gut finde ich persönlich, dass die Namensänderung (sowohl symbolisch als auch emotional sehr gelungen!) und die Liebesbeziehung der zwei Mädchen mit keinem Wort herunter gespielt oder angefeindet wurde. Wir brauchen mehr queer-ness Representation in den Romanen, wo das Coming Out nicht das Hauptthema ist. Die einzelnen Wendungen kamen ebenfalls aufs Heftigste um die Ecke, um die Geschichte auf seltsamer Weise. Die Schreibart und die Gedankengänge sprechen für ein einmaliges Meisterwerk der Emanzipation traumatisierter Jugendliche. Großartige Herangehensweisen an fragilen und explosiven Entwicklungen im Schreibstil. Am Ende fürchtete ich, dass die Geschichte zu einer Katastrope mutiert. Wie beruhigt ich doch bin, dass nicht nur die Episoden der Lebensgeschichte, sondern auch das Ende disskusionswürdig bleiben.

Kommentieren
Teilen
Cover des Buches Liebe / Liebe (ISBN: 9783709981412)
Leseratte61s avatar

Rezension zu "Liebe / Liebe" von Marlen Pelny

erschreckend und aufrüttelnd
Leseratte61vor einem Jahr


 

Inhalt:

Die Geschichte einer Befreiung: Saschas Leben beginnt, als ihre Eltern sie zurücklassen.

 

Fazit:

Sascha wächst in einer gespaltenen Familie auf. Während die Mutter sie nicht beachtet und sehr lieblos ist, liebt ihr Vater sie nach seinen Worten über alles. Doch kann so eine Liebe echt sein, die ein Kind so verletzt?

 

Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um recht schwer verdauliche Kost und die Triggerwarnung sollte ernst genommen werden, da die Geschichte Kindesmissbrauch, sexuelle Gewalt und Selbstverletzung thematisiert. 

 

Sascha erzählt eindringlich von ihrer verlorenen Kindheit und ihren Gefühlen dazu. Die Mutter ist ein Schatten in der Wohnung und beachtet ihre Tochter nur sehr selten. Ihr Vater kommt abends zu ihr, um ihr einen Gute-Nacht-Kuss zu geben, wie er es nennt und die Mutter schaut scheinbar weg. Für Sascha naht erst die Erlösung, als ihre Eltern sie ohne ein Wort bei ihrem Großvater abstellen, vor dem sie ebenfalls Angst hat. Doch der Großvater hat aus seinem früheren Verhalten gelernt und so beginnen die schönsten Jahre für Sascha. sie lernt wieder einem Menschen zu vertrauen. Auch ihr Hund, den ihr Großvater ihr schenkt trägt das seinige dazu bei, dass Sascha sich nach und nach öffnen kann. Auch ihre neue Freundin, die sie am ersten Schultag an die Hand nimmt gewinnt Saschas Herz, obwohl sie selbst ein gepeinigtes Kind ist.  Wird es eine Zukunft für Sascha und Charlie geben? Werden sie jemals in der Lage sein mit ihren Schatten der Kindheit zu leben? Das müsst ihr leider selbst lesen, ich habe schon genug verraten.

 

Schon seit der ersten Seite war ich von dem Buch gefesselt und konnte es trotz der schwer verdaulichen Kost nicht mehr aus der Hand legen. Der gute, sehr lebendige und teils poetische Schreibstil der Autorin sorgte dafür, dass die Seiten regelrecht davonflogen und ich am Ende atemlos und schockiert zurück blieb. Wie gerne hätte ich die Mädchen in die Arme genommen, getröstet und ihnen geholfen. Ich war häufig geschockt und hatte eine Gänsehaut, bei diesem Tabu-Thema. Der größte Lichtblick war für mich der Großvater, der seiner Enkelin zum ersten Mal in ihrem Leben Sicherheit und Geborgenheit schenkt. 

 

Ich durfte ein extrem aufwühlendes Buch lesen, dem ich eine breite Leserschaft wünsche, da dieses Tabu-Thema immer noch ein Schattendasein fristet. Von mir eine Leseempfehlung für diesen unbequemen und mutigen Roman.

 

Kommentieren
Teilen
Cover des Buches Liebe / Liebe (ISBN: 9783709981412)
awogflis avatar

Rezension zu "Liebe / Liebe" von Marlen Pelny

Heilung von Missbrauch durch Liebe und Gerechtigkeit
awogflivor einem Jahr

Dieser Roman ist sehr heftig, grausam und von einer lapidaren Gewalttätigkeit, deshalb muss ich gleich eine Triggerwarnung aussprechen, da er sicher nicht für jeden geeignet ist. Dennoch hat er mich persönlich, da ich mich auch oft mit so unangenehmen Geschichten beschäftige, sofort gepackt und mir wirklich gut gefallen, sofern man natürlich von Gefallen in so einem Setting sprechen kann.

Liebe/Liebe ist von der Ausgangssituation her eine furchtbare Missbrauchsgeschichte, die aber nicht von den allmählichen Übergriffen auf das Kind bis zur Eskalation erzählt, sondern etwas ungewöhnlich und recht innovativ dort einsetzt, als das Mädchen dem Wirkungskreis des Kinderschänders, seines Vaters, entzogen wird. Der Plot setzt also dort ein, als Sascha zum Großvater gebracht wird und schildert sukzessive, wie das Kind durch die echte Liebe seines Opas endlich heilen kann. In Rückblenden wird natürlich angedeutet, aus welcher Hölle Sascha entkommen ist, die Küsse und die Vergewaltigungen des Vaters, als er sich schwer auf sie legte und die schon fast katatonische Reaktion ihrer Mutter, die sich wohlwissend als duldende Co-Täterin völlig von dieser Welt verabschiedet hat, indem sie mehr oder weniger starr überhaupt nicht mehr mit ihrer Umwelt und ihrer Tochter kommunizierte. Irgendwie hat sich die Mutter aber doch ein Herz gefasst und die Tochter zu ihrem Großvater geschickt, denn der Ehemann hätte sein Opfer nie laufenlassen.

Beim Opa lernt Sascha endlich Liebe und Aufmerksamkeit kennen, die nichts mit Sex zu tun haben, daran kann sie wachsen und ihr Leben neu aufstellen. Auch in der Schule wird plötzlich vieles leichter, schon am ersten Tag hat sie eine Freundin gefunden, die sie versteht und als Schicksalsgefährtin auch ihre Narben davongetragen hat. Dabei sind Charlies Narben nicht nur metaphorisch, sondern physisch, denn sie ist Opfer von körperlichem Missbrauch, will aber nicht darüber reden. Nach und nach komplettiert ein weiteres Mitglied diese kleine Wahlfamilie, die nach der Schule fast jeden Tag miteinander verbringt, der Rottweilerwelpe Rosa weicht Sascha nicht mehr von der Seite. Es ist sehr rührend, wie dieser positive Entwicklungsprozess Saschas bis zum Erwachsenwerden beschrieben wird.

In einem Aspekt funkt aber jahrelang der abwesende Kinderschänder-Vater immer noch mit Missbrauchsfantasien in das Leben seiner Tochter. Er schickt ihr permanent seine mit Sperma bespritzten Unterhosen und will auch von ihr die Wäsche haben. Dies geht auch mit Beschimpfungen einher. Sascha will diesen bösen Menschen vollständig aus ihrem Leben tilgen und trainiert den Rottweiler Rosa darauf, die Pakete und die Unterhosen zu zerfetzen, um sie zu vernichten. Anschließend verbrennt sie sie. Sascha schafft es bis zum Erwachsenwerden nicht, ihrem Opa die wahre und ganze Geschichte der Probleme mit ihren Eltern zu erzählen, zu tief sitzt die Scham. Nur ihrer Freundin Charlie als Schicksalsgefährtin kann sie sich anvertrauen. Der Großvater weiß auch nicht, was in den Päckchen der Familie ist, so sehr achtet er darauf, die Grenzen seiner Enkelin zu respektieren.

Als Sascha 18 Jahre alt ist, holt sie plötzlich wieder ihr altes Leben ein. Ihre Mutter liegt im Sterben und sie soll sie ein letztes Mal besuchen. Mit ihrem Großvater und dem Hund begibt sie sich auf einen fürchterlichen Roadtrip, um die Schatten der Vergangenheit aufzuarbeiten und die Täter mit ihrer Schuld zu konfrontieren. Hier wird die Story dann sehr grausam, aber im Prinzip erfährt jeder die Gerechtigkeit und Sühne die er/sie verdient. Mehr möchte ich hier nicht spoilern, aber die Plotkonstruktion ist so genial und logisch, hat fast etwas von Kill Bill, nur besser, weil Sascha sich als Rächerin nicht schuldig macht.  Großvater und Enkelin sprechen zwangsläufig endlich die Tabus der Vergangenheit an und vertreiben die letzten Geister des bisherigen Lebens. Das Ende ist wunder- und hoffnungsvoll, denn nun will sich das Dream Team um die Probleme von Charlie kümmern.

Fazit: Wirklich nicht für jeden geeignet, da die Geschichte so heftig ist, aber von mir persönlich gibt es die wärmste Leseempfehlung. Wer Raum, Claustria, Der Zementgarten, Nobody knows und Sal ausgehalten hat, den wird dieser Roman fesseln.

Kommentare: 8
Teilen

Gespräche aus der Community

Die Geschichte einer Befreiung: Saschas Leben beginnt, als ihre Eltern sie zurücklassen.

Leserunde mit Autorin 

Liebe Lovelybooker*innen, 


am 31.08. erscheint mein erster Roman, und ich bin unglaublich gespannt darauf, mich mit euch darüber auszutauschen. 

Darum geht es: 

Saschas Kindheit ist stumm. Für ihre Mutter ist sie unsichtbar. Dafür quält ihr Vater sie mit viel zu viel Nähe. Nähe, die sich falsch anfühlt und für die Erwachsene Wörter haben, die Sascha noch nicht kennt. Dann findet sie sich bei ihrem Großvater wieder. Bei dem alten Mann, an dessen Herzlichkeit sich Sascha erst gewöhnen muss. Sie trifft Charlie, das Mädchen, das sie am ersten Schultag an der Hand nimmt und nie wieder loslässt. Da sind Rosa, die Hündin, und das neue Ich, das in Sascha wächst. Ein ungewohntes Gefühl breitet sich aus: Menschen und Nähe können guttun. Doch das Gestern meldet sich und holt Sascha ein. Wie wird sie ihm mit der neuen Familie an ihrer Seite begegnen?


Ich wünsch euch ganz viel Glück für die Verlosung und freu mich auf zahlreiche Bewerbungen! 

Alles Liebe

Eure Marlen 


Triggerwarnung des Verlags: Triggerwarnungen nehmen auf Menschen mit traumatischen Erfahrungen Rücksicht. Aus subjektiver Sicht können diese Trigger von Bedeutung sein oder nicht, unabhängig davon, in welchem Kontext oder Medium sie sich finden. Auch fiktive Texte, wie zum Beispiel Romane, können triggern. Wir weisen deshalb an dieser Stelle auf Trigger im vorliegenden Buch hin: Dieser Roman konfrontiert dich mit sexueller Gewalt, Kindesmissbrauch und Selbstverletzung.

266 BeiträgeVerlosung beendet
Leseratte61s avatar
Letzter Beitrag von  Leseratte61vor einem Jahr

Gerne

Community-Statistik

in 34 Bibliotheken

von 10 Leser*innen aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks