In "Leben" von Marlen Schachinger geht es um die ungewöhnliche Freundschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen Frauen, die ihre Homosexualität verbindet. Eine von ihnen, Marie, ist bereits über achtzig und trotzdem noch sehr lebensfroh, die andere, Lea, eine pessimistische Melancholikerin, die sich mit Homosexualität in der Nazizeit beschäftigt. Ihre Recherchen drohen jedoch, sie bei lebendigem Leib zu verschlingen, da ihr die nötige Distanz fehlt. Ausgerechnet in dieser schwierigen Zeit verliebt Lea sich auch noch.
Die Thematik, mit der sich dieses Buch befasst, ist sehr interessant, denn über homosexuelle Opfer der Nazis erfährt man nur sehr wenig, sie werden immer noch meistens totgeschwiegen. Dadurch erfährt man in diesem "Faction"-Roman sehr viel Neues.
Die Protagonistin, Lea, ist mit menschlichen Stärken und Schwächen versehen, somit fällt es leicht, sich mit ihr zu identifizieren. Insgesamt ist das Buch also sehr gut gelungen.
Ich hätte mir manchmal jedoch etwas mehr Herz, Spannung, Tiefgang, gewünscht. Das Buch ist leider recht kurz und Maries Geschichte wäre auf jeden Fall ausbaufähig gewesen bzw. mich persönlich haben die ständigen Wechsel der Erzählperspektive etwas gestört.
Interessante Thematik







