Marlene Fritsch , Volker Konrad Der Tag, an dem Paul wieder bunt wurde - und herausfand, warum Vorurteile was für Schwarz-weiß-Denker sind

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Inhaltsangabe zu „Der Tag, an dem Paul wieder bunt wurde - und herausfand, warum Vorurteile was für Schwarz-weiß-Denker sind“ von Marlene Fritsch

»Oma, wie wird man eigentlich bunt?«, fragt Paul. Oma hatte mit Paul Fotoalben angeschaut. Darin waren auch einige Schwarz-Weiß-Bilder. »Aber das sind wir doch schon!«, lacht sie. Dann wird sie nachdenklich: »Manchmal ist es aber in den Köpfen der Menschen noch ganz schön schwarz-weiß.« Als die beiden auf dem Weg in die Stadt verschiedene Menschen treffen, versteht Paul, was Oma damit meint. Denn wenn diese Sätze sagen wie: »Ausländer sind gefährlich« oder »Mädchen können nicht Fußball spielen«, wird alles um sie herum plötzlich schwarz-weiß. Sogar Paul selbst passiert das. Und so macht er sich mit Oma auf die Suche, wie aus schwarz-weißen Gedanken wieder bunte werden können

Ein Buch, das vielen Erwachsenen und Kindern den Spiegel vorhält. Ein Buch über Vorurteile und Klischees.

— Kinderbuchkiste

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    Der Tag, an dem Paul wieder bunt wurde - und herausfand, warum Vorurteile was für Schwarz-weiß-Denker sind

    Kinderbuchkiste

    08. February 2017 um 13:36

    Der Tag, an dem Paul wieder bunt wurde" ist eine Geschichte, die einem erst einmal ein Lächeln durchs Gesicht fahren lässt dann aber schnell eine sehr unerwartete Wendung nimmt.  Es ist ein sehr nachdenkliches Buch . Ein Buch, von Vorurteilen ,Klischees und Meinungen in unseren Köpfen, die doch öfter als man denkt schwarz-weiß sind. Doch wie kann aus dieser schwarz-weißen Gedankenwelt eine Bunte werden? Paul und seine Oma machen sich auf die Suche. Was sie dabei alles erleben erfahren wir beim Lesen dieser wunderschönen Geschichte, die uns allen ein Stück weit den Spiegel vor hält und zum Nachdenken veranlasst, selbst Paul. Das Buch ist inhaltlich und thematisch etwas schwierig, daher empfehlen wir es für Kinder ab etwa 5 Jahren . Das es kein thematisch einfaches Buch ist, heißt aber nicht, dass es ein schlechtes Buch ist!!! Das ist mir sehr wichtig vorab zu erwähnen. Es ist ein Buch, von dem ich hoffe, dass es in Kindergärten und Grundschulen genauso zum Einsatz kommt wie Zuhause. Es ist ein sehr wichtiges Buch!!!! Ich kenne zur Zeit keinen anderen Titel, der sich dieser Thematik so eindrucksvoll und vor allem anschaulich annimmt. Die Darstellung der Kernproblematik in Schwarz-Weiß ist absolut genial!! Nun aber endlich zum Inhalt des Buches: Paul ist wieder einmal bei seiner Oma zu Besuch. Dabei entdeckt er alte Fotos, die ihn verwundern. Alles ist schwarz- weiß. Deshalb fragt er kurzerhand seine Oma wann sie denn eigentlich bunt geworden sind. ( das ist die Stelle an der man schmunzeln muss!) Zunächst versteht die Oma nicht was Paul meint doch dann wird ihr klar was Paul meint. Sie versucht ihm zu erklären, dass früher alle Fotos nur in schwarz- weiß waren, weil es noch keine Möglichkeit gab Fotos in Farbe aufzunehmen und wiederzugeben. So richtig kann sich Paul das nicht vorstellen. Während Paul noch darüber nachdenkt denkt seine Oma an etwas ganz anderes, Plötzlich erklärt sie, dass nicht alle Leute bunt geworden sind. Viele sind immer noch schwarz-weiß. Was sie damit meint ist für Paul ( und auch für Kinder-Zuhörer) nicht ganz so leicht zu verstehen. Sie erklärt, dass Schwarz- Weiß für Gut und Böse steht. In den Köpfen vieler Leute gibt es zu bestimmten Dingen feste Meinungen. Entweder gut oder böse aber grau als Mischung, dass nicht alles nur böse oder gut ist kennen sie nicht. Paul fällt es nach diesen Erklärungen immer noch schwer zu verstehen was die Oma meint. Als sie sich auf den Weg in die Stadt machen um noch etwas einzukaufen geschieht etwas womit beide nicht gerechnet hätten. In der Bahn werden sie Mithörer eines Gespräches zwischen zwei Frauen., die sich über Ausländer unterhalten, zunächst sagen, sie hätten nichts gegen Ausländer dann aber sagen man könne ja gar nicht mehr ohne Angst aus dem Haus gehen. Und man glaubt es nicht, plötzlich werden die beiden Frauen schwarz-weiß. Paul und seine Oma sind so verblüfft darüber, dass sie die ganze Zeit auf die Frauen starren . Als sie aussteigen und den Rest des Weges zu Fuß gehen sind sie immer noch so in Gedanken, dass Paul einen alten Herrn mit Rollator übersieht und ihn anrempelt. Er entschuldigt sich sofort höflich doch der alte Mann fängt fürchterlich an zu schimpfen, über die flegelhafte Jugend, keinen Respekt etc. Plötzlich wird auch er schwarz-weiß. Soviel Vorurteile können nur schwarz-weiß machen. Aber auch Paul wird noch schwarz -weiß werden, denn auch er hat Vorurteile. Eigentlich ist sein Vorurteil gar nicht von ihm aber er hat es übernommen. Als seine Oma ihm erklärt was an seiner Äußerung falsch war erkennt er, dass man sich selbst eine Meinung bilden sollte und zwar nicht allgemein für alles sondern auf den Fall bezogen. Gut das Paul langsam wieder bunt wird. Zuhause nehmen sie sich einen Zeichenblock und schreiben alle Sätze auf, die sie gehört hatten und dessen Äußerungen die Leute haben schwarz-weiß werden lassen. Auch die Sätze werden schwarz-weiß. Gemeinsam überlegen sie was man ändern könnte damit die Sätze wieder bunt werden. Die Großmutter hat eine Idee. Sie streicht bestimmte Wörter durch und ersetzt sie, bzw. ändert etwas. Tatsächlich werden die Sätze dann bunt. Die Erkenntnis daraus, man kann nicht einfach alles verallgemeinern sondern muss genau überlegen wie man formuliert vor allem, dass man "ICH" sagt und nicht "MAN". Eine Botschaft, die wir alle beherzigen sollten im Umgang mit unseren Mitmenschen.. Kein Einfaches Thema. Solch ein Thema in ein Bilderbuch zu bringen ist mutig und bestimmt nicht so ganz einfach. Hier ist es absolut gelungen wenn gleich die ersten zwei Seiten inhaltlich etwas schwer zu transportieren sind. Beim Vorlesen sollte man kleine Pausen machen und eventuell auftauchende Fragen unmittelbar erklären. Danach wird es einfach und sehr anschaulich. Ich bin immer noch ganz fasziniert von der Umsetzung dieser Thematik. Leute schwarz-weiß werden zu lassen wenn sie Vorurteile äußern oder Klischees, ist absolut genial. Die Illustrationen verleihen der Geschichte das Gewisse etwas. Ohne sie wäre das Buch nicht denkbar. Sie veranschaulichen den Inhalt und liefern zahlreiche optische Zusatzinformationen, die alles noch lebendiger machen als es ohnehin schon ist. Ein großer Dank an den Patmos Verlag, der sich immer wieder Themen annimmt, die schwieriger darzustellen sind und vielleicht auf den ersten Blick nicht so populär sind. Grade diese Bücher jedoch sind wichtig für die Entwicklung eines Kindes, grade in der heutigen Zeit. Ein großer Dank an Marlene Fritsch für diese grandiose Geschichte und der gleiche Dank an Volker Konrad für die Umsetzung in Bilder

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