In LÜGENJAHRE von Marlene Liebschenk geht es um die Geschichte von Karla und Konstantin. Um eine toxische Beziehung.
Es war keine leichte Lektüre für mich. Schon das Cover machte mir (und macht mir immer noch) Angst. Normalerweise hätte ich deshalb das Buch nicht gekauft. Gut, dass ich die Autorin aus anderen Erzählungen schon kannte. Ich mag ihre feinfühlige und wertschätzende Art zu schreiben. Außerdem finde ich das Thema sehr wichtig.
Nachhinein bin ich froh, dass ich es gelesen habe, und kann es weiterempfehlen.
Marlene Liebschenk gibt in ihrem (zum Teil autobiografischen) Debütroman Opfern häuslicher Gewalt eine Stimme.
Spannend, flüssig und mit Rückblenden wird gezeigt, wie leicht es ist, in eine toxische Beziehung zu geraten, und wie schwierig, aus dieser wieder herauszukommen.
Ich fand die Protagonisten authentisch gezeichnet. Auch die Nebenfiguren wie Dilek und Emre vom Kiosk sind liebevoll dargestellt.
Warum hat sich Karla nicht früher von Konstantin getrennt?
Warum ist sie bei ihm geblieben?
Warum hat sie seine Taten über sich ergehen lassen?
Das haben wir nicht zu beurteilen, denn es ist IHRE Geschichte. Nicht unsere.
Auch wenn ich mehrmals über Karlas Reaktionen erstaunt war, bzw. sie nicht nachvollziehen konnte, möchte ich ihr Handeln nicht bewerten. Ich weiß nicht, wie ich in so einer Situation reagiert hätte. Ich kann nur hoffen, ich hätte es früher als sie geschafft, diese gefährliche Beziehung zu beenden.
Das Buch kann Frauen ermutigen, diesen Schritt zu veranlassen. Es zeigt ihnen, dass sie nicht allein sind. Dass sie nicht schuld daran sind. Und dass es in Ordnung ist, Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Vielen Dank an Marlene Liebschenk für dieses mutige Buch.






