Marlene Streeruwitz morire in levitate.

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Inhaltsangabe zu „morire in levitate.“ von Marlene Streeruwitz

„Sterben. In Leichtigkeit.“ Wie und wann wird das sein. Und wird es dann das Ererbte sein. Dieses Gestorben-Werden, im Passivum. Erdrückt von den Hinterlassenschaften der Täter und Zuschauer.

Die beschwiegene Nazi-Vergangenheit wird zum körperlichen Symptom, und der hinfällige Körper – als Pflegefall degradiert – zum Ort der Erzählung.

Auf einem winterlichen Spaziergang folgt Geraldine Denner ihren Gedanken. Sie will ihre Geschichte nicht verdämmern lassen, sie will sterben können. Sie hofft, wissend zu bleiben. Und in der nicht vergessenen Erzählung vom eigenen Leben jene Leichtigkeit zu finden, die das Ende in Würde verwandelt.

In Andrej Tarkowskijs Film „Nostalghia“ wünscht sich Domenico ein „Sterben aus Leichtigkeit“. Die Opernsängerin Geraldine Denner in dieser Novelle von Marlene Streeruwitz hat diese Möglichkeit nicht: Zu brutal war sie in das kollektive Schweigen gezerrt worden. Aus dieser Auslöschung im Leben wünscht sie sich eine Leichtigkeit der Überwindung für den letzten Augenblick.

“Dachte nur sie immer daran. Dachte nur sie die ganze Zeit daran, wie das sein würde. Dieser letzte Augenblick. Und würde sie dann daliegen und sich denken, dass es das nun war. Und dass das nur sie wissen würde, wie das war. Dieses Geheimnis nur ihr gehören würde.“

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  • Rezension zu "morire in levitate" von Marlene Streeruwitz

    morire in levitate.

    alma

    09. October 2009 um 12:38

    Marlene Streeruwitz ist eine Könnerin im Umgang mit Worten, wenngleich sich dies (zumindest mir) erst nach etwa drei Dutzend Seiten erschließt - bei jedem Ihrer Bücher aufs Neue. Elliptische Satzkonstruktionen, immer wieder der Verzischt auf das erklärende Verb, nie mehr als eine Hand voll Worte in einem Satz und dann ein Punkt. Eine Pause, ein angebliches Atemholen um gleich festzustellen, dass der nächste kleine, schwere Satz doch eigentlich noch Teil des eben beendeten war, dass da ein Punkt ist wo ein Komma zu stehen hätte, wenn unsere Vorstellung von logischer Konstruktion einer Geschichte Erfüllung würde finden sollen. Ein schweres Buch trotz seiner Knappheit in Sprache und Umfang - nicht nur was die Lesart betrifft. Später Herbst, Wind eisig darum greift sie den Mantel minütlich enger, den Schal, sich. Die Kälte von außen wirft sie in ihren Körper zurück, den älter werdenden, möglicherweise schon sterbenden, zerbrechlichen - die Kälte lieben, weil sie uns in uns scheucht, Auseinandersetzung verlangt, erzwingt. Herbstspaziergang also auch in sich, Bestandsaufnahme. Mit dem Alter kommt die Schuld, scheint es, kommen die Fragezeichen, kommt neben der Nazivergangenheit des Großvaters die Infragestellung des Eigenen, die schlichte Anamnese des Umgangs mit dem, was immer schon schmerzte in der Brust. Es wird kälter, der Schritt schneller, der Weg nicht kürzer - Geraldine wird wahrscheinlich nirgends mehr ankommen, denn obwohl es mit Nichten um die Liebe geht in diesem Buch, geht es um ein gebrochenes Herz und die viel zu späte Einsicht in die Notwendigkeit einer Reparatur. Streeruwitzens Stakkato-Stil kann nerven, ist sicherlich nicht rundheraus empfehlenswert, ist aber ihre Sprache und Art und sagt sehr deutlich: ich schreibe für mich, friss oder stirb, mein Werk steht. Das mag ich an ihr.

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  • Rezension zu "morire in levitate" von Marlene Streeruwitz

    morire in levitate.

    Moni

    01. September 2007 um 00:40

    Kein Buch das man gerne verschenkt und doch ein sehr schönes Stimmungsbild. Kälte und Einsamkeit sind so greifbar, dass man zum Lesen lieber noch eine warme Wolldecke mehr nimmt.

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