Marnelle Tokio

 4 Sterne bei 56 Bewertungen
Autor von Nichts leichter als das, Room 207 und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Marnelle Tokio

Cover des Buches Nichts leichter als das (ISBN:9783551310156)

Nichts leichter als das

 (56)
Erschienen am 01.09.2010
Cover des Buches Room 207 (ISBN:0887766951)

Room 207

 (0)
Erschienen am 09.05.2006
Cover des Buches More Than You Can Chew (ISBN:0887766390)

More Than You Can Chew

 (0)
Erschienen am 01.10.2003

Neue Rezensionen zu Marnelle Tokio

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Rezension zu "Nichts leichter als das" von Marnelle Tokio

Thema anschaulich aufgegriffen
sandras_buecheroasevor einem Monat

Der Klappentext: „Es gibt wenig, was Marty in ihrem Leben noch im Griff hat. Dafür läuft einfach zu viel schief, vor allem zu Hause. Umso wichtiger ist die eine Sache, über die sie allein bestimmen kann: was sie isst, oder vielmehr, was sie nicht isst. Doch kurz vor dem Examen ist auch damit Schluss. Sie wird in eine Klinik eingewiesen. Diagnose: Magersucht.
Wütend und mit ätzendem Spott setzt Marty alles daran, wegzukommen von diesem Ort, an dem man sie mit Essen und guten Ratschlägen vollstopft. Aber sie muss bleiben, 241 Tage lang. Also kämpft sie – mit dem Personal und ihren Mitpatientinnen, mit jeder Mahlzeit und jedem Gramm. Mit ihren Eltern. Mit sich selbst. Und irgendwann – vielleicht – für ihre Zukunft.“

Bei diesem 288-seitigen Buch von Marnelle Tokio, das 2009 im Carlsen Verlag erschienen ist, habe ich mal wieder Lust auf etwas anspruchsvollere und schwere Kost gehabt (entgegen des Buchtitels). Hierbei handelt es sich zwar um ein Jugendbuch, aber die Thematik ist durchaus ernst zu nehmen.

In „Nichts leichter als das“ geht es um die 17-jährige Marty, die ein Leben voller Probleme führt. Ihre Eltern sind getrennt und geben ihr permanent für alles die Schuld, was schief läuft, ihr Vater kümmert sich nicht wirklich um sie, ihre Mutter ist dem Alkohol zum Opfer gefallen und Martys Freund hat sie knallhart abblitzen lassen. Es läuft nichts rund. Und dann kommt sie auf die wahnwitzige Idee, wenigstens eine Sache in ihrem Leben zu kontrollieren – nämlich ihr Gewicht. Sie hört auf zu essen. Ein Hilfeschrei. Doch als es dann Überhand nimmt und Marty nur noch ein Schatten ihrer selbst ist, wird sie auf Druck ihres Psychiaters hin in eine Klinik eingewiesen, die sie erst wieder verlassen darf, wenn sie ein bestimmtes Gewicht erreicht hat.
Das schmeckt Marty natürlich gar nicht. Sie macht sich nicht gerade viele Freunde mit ihrer herablassenden und ätzenden Art. Bis die kleine Lily in die Klinik kommt und sie eine wichtige Rolle in Martys Leben einnimmt.
Es gibt viele Ups & Downs für Marty während ihres Klinikaufenthaltes. Vor allem ihre Eltern setzen ihr arg zu, dass sie immer wieder den Mut verliert und darüber nachsinnt, sich das Leben zu nehmen.

Ich muss sagen, dass ich dieses Buch wirklich verschlungen habe, trotz, oder gerade wegen der Thematik. Magersucht ist eine Krankheit, die nicht zu unterschätzen ist. Betroffene und ihre Angehörigen müssen dann wirklich handeln, bevor es zu spät ist. Dieses Buch zeigt auf, was für Therapieansätze in dieser Klinik angewandt werden, um die Mädchen wieder zum Essen zu bewegen. Aber es wird auch von gegenseitigen „Wettbewerben“ gesprochen, die die Mädchen untereinander ausfechten. Sie messen sich nämlich darin, wer am wenigsten wiegt. Und das ist so extrem gefährlich. Aber Marty als Hauptprotagonistin macht wirklich eine starke Entwicklung durch. Sie hat es weiß Gott nicht leicht. Immer wieder legt sie sich entweder selbst Steine in den Weg oder ihre Eltern ziehen sie wieder so weit runter, dass sie gar nicht anders will, als sich nach dem Essen wieder im Bad einzuschließen, sich den Finger in den Hals zu stecken und Liegestütze zu machen, um das Gegessene wieder von den Hüften runter zu bekommen. Aber irgendwann fällt dann bei ihr der Groschen. Sie räumt auf in ihrem Leben und das ist der wichtigste Schritt für ihre Zukunft gewesen, die sie nicht gehabt hätte, wäre sie nicht in die Klinik eingewiesen worden.

Ich finde es sehr anschaulich, was Marnelle Tokio hier beschreibt. Es ist zwar schwere Kost aufgrund der ernstzunehmenden Thematik, aber trotzdem ganz im Jugendbuch-Stil geschrieben. Das hat mir wirklich gut gefallen. Das Buch hat auch durchaus seine Höhen und Tiefen. Man freut sich über jeden kleinen Fortschritt, den Marty macht, aber genauso fällt man auch mit ihr, wenn es gerade mal wieder überhaupt nicht gut läuft.
Ich musste aber durchaus schmunzeln über Martys „große Klappe“. Sie hat ja nun wirklich überhaupt keinen Hehl daraus gemacht, was sie von dieser Klinik und den Therapien hält. Und auch, wenn sie ziemlich aufmüpfig war, hat sie ihr Herz trotzdem am rechten Fleck.
Vor allem die Engelsgeduld der Krankenschwestern und -pfleger fand ich wirklich schon fast „heldenhaft“. Denn auch, wenn sie durchaus schon davon genervt waren, dass Marty sie immerzu lächerlich machen und überhaupt nicht ernst nehmen wollte, haben sie sie nie aufgegeben.

Von mir gibt es 🌟🌟🌟🌟🌟, denn dieses Buch war sehr schön für zwischendurch und auch, wenn mit einer „Magersucht“ eine recht schwierige Thematik angerissen wird, ist Marnelle Tokio hier ein tolles Jugendbuch gelungen.

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Rezension zu "Nichts leichter als das" von Marnelle Tokio

Nichts leichter als das
sweetpigletvor 4 Jahren

Dieses Buch lag wirklich eine kleine Ewigkeit auf meinem Stapel der ungelesenen Bücher bevor ich es mir zur Hand genommen habe. Ich muss gestehen, dass ich keine großen Erwartungen in das Buch gesetzt hatte, um so überraschter war ich dann, als sich die Geschichte vor mir auffächerte.

Marty hat es wirklich nicht leicht. Ihr Vater ist immer abwesend, und ihre Mutter hat ein Alkoholproblem. Ihr Elternhaus ist als weit weg von perfekt, dennoch versucht Marty alles richtig zu machen, und kann doch nie jemanden zufrieden stellen. Als ihr alles  zu viel wird will sie zumindest die Kontrolle über einen kleinen Teil von sich, also beginnt Marty zu hungern. Nach 2 Jahren des Kampfs gegen das Essen wird sie eingeliefert in eine Klinik für Essgestörte. Dort lernt Marty die kleine Lily kennen, ihr Schicksal berührt sie und Marty wird klar, wie krank sie wirklich ist. Auf mich wirkte Marty immer stark und selbstbewusst. Sie ist zielstrebig, sportlich und clever, und genau das ist das Problem, deshalb ist es ihr gelungen so lange durchzuhalten beim Nicht-Essen, aber genau deshalb schafft sie es auch diese Sucht zu erkennen.

Im gesamten Buch ist Marty die Ich-Erzählerin, was denke ich eine gute Wahl ist, denn vor allem in heiklen Situationen lieferten ihre Gedanken oftmals mehr als ihr Mund aussprechen konnte. Die innere Zerrissenheit war wirklich gut beschrieben. Es findet ein ständiger Wechsel zwischen Tagebucheinträgen, Dialogen und Monologen statt, eine sehr gute Mischung.

Im Verlauf der Geschichte erkennen wir als Leser welche Entwicklung Marty durchmacht, wobei ich hier trotz des heiklen Thema immer wieder eine Gewisse Distanz im Schreibstil feststellen musste. Es fehlte mir der Tiefgang und auch die klaren Grenzen zwischen den Fortschritten die Marty macht. Trotz dieser kleinen Mängel bietet die Geschichte einen Einblick in Martys Leben in der Klinik und ihres Kampfs. Vor allem die Szenen zwischen Marty und ihren Eltern haben mich wirklich mitgenommen, hier schwebten einfach so viele Gefühle und Ungesagtes durch den Raum.

Das Ende hat es dann nochmal in sich, denn fast scheint es als würde alles kippen und die aufgestaute Traurigkeit seinen Weg in Martys Herz finden, doch ich möchte nicht zu viel verraten. Dieses Buch in konkrete Worte zu fassen fällt mir tatsächlich schwer. Das Thema Magersucht wurde ja bereits in vielen Büchern erörtert, wobei ich es gut finde, dass es in "Nichts leichter als das", nicht nur darum geht das die Protagonistin ja nichts essen will oder alles erbricht, nein viel mehr geht es um das Gefühl und die Ursache des Ganzen. Damit distanziert es sich von der üblichen "Magersucht"-Lektüre und setzt an einem Punkt an der oftmals zu schnell an die Seite gepackt wird.


Fazit:
Ein gut geschriebenes Jugendbuch zu einem stets aktuellen Thema in unserer Gesellschaft. Mir fehlte leider an manchen Stelle der Tiefgang und das Gefühl von Distanz kam auf, wobei unklar ist ob dies an der Übersetzung oder am Schreibstil lag. Doch das Ende und auch Marty selbst konnten mich aufrütteln und begeistern. Ohne schlechtes Gewissen würde ich jedem der in diesem Genre nach guter Literatur sucht dieses Buch weiterempfehlen.

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Rezension zu "Nichts leichter als das" von Marnelle Tokio

Ein etwas anderes Buch über das Thema Magersucht
Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren

Ich hatte das Buch innerhalb eines Tages durch. Ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen musste wie es mit Marty weitergeht.
Es ist einfach ein rundum schönes Buch. Nicht "Schön-Schön", sondern eher " Schrecklich-Schön". Marnelle Tokio schafft es ein so ernstes Thema auf eine leicht zynische Art an die "Frau" zu bringen; mit einer symphatischen Hauptprotagonistin und einer interessanten Geschichte mit (leider) sehr traurigem Ende.

Fazit: Gelungenes Buch über Magersucht mit dem gewissen Etwas!

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