Marquis de Sade Die Philosophie im Boudoir oder Die lasterhaften Lehrmeister (Werke in fuenf Baenden, Band 5)

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Inhaltsangabe zu „Die Philosophie im Boudoir oder Die lasterhaften Lehrmeister (Werke in fuenf Baenden, Band 5)“ von Marquis de Sade

Nietzsche sagte: "Gehst du zum Weibe, vergiss die Peitsche nicht"; ein Softie im Vergleich zum Meister...

— MarkusDittrich
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    Die Philosophie im Boudoir oder Die lasterhaften Lehrmeister (Werke in fuenf Baenden, Band 5)

    MarkusDittrich

    26. December 2013 um 17:53

    Geschildert wird in einer Art Salonstück, wie die Jungfrau Eugénie von einem Klüngel verdorbener Libertins, allen voran Madame de Saint-Ange und dem abartigen Dolmance, nach Strich und Faden verführt, verdorben und gekonnt aus den Untiefen der Unschuld hinausgeführt wird. Dabei bleibt es nicht bei Worten, sondern wird handfest... Am Ende ist sie im de Sad'schen Sinne geläutert. Das ist im Wesentlichen alles. Der Titel ist irreführend; denn bei der "Philosophie im Boudoir" handelt es sich kaum um ein Buch, dass Hegel, Kant, Rosseau oder gar Aristoteles Konkurrenz machen will. Im Gegenteil ist dieses Werk des Mannes, der dem Sadismus seinen Namen gab, sogar das zugänglichste seiner Bücher (jedenfalls der mir bekannten). Das liegt zunächst an der Form; anders als die 120 Tage, die übrigens Pasolini kongenial verfilmt hat, als auch die Geschichte der ungleichen Zwillinge Juliette und Justine, die jeweils als getrennte Romane (na ja) durch die Niederungen der Ausschweifungen irren, ist die Phlosophie in Form eines Theaterstückes in der Einheit von Zeit, Ort und Handlung geschrieben. Zugleich ist dieses Buch inhaltlich nicht ganz so krass wie die anderen - vielleicht, weil de Sade seine Figuren hier ein wenig mehr atmen lässt. "Philosophisch" ist daran das Weltanschauliche; der Sieg der grausamen Natur über alles andere als Form der Erlösung ist das Bekenntnis des Libertins aus der blutigen Zeit der Französischen Revolution. Aus heutiger Sicht zeigt sich damit aber eine gewisse Naivität und damit das Problem des Buches; heute wissen wir, dass sexuelle Befreiung ansich zwar Spaß macht, aber letztlich in Langeweile mündet. Die Litanei von Four-Letter-Words und Nihilismus ödet uns heute (mich jedenfalls) irgendwann genauso an wie das zehnte Urbi et orbi des Papstes oder die Neujahrsanspache des Bundespräsidenten. Dennoch - und das muss man historisch sehen - war und ist de Sade der radikalste Vertreter seiner Schule, und allein das macht ihn nach wie vor zu etwas Besonderem. Die Philosophie mit ihren frechen Figuren, den witzigen Sprüchen und den spritzenden Körpersäften ist allemal das Richtige, um De Sade-Jungfrauen ein wenig anzufixen... wenn ich mal so sagen darf. Und übrigens: Es wundert mich, dass noch kein Schlingesief oder von Trier auf die Idee gekommen ist, das Werk zu inszenieren. Ist wohl  immer noch zu heftig...

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