Als Mensch mit einer Angststörung hat mich „Dein Leben ohne Angst“ von Martha Beck sofort angesprochen. Ich war auf der Suche nach neuen Denkanstößen und einem anderen Blick auf meine Ängste. Das Buch erklärt einfühlsam, wie Angst unser Denken und Handeln beeinflusst und wie wir lernen können, ihr mit mehr Gelassenheit zu begegnen. Besonders gefallen hat mir, dass die Autorin ihre Gedanken verständlich und motivierend vermittelt. Viele der beschriebenen Beispiele haben mich an meine eigenen Erfahrungen erinnert. Dadurch fühlte ich mich verstanden und mit meinen Ängsten nicht mehr so allein. Das Buch gibt keine unrealistischen Versprechen, sondern zeigt Wege auf, wie man Schritt für Schritt anders mit Angst umgehen kann. Die Übungen und Denkanstöße haben mir geholfen, meine eigenen Reaktionen besser zu reflektieren. Ich habe während des Lesens immer wieder das Gefühl gehabt, neue Hoffnung zu schöpfen. Einige Passagen habe ich mehrfach gelesen, weil sie mich besonders berührt haben. Die Mischung aus psychologischen Erkenntnissen und praktischen Impulsen hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn ein Buch eine Angststörung natürlich nicht heilen kann, hat es mir wertvolle Unterstützung und neue Perspektiven gegeben. Ich nehme viele Anregungen daraus mit und möchte einige davon dauerhaft in meinen Alltag integrieren. Für mich war dieses Buch eine bereichernde Lektüre, die Mut macht und zeigt, dass Veränderung möglich ist. Ich kann es allen empfehlen, die unter Ängsten leiden oder einen liebevollen und hoffnungsvollen Umgang mit ihren Sorgen finden möchten.
Martha Beck
Alle Bücher von Martha Beck
Dein Leben ohne Angst
Enjoy your life
Steering by Starlight
Beyond Anxiety: Curiosity, Creativity and Finding Your Life's Purpose
Neue Rezensionen zu Martha Beck
Martha Beck befasst sich in ihrem umfangreichen Werk mit dem Thema Angst. Eine zentrale Rolle weist sie außerdem der Kreativität als Wegweiser aus der Angst zu.
Im ersten Teil des Buches widmet sich die Autorin der Angst aus psychologischer und biologischer Perspektive und hilft ihren Leser*innen dabei, diese Emotion besser kennenzulernen. Auch kulturelle und gesellschaftliche Sichtweisen auf das Thema Angst bindet sie mit ein, Sie erklärt verschiedene Techniken, um die Angst zu beruhigen und ermutigt ihre Leser*innen dazu, auch die schönen, wohltuenden, beruhigenden kleinen Dinge in den Fokus zu nehmen, die nützliche Gegengewichte zur Angst sein können.
Martha Beck erklärt Vorgänge in Körper und Psyche sehr anschaulich und teilweise mit Metaphern, was mir ganz besonders gut gefällt. Dadurch werden komplizierte innere Vorgänge auf für Laien verständlich und greifbar. Der theoretische Teil wird von zahlreichen praktischen Übungen und Schreibaufgaben ergänzt, wodurch Lesende noch tiefer in die Materie eintauchen können. Dieser Teil hat mir mit Abstand am ehesten zugesagt.
Teil 2 des Ratgebers befasst sich schließlich mit der Kreativität. Die Autorin erklärt, weshalb Neugier sowie das kreative Gestalten und Erschaffen von Dingen uns in einen achtsamen Zustand im Hier und Jetzt bringen und glücklich machen können. Sie können die Angst erheblich eindämmen und uns zu einem sinnhafteren Leben führen. Leser*innen werden auch hier durch zahlreiche Übungen und Reflexionen dazu angeleitet, ihr kreatives Potenzial zu entdecken.
Der dritte Teil soll die Leser*innen dazu anregen, die vorangegangenen Erkenntnisse auf das gesamte Leben zu übertragen und diesem dadurch mehr Sinnhaftigkeit und Tiefe zu geben.
Was mir gut gefallen hat:
Das Cover des Buchs ist meiner Meinung nach sehr ansprechend gestaltet. Es zeigt einen bunten Farbstreifen, der auf mich einerseits wie ein dicker, farbenfroher Pinselstrich, andererseits wie eine Fahne wirkt, die im Wind vor dem Himmel umherschwingt. Das Himmel-Fahnen-Bild assoziiere ich mit Freiheit: Wieder frei und fröhlich schwingen, wenn man sich den eigenen Ängsten hat stellen können. Das Pinsel-Bild verknüpfe ich damit, sein Leben trotz oder nach Besserung der eigenen Ängste selbstbestimmt und farbenfroh in den eigenen bunten Farben gestalten zu können. Diese Assoziation, die ich bereits vor der Lektüre des Werks hatte, passt wunderbar zum tatsächlichen Inhalt.
Auch der Schreibstil der Autorin konnte mich abholen. Er ist anschaulich, leicht verständlich, kreativ, humorvoll und bedient sich teilweise Metaphern, um komplizierte Sachverhalte begreifbar zu machen.
Schön finde ich auch die vielen kleineren und größeren Anekdoten, die die Autorin einstreut. Erkennbar ist auch, dass Martha Beck für ihr Buch ausführlich Recherche betrieben hat, da sie immer wieder wissenschaftliche Studien mit einbringt, die das Geschriebene untermauern.
Auch die Schreibimpulse und Übungen fand ich stellenweise interessant und hilfreich.
Zu guter Letzt gefällt mir auch die politisch-gesellschaftliche Haltung der Autorin: Sie engagiert sich gegen jede Form der Diskriminierung und scheint eine große Menschenfreundin zu sein, was sie in meinen Augen sehr sympathisch macht.
Was mir weniger gut gefallen hat:
Ich habe vor allem zum ersten Teil des Buchs einen guten Zugang gefunden. Auch einzelnen Abschnitten des zweiten Teils konnte ich großes Interesse entgegenbringen, doch leider wurde das Buch (mitsamt der Übungen) zunehmend weniger ansprechend und auch sehr langatmig für mich. Meinem Empfinden nach hätte man die Hauptaussagen des Buchs in sehr viel weniger Seiten unterbringen können und auch die Fallbeispiele waren mir am Ende doch zu viel des Guten. Manches wirkte auch nicht sehr realistisch auf mich -beispielsweise, dass sich das Leben sowie eingefahrene Muster so mancher Klient*innen schlagartig verändert haben sollen, nur, weil sie den richtigen Impuls von der Autorin bekommen haben. Mir wird hier zu viel Hoffnung auf diesen einen kreativen Ansatz gelegt, der die Lösung aller Probleme verspricht.
An vielen Stellen fehlte mir zudem der rote Faden und ich musste mich zugegebenermaßen etwa ab Mitte des Buches ganz schön durchquälen.
Aber so ist das eben: Nicht jeder Ansatz passt zu jeder Person.
3 Sterne von mir, da das Buch sehr fundiert geschrieben ist und viele Stärken mitbringt, mich an einigen Stellen jedoch nicht wirklich erreichen kann.
Ich muss zugeben, ich war von Anfang an sehr neugierig auf diese Buch, da ich selbst mein ganzes Leben lang mit Angstzuständen und Panikattacken zu kämpfen habe.
Die Grundidee fand ich überraschend frisch: Angst soll hier nicht bekämpft oder einfach „weggekriegt" werden, sondern wird als Signal verstanden. Beck unterscheidet zwischen einer Angstspirale und einer Kreativitätsspirale. Ihrer These nach verstärkt übermäßiges Grübeln die Angst nur weiter, während Neugier, Kreativität und spielerisches Denken dabei helfen können, aus dieser Schleife herauszukommen.
Das klingt zunächst nach typischem Selbsthilfe-Vokabular, aber sie verbindet das Ganze mit psychologischen und neurowissenschaftlichen Ansätzen sowie Beispielen aus ihrer Arbeit als Coach. Dadurch liest sich das Buch deutlich lebendiger als viele andere Ratgeber in diesem Genre.
Was mir besonders gefallen hat, ist der Tonfall. Beck schreibt warm und menschlich, manchmal sogar humorvoll, ohne je belehrend oder übermotiviert zu klingen. Man hat wirklich nicht das Gefühl, dass einem eingeredet wird, man müsse nur „positiv genug denken". Gerade das empfand ich als echte Erleichterung, weil man das von Selbsthilfebüchern leider oft nicht sagen kann.
Die Übungen im Buch sind größtenteils alltagstauglich und regen zum Nachdenken an. Manche haben mir tatsächlich etwas gegeben, andere wirkten eher wie klassische Coaching-Aufgaben, die man schlicht mögen muss.
Das Buch gliedert sich grob in drei Teile: zuerst das Verstehen von Angst, dann die Entwicklung kreativer Denkweisen und zuletzt ein deutlich spirituellerer Abschnitt. Genau dort wird es zur Geschmackssache. Beck schreibt über Verbundenheit, intuitive Erfahrungen und teilweise fast mystische Erlebnisse. Ich kann verstehen, warum manche das inspirierend finden. Wer allerdings einen nüchternen, rein rationalen Zugang sucht, dürfte spätestens hier aussteigen.
Alles in allem fand ich das Buch lesenswert, vor allem weil es nicht bei klassischer Angstbewältigung stehen bleibt, sondern versucht, einen anderen Blick auf das Thema zu öffnen. Nicht alles hat mich überzeugt, aber einiges ist tatsächlich hängen geblieben. Am ehesten zu empfehlen für Leute, die mit typischen Selbsthilferatgebern bisher wenig anfangen konnten und offen für einen ungewöhnlicheren Ansatz sind.
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