Martha Gellhorn (1908-1998), Kriegsreporterin und Weltreisende, erzählt in fünf Episoden von katastrophalen Reisen in die Karibik, nach China, Afrika, Russland und Israel, wobei die Afrika-Reise nahezu das halbe Buch (insgesamt 531 Seiten) ausmacht.
1975-77 zu Papier gebracht, hat Gellhorn die Reisen teilweise Jahrzehnte früher unternommen und kann sich doch noch an so viele Einzelheiten erinnern, dass man es kaum glauben mag. Teilweise greift sie auf Notizen zurück, die sie aber nicht für alle Reisen angefertigt hatte. Sie selbst bedauert (und auch ich), dass sie kaum Fotografien gemacht habe. Das wäre eine so schöne Ergänzung gewesen.
Ich habe die Reisebeschreibungen sehr gerne gelesen. Einerseits weil es Unternehmungen waren, die so heute schlicht nicht mehr möglich sind und weil es wirklich viele witzige und haarsträubende Episoden gibt, die das Buch für mich zu einer kurzweiligen Lektüre gemacht haben. Gellhorn geht teilweise recht naiv an ihre Unternehmungen heran, gerade wenn man bedenkt, dass sie Kriegsreporterin war, bereits im spanischen Bürgerkrieg und dann bei allen wichtigen internationalen Konflikten bis ins hohe Alter dabei war. Sie ist durchaus kritisch und reflektiert, wenn es um Kolonialismus und Rassismus geht. Dennoch ist ihr Ton für heutige Verhältnisse stellenweise zumindest bedenklich. Gerade die Afrika-Reise wären ihr ohne Menschen, nur in Gegenwart von Tieren und Natur offenbar am liebsten gewesen.
Ein informatives Nachwort von Sigrid Löffler zu Gellhorns rückblickend als Höllenfahrten titulierten Reisen, ein nun "fabelhafter Erzählstoff" (S. 534), runden das Buch ab.











