Martha Gellhorn Das Wetter in Afrika

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Inhaltsangabe zu „Das Wetter in Afrika“ von Martha Gellhorn

'Das Wetter in Afrika' erzählt die Geschichte der nicht so glanzvollen Tochter einer Hoteliersfamilie im afrikanischen Hochland, die schließlich zur Glücksbringerin ihrer Eltern wird. Die Erzählung einer Afrika-Retterin, die einen scheinbar sinnlosen Tod findet und die Geschichte eines vom Krieg verstörten Engländers, der eine heruntergekommene Farm kauft und so in die schlimmsten aller Ehen hineingerät. Martha Gellhorn erzählt leidenschaftlich und unerbittlich.

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  • Rezension zu "Das Wetter in Afrika" von Martha Gellhorn

    Das Wetter in Afrika

    HeikeG

    26. September 2008 um 17:04

    Krieg auf allen Ebenen . Am 8. November diesen Jahres wäre Martha Gellhorn 100 Jahre alt geworden. Hierzulande ist sie hauptsächlich als Ehefrau von Ernest Hemingway (1940 - 1944) bekannt. Ganz anders dagegen im angelsächsischen Raum, wo ihre zahlreichen Romane, Prosastücke und Reportagen zu modernen Klassikern zählen und die ehemalige Kriegsberichtsreporterin nicht nur als "die Fußnote im Leben eines anderen" (Zitat M. Gellhorn) wahrgenommen wird. . Nun bietet der Dörlemann Verlag dem deutschsprachigen Publikum in neuen, eleganten Übersetzungen von Miriam Mandelkow einen Einblick in die Prosa der Autorin, die sich stets durch messerscharfe Beobachtungen politischer und menschlicher Kriegsschauplätze auszeichnete. Den Auftakt der hochwertig gestalteten Reihe machte "Paare: Ein Reigen in vier Novellen", gefolgt von "Muntere Geschichten für müde Menschen" und dem vorliegenden Band "Das Wetter in Afrika". In allen darin enthaltenen Novellen schwingt immer der gleiche Grundtenor mit: die Welt der Gegensätze. Sei es nun die zwischen Frau und Mann, Krieg und Frieden oder aber Schwarz und Weiß. . Afrika war Martha Gellhorns große Liebe. Nicht nur zahlreiche Reisen führten sie hierher, sondern sie besaß zeitweise selbst ein eigenes Haus in Kenia. Diese Zuneigung merkt man auch den drei Novellen dieses Buches an. Wunderschöne Landschaftsbeschreibungen zeichnen ein stimmungsvolles Bild dieses von politischen Umbrüchen geprägten Schwarzen Kontinents. Noch regieren die Weißen, haben die reichen Farmer das Sagen, doch die politische Unabhängigkeit steht kurz bevor. Alle drei Novellen spielen in den 1950er und 1960er Jahren in Ostafrika. Gellhorn verlagert die politischen Konflikte, die latent zu spüren sind, zumeist in offene Geschlechterkämpfe. . Den Auftakt gestaltet "Auf dem Berg". Hier geht es um die obsessive, demütigende, sexuelle Beziehung einer blondgelockten, hellhäutigen, hübschen, aber arroganten und verwöhnten Tochter eines Hotelierehepaares zu einem korrupten schwarzen Beamten, aus der letztendlich beide als Verlierer herausgehen. . Auch die längste Novelle des Bandes "Im Hochland" erzählt von einer beinahe ruinösen Beziehung eines jungen kriegstraumatisierten Engländers zu einer sich nach der Ehe schnell von einer liebenswürdigen, zu einer keifenden Gattin wandelnden Frau. Der kalte Krieg zwischen beiden lässt ihm den Seelenfrieden an seiner Farm, die er einst heruntergewirtschaftet übernommen, nun jedoch zu einem blühenden "Wirtschaftsunternehmen" gewandelt hat, beinahe nehmen. Erst die Zuwendung zu einem kranken und vernachlässigten, farbigen Baby gibt ihm die innere Ruhe zurück. Seine Gattin tut es ihm gleich, auch wenn das von ihr adoptierte Mädchen keinen größeren Kontrast darstellen dürfte. Diese beiden so ungleichen Kinder geben letztendlich der Geschichte die entscheidende Wende. . Die Novelle "Am Meer" spart hingegen den Geschlechterkampf aus. Hier ist eine alleinreisende Engländerin die "Heldin". Sie will in einem ostafrikanischen Luxushotel den Verlust ihres eigenen Kindes, das an Leukämie starb, und ihre sich daraus entwickelte akute Depression "behandeln". Doch muss sie einen weiteren tragischen Verlust hinnehmen, der sie endgültig aus der Bahn wirft. . Neben wunderschönen, facettenreichen und schillernden Landschaftsbeschreibungen ist der zentrale Konflikt zwischen Schwarzen und Weißen stets allgegenwärtiges Thema und Spannungsfeld in Martha Gellhorns Erzählungen. In kurzen, knappen, geschliffenen Sätzen, manchmal beinahe stakkatoartig, bringt sie Fremdheit, Träume, Zerwürfnisse und verlorene Illusionen auf den Punkt. Glaubhaft schildert sie die postkoloniale Zeit in Ostafrika. Aus scheinbar harmlosen Alltagssituationen können mit einem Mal messerscharfe Konfrontationen entstehen, die manchmal gar in tragische Katastrophen münden. . Fazit: Martha Gellhorn zeichnet mit schnörkellosem Sarkasmus ein kluges und kritisches Bild der Atmosphäre auf dem Schwarzen Kontinent zwischen Kolonialherrschaft und Unabhängigkeit.

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