Martha Grimes Die Nacht des Verfolgers

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Inhaltsangabe zu „Die Nacht des Verfolgers“ von Martha Grimes

Sie ist das Mädchen ohne Namen, und sie kämpft für Gerechtigkeit. Doch dann holt ihre Vergangenheit sie ein ...

Andi ist neunzehn Jahre alt – und sie ist auf der Flucht. Wovor, das weiß sie nicht, und doch fühlt sie sich getrieben von einer unbestimmten Angst. Sie kennt ihren wahren Namen nicht und schlägt sich mit einer erfundenen Identität von Ort zu Ort durch. Bis sie schließlich in Kingdom, einem verschlafenen Nest in North Dakota, ankommt. Dort fühlt sich Andi auf Anhieb wohl, findet Anschluss und einen Job. Fast scheint es, als könne sie endlich zur Ruhe kommen. Doch dann taucht ein ominöser Fremder auf und will Informationen von ihr, die offenbar mit ihrer Vergangenheit zu tun haben …

Kein 08/15-Krimi, sondern ein spannender Roman über eine starke junge Frau, die beherzt u. kreativ mit diversen Bedrohungen umgeht

— Alais

Mein größter Flop seit Langem! Von wegen Krimi! Gefühlt Tierschutz-Roman gelesen; auf Seite 251 hatte ich die Nase voll - ABGEBROCHEN!

— Amy_de_la_Soleil

Ist sehr langatmig. Trotzdem gutes Ende.

— Jellybaby

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  • Das fremde Mädchen mit dem Esel

    Die Nacht des Verfolgers

    Alais

    24. September 2017 um 14:28

    Andi Oliver ist eine junge Frau, die eines Tages in einem Motel aufgewacht war und sich an nichts, was vor diesem Tag geschah, erinnern konnte. Ihr ganzes bisheriges Leben, ihr Name, ihre Herkunft - alles ist wie ausgelöscht. Etwas Schreckliches muss in dieser Nacht geschehen sein, das ist auch fast schon alles, was sie weiß - und dass ihr ein Mann folgt, der keine guten Absichten zu haben scheint. Auf ihrer Flucht zu Fuß durch die USA hilft sie einem vernachlässigten Esel in seiner Not und nimmt ihn kurzerhand mit. Zu zweit gelangen sie in eine Kleinstadt, in der Andi schnell Anschluss und ein neues Zuhause findet, doch ihr Verfolger ist immer noch auf ihrer Spur und an ihrem Zufluchtsort macht sie sich neue Feinde, da sie das Grauen der Massentierhaltung in einem nahegelegenen Schweinemastbetrieb nicht einfach so hinnehmen kann ... Anderen Lesern der Werke von Martha Grimes ist Andi Oliver bereits in "Das Mädchen ohne Namen" schon einmal begegnet, mir leider nicht und ich möchte diese Lektüre unbedingt noch nachholen. Zwar erschien es mir absolut nicht erforderlich, den ersten Band gelesen zu haben, um der Geschichte von "Die Nacht des Verfolgers" folgen zu können, aber mit Andi Oliver hat die Autorin eine Romanheldin geschaffen, über die man gar nicht genug lesen kann. Eine junge Frau, die einfach das macht, was ihr Herz für richtig hält, sich so in große Schwierigkeiten bringt, aber eben auch das eine oder andere bewirken kann. Die Geschichte hat trotz aller Ernsthaftigkeit auch einige humorvolle Stellen und weicht in vielem vom üblichen Schema eines Kriminalromans ab. Ich fürchte, dass nicht alle Leser damit zurechtkommen und diesen Roman vielleicht sogar regelrecht hassen werden, da er sie mit ein paar unbequemen Wahrheiten über die Welt, in der wir leben, konfrontiert und ihnen zeigt, dass es durchaus Alternativen zur "Das-ist-halt-so-da-kann-man-nichts-machen"-Haltung gibt. Das macht manche Menschen wütend, weil sie eben lieber auf Menschen, die einen anderen Weg einschlagen, wütend sind, anstatt zuzulassen, dass ihnen selbst Zweifel an ihrem eigenen Handeln oder Nichthandeln kommen könnten. Martha Grimes hat, wie auf Seite 205 deutlich wird, diesen Mechanismus erkannt und dennoch dieses Buch geschrieben. Sie scheint ihrer Romanheldin an Zivilcourage in nichts nachzustehen - chapeau!Das Ende hätte ich mir etwas weniger offen gewünscht, allerdings lässt es hoffen, dass Martha Grimes vielleicht noch einen weiteren Roman über Andi Oliver schreiben wird, mich würde es jedenfalls sehr freuen.

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  • Rezension zu "Die Nacht des Verfolgers" von Martha Grimes

    Die Nacht des Verfolgers

    michael_lehmann-pape

    24. November 2011 um 12:26

    Die Fortsetzung für das „Mädchens ohne Namen“ Nach den Ereignissen des Vorgängerbuches in Santa Fe trifft der Leser nun „Das Mädchen ohne Namen“ (und ohne irgendwelche Erinnerungen ihres Lebens an die Zeit von vor zwei Jahren), das sich selbst „Andi Oliver“ nennt, in der tiefsten Provinz in North Dakota wieder. „Für Jared bedeutete Erinnerung nichts oder fast nichts . Für sie bedeutete es alles“. Andi Oliver ist schlicht und einfach auf der Suche nach sich selbst, hält sich für sich, ist auf dem Weg nach Alaska, um dort vielleicht mehr zu erfahren über sich selbst. Ein Weg, der diesen Umweg nach „Kingdom“ in North Dakota mit einschließt. Ein Weg, das zeigt bereits der Anfang des Buches, den Martha Grimes durchaus routiniert, aber sehr breit zu gestalten gedenkt. Sicher ist das Buch in der Sprache flüssig zu lesen, in den Jahren als erfolgreiche Schriftstellerin verstand es Grimes schon immer, mit klarer Sprache und einfachen Worten ihre Personen zu skizzieren und eine Handlung voran zu bringen. Hier aber muss konstatiert werden, dass einfach sehr wenig, letztlich zu wenig passiert. Und das im ganzen Buch. Am ehesten könnte man sagen, dass Andi Oliver ihrer Liebe zu Tieren intensiv nachgeht. So misstrauisch (zu Recht aus ihren Erfahrungen heraus) sie Menschen gegenüber ist, so intensiv wendet sie sich emotional vor allem der „geschundenen Kreatur“ zu. Und der Esel, den sie zu Beginn des Buches aus untragbaren Zuständen heraus befreit ist dabei nur das erste Tier, mit dem sie ihren aktuellen Weg verbindet und da zu einer durchaus klar erkennbaren Kritik an Massentierhaltung im Buch noch führen wird. Das demgegenüber viele der Menschen (hier die Bewohner Kingdoms) zumindest oberflächlich und dumpf ihrem Alltag nachgehen und außer anzüglichen Witzen wenig zu bieten haben, oder eben direkt zudringlich werden (auch dies symbolisch für das Buch geschieht direkt zu Beginn und wird als roter Faden weiterhin durch die Seiten laufen) ist der Gegenpol zu Andi Oliver und jenen, mit denen sie sich anfreundet. Was Wunder, dass sie zunächst als Hilfe auf einer Ranch beginnt bei einem Mann, dem sie vertraut und unter Tieren, denen sie sich zuwenden kann. Immer mit einem Blick auf den selbsternannten „Boss“ des Ortes und seine für Andi letztendlich unerträgliche Art, mit Tieren umzugehen. Doch die Vergangenheit, die Andi selber ja nicht kennt, holt sie auch in diesem vergessenen Provinznest wieder ein. Ein Fremder taucht auf und stellt Fragen zu Ereignissen aus der Vergangenheit, auf die Andi keine Antwort weiß. Was den Fremden nicht sonderlich zufrieden stellt. Doch dieser Teil der Geschichte, der ein wenig Spannung verspricht, aus dem heraus das Geheimnis um die Vergangenheit des Mädchens zumindest ein wenig dramatisch in den Raum treten könnte, gerät leider im Buch etwas zu kurz (ein Hinweis vielleicht auf eine weitere, geplante Fortsetzung). Der Tierschutz, das leidenschaftliche sich einsetzen für „humane“ Lebensbedingungen für Tiere und einen wertschätzenden Umgang mit diesen demgegenüber nimmt im Buch breiten Raum ist und ist jener Strang der Geschichte, der hier und da für tatsächliche Gefahr für Andi sorgt. Leider aber ist dieses Thema und die gewählte, einfache Erzählform nicht ausreichend genug, um dauerhaft die Spannungs- und Entwicklungskurve der Geschichte hoch zu halten. Zu stereotyp sind hier allein schon die Figuren gestaltet. Fast ist bereits nach den ersten Begegnungen in der kleinen Stadt klar, wie die Geschichte weiter verlaufen wird, wer Freund, wer Feind ist, wer als dumpfer Jugendlicher keine Ruhe gehen wird und wer als „schwarzer Reiter“ die größte Bedrohung darstellt. Alles in allem hat die Figur der Andi Oliver durchaus das Potential für eine interessante „Selbstfindungsreise“ in die eigenen, unbekannte Vergangenheit, erschöpft sich aber in diesem Roman zu sehr in den (sicher wichtigen, aber eben nicht sonderlich spannungstragenden) Ereignissen um einen schlechten Umgang mit Tieren in vielfacher Form. Wer Martha Grimes vor allem als Autorin intelligenter und durchaus spannender Kriminalromane zu schätzen gelernt hat, der wird hier eher enttäuscht werden. Wer eine gradlinige Geschichte zu schätzen weiß und dem Genre des „Erinnerung verloren und auf dem Weg zu sich selbst sein“ mit Interesse folgt, dem wird durchaus unterhaltsam der weitere Weg des „Mädchens ohne Gedächtnis“ in dieser eher Zwischenepisode vor Augen gelegt und damit die Figur der Andi Oliver in vielen Facetten geschildert. Solide Unterhaltung ohne besondere Höhen oder Tiefen.

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