Das Mätressenspiel

von Martha Sophie Marcus 
4,9 Sterne bei22 Bewertungen
Das Mätressenspiel
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Schneeflocke2013s avatar

Endlich ein Buch das in Deutschland spielt und dazu noch an einem Hof der mich interessiert :) Gerne mehr davon ^^

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so macht Geschichte Spaß - wieder ein wunderbarer historischer Roman einer meiner Lieblingsautorinnen ♥

Alle 22 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Das Mätressenspiel"

Hannover, 1682: Die junge Helena von Minnigerode ist verzweifelt. Mit dem Tod ihres Bruders verlieren sie und ihre Mutter ihre gesamte Existenzgrundlage: Das Gut der Familie und sämtliche Privilegien gehen an ihren Onkel Roderick über. Helena bleibt nichts anderes übrig, als um die Aufnahme als Hofdame zu ersuchen. Nie hätte sie damit gerechnet, dass ausgerechnet sie in das skrupellose Intrigenspiel zwischen Herzogin Sophie und Clara von Platen, der mächtigen Mätresse des Herzogs, geraten könnte.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404176984
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:464 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:29.06.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    suggarvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: so macht Geschichte Spaß - wieder ein wunderbarer historischer Roman einer meiner Lieblingsautorinnen ♥
    ♥ Geschichte zum Anfassen & Eintauchen ♥

    Klappentext:

     

    „Hannover, 1682:

    Die junge Helena von Minnigerode ist verzweifelt.

    Mit dem Tod ihres Bruders verlieren sie und ihre Mutter ihre gesamte Existenzgrundlage: Das Gut der Familie und sämtliche Privilegien gehen an ihren Onkel Roderick über.

    Helena bleibt nichts anderes übrig, als um die Aufnahme als Hofdame zu ersuchen.

    Nie hätte sie damit gerechnet, dass ausgerechnet sie in das skrupellose Intrigenspiel zwischen Herzogin Sophie und Clara von Platen, der mächtigen Mätresse des Herzogs, geraten könnte.“

     

     

    Mit voller Vorfreude bin ich in das aktuelle Buch von Frau Marcus eingetaucht, denn viele ihrer historischen Bücher habe ich bereits gelesen und mit Begeisterung verschlungen.

    Am Rande sei hier z.B. „Der Rabe und die Göttin“ oder „Die Bogenschützin“ erwähnt – zwei Bücher, die dazu geführt haben, dass die Autorin zu einer meiner Lieblingsautorinnen gehört. ;)

     

    Und auch „Das Mätressenspiel“, ihr aktuelles Buch, hat mich nicht enttäuscht, sondern mich in die deutsche Geschichte und in die Vergangenheit vor über 300 Jahre mitgenommen.

    Dabei ist es der Autorin durch gute Recherche gelungen Fakten und fiktive Charaktere spannend zu einer Geschichte zu verweben.

    Nicht selten kam bei mir der Wunsch auf in diese Zeitepoche einzutauchen und das pompöse, aber dennoch streng zeremonielle Leben am Hofe mitzuerleben.

     

    Besonders sympathisch waren mir dabei die von standesdünken her unwichtigeren Figuren Helena und Floriano, die durch ihre Rolle am Hofe von Hannover einen Stützpfeiler der Geschichte bilden.

    In jeder Zeile merkt man die Leidenschaft der Autorin, die voller Details und Hingabe ein Bild vor das innere Auge des Lesers zaubert.

    Die gemeinsame Leserunde hat sie mit wahnsinnig viel Bildmaterial aufgewertet, so dass man sich durch das Hintergrundwissen noch viel intensiver auf die Handlung einlassen konnte.

    Wer Interesse an Bildern und Recherchefotos zu ihren Büchern hat, dem sei ihr Account auf Instagram ans Herz gelegt.

     

    Fazit:

    Erneut ein wunderbarer historischer Roman der Autorin, die durch intensive Recherche historische Fakten als spannende Geschichte auferleben lässt.

    Ein wahrer Lesegenuss, der auf weitere tolle Bücher der Autorin hoffen lässt.

     

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    Frunehvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein toller historischer Roman, in welchem die junge Helena ihre Stärke beweist. Zuerst für ihre Familie, dann immer mehr für sich selbst.
    Ein schöner historischer Roman

    Inhalt:
    Die junge Helena entscheidet sich, an den Hof der Herzogin Sophies von Hannover zu ziehen, um dort einen Mann zu finden - oder, besser, von einem Mann ausgewählt zu werden. Die finanziellen Sorgen ihrer Familie, die ein Gut zu verlieren hat die Auflösung ihrer vorherigen Verlobung, und der Ausblick auf Rettung durch eine Heirat mit einem hochrangigen Mann haben sie hierzu gebracht. Die Hofgesellschaft ist aber alles andere als ehrlich und vor allem Clara von Platen, Meisterin der Intrigen und Mätresse des Herzogs von Hannover hat alle in ihrer Hand. Es dauert nicht lange, bis auch Helena in dem Netz der Intrigen gefangen ist.

    Formaler Aufbau:
    Der formale Aufbau des Romans hat mir sehr zugesagt. Gleich am Anfang war ein Verweis auf das sehr hilfreiche Glossar und das übersichtliche Personenverzeichnis, das man sich auch gleich am Lesebeginn ansehen kann, weil es nichts spoilert. Dort wird auch klargestellt, was real und was erfunden ist, zudem gibt es noch einen kleinen Text zum historischen Hintergrund der Geschichte, welcher für mich (ein kompletter Laie auf dem Gebiet) durchaus lehrbar war. Praktisch beim Lesen sind auch die Zeitangaben an den Anfängen von Kapiteln, wenn ein größerer Zeitsprung in der Geschichte gemacht wurde.

    Schreibstil; generelles zur Geschichte::
    Die Geschichte wird auf eine Weise erzählt, die trotz der teilweise tristen Themen eine leichte Stimmung erzeugt. Das mag zum Teil auch an der bildhaften Sprache liegen, die von der Ausdrucksweise her durchaus auch zur Zeit passt (es werden für die Zeit typische Begriffe nicht nur in Dialogen verwendet, sondern auch in den Beschreibungen). Der Prunk des Adels wird genauso dargestellt wie die schlechten Aspekte des höfischen Lebens. Alles in Allem ist es ein authentischer historischer Roman mit fiktiven Teilen, die aber auch als solche gekennzeichnet werden. Die Thematik von Garten/Gartenbau u.ä. durchzieht das Buch; wenn man damit nichts anfangen kann, wird man trotzdem Spaß am Lesen haben, aber vielleicht langweilt man sich an manchen Passagen. Außerdem werden immer wieder Humor und Ironie eingesetzt. Auch Dialekte findet man im Buch; sie werden eingesetzt, um die ständischen Unterschiede der Leute zu vermitteln.
    Gut umgesetzt finde ich auch, dass es eine Haupthandlungsstrang gibt und mehrere 'Nebenereignisse', die aber am Ende alle zum Fortgang der Handlung beitragen.

    Charaktere:
    Man baut schnell Sympathie zu den Charakteren auf - vor allem zu Helena und ihrer Familie - und obwohl es klare 'Gegenspieler' gibt, sind die Figuren nicht in strikte, stereotype 'Gute' und 'Böse' geteilt. Die Personen und ihre Beziehungen untereinander werden klar charakterisiert und nie war ich beim Lesen verwirrt, wer wer ist. Es wird aber nie so viel verraten, dass es nicht noch einige Überraschungen und 'Plottwist' gäbe.
    Die klare Trennung der Charaktere untereinander ist essentiell, weil es im Buch immer wieder Sprünge in der Perspektive gibt.So sieht man die verschiedenen Positionen aller im 'Mätressenspiel' und manche Situationen werden aus mehreren Perspektiven erzählt, dass man einen Überblick über das Innenleben der wichtigsten Personen erhält. Die Charakterzüge werden durch Gespräche und Taten sichtbar, sodass man sich nicht mit ellenlangen, trockenen Charakterbeschreibungen abplagen muss. 
    Generell finde ich die Anzahl der Personen passend (nicht zu viel und nicht zu wenig) und die 'Proportion' von Frauen zu Männern fühlte sich auch stimmig an. 
    Besonders gefreut hat mich, dass die Protagonistin als starke Frau auftritt, die lediglich in eine missliche Lage geraten ist, die sie aber auch wundervoll meistert. 

    Ein kleines 'Aber':
    Ich fand den Roman wirklich toll,  aber für mich persönlich war der Einstieg etwas zäh und die Interaktionen haben sich teilweise (irgendwo zwischen dem 3. und 10. Kapitel) etwas steif angefühlt. Das Ende hat sich ein bisschen 'kurz angebunden' angefühlt, alles wurde - meiner Meinung nach - ein bisschen zu hastig aufgelöst. 

    Ich würde 4.5/5 geben, weil es ja ein kleines 'Aber' am Ende gibt, aber es ist definitiv mehr eine 4.56/5 als eine 4.46/5, also finde ich hier die 5/5 durchaus auch noch gerechtfertigt.   

    Ich durfte den Titel im Rahmen einer Leserunde lesen; vielen Dank hier an das Team der Lesejury, die Autorin und allen Beteiligte. 

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    smaragdeidechses avatar
    smaragdeidechsevor 4 Monaten
    Lebendige Geschichte ...

    Martha Sophie Marcus 

    Das Mätressenspiel

    Historischer Roman 


    Worum es geht, Klappentext:

    Hannover, 1682: Die junge Helena von Minnigerode 
    ist verzweifelt. 
    Mit dem Tod ihres Bruders verlieren sie 
    und ihre Mutter ihre gesamte Existenzgrundlage: 
    Das Gut der Familie und sämtliche Privilegien 
    gehen an ihren Onkel Roderick über. 
    Helena bleibt nichts anderes übrig, 
    als um die Aufnahme als Hofdame zu ersuchen. 
    Nie hätte sie damit gerechnet, 
    dass ausgerechnet sie 
    in das skrupellose Intrigenspiel 
    zwischen Herzogin Sophie und Clara von Platen, 
    der mächtigen Mätresse des Herzogs, 
    geraten könnte.


    Meine Meinung: 

    Martha Sophie Marcus ist eine wundervolle 
    Geschichtenerzählerin.
    Sie versteht es ganz hervorragend 
    ihre Leser an der Hand zu nehmen
    und in lange vergangene Zeiten eintauchen zu lassen.

    Ihre Art zu schreiben ist eingängig, flüssig 
    uns spannend, ihre Figuren wirken 
    lebensecht und authentisch
    und ihre Dialoge sind einfach herzerfrischend !

    Dank Ihr, fühle ich mich am Hofe 
    von Hannover schon richtig heimisch und habe sehr 
    viel über die damalige Zeit erfahren und gelernt.

    Seht schön finde ich auch, dass es ein Personenverzeichnis
    am Ende des Buches gibt und ein Glossar 
    mit den wichtigen Geschichtsdaten.

    Nach "Das blaue Medaillon" ist dies ihr zweiter Roman,
    der am Hofe in Hannover spielt 
    und es war für mich fast ein bisschen wie "heimkommen",
    traf' ich doch einen liebgewonnenen "alten Bekannten"
    aus dem ersten Buch wieder ...

    Wie auch "Das blaue Medaillon", hat mich 
    "Das Mätressenspiel" gefesselt und begeistert 
    und ich kann es nur allerbestens 
    weiterempfehlen!

    Ein wirklich gelungener historischer Roman,
    für den ich mich begeistern konnte und von
    welchem ich mich sehr gut unterhalten fühlte!


    Zauberhafte 5 Sterne gibt es dafür von mir !!!

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    Mamaofhannah07s avatar
    Mamaofhannah07vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Intelligent geschrieben! Wer historische Romane mag, wird begeistert sein und kommt voll auf seine Kosten!
    Zerbrechliche Machtbalance

    "Das Mätressenspiel", welch passender Titel für den neuen historischen Roman von Martha Sophie Marcus (Bastei Lübbe Taschenbuch).

    Hannover, 1682: Die Frauen von Minnigerode stehen hier im Mittelpunkt. Allen voran die junge Helena. Mit dem Tod ihres Bruders verlieren sie und ihre Mutter ihre gesamte Existenzgrundlage. Das Gut der Familie und sämtliche Privilegien gehen an ihren Onkel Roderick über. Dem Unglück folgend, löst ihr Verlobter die zugesagte Verbindung. Helena steht vor dem Nichts. Entgegen ihrem Naturell bittet sie Herzogin Sophie um die Aufnahme als Hofdame an den Hof Braunschweig/Lüneburg mit zukünftigem Erfolg auf eine gute Partie und angemessener Absicherung. Die Steine, die ihr dabei in den Weg gelegt werden, lassen sie stolpern und bringen sie fast zu Fall. Ausgerechnet Clara von Platen, die mächtige Mätresse des Herzogs und die Herzogin persönlich verstricken Helena in ein skrupelloses Intrigenspiel. Beide bedienen sich ihrer Not. In diesem vergifteten Idyll gibt es hinter den Kulissen fleißige Hände, die die herzögliche Perfektion am Leben erhalten. Allen voran Floriano Piras, ein Gärtner, der den architektonisch-botanischen Traum von Herzogin Sophie in die Realität umzusetzten versucht. Dank des bildhaften Schreibstils von Martha Sophie Marcus nimmt die grüne Oase Gestalt an und diese bezaubernden Gärten erwachen zum Leben. Dieser einzigartigen Federführung ist es zu verdanken, dass der Glanz und Pomp, die schillernden Charaktere und deren Umfeld in farbenfrohen Bildern durch den Kopf des Lesers ziehen. Gefangen in dem Rausch der Ereignisse, fühlt man sich den Figuren so nahe, als wäre man ein Teil dieser blumigen Gesellschaft. Diese historische Euphorie liest sich anspruchsvoll und leicht dahin. Die Einblicke in die Gegebenheiten des Hoflebens haben mich fasziniert und waren hoch interessant. Spannende Wendungen im flotten Tempo runden das Leserlebnis ab. Am Ende des Buches findet sich ein Nachwort zu Wahrheit und Fiktion, ein hilfreiches Personenregister sowie ein Glossar mit französischen Gepflogenheiten.


    Fazit: Die Autorin hat mit Helena und ihrer Geschichte eine mutige, selbstbewusste Protagonistin geschaffen. Ausgeliefert, kämpft sie gegen die Enklaven der Männlichkeit, entgegen der Obrigen mit ihren strikten Gesetzen mit der ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, wird zum Spielball der Macht und schöpft Kraft aus der Chance auf einen Neuanfang. Zwischen Liebe und Pflicht hat Helena von Minnigerode mein Herz erobert. Mit Sicherheit nicht die letzte Lektüre von Martha Sophie Marcus. Charmante Unterhaltung auf hohem Niveau, eine klare Leseempfehlung!

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    FreizeitPrinzessins avatar
    FreizeitPrinzessinvor 4 Monaten
    Willkommen in Hannover

    Ich bin vollkommen offen an dieses Buch herangegangen. Ich liebe Historische Romane, habe allerdings von Martha Sophie Marcus noch nichts gelesen, obwohl ''Das blaue Medaillon' auf meinem SuB liegt. Auch von der Hannoverschen Königsfamilie hatte ich keine Ahnung.



    Der Schreibstil der Autorin hat mich umgehauen. Das Buch liest sich sehr leicht und doch hat man das Gefühl völlig in die Geschichte eingesogen zu werden und Teil des Hofes zu sein. Die Autorin erzeugt unglaublich starke Bilder und ist sprachlich sehr gewandt.



    Helena ist eine liebenswerte junge Frau die ihre Familie sehr liebt. Als sie alle kurz vor dem Ruin stehen beschließt sie an den Königlichen Hof zu gehen um dort nach einem wohlhabenden Mann zu suchen den sie heiraten könnte. Nur so ließe sich das Gut ihrer Familie retten. Damit begibt sie sich in eine Umgebung in der Lügen und Intrigen an der täglichen Hausordnung liegen und wird ungewollt ein Teil dessen. Die Königliche Mätresse Clara von Platen, sowie die Herzogin Sophie nutzen Helena als Schachfigur aus um an Macht und Ruhm zu gelangen, egal wie sie sich dabei fühlt. Helenas einziger Trost ist das sich durch dieses verhasste Ränkespiel das Geld zur Rettung ihrer Familie auftreiben lässt. Somit gibt sie ihre Fäden aus der Hand und lässt mit sich spielen.



    Der Roman hat einen unglaublichen Spannungsbogen der sich durch das ganze Buch hindurchzieht. Immer wieder ändert die Geschichte seine Richtung, neue Geschehnisse passieren, sowie auch unerwartete Ereignisse. So weiß der Leser nie wo es ihn als nächstes hinführt. 

    Die Sitten der früheren Königshäuser sind dabei sehr interessant zu lesen und man taucht völlig in diese Fremde Welt ein. Natürlich kommt auch die Romantik hier nicht zu knapp.



    Das Buch endet ganz anders als erwartet, löst sich aber zufriedenstellend auf und man beendet das Buch mit einem glücklichen seufzer und freut sich schon auf das nächste Historische Wekr der Autorin.


    FAZIT
    Ein meisterwerk des Historischen Genres, indem die Autorin einen in das Hannover zu Königszeiten entführt. Bildgewaltig und spannend bis zur letzten Seite.

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    Katharina_Hohenfelss avatar
    Katharina_Hohenfelsvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: In jeglicher Hinsicht lesenswert! Auch für diejenigen geeignet, die noch nie historische Romane gelesen haben.
    Zurückversetzt in die Zeit um 1682 – ein absolutes Highlight

    Ein unglaublich gelungener historischer Roman von Anfang bis Ende – „Das Mätressenspiel“ von Martha Sophie Marcus.
    1682, Hannover. Helenas Familie ereilt die schockierende Nachricht, dass ihr Zwillingsbruder Lorentz umgekommen ist. Als ob das nicht schon schlimm genug ist, beansprucht ihr Onkel Roderik nun das gesamte Familienerbe für sich, da er der einzige verbliebene männliche Nachfahre der Familie Brünneck-Minnigerode ist.
    Hinzu kommt die noch immer währende Verschuldung der Familie. Alle setzen nun auf Helena: Diese soll Adrian von Schwanewede heiraten und würde so das Gut Minnigerode sichern. Doch es kommt anders.
    So muss sich Helena auf den Weg zu Hofe begeben. Ihre einzige Hoffnung – einen Ehemann zu finden, der ihrer Familie aus der Patsche helfen könnte.
    Dass sie dabei jedoch in ein gefährliches Intrigenspiel der herzoglichen Mätresse gerät, damit hätte sie sicherlich nicht gerechnet.

    Zu Anfang möchte ich gleich erwähnen: Das war mein erster historischer Roman und er konnte mich von Anfang an durchweg begeistern.
    Die Autorin hat es durch den etwas altmodischen Redestil der Figuren geschafft, mich sofort in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurückzuversetzen.

    „Dein Urteilsvermögen in diesen Dingen ist über jeden Zweifel erhaben(S. 32).“

    Wie eine Herzogin auf einem Schloss durfte ich mich dank zahlreicher nebensächlichen Komponenten fühlen: Die der Zeit angepassten Wortwahl, die (Schloss-)Gärten, die ungeschriebenen Regeln zu Hofe und die Art der Kleidung.
    Was ich garantieren kann: Eine Spannung, die sich durch das gesamte Werk zieht, in einem stetigen Anstieg. Nur auf den letzten Seiten findet sich ein leichter Abfall, aber selbst da will man wissen: Und, wie geht es nun weiter?
    All das nicht nur der interessanten Handlung wegen, viel mehr wegen der einfallsreichen Charaktere, die diese Autorin geschaffen hat. Diesen hat die Schriftstellerin nämlich eine solch realistische Form verliehen, auch im Hinblick auf den historischen Hintergrund, ihren jeweiligen Stand und ihre derzeitige Situation, dass man gar nicht anders konnte, als mit ihnen mitzufiebern.
    Martha Marcus hat es geschafft, Emotionen so zu vermitteln, dass sie bis in mein Herz gedrungen sind.
    „Die Spätsommersonne kämpfte mit den Wolken, so wie Helena mit den Wolken in ihrer Seele kämpfte(S. 435).“

    Man kann gar nicht anders, als durch diese Wortwahl Helenas Leid am eigenen Leibe zu verspüren.
    Fragen wie „Wird Helena das Gut retten könnnen?“ oder, ob sie es schafft, sich geschickt aus dem Intrigenspiel zu ziehen, erhalten die Spannung bis zum Ende.

    Mich hat sehr beeindruckt, wie Helena trotz allem Haltung bewahrt. Das macht sie einem als Leser besonders sympathisch, fast schon zu einem Vorbild, zu einer Heldin.

    „Ihr fühlt euch so sicher in Eurem Spinnennetz, dass ihr vergesst, wozu jemand in der Lage sein könnte, der nichts mehr zu verlieren hat(S. 423).“ Das trifft Helenas Situation gegen Ende recht gut.

    Zudem habe ich mit diesem Buch einen informativen Einblick in die damalige Zeit bekommen, insbesondere, wie es zu Hofe zuging, was für eine Macht eine Mätresse innehaben konnte und vor allem, wie die Mentalität damals war. Die Umgangsformen.
    Das einzige, was ich zu bemängeln hätte, wären möglicherweise einige Ereignisse in den letzten Kapiteln. Auch wenn es dazu beitrug, das Ende der Geschichte maßgeblich zu begründen, leider zum Leidwesen der Glaubhaftigkeit. Allerdings möchte ich an dieser Stelle nicht allzu viel verraten, da ich sonst spoilern müsste.

    Fazit:

    Durch und durch gut umgesetzt. Ein gelungener Kompromiss zwischen stetig ansteigender Spannung; Gedanken, die einem mitgegeben wurden, und einem ersten Einblick in das Leben zu Hofe um 1682/84.
    Martha Marcus hat mich mit diesem Buch so überzeugt, dass ich es kaum erwarten kann, auch ihre anderen Werke zu lesen.

    [Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar von Bastei Lübbe. Auch vielen Dank für die Leserunde, in der ich die Autorin näher kennenlernen durfte – eine rundum sympathische Frau!]

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    Lischen1273s avatar
    Lischen1273vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein absolut großartiger historischer Roman.Ein muss für jeden Liebhaber dieses Genres.
    Ein historisches Highlight

    Es ist das Jahr 1682 in Hannover.Die junge Helena von Minningerode lebt mit ihrer verwitweten Mutter und den zwei jüngeren Schwestern auf einem alt angesehenen Gut.Helenas Zwillingsbruder Laurentz hat sich den Truppen des Kaisers angeschlossen. Alles ist sehr harmonisch und friedvoll, bis die Familie eine Schreckensnachricht ereilt.Laurentz ist bei einem Unfall ums Leben gekommen.Diese Nachricht verändert das komplette Leben der Frauen, denn ein Erbe ging damals nicht auf die Frauen einer Familie über.Ihre Existenz war bedroht, denn Helenas Onkel, Baron Roderik von Brünneck, erhielt somit alle Ländereien .Das Gut war verschuldet und bei nicht zahlen der Schulden, würde es auch in seine Hände fallen.
    Kaum schwindet das Geld, so schwindet auch das Ansehen.Helenas Verlobung wird gelöst und es ist keine Aussicht auf eine andere Person, die die Schulden begleichen könnte in Sicht.
    In ihrer Verzweiflung fährt Helena mit ihrer Mutter an den herzoglichen Hof , um Herzogin Sophie von Braunschweig um Hilfe zu bitten, einen geeigneten Ehemann für Helena zu finden.
    Damit beginnt das Spiel, denn bei Hofe herrschen ganz eigene Regeln.Helena gilt plötzlich als Anwärterin zur neuen Mätresse vom frisch vermählten Georg Ludwig von Braunschweig. Sie gerät mitten in das Machtspiel der zwei einfussreichsten Frauen bei Hof.Clara Elisabeth von Platen und die Herzogin Sophie kennen nur ihr eigenes Interesse und benutzen Helena für ihre Zwecke.

    Martha Sophie Marcus hat mit ihrem zweiten historischen Roman ein Meisterwerk erschaffen, was mich als Leser wie in einen Film versetzt hat.Die Schreibweise war trotz der vielen verschiedenen Personen, gerade bei Hofe, gut verständlich und ließen mich einfach nur so wegtauchen in diese Geschichte.Besonders gut haben mir die bildlichen Beschreibungen der prunkvollen Gärten und Gebäude gefallen.Zwischendurch glaubte ich die Düfte der Pflanzen wahrzunehmen.Überraschend und fesselnd fand ich auch die damaligen Sitten und Rechtsregelungen.Als Frau in der heutigen Zeit finde ich sie einfach nur unglaublich ungerecht.Auch das intrigante Ausspielen und Flechten der Intrigen bei Hofe ließen mich mit der absolut sympathischen Protagonistin Helena mitkämpfen.Sie verkörperte eine Person, die jede Frau gerne als Freundin an ihrer Seite haben möchte.

    Mein Fazit zu diesem Roman ist, dass dies mein absolutes Lesehighlight seit langem ist.Jeder Fan von historischen Romanen sollte sich mit Helena in den Kampf gegen Intrigen und Verschwörungen begeben.Auch wenn die Geschichte ein tolles Ende hat, hätte ich sehr gerne sofort weitergelesen.
    Von mir eine begeisterte und uneingeschränkte Leseempfehlung für "Das Mätressenspiel".

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    Gina1627s avatar
    Gina1627vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Absolute Leseempfehlung! Ein sehr atmosphärischer historischer Roman mit tollen Charakteren!
    Ein besonderes historisches Lesehighlight! Helena im Strudel von Machtspielen, Intrigen und dem Wun

    Das unbeschwerte  Leben der jungen Helena von Minnigerode nimmt durch einen schweren Schicksalsschlag eine ungeahnte Wendung. Durch den Tod ihres Bruders und dem Verlust eines gewinnbringenden  Familienerbes, das an ihren Onkel Roderick ging, gerät sie mit ihrer Mutter und ihren Schwestern in eine finanzielle Lage, die ein sofortiges Handeln erforderlich macht. Hoffnung setzten alle auf eine schnelle standesgemäße Heirat von Helena und sie reist eilig an den Hof von Herzog Ernst August von Hannover  um dort als Hofdame  die Aufmerksamkeit eines  geeigneten Ehemannes zu finden. Ungewollt gerät sie hier jedoch zwischen die Fronten von zwei mächtigen und einflussreichen Frauen, die Helena als Spielball für ihre Machtspiele nutzen. Herzogin Sophie und Clara von Platen, die Mätresse von Ernst August, kennen keinen Skrupel.

     „Das Mätressenspiel“ ist ein unvergleichlich schöner historischer Roman, der mich durch den  sehr fesselnden, extrem bildhaften und wundervollen Schreibstil von Martha Sophie Marcus sofort verzaubert und in seinen Bann gezogen hat. Mein Kopfkino lief die ganze Zeit und ich fühlte mich zurückversetzt in die Zeit des 17. Jahrhunderts mit all ihrem Pomp, ihrer Oberflächlichkeit, den Intrigen und der Sucht nach Macht und Reichtum. Die liebevoll ausgearbeiteten Charaktere, der tolle  spannende und dramatische Aufbau der Geschichte und viele überraschende Wendungen,  lassen einen nur so durch die Seiten fliegen. Mit ihrer Liebe zu Details hat die Autorin mir wunderschöne und prachtvoll angelegte Gärten vor Augen geführt und sie genauso wie die Herrschaftssitze als tolle Kulisse für jegliches Vergnügen mit in ihre Geschichte eingebaut. Überaus reizvoll und polarisierend waren die  Machtkämpfe und Intrigen zwischen Herzogin Sophie und Clara von Platen. Die ganze Zeit war man am mitfiebern ob Helena es schafft, sich aus ihren Fängen zu lösen,  sie vielleicht mit ihren eigenen Waffen schlagen zu können und dabei immer das Wohlergehen ihrer Familie im Auge zu halten.

     Von Helenas Charakter war ich fasziniert. Sie ist so liebenswert, mitfühlend, ehrlich, impulsiv, sinnlich und großherzig. Ein Mensch, den man sofort mit in sein Herz aufnimmt.  Gerade weil sie so einzigartig rüberkommt, ist man entsetzt darüber wie skrupellos sie ausgenutzt und manipuliert wird.   

    Ich konnte Helenas Gefühle voll spüren, wenn ihre Enttäuschung, ihr Widerwille oder die Sehnsucht nach der Liebe sie übermannte. Es war spannend mitzuerleben, wie und was für Kandidaten bei ihr in der Schlange anstanden. Ein bunter Potpourri von toll gezeichneten Persönlichkeiten. Bei einigen musste man sich richtig schütteln und andere nahmen einen mit ihrer Herzenswärme für sich ein.

     Die Suche nach einem geeigneten Ehemann, der ihr Liebe und Sicherheit schenken kann war herausfordernd und man wurde hier mit einer unglaublich schönen Wendung überrascht.

     Mein Fazit:

     Martha Sophie Marcus hat mir mit „Das Mätressenspiel“ ein unglaublich schönes Lesevergnügen bereitet. Ein brillanter historischer Roman, der durch die wundervolle Erzählkunst der Autorin, der unvergleichlichen  Atmosphäre  und den einzigartigen und liebevoll erschaffenen Charakteren besticht. Das geschickte Einflechten von historischen Ereignissen und  Personen, die in dem anhängenden Glossar und Personenregister aufgeführt wurden, haben den Ausdruck  des Buches noch verstärkt. Sehr gerne spreche ich hierfür eine unbedingte Leseempfehlung aus und vergebe 5 hochverdiente Sterne!

     

     

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    MarySophies avatar
    MarySophievor 4 Monaten
    Das Mätressenspiel

    Handlung:
    Hannover 1682

    Zusammen mit ihrer Mutter, sowie den beiden Schwestern lebt Helena von Minnigerode auf ihrem Gut und führt ein unbeschwertes und angenehmes Leben. Bis eines Tages die Nachricht vom Tod ihres Bruders eintrifft und sich für die Familie alles ändert. Aufgrund des Fehlens eines männlichen Erbens fallen nun die ganzen Ländereien, auch das Gut, in den Besitz ihres Onkels Roderick.

    Die Familie will sich damit nicht abfinden und Helena reist mir ihrer Mutter an den herzöglichen Hof, um bei der Herzogin Sophie eine Aufnahme als Hofdame zu erbitten, um einen geeigneten Gemahl zu finden. Doch dies ist nicht so einfach und schließlich wird Helena in ein Intrigenspiel zwischen der Herzogin Sophie und Clara von Platen, der Mätresse des Herzogs, hineingezogen.


    Meinung:
    Das Cover finde ich sehr schön zu betrachten, es ist stimmig und ein Hingucker. Von der Autorin habe ich bisher noch nichts gelesen, finde es aber toll, dass sich die Cover von „Das Mätressenspiel“ und „Das blaue Medaillon“ ähneln, dadurch tritt ein Wiedererkennungswert auf. Die Farben sind sehr angenehm gewählt und besonders toll finde ich die Dame mit ihrem fantastischen Kleid, was eindeutig ein Blickfang ist. Im Hintergrund ein Herrenhaus, welches hübsch ist und alles abrundet.


    Direkt positiv aufgefallen ist mir der Vermerkt, dass es am Ende des Romans ein Personenverzeichnis, sowie ein Glossar gibt. Ich hätte es besser gefunden, wenn sich die Auflistung der Personen am Anfang befunden hätte, da ich mir dieses gerne vor dem Lesen eines Buches durchlese, um schon einmal einen leichten Überblick zu haben.


    Die Personen in dem Roman waren recht lebendig, leider wurden sie mir im Verlauf des Romans etwas eintönig. Am Anfang hat man so viele verschiedene Seiten von ihnen gesehen und miterlebt, das ist am Ende des Buches leider etwas eingeschlafen und sie zeigten für mich nur noch wenig Abwechslung.

    Mir ist besonders aufgefallen, dass Helena unglaublich stark und ausführlich beschrieben wird, der Fokus ist ganz klar auf sie gerichtet und deshalb ist es leider aufgetreten, dass die anderen Figuren häufig blass neben ihr wirkten und mit diesem schillernden Charakter nicht mithalten konnten. Dies ist mir vor allem bei den Herren im Roman aufgefallen, viele waren recht unscheinbar neben der starken, mutigen und sympathischen Helena.


    Ein großer Teil des Fokus lag ganz eindeutig auf der Beschreibung der Gärten von den Schlössern. Diese waren äußerst eindrucksvoll beschrieben, haben dem Roman eine interessantes Setting gegeben und zum träumen eingeladen. Hier wurde sehr deutlich, dass viel Recherche dafür betrieben wurde, die mich vollkommen überzeugt hat und definitiv ein Highlight des Romans ist.

    Insgesamt muss ich sagen, dass ich die verschiedenen Handlungsorte wunderbar beschrieben und sehr authentisch empfand. Es fiel mir leicht, mir Räume und Details vorzustellen und in Gedanken mit Helena durch die Flure zu streifen.


    Den Schreibstil fand ich sehr angenehm, das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen, es gab eine stets passende Einstreuung von historischen Begriffen, die nicht zu häufig vorkamen und dem Roman Authentizität verliehen haben. Viele dieser Begriffe stammen aus dem französischen, was jedoch kein Problem war, da es für jedes Fremdwort eine Übersetzung im Glossar gab und viele Begriffe geläufig waren.

    Der Spannungsaufbau war gekonnt dargestellt, leider ließ die Dramatik für mich im letzten Drittel des Romans ab. Das Ende war immer noch offen gestaltet und es geschahen immer noch Dinge, die überraschend waren, jedoch hat der Anreiz weiterzulesen für mich etwas nachgelassen und ich konnte der Handlung des Romans nicht mehr mit einer so großen Freude folgen, wie noch am Anfang.

    Fazit:
    Zu weiten Teilen hat mich der Roman vollkommen überzeugt, besonders das Setting hat es mir unglaublich angetan und stets aufs Neue begeistert. Da ich nicht immer mit den Personen zufrieden war und die Spannung für mich etwas nachließ, ziehe ich dem Roman einen halben Punkt ab.

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    milkysilvermoons avatar
    milkysilvermoonvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Die Geschichte ist nicht nur für Fans von historischen Romanen empfehlenswert.
    Ein Spielball der Intrigen am herzoglichen Hof

    Hannover im 17. Jahrhundert: Die junge Helena von Minnigerode ist verzweifelt. Nach dem Tod ihres Vaters kommt auch ihr Zwillingsbruder Laurentz ums Leben. Kein männlicher Erbe ist mehr vorhanden. Damit verlieren sie, ihre Mutter, die Gräfin Adelheit, und ihre jüngeren Schwestern Lore und Ameli ihre Existenzgrundlage: Das Gut der Familie und sämtliche Privilegien gehen nämlich an ihren Onkel Roderick über. Zu allem Überfluss löst ihr Verlobter die Verbindung auf. Helena entschließt sich daher, nach Hannover zu gehen, um als Hofdame aufgenommen zu werden und einen passenden Ehemann zu finden. Doch dort gerät sie zwischen die Fronten und wird zum Spielball der Intrigen zwischen Herzogin Sophie und Clara von Platen, der mächtigen Mätresse des Herzogs Ernst August…

    „Das Mätressenspiel“ von Martha Sophie Marcus ist ein historischer Roman, der in die Barockzeit von Hannover entführt.

    Meine Meinung:
    Erzählt wird die Geschichte in 37 Kapiteln von einer angenehmen Länge. Die Handlung spielt zwischen November 1682 und Mai 1684. Dabei gibt es neben unterschiedlichen Schauplätzen auch mehrere Handlungsstränge, sodass der Leser nicht nur die Sichtweise von Helena, sondern auch die Perspektiven von weiteren Charakteren kennenlernt. Dieser Aufbau funktioniert prima.

    Auch der Schreibstil hat mir wieder gut gefallen. Er ist flüssig, anschaulich und dank gelungener Beschreibungen und viel wörtlicher Rede lebhaft. Die eher gehobene, aber verständliche Sprache des Romans passt zum Genre und wirkt authentisch. Schon nach wenigen Seiten war ich komplett in die Geschichte eingetaucht.

    Im Mittelpunkt des Romans steht Helena, eine mutige, verantwortungsvolle und sympathische Frau, deren Weg ich gerne verfolgt habe. Ihr Gedanken- und Gefühlswelt lässt sich gut nachvollziehen. Auch die übrigen Figuren werden detailliert und glaubwürdig dargestellt. Positiv finde ich außerdem, dass ein Charakter aus „Das blaue Medaillon“, einem anderen Roman der Autorin, wieder aufgegriffen wird.

    Die Geschichte braucht ein wenig, um Fahrt aufzunehmen, was mich jedoch nicht gestört hat. Im Verlauf der stimmigen Handlung wird sie zunehmend spannend. Das liegt vor allem an den Intrigen und Machtspielen, in die Helena hineingezogen wird. Einige unerwartete Wendungen sorgen ebenfalls für Abwechslung. Trotz der eher hohen Seitenzahl kommt daher beim Lesen keine Langeweile auf.

    Gekonnt werden fiktive Elemente mit historischen Fakten und Personen verwoben. Auf unterhaltsame Weise lernt der Leser einiges über das damalige Leben im höfischen Umfeld sowie über die Entstehung der barocken Gärten. Dabei zeigt sich die fundierte Recherche der Autorin. Hilfreich für das Verständnis der Geschichte sind das Glossar und die Übersicht über die Persönlichkeiten, die eine bessere Orientierung im Roman ermöglichen. Auch das Nachwort ist interessant und liefert zusätzliche Infos. Insgesamt ist es eine lehrreiche Lektüre.

    Das ansprechende Cover passt gut zum Inhalt. Auch der prägnante Titel ist treffend gewählt.

    Mein Fazit:
    Mit „Das Mätressenspiel“ konnte mich Martha Sophie Marcus absolut überzeugen. Die Geschichte ist nicht nur für Fans von historischen Romanen empfehlenswert.

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    Lovelydreamvor 4 Monaten
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