Marthe Cohn

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Marthe CohnIm Land des Feindes
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Im Land des Feindes
Im Land des Feindes
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Erschienen am 06.03.2018

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Rezension zu "Im Land des Feindes" von Marthe Cohn

Eine unermüdliche Kämpferin für Gerechtigkeit und Freiheit
Bellis-Perennisvor 4 Monaten

Dieses Buch ist die Lebenserinnerung der Marthe Cohn, geborene Hoffnung. Marthe wird 1920 in Metz als Tochter einer jüdischen Familie geboren. Sie wächst, wie die meisten Bewohner des Elsass, zweisprachig auf. Ihr arisches Aussehen, Marthe ist blond, und ihre perfekten Deutsch- und Französischkenntnisse wird sie bald brauchen können.

Da die Eltern die Schrecken des Ersten Weltkrieges miterlebt haben, ist es selbstverständlich, in Deutschland verfolgte Juden (vornehmlich Kinder) kurz bei sich aufzunehmen und dann über die Grenze in die Freie Zone zu schmuggeln.

Doch mit der teilweisen Besetzung Frankreichs ist auch in Marthes Heimat die jüdische Bevölkerung ihres Lebens und ihrer Habe nicht mehr sicher. Mehrmals muss die Familie umziehen. Immer wieder finden sich hilfreiche Personen, die nun die Familie Hoffnung unterstützen. So erhalten sie Ausweise ohne den verräterischen Stempel „Juive/Juif“ (Jüdin/Jude).  

Marthe will sich unbedingt der Résistance anschließen, die sie aber vorerst wegen ihrer zarten Konstitution ablehnt. Aufgrund ihrer perfekten Deutschkenntnisse und ihres arischen Aussehens, entschließt man sich doch, Marthe als Spionin einzusetzen. Mit der erfundenen Geschichte, ihren Verlobten Hans zu suchen, kundschaftet Marthe Stellungen und Truppenbewegungen der Deutschen aus. Nicht nur einmal gerät sie in Lebensgefahr. Allerdings beweist sie in diesen hochdramatischen und gefährlichen Situationen Geistesgegenwart und kann die Gegner täuschen.  

Nach dem Krieg versucht die Familie wieder in Metz Fuß zu fassen. Bis auf Marthes Verlobten Jacques, der gemeinsam mit seinem Bruder als Mitglied der Résistance von den Deutschen hingerichtet wurde und der Schwester Stephanie, haben alle Familienmitglieder überlebt. 

Marthe wird ein wenig später nach Indochina gehen und dort als Krankenschwester ihren Dienst verrichten.

Erst sehr spät, Mitte der Dreißig findet sie mit Major Cohn einen passenden Partner. 

Meine Meinung: 

Marthe Hoffnungs Geschichte ist geprägt von Verfolgung und Leid. Immer wieder wird Marthe durch eine kleine oder größere Hilfestellung eines beherzten Menschen von der Deportation gerettet. Oft entscheidet nur ein winziger Zufall über Leben und Tod.  

Woher diese nur 1,50m kleine Frau ihre Energie und ihren Mut hergenommen hat? Viele Männer sind an ähnlichen Dingen, die Marthe gelungen sind, gescheitert. Manchmal gerät sie ohne ihr Zutun in höchste Lebensgefahr als ihr zum Beispiel eine Frau den Weg zwischen die Grenzstationen an der deutsch-schweizerischen Grenze erklärt, dabei links und rechts verwechselt und Marthe gerade noch rechtzeitig entdeckt, dass sie auf den deutschen Zollposten zusteuert.  

Betroffen und gleichzeitig wütend bin ich, als ich gelesen habe, dass sich auch das Rote Kreuz dem arischen Rassenwahn angeschlossen hat und der jüdischen Krankenschwesterschülerin Marthe die Ausbildung verweigert hat – und das gleich mehrmals. Nur einer couragierten Leiterin einer Krankenpflegeschule ist es zu verdanken, dass Marthe ihre Ausbildung beenden konnte. 

Marthe Cohn ist nach wie vor unermüdlich als Zeitzeugin tätig. Sie setzt sich für Gerechtigkeit und Freiheit ein.

Eine Anzahl von privaten Fotos ergänzen die Biografie. Am Ende des Buchs erfährt der Leser, was aus den vielen Menschen geworden ist, die Marthes Wege gekreuzt haben.   

Fazit: 

Eine faszinierende Autobiografie, die von einer der letzten Zeitzeuginnen erzählt wird. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.


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