Martin Baltscheit Die besseren Wälder

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Inhaltsangabe zu „Die besseren Wälder“ von Martin Baltscheit

Impulsiv in Wort und Bild: Martin Baltscheit, ein Bruder Grimm unserer Zeit, hat einen neuen Roman geschrieben – und opulent illustriert. Ein Gesellschaftsentwurf, der tief blicken lässt. Eine moderne Fabel, die sich wie ein Krimi liest. Ein Kunstwerk!

Ferdinand ist jung, sorglos und beliebt. Der Held der Herde. Die Zukunft ist rosig und steht weit offen. Doch Ferdinand ist ein Wolf im Schafspelz: Als einziger hat er die Flucht seiner Familie in die besseren Wälder überlebt und wurde von Schafen aufgezogen. Von seiner wahren Herkunft ahnt er nichts – bis eines Tages ein Mord geschieht und er unter Verdacht gerät. Wer ist Ferdinand?
Ein explosiver Roman über Wurzeln und was sie bedeuten, über die Angst vor dem Fremden – vor allem in uns selbst – und nicht zuletzt übers Erwachsenwerden.

'›Es kommt doch nicht darauf an, wo du herkommst. Es kommt darauf an, wohin du gehst und mit wem.‹ Mit diesem Satz am Ende des Stücks gibt Baltscheit einen wichtigen Impuls für jeden Heranwachsenden. Man kann ihn aber auch als einen brandaktuellen Kommentar zur Debatte um Zuwanderung und Integration in Deutschland und Europa lesen.'
Aus der Jurybegründung zur Verleihung des Deutschen Jugendtheaterpreises 2010

Außergewöhnlich!

— loveisfriendship

Ein Kunstwerk. Wunderschöne Illustrationen.

— Irisa

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  • Ist ein Wolfs im Schafspelz trotz allem ein Wolf?

    Die besseren Wälder

    anette1809

    13. January 2016 um 18:17

    "Die besseren Wälder" ist eine moderne Fabel über Integration, Vorurteile und die Frage, ob Veranlagung oder Erziehung für die Entwicklung eines Menschen verantwortlich ist. Die Geschichte war zunächst ein Theaterstück, welches 2010 mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis ausgezeichnet wurde. Nun liegt sie als illustrierter Roman in opulenter Ausstattung vor: Martin Baltscheit zeichnet sich neben der Fabel auch für die großartigen teils ganzseitigen Illustrationen in diesem Buch aus. Martin Baltscheit hat die Geschichte in ein metaphorisches Gewand gekleidet, hier spielen keine Menschen die Rolle, sondern Wölfe und Schafe, wobei es hier genauso gut um verschiedene Religionen oder Völkergruppen gehen könnte. Die Distanz, die die tierischen Verkörperungen schaffen, dienen meines Erachtens dazu, sich nicht in einer bestimmten Rolle wiederzufinden, sondern alle Seiten gleichermaßen von außen und mit einer gewissen Objektivität zu betrachten. Das Wolfsjunge Ferdinand verliert auf der Flucht in die besseren Wälder seine Eltern. Bei den Schafen findet er unerkannt als "Wolf im Schafspelz" ein neues Zuhause, denn das ungewollt kinderlose Paar Frauke und Wanja nimmt sich des Waisenkindes an. Ferdinand hat eine glückliche Kindheit, doch als er sich in das Schafsmädchen Melanie verliebt und die eines morgens ermordet neben ihm aufgefunden wird, steht für jeden fest: nur Ferdinand kann der Mörder gewesen sein, denn sein wahres Wesen kann keiner verstecken, Änderung und Anpassung scheint unmöglich. Martin Baltscheit spielt gekonnt und tiefgründig mit der Macht von Vorurteilen. Schwarzweißmalerei bekommt bei ihm eine komplett neue Dimension: zum einen spielt er mit hell und dunkel bei der farblichen Gestaltung des Buches. Dies fängt bereits bei Schutzumschlag und bedrucktem Hardcover an. Je eine Hälfte ist weiß, die andere schwarz gehalten. Beim Schutzumschlag ist die Vorderseite weiß, der Rücken schwarz, bei dem Hardcover darunter verhält es sich genau umgekehrt. Die Spielerei setzt sich fort bei den Tieren, die die Rollen in dieser tiefsinnigen Geschichte verkörpern. Zum einen die Schafe, die in den besseren Wäldern wohnen, zum anderen die Wölfe. Des weiteren spielt ein ungleiches Freundespaar im Laufe der Handlung eine wichtige Rolle, Bär und Gans, die sich selbst als Biene und Fuchs sehen. Wenn man kurz darüber nachdenkt, stellt man fest, dass es sich wie bei der Paarung Schaf und Wolf, um Opfer und Jäger, beziehungsweise Konsument und Lieferant (Biene und Bär) handelt. Die Geschichte ist durchtränkt mit Ernsthaftigkeit und Grausamkeit, doch zwischendurch spielt auch (schwarzer) Humor immer wieder eine Rolle. "Die besseren Wälder" ist kein Buch zur reinen Unterhaltung und es ist eine Geschichte, die sich nur Stück für Stück entdecken lässt. Nach einmaligem Lesen habe ich lange nicht das Gefühl, alles entdeckt und verstanden zu haben, was der Autor mir damit auf den Weg geben wollte. Besonders der Schluss legt nahe, dass Martin Baltscheit die Leser seiner Geschichte in gewissem Grade allein mit ihren Gedanken stehen lassen will, dazu gezwungen über das Gelesene nachzudenken, sich damit nachhaltig zu beschäftigen und das Buch auf jeden Fall ein weiteres Mal zur Hand zu nehmen. Das werde ich mit Sicherheit tun, denn ich weiß jetzt schon, dass ich bei einem zweiten Lesen noch weitere "Wahrheiten" herauslesen oder vielleicht einige Sachen anders sehen werde als beim ersten Mal. "Die besseren Wälder" lassen mich nachdenklich, aber stellenweise auch ratlos zurück, und trotzdem kann ich das Buch nur mit der besten Bewertung auszeichnen, denn es rüttelt wach, es regt zum Nachdenken an und ist in Wort und Bild ein wahrhaftes Kunstwerk!

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  • Buchverlosung zu "Die besseren Wälder" von Martin Baltscheit

    Die besseren Wälder

    kathrineverdeen

    Liebe Leseratten von Lovelybooks,

    bis zum 22.12.2013 habt ihr die Möglichkeit auf meinem Blog, ein ganz besonderes Buch zu gewinnen. Last euch diese Chance nicht entgehen, denn es lohnt sich wirklich.

    Hier findet ihr die Gründe warum ich dieses Buch so besonders finde: KLICK!
    Und hier gehts zum Gewinnspiel: KLICK!

    LG und einen wundervollen Nikolaustag!

    • 4

    fladdy

    23. December 2013 um 18:50
  • Rezension zu "Die besseren Wälder" von Martin Baltscheit

    Die besseren Wälder

    kathrineverdeen

    06. December 2013 um 11:49

    „Es kommt doch nicht darauf an, wo du herkommst. Es kommt darauf an, wohin du gehst und mit wem.“ Zäune bieten Schutz vor unerwünschten Eindringlingen und aufdringlichen Blicken Fremder. Gerne umzäunen wir Menschen auch unsere Seelen, um unser Innerstes zu schützen. Um uns vor etwas Fremden abzuschirmen, das uns große Angst macht, weil wir es nie kennengelernt haben. Oder um etwas fern zu halten, das uns tief verletzen könnte. Manchmal errichtet man jedoch Zäune, die anderen die Freiheit nehmen. Aber Zäune kann man überwinden… „Die Zukunft ist schön. Sie ist weiß wie der Schnee und jeder kann sein Bild darauf malen.“ Seite 22 Schon als kleiner Wolfswelpe hörte Ferdinand von seinen Eltern die wundervolle Geschichte von den besseren Wäldern. Wäldern, in denen es unzählige Schafe und fette Wildschweine gibt, an denen man sich satt essen kann. Wäldern, in denen alles leuchtet und warmes Wasser aus silbernen Rohren fließt und heißer Kaffee in silbernen Kannen serviert wird. Eines Tages wird Ferdinand in diesen Wäldern leben, denn seine Eltern haben es ihm fest versprochen. Sie müssen nur noch auf den Winter warten, weil dann genügend Schnee um die Zäune liegt, die die besseren Wälder schützen, um sie überwinden zu können. „Bin ich wie ich – gibt`s Prügel. Bin ich wie sie, gibt`s warme Milch. Das ist okay für mich, damit kann ich leben.“ Seite 148 Was wie ein wundervolles Märchen beginnt, endet tragisch. Als einziger überlebt Ferdinand die Flucht seiner Familie in die besseren Wälder und wird von Schafen aufgezogen. Von seiner wahren Herkunft ahnt er nichts und lebt als Wolf im Schafspelz. Bis er eines Morgens neben seiner toten ersten großen Liebe erwacht…mit Blut überströmt. Martin Baltscheit erzählt in seinem explosiven Roman über alltägliche Dinge, die wohl jeden Menschen bewegen. Er erzählt uns die Geschichte von einem jungen Wolf, der sein Leben unter Schafen verbringt, ohne sich an seine Wurzeln erinnern zu können. Er ahnt nicht, wie sehr sie noch in seiner Seele verankert sind und was sie bedeuten. Impulsiv und ausdrucksstark vereint Baltscheit in seinem außergewöhnlichen Gesellschaftsentwurf viele brisante Themen, die wohl jeden Leser ansprechen. Indem wir Leser Ferdinand durch einige schwierige Zeiten begleiten, bemerken wir, wie wichtig es ist, seine Wurzeln zu kennen, oder dass es nicht immer von Vorteil ist, sich aus Angst dem Fremden zu verschließen. Durch die ergänzenden und sehr menschlich gestalteten Illustrationen von Martin Baltscheit kommt man beim Lesen nicht umhin, sich an die eigenen Wurzeln zu erinnern. Auch ich fand viele Parallelen zu meiner Kindheit, denn wie Ferdinand lebte ich in einem durch Mauern zweigeteilten Land und hörte abends wunderschöne Geschichten von dem goldenen Westen hinter der Mauer. Einem Land, in dem die Menschen immer glücklich waren, weil sie alles kaufen konnten, was sie mochten oder gar in fremde Länder ohne Einschränkungen reisen konnten. Was mir an „Die besseren Wälder“ besonders gefallen hat, ist, dass Martin Baltscheit seiner Kreativität freien Lauf gelassen hat. Er verändert nach Belieben Schriftart, Schriftstil und Farbgestaltung. Baltscheit nutzt oft schwarze und weiße Farben für seine Figuren, auch um den Leser die Wirkung von Vorurteilen näher zu bringen. Er verändert im Verlauf der Geschichte auch seinen sehr poetischen und metaphorischen Stil und spricht dann in sehr klaren, manchmal etwas ruppigen Worten. Viele Sätze laden zum Verweilen und Nachgrübeln ein, weil sie immer eine tiefere Bedeutung haben. Und viele Situationen in die Ferdinand gerät, sind übertragbar in das Hier und Jetzt. Martin Baltscheit hat mit „Die besseren Wälder“ ein besonderes Buch geschaffen, das ich uneingeschränkt empfehlen kann. Es ist eine sprachlich aufwendige moderne Fabel, mit wertvollen Botschaften, authentischen Figuren und opulenten Illustrationen fernab des Mainstream.

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  • Von einem der auzog, das Paradies zu finden

    Die besseren Wälder

    Gurke

    29. November 2013 um 08:09

    Es waren einmal drei Wölfe, die wollten in eine bessere Zukunft aufbrechen. In der Heimat gab es für sie nur Gemüse und kein saftiges Fleisch, außerdem mussten sie immer frieren. Sie machten sich auf in die besseren Wälder, weil es dort Gerüchten zufolge Lammfleisch in Hülle und Fülle gibt. Leider vergaßen sie dabei, dass das Land von Schafen regiert wird, die sich ihre Feinde mit einem Zaun vom Wollleibe halten, sowie alles Fremdartige gnadenlos töten. So geschah es, dass nur das kleine Wolfsjunge die beschwerliche Reise überstand und wie eine Flocke dem kinderlosen Paar Frauke und Wanja vor die Füße fiel. Das Schafsehepaar nahm sich seiner als ihren ersehnten Sohn Ferdinand an und zogen ihn als vegetarischen Paarhufer auf. Als in der Nacht der heiligen Schur ein Lamm aus ihrer Mitte gerissen wird, muss sich Ferdinand seiner animalischen Vergangenheit stellen und das blökende Paradies zurückerobern. Bei diesem Buch aus dem Beltz & Gelberg Verlag sticht zuerst die knallbunte Gestaltung ins Auge und man fühlt sich nach den ersten Seiten wie in einem Bilderbuch für junge Erwachsene, da uns beinahe nach jedem Umblättern ein neues Gesicht begrüßt. Die Zeichnungen, welche Martin Baltscheit selbst gestaltet hat, waren in meinen Augen nicht immer hübsch und ästhetisch, aber ihre Individualität und die stumme Botschaft umso schärfer. Denn diese sind ganz an der Idee einer Tierparabel orientiert. In einem Moment ist Ferdinand ein stattlicher Wolf mit düsterer Mine, dann ein lammfrommes Schaf als singender Musterknabe und dann wieder ein normaler Junge im Schoße seiner Eltern. Die Austauschbarkeit der eigenen Persönlichkeit, die sich an die Gegebenheiten anpasst, wird also schon mit der nonverbalen Kommunikation deutlich und genau hier liegt auch der Fokus bei dem Autor, der alle Bücher seiner Tochter widmet. Nie war die Einwanderungspolitik aktueller und nie damit die Diskussion über fremde Kulturen und Ansichten lauter, die mit dem absonderlichen Wolf im Schafspelz ein Gesicht bekommt. Unweigerlich stellt man sich die Frage, ob das andersartige Raubtier seine raue Natur verlernen, sich als Bock eingliedern kann oder es gewollt hätte, wenn er vor die Wahl gestellt wäre. Ist Ferdinand ein besserer Wolf, ein besseres Schaf oder ein perfekt integriertes Wesen in beiden Welten? Manche Szenen aus dem Mittelteil, die der Autor wohl für seine Zielgruppe aufgepeppt hat, einschließlich eines Dialogs über den Regelbruch waren für mich zu langatmig und haben das ansonsten sprachliche Parabel-Paradebeispiel minimal entzaubert. Eigene Handlungsweisen werden, wie es solche Erzählungen versprechen, durch das tierische Gleichnis kritisch beleuchtet, wobei ich feststellen musste, dass ich im Herzen ein Schaf bin, denn Traditionen und Stabilität zählen für mich sehr. *mäh* ;-) Zum Abschluss habe ich „Die besseren Wälder“ noch einmal mit Freude durchblättert und hoffe, dass alle Leser den deutlichen moralischen Grundsatz erkennen und im wahren Leben anwenden können, nur dann können wir alle gemeinsam unsere Freiheit ohne Angst genießen.

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  • Faszinierendes Buch über einen Wolf im Schafspelz

    Die besseren Wälder

    Zidisbuecherwelt

    09. October 2013 um 18:08

    Worum geht's?                                       " Es kommt nicht darauf an, wo du herkommst, sondern wohin du gehst und mit wem." Ferdinand, ein kleiner Wolf, flieht mit seinen Eltern in die so genannten "besseren Wälder". Auf der Flucht werden seine Eltern jedoch getötet und der kleine Wolf kommt alleine in den besseren Wäldern an. Die besseren Wälder sind in diesem Fall die Welt der Schafe. Ferdinand wird von zwei Schafen aufgezogen und wächst behütet bei ihnen als Schaf auf. Mit seinem Freund und seiner ersten großen Liebe macht Ferdinand sich auf, um die andere Welt, hinter dem sicheren Zaun, zu erkunden. Als dann ein schrecklicher Mord passiert, wird der Wolf im Schafspelz verdächtigt... Meine Meinung: "Die besseren Wälder" von Martin Baltscheit ist eine Tierparabel. Dieser Aspekt hat mich richtig neugierig gemacht auf das Buch. Ich kannte Tierparabeln aus der Schule, aber ein ganzes Buch einer Tierparabel hatte ich noch nicht gelesen und auch noch nirgends entdeckt. Mich hat dieses Buch richtig überrascht. Es hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Meiner Meinung nach kann man sich die Geschichte über den Wolf im Schafspelz ziemlich gut in der Realität vorstellen und auch übertragen. Martin Baltscheit hat mich überzeugt mit seiner Geschichte, in der es zum Einen um die Suche nach der eigenen Identität geht und einem die Fragen "Wer bin ich?" und "Wo gehöre ich hin?" sofort in den Kopf schießen. Es geht auch um die eigenen Wurzeln und die Familie. Ferdinand versucht heraus zu finden, wo er denn nun wirklich herkommt und probiert so zu leben, wie es für ihn als Wolf eigentlich normal wäre, doch passt das zu ihm? Martin Baltscheit erzählt eine Geschichte über das Erwachsenwerden, über die erste große Liebe und über einen Mord, der das Leben einer Person vollkommen verändert. Mich hat das Buch vor allem so begeistert, weil es so facettenreich ist. Es ist eine Liebesgeschichte, ein Krimi und eine Geschichte übers Erwachsenwerden in einem. Außerdem hat mich der Schreibstil des Autors fasziniert. Er hat das Buch meiner Meinung nach sehr bildhaft geschrieben, was ich sehr mochte. Auch die Charaktere, die er erschaffen hat, haben mich mit ihrer Klugheit sehr positiv überrascht! Ich denke nicht, dass es unbedingt nur ein Buch für Kinder oder Jugendliche ist, da auch Erwachsene, wie ich finde, noch sehr viel durch dieses Buch lernen können und es ganz viel Freude beim Lesen bereitet. Es ist auch kein Buch, dass ich, glaube ich, nur einmal lesen werde. Ich denke, auch beim zweiten oder dritten Mal lesen kann der Leser immer noch mehr in diesem Buch für sich entdecken! Zum Schluss muss ich noch ein riesiges Kompliment an den Autor und auch an den Beltz und Gelberg Verlag geben, da das Buch einfach unglaublich schön gestaltet wurde. Im Buch sind farbige Illustrationen, die vom Autor selbst gezeichnet wurden. Zudem wurde auch bei der Schrift mit unterschiedlichen Farben gearbeitet und auch die Umschlagsgestaltung ist meiner Meinung nach durchweg gelungen!!! Man sieht diesem Buch einfach an, wie viel Mühe dahinter steckt! Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, deshalb vergebe ich auch die volle Punktzahl!

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  • Warmes Wasser aus silbernen Rohren. Heißer Kaffee aus silbernen Kannen.

    Die besseren Wälder

    Logoso

    19. September 2013 um 14:25

    Der Coming-Of-Age-Roman ,,Die besseren Wälder“ erschien 2013 bei Betz und Gelberg. Der in Düsseldorf lebende Autor Martin Baltscheit ist auch im Bereich Theater, Film und Hörbuch aktiv. Mehrere seiner Werke erhielten bereits Auszeichnungen und Preise wie den Deutschen Jugendliteraturpreis, die Silberne Feder oder für seinen aktuellen Roman der Jugendtheaterpreis. ,,Höhlen mit Gängen bis zum Mittelpunkt der Erde‘‘ ,, Überall ist Licht alles Leuchtet‘‘ ,,Geburtstag feiern sie drei Tage.'‘ ,,Warmes Wasser aus silbernen Rohren. Heißer Kaffee aus silbernen Kannen. Ungezählt sind die Schafe und die Wildschweine so fett, wir können und kaum satt essen daran. In den besseren Wäldern leben wir Wölfe wie Wölfe“. Stell dir vor du bist ein dreijähriger Wolf, dessen Familie schon zu lange hungern muss. Würdest du dich in die besseren Wälder aufmachen? Die Eltern des kleinen Wolfs träumen von den Verheißungen der besseren Wälder. Dort wird es ihnen besser gehen. Dort werden sie genug zu essen haben. Dort lässt es sich leben. Doch nur ihr Sohn wird den Zaun überqueren, sie werden es nicht überleben, werden nie sehen was er sieht: Sein neues Zuhause. Wanda und Frauke können keine Kinder bekommen, schon lange wünschen sie sich ein kleines Schäfchen. Als sie den jungen Wolf finden, einsam und verloren, nehmen sie ihn auf. Sie machen ein Schaf aus ihm, nennen ihn Ferdinand. Als Ferdinand 17 Jahre alt wird, ist er beliebt, er ist der singende Star der Schafe. Auch Melanie ist fasziniert von ihm. Mit ihr zusammen überquert er den Zaun, besucht das Rote Dorf. Am nächsten Tag findet er sich im Gefängnis wieder. Er soll Melanie Weißherz getötet haben. Und Ferdinand, der Star der Schafe, soll in Wirklichkeit ein Wolf sein. Der Roman von Baltscheit ist kein durchschnittliches Buch mit fortlaufenden Seiten, gefüllt mit Unmengen von Buchstaben, sondern er spielt mit Bild und Schrift. In oft bunten Farben findet der Leser Zeichnungen der Landschaft, Personen und Szenen. Auch die Schrift passt sich der Geschichte an: Die Größe kann variieren, ebenso wie ihre Farbe. Der Autor lässt nicht nur die schwarzen Lettern seine Geschichte erzählen, sondern das komplette Werk. Die Idee der Geschichte spricht mich an. Ein Wolf, der seine wahre Herkunft nicht kennt, sie schließlich doch akzeptieren muss, aber dennoch gefangen ist zwischen seinen Identitäten. Es ist durchaus möglich den Sachverhalt der Geschichte auf uns Menschen zu übertragen. Wir müssen uns nur die Reaktion vorstellen, wenn jemand nicht der ist der er zu sein vorgab. Es ist dann egal, ob er davon wusste oder nicht, man begegnet ihm im guten Falle nur mit Skepsis. Die Person hat sich nicht verändert, sie ist die selbe mit der man noch am Tag vorher geredet hat, doch nun ist sie für einen ein komplett anderer Mensch. Allerdings bringen die Reaktionen, die Abneigung der Menschen gegenüber dem einen, sowie das eigene Nachdenken über sich selbst möglicherweise eine neue Person hervor. Ferdinand geht es eben so. Er fragt sich, wer er ist und noch viel wichtiger, wo er hingehört. Er ist gefangen zwischen zwei verfeindeten Welten: Die zu der seine Art gehört und jene, die ihn aufgezogen hat. Er kann kein Schaf mehr sein und ein richtiger Wolf ist er auch nicht. Jano und Mascha, führen ihn in die Welt der Wölfe ein. Für Mascha empfindet er schließlich mehr als er anfangs geglaubt hätte. Ihr eigentlicher Freund Jano nimmt ihn mit zu der Insel der Wölfe, welche planen die besseren Wälder zu überfallen und dazu benötigen sie seine Hilfe. Dort leben immer noch Wanda und Frauke, seine „Eltern‘‘. Zwei herzensgute Schafe, die immer sehr stolz auf ihren Ferdinand waren und nicht daran glauben, dass er Melanie hätte umbringen können. Melanie selbst war seine erste Liebe. Jünger als er, aber wagemutig. Sie träumte von der großen Welt und dem Ausbrechen aus den gewohnten Konventionen. Feigheit war keine Tugend für sie, im Gegenteil zu dem Rest der Schafe. Baltscheit hat einfach eine geniale Figurenkonstellation erschaffen, welche dem Roman eine besondere Note verleiht. Er hat an alles gedacht um dieses Werk mehr als lesenswert zu machen. Kurz gesagt: ,,Die besseren Wälder“ sollte jeder gelesen haben, es ist ein tolles Werk, dass zum Nachdenken anregt. 

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