Martin Barkawitz Sherlock Holmes jagt Hieronymus Bosch

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Inhaltsangabe zu „Sherlock Holmes jagt Hieronymus Bosch“ von Martin Barkawitz

Welche Verbindung besteht zwischen einem mittelalterlichen holländischen Maler wie Hieronymus Bosch und einer unheimlichen Mordserie im London des Jahres 1895? Keine, meint Inspektor Lestrade von Scotland Yard. Doch Sherlock Holmes ist anderer Ansicht. Gemeinsam mit Dr. John Watson ermittelt er in finsteren Opiumhöhlen und einem geheimnisvollen Wasserschloss. Dabei lernt er eine zwielichtige Opernsängerin, einen rätselhaften Gnom und einen heruntergekommenen Engelmacher kennen.

Wer S.Holmes mag aber nicht den betulichen Stil von Doyle ist mit diesem Buch gut unterhalten.

— Alanda_Vera

Interessantes Sujet, souverän, atmosphärisch und flott geschrieben.

— Elmar Huber

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    Sherlock Holmes jagt Hieronymus Bosch

    Elmar Huber

    12. July 2016 um 07:49

    “ Der satanische Täter hatte sich nicht damit begnügt, die Gattin des Schuhmachermeisters einfach zu erstechen, was an sich schon entsetzliche genug gewesen wäre. Der Mörder hatte das Gesicht der Toten mit seinem Messer so bearbeitet, dass ihr Mund zu einem grotesken Grinsen verzerrt war, und ihr einen Nonnenschleier über den Kopf gestülpt, der ihr Haar verdeckte. Und neben der Leiche lag ein junger Birnbaum, der in einem Weinkeller garantiert fehl am Platz war.“ STORY An einem Frühsommermorgen des Jahres 1895 spricht der Schuhmachermeister Tobias Merrick in der Baker Street 221b bei Sherlock Holms und John Watson vor. Er kommt direkt aus dem Weinkeller des Bloomsburry Hotels, wo man die verstümmelte und grotesk in Szene gesetzte Leiche seiner Ehefrau aufgefunden hat, die Merrick selbst an diesem Morgen auf dem Wochenmarkt wähnte. Laut Inspektor Lestrade von Scotland Yard ist dies bereits die dritte Leiche, die auf solch bizarre Art inszeniert wurde. Beim Anblick der Toten ist Sherlock Holmes sofort klar, dass es sich um Nachstellungen von Gemäldeszenen des flämischen Renaissancemalers Hieronymus Bosch handelt. Lestrade hat auch gleich einen Verdächtigen zur Hand. Archibald Hymer, der zwei Wochen zuvor aus einer Irrenanstalt ausgebrochen ist. Allein das Motiv der kunstvollen Morde liegt noch im Dunkeln und Sherlock Holmes glaubt, ob der Kunstfertigkeit der Morde, nicht an die Zufallstaten eines planlos agierenden Wahnsinnigen. Die Spur, der Holmes und Watson folgen, führt sie in Boschs Heimat, nach Amsterdam. „Ihnen dürfte nicht entgangen sein, Watson, dass ich am Kiosk in Hoek van Holland die neuste Ausgabe des Telegraph erstehen konnte. Gleich auf Seite drei finden Sie einen ausführlichen Artikel, in dem die bisherigen Untaten des Mörders noch einmal rekapituliert werden. Inzwischen hat selbst der ungebildetste, englisch Journalist verstanden, dass die Leicheninszenierungen eine bizarre Hommage an den eigentlichen Hieronymus Bosch sind. Behalten sie die Tatsache im Hinterkopf, dass es sich bei unserem Mörder um einen glühenden Verehrer des holländischen Malers handelt. Ich denke, noch nie zuvor ist in der Presse so viel über das Lebenswerk dieses mittelalterlichen Künstlers geschrieben worden.“ MEINUNG Natürlich ist es nicht der echte Hieronymus Bosch, den Sherlock Holmes hier jagt, wie es der Titel andeutet, liegen doch knapp 400 Jahre zwischen dem Tod des holländischen Künstlers und dem Jahr 1895, in dem der Roman spielt. Vielmehr geben Holmes und Watson dem Täter der Einfachheit halber diese Bezeichnung mangels eines tatsächlichen Namens. Mit HIERONYMUS BOSCH liegt der erste Sherlock Holmes-Roman des Vielschreibers Martin Barkawitz im Blitz Verlag vor, wo einen Monat zuvor auch sein Hamburg-Thriller KEHRWIEDER erschienen ist. Ebenso wie Holmes-Autorenkollege J. J. Preyer schreibt Barkawitz für JERRY COTTON sowie (unter einigen Pseudonymen) Spannungsromane verschiedenster Couleur. So darf man im Vorfeld zumindest schriftstellerische Routine unterstellen und wird damit auch nicht enttäuscht. Wie zu erwarten, ist die Geschichte um dem „Hieronymus Bosch-Killer“ in erster Linie plotgetrieben und bietet Dienst nach Vorschrift ohne Gefahr zu laufen, sich in Sachen Charakter… zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Da ein gewisser Mystery-Faktor in einer Sherlock Holmes-Geschichte nie fehl am Platz ist, schickt der Autor den Detektiv an einige sehr schön geheimnisvolle Plätze, wie z.B. ein düsteres und mit Fallen gespicktes Wasserschloss als Residenz des Täters. Der atmosphärische Höhepunkt einer Mörderjagd, die vom „Blutkeller“ des ersten Tatorts über die Opiumhöhlen des Londoner East Ends bis ins Amsterdam der Jahrhundertwende führt. Das Motiv für die Morde rundet den Fall sehr schön ab, kommt jedoch am Ende relativ plötzlich um die Ecke. FAZIT Interessantes Sujet, souverän, atmosphärisch und flott geschrieben. Eine Empfehlung für alle Holmes-Fans, denen auch die Romane von J. J. Preyer gefallen.

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