Martin Beyer Alle Wasser laufen ins Meer

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Inhaltsangabe zu „Alle Wasser laufen ins Meer“ von Martin Beyer

Martin Beyer erzählt von der obsessiven Beziehung des Dichters Georg Trakl zu seiner Schwester Grete und beschreibt die schöpferische Raserei und Leidenschaft junger Künstler in all ihrer Zeitlosigkeit. Sehnsucht, Besessenheit, Dekadenz - Berlin, Wien, Salzburg - Martin Beyer lässt die Boheme des 20. Jahrhunderts lebendig werden. Er erzählt von einer großen Tragödie der Literaturgeschichte und lässt ein Leben zwischen Verzweiflung und Lust literarisch auferstehen. Den jungen Dichter Georg Trakl und dessen Schwester, die Pianistin Grete, verbindet eine Zuneigung, die nicht bloß platonisch ist. Doch Grete schwärmt zugleich für Georgs schüchternen Dichterfreund Erhard Buschbeck. Während der Salzburger Kaufmannsfamilie der Niedergang droht, begeben sich die drei auf die Suche nach künstlerischer Erfüllung. Und obwohl sich ihre Wege trennen, bleiben sie einander innig verbunden.

Hat mir sehr gut gefallen! Sowohl der Inhalt als auch die Atmosphäre. Nur ein paar Seiten mehr hätte es haben dürfen, hätte gerne noch weiter gelesen!

— *Wölkchen*
*Wölkchen*

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  • Rezension zu "Alle Wasser laufen ins Meer" von Martin Beyer

    Alle Wasser laufen ins Meer
    winter-chill

    winter-chill

    Sehr gelungener, gut recherchierter biographischer Roman über den Dichter Georg Trakl. Feinfühlig erzählt der Autor von der tiefen Geschwisterliebe zwischen Trakl und seiner Schwester Grete sowie deren Hingabe zur Kunst. Alles vor der Kulisse der dem Untergang geweihten K-und-K-Monarchie. Beeindruckt hat mich vor allem die bildgewaltige Erzählweise. Ganz deutlich spürt man beim Lesen den Schmerz, die Sehnsucht und die Enttäuschung der Protagonisten. Die Sprache ist, wenn auch zum Teil sehr poetisch, durchaus angenehm und auf dem Boden geblieben. Empfehlenswert für jeden, der den Menschen hinter dem Dichter Trakl kennen lernen möchte. Und auch für alle, die mit Trakl vorher noch nichts anfangen konnten.

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  • Rezension zu "Alle Wasser laufen ins Meer" von Martin Beyer

    Alle Wasser laufen ins Meer
    Kathchen

    Kathchen

    29. October 2009 um 16:56

    “Alle Wasser laufen ins Meer” erzählt episodenhafte Ausschnitt aus dem Leben von Georg Trakl, einem Dichter des Expressionismus. Georg Trakl war, wie viele Dichter seiner Zeit, eine zerrissene Person. Er war schlecht in Mathe, Latein und Griechisch und traf sich oft mit Dichterkollegen. Er betäubt sich oft mit Drogen, wie “bestrichene” Zigaretten oder auch Alkohol. Seine jüngere Schwester Margarethe geht in Wien auf ein Internat. Wenn sie zu Hause in Salzburg ist, verbringen sie und Georg viel Zeit miteinander. Und eben auf diese Beziehung wird ein besonderes Augenmerk gelegt. Zwar steht diese nicht immer im Mittelpunkt, aber der Autor kehrt immer wieder darauf zurück. Den beiden Geschwistern wird eine inzestuöse Beziehung nachgesagt, allerdings gibt der Autor hierdrauf keine Antwort, ob es wirklich so war. Zwar spürt man als Leser, dass diese beiden Menschen mehr als nur “Geschwisterliebe” verbindet, aber dennoch wird es eigentlich offen gelassen. Margarethe, genannt Grete, liebt den Freund ihres Bruders, Erhard Buschbeck, doch diese Liebe scheint nicht auf Gegenseitigkeit zu beruhen und so stürzt sich auch Grete nicht nur in ihre künstlerische Welt als Klavierspielerin und Komponistin und betäubt ihren “Schmerz” mit Alkohol. Doch die “Leichtigkeit”, die im ersten Teil des Buches vorherrschte, legte sich schnell mit dem Tod des Vaters 1910. Denn dadruch geriet die Familie in finanzielle Not, sodass Grete nicht länger ihre Schule in Wien besuchen konnte und nach Berlin ziehen musste. Auch Georg musste sich von nun an mit kleineren Jobs durchschlagen, bis er sich 1914 dazu entscheidet, in den Krieg zu ziehen und was er dort erlebt, nimmt ihm letztlich jeglichen weiteren Lebensmut… Georg Trakl ist mir zuerst in der Schule im Deutschunterricht begegnet, als wir expressionistische Gedichte durchgenommen haben. Damals habe ich nur grob etwas zu seinem Leben erfahren und immer vorgehabt, mich mehr mit ihm zu beschäftigen, sowie mit der Zeit in der er lebte, also der Anfang des 20. Jahrhunderts. Demnach war ich sehr gespannt auf den Roman “Alle Wasser laufen ins Meer”, der nicht nur das Leben von Georg Trakl beleuchtet, sondern auch sehr gut seine Zeit. Allerdings sollte man sich auch für diese Zeit und die Künstlerszene interessieren, sonst tut man sich mit diesem Buch keinen Gefallen. Wie bereits erwähnt, behandelt dieser Roman nicht das gesamte Leben Georg Trakls, sondern nur Ausschnitte und daher sollte man sich besser schon etwas mit seinem Leben vorher beschäftigt haben, um an diesem Buch Genuss haben zu können. Der Autor benutzt eine, wie ich finde, sehr schöne Sprache, die sich zwar toll lesen lässt, aber nicht ganz einfach, wie bei anderen Romanen. Er fängt die Zeit sehr gut ein und man merkt gar nicht, dass man sich bereits dem Ende nähert, denn leider besitzt der Roman “nur” 240 Seiten. Das Cover empfinde ich als sehr gelungen und ich denke, dass es die beiden Geschwister darstellen soll, auf Farben werden weitesgehend verzichtet, bis auf den Titel und das Logo des Verlages, so dass diese etwas herausstechen. Der Titel klingt sehr schön und darauf wird im Buch auch noch Bezug genommen. Der Grundton des Buches ist eher sehr melancholisch und traurig. Ein Brief von Grete an Georg wurde in vier Teile eingeteilt, und am Anfang und am Ende der insgesamt drei Teile des Buches eingefügt. Allerdings muss ich bemängeln, dass vorallem am Anfang manche Sätze auf Französisch stehen, die zwar eigentlich passen, aber nicht übersetzt werden und Leute, die kein Französisch kennen, da sicherlich Probleme mit haben werden. Ansonsten kann ich dieses Buch nur empfehlen. 4.5 von 5 Sterne

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  • Rezension zu "Alle Wasser laufen ins Meer" von Martin Beyer

    Alle Wasser laufen ins Meer
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. September 2009 um 23:21

    [… die Liebe ist etwas Schönes, Gewaltiges, nicht? Sie schleudert uns Hin und Her…]

  • Rezension zu "Alle Wasser laufen ins Meer" von Martin Beyer

    Alle Wasser laufen ins Meer
    leserin

    leserin

    22. April 2009 um 16:05

    Ich habe das Buch jetzt fertig gelesen. Dieses Buch ist für mich ein sehr wertvolles und äußerst interessantes Buch. Besonders interessant fand ich die ungewöhnliche Liebe der Geschwister Georg und Grete und deren Umfeld.Georg hat seine Erfüllung in der Literatur gefunden und Grete hat sich mit anderen Männern etwas getröstet. Für mich war es äußerst interessant, daß die Schauplätze in Österreich bzw. in Innsbruck (meiner Heimatstadt) sind, ich kenne viele Plätze aus dem Buch bzw. suche sie im Stadtarchiv bei nächster Gelegenheit. Das ganze Schicksal dieser Familie weicht ja nicht so wahn sinnig von der heutigen Zeit ab. Alkohol, Drogen, abgebrochene Ausbildung, Firmen die pleite gehen. Die unerfüllte Liebe zwischen Geschwistern wird es sicher auch noch geben. Für mich ist jedes einzelne Kapitel sehr intensiv und die Inhaltsfülle sehr groß .Ich werde so manches sicher wieder nachlesen, Ich muß sagen, das Buch ist großartig in der Schreibweise, an Wissen und auch zugleich spannend. Ich habe unserem Literaturhaus (Brenner-Archiv) mal vorgeschlagen, diesen Autor mal zu einer Lesung einzuladen und die Schauplätze zu besichtigen. http://www.uibk.ac.at/brenner-archiv/projekte/trakl/index.html hier sind Gedichte, die im Buch angeführt wurden und so manches Interessante Es ist sehr spannend und gescheit geschrieben und macht Lust nach mehr

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  • Rezension zu "Alle Wasser laufen ins Meer" von Martin Beyer

    Alle Wasser laufen ins Meer
    princessjanke

    princessjanke

    20. April 2009 um 20:34

    Bevor ich das Buch gelesen habe, hatte ich mich noch nicht mit der Existenz von Georg Trakl (von der ich gar nicht wusste) oder Lyrik auseinander gesetzt. Das war für die Lektüre des Buches aber nicht weiter hinderlich, nachdem ich mich in den – von Lyrik angehauchten – Schreibstil eingelesen hatte. Im ersten Teil ist es schwierig eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen, das bessert sich jedoch im zweiten Teil. Der dritte und letzte Teil ist etwas verwirrend wenn man die Biographie der Trakls nicht kennt, ist aber dem Lesefluss nicht weiter hinderlich. Der Autor verwendet immer wiederkehrende Bilder, was mir sehr gut gefiel. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass eine Zeile nicht vergessen ist sobald sie niedergeschrieben wurde, sondern sie wird dem Leser von Zeit zu Zeit wieder ins Gedächtnis gerufen. Das macht das Buch zu einer Einheit, die sehr schön zu lesen ist. Schwierig fand ich, dass – vor allem im ersten Teil – ziemlich oft französische Teile eingebaut waren, die ich aufgrund meiner nicht vorhandenen Französisch – Kenntnisse nicht mitbekommen habe. Außerdem gibt es an teilweise unvorhersehbaren Stellen unterschiedlich große Zeitsprünge, was mich während des Lesens manchmal verwirrt hat. Alles in Allem hat mir das Buch bis auf ein paar Ungereimtheiten gegen Ende gut gefallen. Die sprachlichen Kreationen des Autors waren ein Genuss zu lesen, und ich bin schon gespannt auf die nächsten Bücher =)

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  • Rezension zu "Alle Wasser laufen ins Meer" von Martin Beyer

    Alle Wasser laufen ins Meer
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. April 2009 um 18:02

    ich liebe dieses Buch!!!!!!!!!!! alle wasser laufen ins meer ist eins der schönsten, melankolischsen und traurigsten bücher das ich je gelesen habe. ich habe es innerhalb von eineinhalb nächten verschlungen und es danach sofort nocheinmal angefangen. ich finde, das es wunderschön geschrieben ist und selbst szeenen die an sich nicht traurig sind versetzen in eine angenehm melankolische stimmung, was einfach georg liegt.georg ist mit leib und seele dichter und das macht ihn in meinen augen so sympatisch seine beziehung zu seiner schwester ist traurig schön und von melankolie getränkt. ich war selten so begeistert von einem charakter der eigenlich all seine probleme in drogen ertränken möcht aber georg ist einfach durch und durch dichter... meiner meinung nach ein buch das man gelesen haben sollte wenn man traurige und melankolisch böcher mag... großes lob an den autor ich liebe das buch!!!

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  • Rezension zu "Alle Wasser laufen ins Meer" von Martin Beyer

    Alle Wasser laufen ins Meer
    verena83

    verena83

    16. April 2009 um 21:04

    eine sehr, sehr interessante geschichte über georg und grete trakl... es wird in dem buch sehr deutlich wie schwer es für betroffene ist mit dieser mehr als platonischen liebe unter geschwistern umzugehen... ein tragisches ende ist da ja mehr oder weniger vorprogrammiert... da die geschichte zu einem großen teil in meiner heimatstadt spielt, konnte ich mich noch besser in die geschichte hineinversetzen...

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  • Rezension zu "Alle Wasser laufen ins Meer" von Martin Beyer

    Alle Wasser laufen ins Meer
    Jolanda

    Jolanda

    15. April 2009 um 17:21

    Dank lovelybooks kam ich in den Genuss dieses Buches. Denn sonst glaube ich hätte ich in einem Buchgeschäft nicht unbedingt es mir gekauft, das für mich Trakl der Dichter jetzt nicht unbedingt mich interessiert hätte. Aber als ich das Buch angefangen habe zu lesen, diesen wundervollen Brief von Grete an ihren Bruder war ich schon in den bann gezogen. Mir hat die Sichtweise des Autores auf die Geschwister Trakl sehr gut gefallen , auch seine Interpretationen wie eins zum anderen kam. Es war dvintiv keine herkömmliche Biographie und schnell und sehr flüssig zu lesen. Ich empfand das Buch als reinen Lesegenuss.

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  • Rezension zu "Alle Wasser laufen ins Meer" von Martin Beyer

    Alle Wasser laufen ins Meer
    Malibu

    Malibu

    05. April 2009 um 11:14

    Das Buch war ganz ok, aber mir fehlte irgendwie die Pointe.

  • Rezension zu "Alle Wasser laufen ins Meer" von Martin Beyer

    Alle Wasser laufen ins Meer
    Lacrima85

    Lacrima85

    01. April 2009 um 13:57

    Ich kannte Georg Trakl, bevor ich das Buch gelesen hatte, nicht, ganz sinnvoll ist es aber vielleicht mal einen Artikel in Wikipedia über ihn zu lesen, bevor man mit Lesen beginnt, einfach für ein bißchen mehr Hintergrundwissen. Aber ohne ist es auch gut zu lesen. Das Buch fand ich sehr interessant, es gab zwar auch ein paar schleppende Stellen, aber die meisten Kapitel waren interessant und führten dazu, dass man das Verhältnis zwischen Grete, ihrem Bruder Georg und den anderen Charakteren, sowie das Gefühlsleben der Künstler zu dieser Zeit gut zu Augen geführt bekam. Obwohl ich finde, dass die Gefühle und Beziehung von Grete zu Georg mir noch nicht detailiert genug geschildert wurde, aber es sollte wohl Freiraum für eigene Interpretationen lassen. Die Kapitel sind immer recht kurz und nach jedem Kapitel springt es so ein bißchen, so dass es nicht ganz nahtlos ineinander übergeht. Trotzdem hat es einen gewissen Handlungsstrang, also nicht weiter störend. Die Highlights sind die Briefe an Georg von Grete, die die einzelnen Teile des Buches trennen. Alles in allem ein sehr schönes Buch, dass einem diesen besonderen Herren und seine Schwester näher bringt mit Freiraum eigene Schlüsse zu ziehen. Aber auch für Leute, meiner Meinung nach geeignet, die mehr von Georg Trakl wissen und die historischen Fakten als Geschichte aufgebaut erleben wollen. Ein Manko ist jedoch, dass es zwar nicht oft, aber in manchen Dialogen französische Textteile gibt, die man ohne Kenntnisse leider nicht versteht.

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  • Rezension zu "Alle Wasser laufen ins Meer" von Martin Beyer

    Alle Wasser laufen ins Meer
    ~Loreley~

    ~Loreley~

    27. March 2009 um 10:41

    ich liebe dieses Buch!!!!!!!!!!! alle wasser laufen ins meer ist eins der schönsten, melankolischsen und traurigsten bücher das ich je gelesen habe. ich habe es innerhalb von eineinhalb nächten verschlungen und es danach sofort nocheinmal angefangen. ich finde, das es wunderschön geschrieben ist und selbst szeenen die an sich nicht traurig sind versetzen in eine angenehm melankolische stimmung, was einfach georg liegt.georg ist mit leib und seele dichter und das macht ihn in meinen augen so sympatisch seine beziehung zu seiner schwester ist traurig schön und von melankolie getränkt. ich war selten so begeistert von einem charakter der eigenlich all seine probleme in drogen ertränken möcht aber georg ist einfach durch und durch dichter... meiner meinung nach ein buch das man gelesen haben sollte wenn man traurige und melankolisch böcher mag... großes lob an den autor ich liebe das buch!!!

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  • Rezension zu "Alle Wasser laufen ins Meer" von Martin Beyer

    Alle Wasser laufen ins Meer
    Leela

    Leela

    27. March 2009 um 01:16

    Eigentlich sollten das ja 4 Sterne werden. Weiß der Henker, wieso ich das nicht mehr ändern kann; man fühlt sich doch irgendwie leicht veralbert. Manch einer hatte in seiner Schulzeit wohl das Glück (oder Pech?) eines der Gedichte Georg Trakls interpretieren zu "dürfen". Ich selbst gehörte auch dazu - und zwar traf es mich in einer Unterrichtseinheit namens "German literature"; dass es so etwas wirklich gibt, habe ich auch erst danach realisiert und das auch nur unter Zwang. Hätte es am liebsten nach Freud'scher Art verdrängt. Aber zum Glück ist die leidige Schulzeit irgendwann vorbei, sodass man manchmal in der Lage ist, eine Sache objektiver zu betrachten als ein von Gedichten zu Tode gelangweilter Schüler - in meine Fall war es so und deshalb war ich einigermaßen angetan, als ich dieses Buch erhalten habe. Trakls Geschichte versprach ja interessant zu sein, wirklich im Kopf hatte ich aber nur noch, dass er sich wohl umgebracht haben soll. "Alle Wasser münden ins Meer" erzählt jedenfalls die Geschichte Georg Trakls, eines österreichischen Dichters. Martin Beyer geht in seiner Erzählung (genau, um eine Biographie handelt es sich hierbei nicht) jedoch nicht bis in die Kindheit Trakls zurück, sondern beleuchtet überwiegend seine Erlebnisse als Erwachsener - und das in Form mehrerer, nicht immer zeitlich direkt zusammenhängender Kapitel. Man erfährt allerhand über Trakls Startprobleme und erste Erfolge als Dichter, über die Beziehung zu seiner Schwester Grete und bekommt passend dazu noch ein stimmiges Bild des Österreich um 1900 geliefert. Vor allem Martin Beyers Talent, das alte Österreich zu beschreiben, hat mich überzeugt: Genau so kann es damals gewesen sein, finde ich, die Beschreibungen von Trakls Umfeld wirken sehr authentisch und dem (und das Wort würde ich jetzt gern vermeiden) "Zeitgeist" entsprechend. Es fällt nicht schwer, in die damalige Welt einzutauchen - ich jedenfalls hatte an keiner Stelle Probleme damit. Etwas problematischer finde ich dagegen Beyers Protagonisten: Beide sind so exentrisch, dass es manchmal schwerfällt, ihr Verhalten zu verstehen; ihre Meinungen sind oft weltfremd und muten für den heutigen Leser (oder auch für ihre Zeitgenossen damals?) oft recht merkwürdig an. Ein Studium ist natürlich völlig überflüssig - nur die Kunst ist es, was zählt. Na, ja. So brauchte ich doch ein wenig Eingewöhnungszeit, um hinterher über die diversen Ticks der beiden nicht weiterhin ununterbrochen den Kopf zu schütteln und am Ende mit Genickstarre einzuschlafen (das Einschlafen bezieht sich in diesem Fall allerdings nicht aufs Buch). Mensch, sind diese Charaktere schräg. Aber gut: Man kann/sollte die Person Trakl usw. nur so in einem Buch beschreiben, wie sie gewesen sein soll und das gelingt Martin Beyer wirklich gut und überzeugend. Etwas negativ fiel mir allerdings die Länge mancher Gespräche auf, die mir teilweise zu speziell waren, z.B. diejenigen im Dichterkreis. Auch hätte es mir gefallen, wenn am Anfang des Buches ein paar biographische Daten zu Trakl zu finden gewesen wären - ohne diese hatte ich anfangs leider keine Ahnung, wie alt Georg Trakl zu Beginn des Buches ist, eine nicht ganz uninteressant Zusatzinformation. Auch wenn mir das Ende des Buches etwas abrupt anmutete, hat mich "Alle Wasser laufen ins Meer" für ein paar Stunden doch gut unterhalten - vor allem, weil der Roman solch ein ungewöhnliches Thema behandelt. ...und dass selbst Lyrik-Verschmäher wie ich Gefallen an diesem Buch finden, liegt wohl an Beyers angenehmer Art zu erzählen.

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  • Rezension zu "Alle Wasser laufen ins Meer" von Martin Beyer

    Alle Wasser laufen ins Meer
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    25. March 2009 um 06:24

    Alle Wasser laufen ins Meer, was soll man davon halten? Ein Buch mit Strandromantik? Ein Roman der dahin plätschert? Wohl schon eher. Beyer erarbeitet die Geschichte des Künstlers Georg und wirkt mit seinem schreiben dabei sehr kafkaesk. Ein Buch, dass viel Raum zur Interpretation gibt und damit den Leser in seinen Bann zieht.

  • Rezension zu "Alle Wasser laufen ins Meer" von Martin Beyer

    Alle Wasser laufen ins Meer
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. March 2009 um 21:37

    'Alle Wasser laufen ins Meer' ist ein Buch, das ich mir rein vom Klappentext her nicht gekauft hätte. Die Geschichte überzeugt dennoch beim Lesen und ich bin froh, das Buch gelesen zu haben. Im Buch geht es um Georg Trakl und seine Schwester Grete, die mehr als nur normale Geschwister sind. Dies bemerken auch die Eltern und so wurden die zwei schon von früh an getrennt. Doch alle Wasser laufen ins Meer und somit trifft man sich immer wieder. Meiner Meinung nach steht die Beziehung der Geschwister jedoch nicht, wie versprochen, im Vordergrund. Zu wenig werden Gefühle klar und deutlich geäußert. Was mich auch ein wenig gestört hat, war, dass vor allem im dritten und letzten Teil des Buches, Ereignisse aneinander gereiht wurden, ohne näher auf sie einzugehen. Außerdem bleiben ein paar Fragen am Ende offen! Dennoch eine schöne Geschichte, die flüssig und schön zu lesen ist.

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  • Rezension zu "Alle Wasser laufen ins Meer" von Martin Beyer

    Alle Wasser laufen ins Meer
    Gruenente

    Gruenente

    20. March 2009 um 20:24

    Das Buch „Alle Wasser laufen ins Meer“ ist die Geschichte des österreichischen Dichters Georg Trakl (1787 bis 1914) und seiner Schwester Grete. Aus wohlhabenden Verhältnissen stammend, können Sie sich der Kunst widmen. Georg schreibt und dichtet, Grete spielt sehr gut Klavier und komponiert auch ein wenig. Georgs Liebe zu seiner Schwester geht über das geschwisterliche hinaus. Grete liebt aber Erhard, Georgs besten Freund. Als ihr Vater, Tobias, stirbt, wird deutlich, das das elterliche Geschäft so gut wie Bankrott ist. Geld für weitere Studien sind nicht mehr drin. Sie müssen irgendwie alleine klar kommen. Georg schlägt sich mit verschiedenen Jobs durch und schreibt weiter Gedichte, die auch ab und zu veröffentlicht werden. Grete zieht nach Berlin, nimmt Tabletten, Drogen, trinkt, versucht sie finanziell durch eine Heirat zu retten. Sie hat eine Fehlgeburt, wohl keine Ahnung wer der Vater des Kindes war, die Ehe zerbricht endgültig, als der Mann auch kein Geld mehr hat. Da beginnt der 1. Weltkrieg und Georg meldet sich freiwillig. Die einzelnen Teile des Buches werden von einem Brief Gretes umrahmt, der auf deutliche Weise ihr zerrüttetes Leben beschreibt. Sie ist auch die heimliche Hauptperson des Buches. Sie ist auch für Georg der wichtigste Mensch in seinem Leben. Der Roman ist keine Biographie, sondern zeigt in kleinen Auszügen die damalige zeit in Wien, Salzburg und Berlin. Die Sprache ist dem angepasst ohne altmodisch zu wirken. Der Ton ändert sich im Laufe des Buches sehr. Am Anfang herrscht Leichtigkeit und Sorglosigkeit. Das geht über Schreck, Hilflosigkeit und Resignation zu Depression und Todessehnsucht. Die Zustände von Georg spiegeln sich auch in der Sprache wieder. Es werden nur einige Gedichte von ihm angedeutet. Es geht wohl darum zu zeigen, wie es zu den Stimmungen die die Werke Trakls wiederspiegeln gekommen ist. Es handelt sich um ein kurzweiliges Drama mit realistischem Hintergrund.

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